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Dönitz erzählt vom Krieg
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Peter Hartung 18.11.2011, 10:54
1.

Es ist zwar richtig: Zwischen Januar und Mai 1945 schafften es 800.000 bis 900.000 Flüchtlinge sowie 350.000 Verwundete über See den "rettenden Westen" zu erreichen. Drei bis vier Millionen Deutsche in Ostpreußen, Danzig und Pommem gerieten aber in den Herrschaftsbereich der Roten Armee. Viele von ihnen wurden in Lager gepfercht und fast alle bis Ende der vierziger Jahre aus der Heimat vertrieben. Die von interessierter Seite verbreitete Legende, einem Befehl des Oberbefehlshabers der deutschen Kriegsmarine, Großadmiral Karl Dönitz, sei es zu verdanken, dass zwei Millionen Flüchtlinge gerettet werden konnten, ist falsch. Vielmehr hatten die Kriegsverbrecher Dönitz und Hitler selbst Ende Januar 1945 vereinbart, dass militärische Transporte in der Ostsee vor den Flüchtlingstransporten absolute Priorität haben sollten.
Quelle: http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/ksp/ostsee/schwendemann.htm
Nur dem Mut der mittleren und unteren Marinestellen war es letztlich zu verdanken, dass viele Zivilisten in den "rettenden Westen" kamen. Zu verdanken war dies aber auch der Entschlossenheit und dem Können einiger Kapitäne der Handelsmarine. Zwei von ihnen waren Kapitän Kurt Timm von der "Södenhamm" (1499 BRT) und Kapitän J. Matthies von der "Pickhuben" (999 BRT). Die beiden kleinen Dampfschiffe gehörten der Hamburger Reederei H. M. Gehrckens.

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Peter Hartung 18.11.2011, 10:54
2.

Ergänzend dazu: Nur dem Mut der mittleren und unteren Marinestellen war es letztlich zu verdanken, dass viele Zivilisten in den "rettenden Westen" kamen. Zu verdanken war dies aber auch der Entschlossenheit und dem Können einiger Kapitäne der Handelsmarine. Zwei von ihnen waren Kapitän Kurt Timm von der "Södenhamm" (1499 BRT) und Kapitän J. Matthies von der "Pickhuben" (999 BRT). Die beiden kleinen Dampfschiffe gehörten der Hamburger Reederei H. M. Gehrckens. Kapitän Kurt Timm brachte mit der alten "Söderhamn" (Baujahr 1899) während sieben Reisen von Januar bis April 1945 fast zwanzigtausend von der Flucht aus Ostpreussen und Pommern erschöpfte Menschen mit seinem Schiff sicher über die Ostsee nach Schleswig-Holsten und Mecklenburg. Kapitän Matthies rettete rund 16.000 Menschen mit seiner "Pickhuben".

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18.11.2011, 11:25
3.

Ein wichtiges Detail fehlt in diesem Bericht: Dönitz hat das Gymnasium auf Einladung des damaligen Schülersprechers besucht. Und das war der spätere Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Uwe Barschel.
Fundstelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Barschel

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18.11.2011, 11:25
4.

War es nicht so, dass der spätere SH-Ministerpräsident Uwe Barschel als Schüler diese Einladung angeschoben hatte?

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18.11.2011, 11:56
5.

Auch in der Stadtbücherei in Essen hat Dönitz etwa zur gleichen Zeit Vorträge gehalten. Ich habe selbst als Jugentlicher daran teilgenommen.

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18.11.2011, 12:15
6.

Es ist ein Skandal, dass ehemalige Nazis vor Schülern sprechen durften. Der Verbrecher Dönitz treib mit seinen sinnlosen Durchhalteparolen viele in den Tod.

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18.11.2011, 14:06
7.

Es ist aber wahr: Auch als Schüler kann man kritische Fragen stellen und ein Bewusstsein für autoritäre Charakterzüge haben. Zwar war ich mit dieser Haltung als Schüler oft allein, aber man kann und muss es erwarten. Auch ein Jugendlicher verfügt über gewisse Grade der Mündigkeit.

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18.11.2011, 14:35
8.

Ich kann nur hoffen, dass das "Gespräch" zwischen Regierungsrat Tychsen und Direktor Rühsen ausgiebigst untersucht wurde. Die Wahl des Freitodes nach einem solchen Gespräch hinterlässt, gerade mit Blick auf die Thematik "Drittes Reich", ein ungutes Gefühl über die vom Kultusministerium angewandten Untersuchungsmethoden.

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18.11.2011, 17:00
9.

Dönitz war der Prototyp des absolut unpolitischen Soldaten, zweifellos ein kompetenter Truppenführer, der von seinen U-Boot- Männern bedingungslosen, unkritischen Gehorsam verlangte und sie gnadenlos in einen sinnlosen, grausamen Tod schickte .
Man sollte Schüler zum U-Boot-Denkmal nach Laboe (bei Kiel) bringen, wo ca 30 000 Namen = 3/4 der U-Boot-Besatzungen aufgelistet sind, damit sie sehen, was dieser gewissenlose, unbelehrbare Admiral im Namen einer wahnwitzigen NAZI-Diktatur angerichtet hat.

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19.11.2011, 08:39
10.

>Ein wichtiges Detail fehlt in diesem Bericht: Dönitz hat das Gymnasium auf Einladung des damaligen Schülersprechers besucht. Und das war der spätere Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Uwe Barschel.
>Fundstelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Barschel

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