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Die Stalingrader von 1998
20.04.2008, 10:08
1.

Etwa 10 Jahre jünger als die RAF-Mitglieder der 1. Generation habe ich die Stimmung in den 70er Jahren als bedrückend wahrgenommen. Dabei war ich selbst nie vom Terrorismus und den staatlichen Reaktionen darauf betroffen. In den 80er Jahren gab es eine erste Phase der Individualisierung. Man dachte nicht in gesellschaftlichen Zusammenhängen, sondern suchte sich ausgehend vom eigenen Schicksal Menschen mit ähnlicher Problematik. Selbsthilfegruppen waren ein großes Thema. Ich betrachtete die RAF heute als pervertierte Selbsthilfegruppe von Menschen, die in in ihrer Kindheit oder Jugend traumatisiert worden waren und nun einen engen Kreis psychisch Verstörter bis paranoider Individuen bildeten, die von dem Wahn zerfressen waren, kaputtzumachen, was sie kaputt machte. Und zwar bis zum Äußersten. Das politische Mäntelchen ist in meinen Augen sehr fadenscheinig. Ganz ähnliche Ursachen scheinen mir heutige Selbstmordattentate zu haben. Grandiose Abgänge gescheiterter junger Menschen. Auch die Reaktionen des Staates ähneln denen vor 30 Jahren. Nichts gelernt.

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Kai Bonte 14.03.2014, 11:55
2. Die Stalingrader von 1998

Drei Terroristengenerationen hatten alles versucht und waren gescheitert - moralisch, politisch und militärisch: Vor zehn Jahren gab die Rote Armee Fraktion ihre Auflösung bekannt, nachdem es ihr nicht gelungen war, eine Revolution herbeizubomben. Der letzte Akt blieb rätselhaft - wie viele Aktionen vorher. Von Michael Sontheimer

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