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Irrweg nach Bonnahalla
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Miguel Polster 09.02.2008, 11:49
1.

Schon als Kind haben mich die Kauka-Comics nie interessiert, ich fand sie weder lustig noch gut gezeichnet noch unterhaltsam. Ohne je darüber nachzudenken, hatte ich den vagen Eindruck, dass es sich, mit Verlaub, um billigen, plumpen Schund handelt... und sie sind es, heute kritisch betrachtet, wirklich. Im Vergleich dazu sind die "biederen" Bildgeschichten des Wilhelm Busch Weltliteratur, die Astérix-Comics sowieso.
Rolf Kauka ist für den deutschen Comic das, was Ralf Siegel für die deutsche Musikszene ist: überflüssig und peinlich.

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09.02.2008, 17:43
2.

Der Beitrag ist recht interessant. Er ignoriert jedoch völlig die Comic Szene in der DDR die mit dem Mosaic von Hannes Hegen oder dem Atze ihren eignen Weg gegangen ist.

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11.02.2008, 09:30
3.

Der Artikel ist leider falsch und nicht gut recherchiert. Vielmehr wird suggeriert, das Rolf Kauka etwas total hässliches machte. Vielmehr war es so, dass der größte Teil der Bevölkerung in der Adenauer Zeit so dachte. Auch kein Wort darüber, dass Kauka heute wieder der größte deutsche Comic Produzent ist, ja selbst für Mitbewerber arbeitet und Fix & Foxi längst wieder auf dem Markt ist. Auch kein Wort darüber, das Asterix nur in Deutschland, Benelux und Frankreich belannt ist. In anderen Ländern nur wenig bis garnicht. Für mich zu große Meinungsmache über etwas, was vor über 40 Jahren passierte und nicht einen 3. Weltkrieg auslöste. Das heißt nicht, dass man so etwas aus heutiger Sicht gut finden muss, aber, wenn man rechchiert sollte es auch gut gemacht werden.

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11.02.2008, 17:47
4.

Man ist schon von sich selbst genervt, dass es einem nicht längst am Arsch vorbei geht. Aber Leute, merkt es Euch doch endlich mal, dass es nicht korrekt ist, "deutsch" drüber zu schreiben, wenn man ausschließlich von bundesdeutschen Verhältnissen spricht.
Sobald es in einem Artikel um "deutsche Comics" gehen soll, dann müssen darin auch genau die Ost-Comics erwähnt werden, auf die Dietmar Meirich hingewiesen hat: Mosaik, Atze, Frösi. Die waren nicht marginal und ganz sicher inhaltlich und künstlerisch anspruchsvoller, als Forschungsthema also auch interessanter als Kauka's Fix und Foxi.
Sobald die Ost-Comics in einem Text über den "deutschen Comic" fehlen ist dieser lückenhaft und damit sachlich falsch.
Ich verstehe nicht, wie Herrn Dolle-Weinkauf, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt, so etwas passieren kann.
Wenn die Ausstellung, auf die am Ende des Beitrags verwiesen wird, sie selben Lücken aufweist, dann kann man sie sich wohl sparen.

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27.02.2008, 16:34
5.

>Der Beitrag ist recht interessant. Er ignoriert jedoch völlig die Comic Szene in der DDR die mit dem Mosaic von Hannes Hegen oder dem Atze ihren eignen Weg gegangen ist.

Dieser Weg wird seit Jahrzehnten mit den Abrafaxen fortgesetzt und ist wunderschön, gewaltfrei und bildend. Was wären die Abende mit meinem Sohn ohne die "Reisen im Orientexpress", die Mittelalterabenteuer mit Ritter Runkel, den gemeinen Mr. Coffins, den hinterlistigen Griechen Phisimachos oder die spektakulären Reisen durch das Südamerika der Inkas. Dank der genialen Zeitsprünge erleben die Zwerge alles, was für ein Kind wissenswert ist: Wie funktioniert eine Dampfmaschine, wer war Atatürk, wo steht das Schloss des "Alten vom Berge", wer hat die Bagdadbahn gebaut oder wie überwältigte Sir Francis Drake den überlegenen "Feuerspucker" der Spanier.
So wie ich damals die in den Osten geschmuggelten Fix-und-Foxi- Comics langweilig fand, blättert mein Sohn sie heute lustlos durch und widmet sich dann wieder seinem spannenden "Mosaik".
Und jeder Abend endet mit den gleichen Worten: "Und wie das Abenteuer weitergeht, erfahrt Ihr im...." dann mein Sohn: "...nächsten Mosaik".

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17.09.2008, 09:16
6.

Wieso oft ist mit Deutschland mal wieder ldeiglich der Teil westlich des eisernen Vorhangs gemeint. Wenn das vor 20 Jahren so war, ok, mittlerweile sind wir bei 2008 angekommen, da sollte doch auch bis Frankfurt (a. M.) durchgesickert sein oder? Im Prinzip wäre es ja nicht so schlimm, würde man wenigstens die Überschrift ändern :)

Das ist journalistisch nicht nur schlecht aufbereitet, sondern einfach dreist und frech 17 Millionen Menschen gegenüber...

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Uwe Spacek 11.10.2011, 10:49
7.

Gab es seit der Erstveröffentlichung 2008 nicht genügend Zeit, den Beitrag um die Comics in der DDR zu erweitern. Es gab ja nicht nur Comics in Mosaik und Atze, auch in der Frösi gab es liebevoll gestaltete Comics mit u.a. mit Atomino, Rolf & Robert in der Trommel, und auch in der ABC-Zeitung.

Welche Ignoranz der kritischen Anmerkungen von 2008! Bekommte der schlecht und einseitig recherchierende Autor für die Wiederveröffentlichung etwa noch einmal Honorar überwiesen?

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Kai Bonte 14.03.2014, 11:53
8. Irrweg nach Bonnahalla

Fix und Foxi statt Micky Maus, Tips und Taps statt Tarzan: Deutsche Comics gewannen über Jahre eine riesige Fangemeinde. Nur als der Erfolgsproduzent Rolf Kauka die drolligen Gallier Asterix und Obelix zu wackeren Germanen umtrimmen wollte, war Schluss mit lustig.

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25.05.2014, 19:10
9. Brauner Mief

Mir war als Kind schon die Stimmung in "Fix und Foxi" suspekt. Ich habe daher solche Hefte nie selbst gekauft. Rolf Kauka war schon immer ein aggressiver Nationalist, und das konnte man auch deutlich spüren. Gescinny/Oderzos Gallier waren da mit sehr viel mehr Selbstironie versehen. Wenn Fix und Foxie endlich von der Beldfläche verschwünden, wäre das eine Wohltat, denn da trifft der Begriff "Schund" wirklich zu.

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St. Modro 25.05.2014, 19:46
10. Fand ich klasse!

Als Grundschüler bis ca 10 Jahre habe ich Fix & Foxi verschlungen, ebenso die Pichelsteiner und auch Asterix kannte ich zuerst als Siggi und Barbarras. Hinterher habe ich mich gewundert daß die gleichen Figuren die gleichen Stories als Gallier nochmal erlebten...
Fix und Foxi war harmlos, nett, idyllisch und trotzdem spannend,- genau das Richtige für Kinder, die gerade mal lesen können.
Ob Rolf Kauka nazi-mäßig angehaucht war? Keine Ahnung, habe ich aber in den Comics nie bemerkt, denn damals war Politik ein Fremdwort für mich.

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