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"Es ist schon eine ganz nette Hitlergemeinde hier"
14.05.2009, 16:38
1.

Der Autor uebersieht, dass die "Templer" in Palaestina durchaus auch positiv von sich reden gemacht haben, indem diese Gruppe z.B. fuer einen Grossteil der spaeter vom Staat Israel genutzten Infrastruktur verantwortlich ist. Die Templer waren im heiligen Land nicht weniger Pioniere als manche Auswanderer in der neuen Welt.

Im Uebrigen wurden auch die Nichtmitglieder der NSDAP waehrend des Krieges nach Australien deportiert und in Tatura/Victoria jahrelang in Camps festgehalten. Fuer die landwirtschaftlich gepraegten deutschen Gemeinden war die Parteimitgliedschaft zudem vor allem ein Ausdruck ihrer Volkszugehoerigkeit im damals feindlich gesinnten Ausland. Mit politischem Radikalismus hatte das eher wenig zu tun.

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15.05.2009, 09:22
2.

>Der Autor uebersieht, dass die "Templer" in Palaestina durchaus auch positiv von sich reden gemacht haben, indem diese Gruppe z.B. fuer einen Grossteil der spaeter vom Staat Israel genutzten Infrastruktur verantwortlich ist.<

Für diese Aussage hätte ich doch gerne mal Belege...
Welche Infrastruktur soll das sein? Brücken, Strassen, Häfen usw. gab es seit der Antike, die Türken und die Briten werden kaum tatenlos gewesen sein.

>Im Uebrigen wurden auch die Nichtmitglieder der NSDAP waehrend des Krieges nach Australien deportiert und in Tatura/Victoria jahrelang in Camps festgehalten. Fuer die landwirtschaftlich gepraegten deutschen Gemeinden war die Parteimitgliedschaft zudem vor allem ein Ausdruck ihrer Volkszugehoerigkeit im damals feindlich gesinnten Ausland. Mit politischem Radikalismus hatte das eher wenig zu tun.<

Was ist denn "feindlich gesinntes Ausland" in diesem Fall?
Sind die deutschen Auswanderer (gerade die der christlichen Sekten) in die USA, nach Kanada, Australien und Südamerika in die NSDAP eingetreten, um sich ihre "Volks"zugehörigkeit zu beweisen?

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15.05.2009, 09:22
3.

Die Forschungen von den israelischen Historikern Alex Carmel und Jakob Eisler arbeiten ein anderes Bild der Templer heraus. Haifa verdankt seine moderne Entwicklung schwäbischem Pioniergeist. Die pietistisch entrückten Landwirte, Ingenieure und Kaufleute wären auch den Sozialdemokraten oder Kommunisten hinterher gelaufen, um "Schutz aus der Heimat" zu bekommen.

Die Tempelkolonie in Haifa ist wieder instand gesetzt und 1991 wurde eine binationale (Polen-Israel) Briefmarke herausgegeben, die die Tempelkolonie in Haifa ziert. So ehrt Israel normaler Weise nicht "Nazis in Palästina".

Einer der Tempel-Gründer und zentralen Figuren in Haifa war Georg David Hardegg. Vor seiner religiösen Phase beteiligte er sich als glühender Demokrat an Versuchen, den König von Württemberg zu stürzen, was er mit ein paar Jahren Zuchthaus auf dem Hohen Asperg büßte. Hardegg war stramm anti-türkisch gesinnt. Antisemitismus kam bei den Templern erst sehr spät auf - als Form des politischen Opportunismus im kolonialen Gerangel mit England und Frankreich.

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15.05.2009, 09:22
4.

Bild 6 zeigt nicht Sarona sondern Walhalla. Der Kirchturm ist heute dem Vernehmen nach der höchste Kirchtum in (Tel Aviv-)Jaffa. (Gleich daneben - das grosse Gebäude - ist das (damalige) "Hotel Jerusalem", auch heute noch vermietet es Zimmer an junge, christliche, Gitarre zupfende Besucher ( höflich augedrückt).

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17.05.2009, 09:48
5.

Manche diese Texte haben mir mehr als ein Lächeln bedeutet, da wohl kaum beachtet wurde dass diese "Infastruktur" was die Templer errichtet haben, weder Juden noch Araber zu dienen hatten, sondren sie selbst genutzt haben... Hinzu kommt dass wohl ziemlich bekannt ist, dass diese jüdische Staat d wohl damals nicht bestand sondern erst nach d Sturz d Naziregime, wohl eine der modernste Staaten wurde, der mehr als d Haifaer Infastrucktur vorzuweisen hat. Wer bei d mörderische Verbrechern positives sucht, der ist wie er wer bei d Knollenblätterpilzsuppe sagt: Wohl ist es mörderisch doch schmeckt mindestens auch nach Pilze....

Also wie man sieht, auch ohne Templer konnte Israel sich zu entpuppen zu einen der höhstentwickelte Länder der Welt, trotz d kurze Zeit und d vorhandene Schwierigkeiten!

Tiqvah Bat Shalom
http://www.israel-shalom.net

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Kai Bonte 14.03.2014, 12:04
6. "Es ist schon eine ganz nette Hitlergemeinde hier"

Das Gelobte Land eine Nazi-Hochburg? Genau. Vor 1939 war jeder dritte deutsche Siedler in Palästina Mitglied der NSDAP, die Hitler-Jugend von Haifa bot Hebräisch-Kurse an. Nach dem Krieg mussten die Palästina-Deutschen weichen - und wurden von Israel finanziell entschädigt. Von Ralf Balke

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