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Freistaat Christiania: "Kinder sahen ihre Eltern vor die Hunde gehen"
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Mitten in Kopenhagen gründeten Aussteiger 1971 einen autonomen Mini-Staat. Für Kinder drogensüchtiger Hippies war Christiania alles andere als ein Paradies. Viele litten unter Vernachlässigung, Angst, Missbrauch.

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Hans Peter Kaub 23.12.2016, 11:53
1. Tja, was soll ich sagen.

Ich war 1976 in Christiania, ganz kurz, nur 1h, da war nichts Erstrebenswertes oder Interessantes. Ich sah nur Dreck und Elend. Ich habe schnell das Weite gesucht.
Übrigens, ich war damals 19Jahre alt und wusste das Drogen gefährlich sind.

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23.12.2016, 11:57
2.

Ich war einige Male in den 70ern In Kristiania. Der Bericht ist schon realistisch. Mich hat dieses Projekt sehr interessiert und auch fasziniert. Damals habe ich aber auch sehr viel Elend gesehen. Einem Minderjährigen wurde von einem Erwachsenen in einer Cafeteria Heroin gespritzt. Da wußte ich: Hier läuft etwas schief. Aber es gab auch fantastische Leute in den Werkstätten und Leute, die sich tolle Unterkünfte gebaut haben. Kaputtes und Tolles waren ganz dicht beieinander. Im Grunde genommen rangen die aktiven Kristianiter mit denen, die sich gehen ließen. Das war damals schon ein Thema. In gewisser Weise spiegelte das Leben in Kristiania auch die bürgerliche Gesellschaft. Elendsunterkünfte in den Kasernen und tolle Häuser rund um die Teiche im Hippie-Blankenese-Style. Trotzdem bin ich Kristiania wohlgesonnen. Es ist eine ewige Auseinandersetzung.

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M. Pfitzner 23.12.2016, 12:21
3.

Was für ein Albtraum! Ich frage mich, warum im Gedächtnis vieler Deutscher Christiania immer noch der Inbegriff für eine positive, bessere, alternative Lebens- und Wohnform zu sein scheint. Irgendwie erinnern mich die traurigen Schilderungen der ehemaligen Christiania-Kinder an den bekannten Werbespot einer Bausparkasse, die mit dem Ausspruch eine kleinen Mädchens endet, das in einem Bauwagen leben muss: "Wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden..."

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Stefan Claus 23.12.2016, 12:30
4. Ein Spielplatz für Erwachsene

- innerlich erwachsene - mag es sein, aber bestimmt kein Spielplatz für Kinder. Diesen Eindruck hatte ich auch bei meinem Besuch 2013 dort. Dabei erinnerte mich vieles an das, wovon ich mit 20 geträumt habe, als es bspw. wilde Partys im Französischen Viertel Tübingens zu feiern gab. Aber jetzt, mit drei Kindern, erscheint mir völlig einleuchtend, dass ein solches Umfeld nicht gut für ein behütetes Aufwachsen und glückliches Erwachen kindlichen Geistes ist.

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Johanna Jovanovic 23.12.2016, 13:37
5. Dreck

War ein mal dort, erinnere, wie jemand einen epileptischen Anfall hatte. Duesterer, kalter Ort.

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Carl Maria Johannsen 23.12.2016, 14:45
6. Tja, da merkt man, wie Gesellschaft funktioniert.

Ohne Ordnung geht es nicht. Nicht einmal Christiania. Diese Ordnung muss nicht allumfassend und erfassen sein, aber sie muss schützen und stützen.

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Stefan Ingwersen 23.12.2016, 14:51
7. Zwischen Künstlerviertel und Hippiekommune

Obwohl ich 2 Jahre lang in Dänemark gearbeitet habe, fand ich damals keine Zeit, Christiania zu besuchen.
Meine Arbeitskollegen habe mir aber viel davon erzählt.
So entstand bei mir ein Bild zwischen "Kunstnere kvartalet"(das Künstlerviertel) und "Hippie kommunen" (die Hippiekommune), je nach Sichtweise. Das diese Kommune derartige Auswirkungen auf Kinder hatte, war mir im Detail so noch nicht bekannt.
Danke Spiegel für diesen Bericht.

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Marcus Landgraf 23.12.2016, 15:09
8.

Kindern von Junkies in Sozialwohnungen geht es übrigens keinen Deut besser.

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Levy Izhak Rosenbaum 23.12.2016, 16:55
9. Freiheit und Schutz

stehen sich häufig unvereinbar gegenüber. Wer Schutz will muss bereit sein ein Teil der Freiheit zu opfern. Wer grenzenlose Freiheit sucht findet auch (grenzen) überschreitende Probleme.

Zuviel (Ordnungs)Macht wiederum öffnet Tyrannei die Tür.

Wichtig für ein gesundes Zusammenleben das sich Macht und Gerechtigkeit die Waage halten.

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