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Gefoltert, ermordet, vergessen
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Mathias Völlinger 03.07.2012, 13:17
1.

Indochina, Algerien. In beiden Ländern wurde die "nichtsozialistische" Bevölkerung schmählich im Stich gelassen. Vietminh, FLN, Vietcong, Khmer Rouges...

Und die Anführer dieser "Weltverbesserer" hatten fast alle in Paris studiert, mit späterem "Aufbaustudium" in Moskau oder Peking. Ho Ho Ho Chi Minh, Pol Pot et.al. Und Ben Bella musste dann ja auch ins komfortable Exil nach Paris, weil dieser "Dracula" Boumedienne sich in Algerien an die Macht putschte. Die "kleinen" Leute wollten in ihrer Mehrheit nur ihre Ruhe haben...

Ich empfehle diese beiden "Klassiker" der neueren Geschichtsschreibung mal zu lesen:

1. "Der Tod im Reisfeld"
2. "Allah ist mit den Standhaften"

Beide geschrieben von dem so oft besserwisserisch verpönten Journalisten Peter Scholl-Latour

Nichts hat sich verändert, bis heute, weder in Libyen oder in Syrien

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Siegfried Wittenburg 03.07.2012, 13:35
2.

"Könnten Sieger und Besiegte tatsächlich friedlich zusammenleben?"

Durch das menschliche Dasein zieht sich seit Urzeiten eine Blutspur aus körperlichen und seelischen Wunden. Sieger können Besiegte eventuell noch verzeihen, doch umgekehrt ist es mit unseren menschlichen Fähigkeiten wohl nicht möglich. Damit stößt jeder "Weltverbesserer" an die naturgegebenen Grenzen.

"Die `kleinen´ Leute wollten in ihrer Mehrheit nur ihre Ruhe haben..."

So ist es bis heute.

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Michael Schnickers 03.07.2012, 14:06
3.

Über die Massaker und Verbrechen der westlichen Armeen in den Kolonialgebieten wurde schon viel berichtet, dass aber für große Teile der dortigen Bevölkerung die wahre Hölle oft erst nach der "Befreiung" losbrach, das wird gerne unter den Tisch gekehrt.
Wieviel zehntausende Vietnamesen vom Vietcong während und nach dem Krieg umgebracht, gefoltert, eingesperrt und "umerzogen" wurden, das interessierte die "Ho-Ho-Ho-Chi-Minh"- Rufer hier und anderswo überhaupt nicht...

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Helge Fünderich 03.07.2012, 14:08
4.

Ein ähnliches Drama könnten wir auch in Afghanistan erleben. So lästig den Deutschen das komplette Thema geworden ist, so wenig werden sie sich um das scheren, was nach der Verteidigung am Hindukusch mit denen passiert, die die Soldaten unterstützt haben. einestages nimmt vorweg, dass es bei den anderen Partnernationen nicht anders sein wird...
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-86109210.html
Need I say more...?

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03.07.2012, 15:36
5.

Die Art und Weise, wie sich Frankreich in seinen Kolonien benommen hat, ist sicher kein Ruhmesblatt für eine Gesellschaft, die sich selbst als "Grande Nation" sieht. Im Fall von Algerien sollte man dabei u.a. an französische Kernwaffentests denken, an den von Armee und Fremdenlegion äußerst brutal geführten Algerienkrieg und an Verbrechen wie das "Massaker von Paris" (1961). Dass dann algerische Kollaborateure nach dem Waffenstillstand noch derart im Stich gelassen wurden, passt ins Bild.

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Wolfgang Rueckert 03.07.2012, 16:29
6.

Aus falsch verstandener politischer Korrektheit wird hier nur Frankreich die Schuld gegeben, die trifft aber hauptsächlich die arabischen Algerier, die aber seid 62 auch andere Bevölkerungen unterdrückt und gemordet haben:
- Harkis
- christiliche Araber, egal welcher Konfession
- Magrebinische Juden
- Ansässige Europäier (ich war einer davon)
- die gesamte indigene Bevölkerung des Süden, zB die Tuareg
- die Tamazight -sperechen Bevölkerung des Norden
- ... am liebsten jeden der irgendwie anders ist

Das ganze geschah mit tatkräftiger ideologischer Unterstüzung der deutschen Linken. Ziemlich entgeistert musste ich mir bei der Rückkehr nach Deutschland 1971 von meinen deutschen Lehrern die Verherrlichung der FLN anhöhren. Meine vorsichtigen Versuche einer Differenzierung wurden als "Nazi-Meinung" diskreditiert.
Die Europäier, die verjagt wurden waren nicht nur Franzosen, sondern auch zB Italiener, Spanier, die dort seid Generationen lebten. Man stelle sich vor wir würden hier Migranten, die in vierter Generation hier verdient leben einfach aus dem Land werfen.
Auf der Suche nach dem Motiv für dieses Verhalten, muss man nur schauen, wer danach in die Häuser der Opfer gezogen ist. In dem Haus eines ungläubigen oder Verräters zu ziehen war durchaus toleriert.

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03.07.2012, 17:14
7.

"Die Art und Weise, wie sich Frankreich in seinen Kolonien benommen hat, ist sicher kein Ruhmesblatt für eine Gesellschaft, die sich selbst als "Grande Nation" sieht."
Keine Besserwisserei, aber eine Hilfestellung zur Vermeidung künftiger Peinlichkeiten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Grande_Nation

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Axel Schudak 03.07.2012, 17:33
8.

>und die Schuld dafür trage Frankreich.

In erster Linie sind die tatsächlichen Täter schuldig, in zweiter Linie die FLN die diese Taten gefordert, gebilligt oder zumindest nicht verhindert hat. Erst danach kann man Frankreich irgendwelche Schuld zuweisen.


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John Luwigal 04.07.2012, 09:01
9.

Zum Beitrag von Mathias Völlinger, 3. Juli 2012, 13:15
---------------
Sie haben jemanden übersehen ...

Khomeini (auch er kam aus dem Exil in Paris).

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04.07.2012, 09:05
10.

Traurig diese Welt, wird sie je besser ?

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