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Hitlers Pinselführer
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Siegfried Wittenburg 19.07.2012, 12:46
1.

Das kommt mir alles bekannt vor. Diktaturen haben die Eigenschaft, Kunst völlig verbieten zu wollen und für die Lobhudelei willfährige Laien auszubilden.

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Steffen Schlüter 19.07.2012, 13:36
2.

Und wo bitteschön sind in der Fotostrecke die erwähnten "Barbusigen Arierinnen" und "Das deutsche Schamhaar"?

Moderne Kunst findet man an jeder Ecke zur Genüge. Viel interessanter wäre doch, sich ein Bild davon machen zu können, was die Nazis als Kunst betrachteten.

Ihr habt wohl Angst, dass es auch der heutige Durchschnittsdeute gar nicht so übel finden könnte, wie?

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Helmut Unger 19.07.2012, 13:36
3.

Eine vernünftige Diskussion über das Thema Kunst im 3. Reich ist kaum möglich. Im Prinzip wird heut mit Künstlern, die damals nicht als entartet galten gemacht was die Machthaber damals mit Nolde, Nußbaum und Co. taten. Ihre Werke werden reduziert auf diese Zeit, ohne jede künstlerische Betrachtung. Egal ob es sich nun um einen Breker oder eine Riefenstahl handelt. Ohne eine Riefenstahl sähe z.B. das gesamte Filmgenre heut anders aus.
Und was ein Breker produzierte war schon lange vor der Machtergreifung en Vogue. Und schaut man sich dann noch Werke sozialistisch geprägter Künstler an verschwimmen die Grenzen noch mehr.
Auch bei den "zugelassenen" Künstlern gab es mehr als röhrende Hirsche, die dem begrenten Kunstverstand des "Führers" genehm waren.
Man kann eine künstlerische Leistung nicht einfach auf die politische Einstellung eines Künstlers reduzieren, ebensowenig wie die Leistung eines Ingenieurs auf den Gebrauch seiner Entwicklung zu reduzieren ist.

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Siegfried Wittenburg 19.07.2012, 14:04
4.

"Ohne eine Riefenstahl sähe z.B. das gesamte Filmgenre heut anders aus."

Ohne die Nazis sähen heute ganz Europa und viele andere Länder der Erde anders aus.

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D Brueckner 19.07.2012, 17:19
5.

>"Ohne eine Riefenstahl sähe z.B. das gesamte Filmgenre heut anders aus."
>
>Ohne die Nazis sähen heute ganz Europa und viele andere Länder der Erde anders aus.

Was wollen sie damit ausdrücken?

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Siegfried Wittenburg 19.07.2012, 17:19
6.

@ Helmut Unger

Nicht das Talent der Künstlers wie Breker oder Riefenstahl ist von Bedeutung, sondern ob sie sich für Geld, für fragwürdigen Ruhm oder für einen guten Posten vor einen ideologischen Karren spannen lassen, der Unterdrückung bedeutet. Der Karren kann "Nationalsozialismus", "real existierender Sozilalismus", "Scientology" oder einfach nur "viel Geld" heißen. Er bedeutet in jedem Fall Unfreiheit und Abhängigkeit.

Ein Künstler wird meiner Ansicht nach daran gemessen, welche humanistische Botschaft er zum Ausdruck bringt und mit welcher Kraft er die Menschen erreicht. Ohne die Freiheit kann ein Künstler nicht tätig sein. Lässt er sich als Werkzeug für die Unfreiheit verführen, schaufelt er sich sein eigenes Grab.

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Markus Döring 19.07.2012, 17:19
7.

>Und wo bitteschön sind in der Fotostrecke die erwähnten "Barbusigen Arierinnen" und "Das deutsche Schamhaar"?
>
>Moderne Kunst findet man an jeder Ecke zur Genüge. Viel interessanter wäre doch, sich ein Bild davon machen zu können, was die Nazis als Kunst betrachteten.
>
>Ihr habt wohl Angst, dass es auch der heutige Durchschnittsdeute gar nicht so übel finden könnte, wie?

Herr Schlüter, Sie sind offenbar bereits damit überfordert eine Bildersuche bei Google durchzuführen. Wie kommen Sie aber darauf, dass es dem Durschnittsdeutschen (mit zwei "sch"...) ebenso geht?

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Uwe Schwarz 20.07.2012, 09:17
8.

@Steffen Schlüter: Ihre Freude am deutschen Durchschnittsfleisch können Sie auch anders stillen. Schon mal von Google Images gehört? Es reicht doch, daß Spiegel und Knopp unter Geschichtsunterricht verstehen, alle paar Wochen mal einen Hitler auf die Titelseite zu knallen. Da muß ich mich nicht auch noch durch die Arbeiten dieser käuflichen Type hindurchklicken.

@Siegfried Wittenburg: Chapeau!

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Uwe Schwarz 20.07.2012, 09:17
9.

Man soll ja keine Ratschläge erteilen, die man nicht auch selbst befolgen würde. Also habe ich ein bißchen nach ?Adolf Ziegler? gegoogelt und mich sehr amüsiert. Das Zeug ist so hohl, oberflächlich und belanglos ? So wurde man also Lieblingsmaler und Kunstrichter?! Das paßt. Und es erinnert an die ?Drei Eisheiligen? Abusch, Girnus und Kurella, die in der DDR der 50er Jahre mit dem Vorwurf des ?bürgerlichen Formalismus? allzu originelle Künstler aus dem Weg räumten, selbst aber nur jämmerliches Zeug vorzuweisen hatten. Von den Parallelen in der Sowjetunion mag ich gar nicht anfangen.

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Siegfried Wittenburg 20.07.2012, 09:24
10.

@ D Bruecker

"Ohne eine Riefenstahl sähe z.B. das gesamte Filmgenre heut anders aus."
"Ohne die Nazis sähen heute ganz Europa und viele andere Länder der Erde anders aus."
"Was wollen sie damit ausdrücken?"

Bitte, Sie waren zuerst dran. Ich lasse Ihnen der Vortritt und bin gespannt auf Ihre Erläuterung.

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