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Kampf für die Schwulenehe: "Das wollen wir auch"
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Der Jurist Manfred Bruns, 81, hat seine Frau verlassen, wohnt mit seinem Freund zusammen und kämpft für die Schwulenehe - seit Jahrzehnten. Er sagt: "Lebensläufe wie meiner sollten sich nicht wiederholen."

Julian Richter 15.12.2015, 18:03
1.

Ich muss gestehen, mir ist eigentlich egal wer wen heiratet. Von mir aus kann auch jemand seinen Hund heiraten, wenn es denn beide glücklich macht.
Was mir aber nicht egal ist, ist etwas, was meiner Meinung nach weiterhin geschützt werden sollte. Und zwar die Verbindung zwischen Eltern und Ihren Kindern. Der durch die Ehe bedingte Steuervorteil gehört meiner auffassung abgeschafft. Viel besser wäre, wenn es Steuervergünstigungen für Kinder geben würde. Daher jede Familie mit X Kindern bekommt y * X % Steuererleichterungen. Um den kontra direkt etwas vorztubeugen... Man kann ja auch Pflegekinder aufnehmen bzw. Adoptieren...
Das Vererben hingegen gehört meiner auffassung nach schon noch zu der Ehe. So das also der Ehepartner erben kann.

Zu meiner Schande, kann ich mir aber tatsächlich nicht angucken, wie sich zwei Männer küssen... komischerweise ist dies aber bei zwei küssenden Frauen nicht so... Vermutlich muss dies wohl normaler/häufiger in der Öffentlichkeit werden.

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Marius Herrmann 15.12.2015, 18:34
2. Ehe für alle

Das ganze Gedöns mit Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft ist auch wieder so ein überkomplexes Monster, geschaffen um es ja allen Recht zu machen und ein Problem nicht klar zu benennen und zu lösen, sondern lieber drumherum zu eiern. Man könnte fast behaupten das stehe stellvertretend für vieles in Merkels Politik.

In einer säkularen Gesellschaft samt standesamtlicher Ehe haben irgendwelche kirchlichen/religiösen Argumente schlicht nichts zu suchen. Die Kirche kann ja weiterhin ihre Ehe für die zugänglich machen, die ihnen passen. Aber der Staat hat gefälligst solche Einschränkungen aus dem Rechtskonstrukt der Ehe herauszuhalten.

Nebenbei fragt man sich ob die Kirchenvertreter jemals das neue Testament gelesen haben. Dort wird Jesus oft genug als ein Tabu-Brecher beschrieben, der für Toleranz von Diskriminierten geradesteht und Ungerechtigkeiten bekämpft.

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Sascha Michaels 15.12.2015, 20:04
3. Vielen Dank!

Menschen wie Herrn Bruns verdanken viel andere, verdanken wir den gesellschaftlichen Fortschritt. Denn von allein kommt dieser kaum.

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Oxana Meinekerowska 15.12.2015, 21:40
4. ...

Ich kann Herrn Bruns gut verstehen i seinem Streben nach der Ehe - nur ist die Unterscheidung zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft eben keineswegs eine Ausdruck von Missachtung Homosexuellen gegenüber, wie Herr Bruns unterstellt.

Die (Ein-)Ehe ist die wichtigste Institution jeder Hochkultur, denn sie prägt als gelebte Praxis der Eltern die kindliche Vorstellung vom eigenen Leben, erleichtert als gesellschaftliche Zielvorstellung jungen Männern und Frauen die Paarbildung und befähigt durch die Dauerhaftigkeit der heterosexuellen Bindung und die damit verbundene Verminderung der Konkurrenz um Frauen unter Männern letztere dazu, arbeitsteilige Gesellschaften aufzubauen und zu erhalten.

Den Begriff Ehe durch Aufgabe des Strukturelements der verpflichtenden Verschiedengeschlechtlichkeit umzudeuten schwächt dieses kulturelle Verständnis und die zivilisierende Wirkung der Ehe. Die Stärkung der Legitimation gleichgeschlechtlicher Bindungen verschärft die von Männern wahrgenommene Konkurrenz um Frauen als Partner, schwächt bei den Generationen, die unter der neuen Vorstellung von Ehe aufwachsen die Legitimität des Verlangens, eine Partnerin an sich zu binden und führt in der konkreten Paarbildungssituation durch die vielfältigen konkurrierenden legitimen Bindungsmoglichkeiten zu einer Zunahme der subjektiv empfundenen Informationsunsicherheit und damit Komplexität in der heterosexuellen Paarbildung.

Die absehbare langfritige Schwächung der zivilisierenden Wirkung der Institution Ehe, die mit ihrer Umdeutung einhergehen wird, spricht gegen ein Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare. Die weniger präsente Lebenspartnerschaft greift in geringerem Maße in den Sozialisierungsprozess der heterosexuellen Mehrheit ein und ist als separates Institut für gleichgeschlechtliche Paare sinnvoll und vorzuziehen.

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Martin Müller 15.12.2015, 21:48
5. Ehe für alle, statt Ehe für ausgewählte Personenkreise

Liebe Spiegel-Online-Redaktion,

könnte ihr bitte dazu beitragen, das eine Segregation durch Begrifflichkeiten beiseite gelegt werden kann.

Funktioniert ganz einfach, indem man den Begriff verwendet der es einmal werden soll. Eine "Ehe für alle" statt "Ehe für ausgewählte Gruppen".
Es wird allgemein ja auch nicht "Hetero-Ehe" genannt. Allgemein versteht man den Sinn der Ehe, auch ohne die sexuelle Orientierung hinzu zu fügen...

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Andre Kraus 15.12.2015, 22:10
6. Doppelmoral und Toleranz von Manfred Bruns und Schwulenbewegung

Manfred Bruns, der LSVD und Schwulenlobbyisten fordern die Ehe für alle. Daraufhin habe ich diese mal angeschrieben und gefragt, ob die Ehe für alle auch wirklich alle meint und auch für zwei Brüder, die untereinander keine Rentenansprüche im Vergleich zu zwei Homosexuellen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft vererben können, oder für polygame Beziehungen, in der zwei Männer und eine Frau die gemeinsamen Kinder großziehen, gelten soll. Und wisst ihr was die Antworten waren:

„Aus unserer christlich-abendländische Tradition heraus können wir nicht für die Mehrfache eintreten.“

„Wenn zwei Brüder heiraten dürften, wäre das Inzest. Das wäre nicht gut für mögliche Kinder.“ (Anmerkung: zwei Brüder können keinen Inzest begehen und Kinder bekommen)

„Mit Alle ist nicht wirklich alle gemeint.“

„Darum können wir uns jetzt nicht kümmern.“

„Sollen die sich doch jemand anderes zum Heiraten suchen.“

Mehr muss man zur Doppelmoral und Toleranz von Manfred Bruns und der Schwulenbewegung nicht sagen.

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Ruth Jaeneke-Elyas 16.12.2015, 00:14
7. Und nichts über das aktuelle Referendum in Slowenien

Da am Sonntag in Slowenien ein Referendum zur Anfechtung der Homoehe stattfindet, hatte ich gedacht, aus diesem Anlass würde dieser Artikel erscheinen. Der Autor erwähnt das nicht einmal, ist also wahrscheinlich leider mit dem Thema nicht wirklich vertraut leider oder nicht wirklich interessiert, und das obwohl Slowenien sogar im Artikel genannt wird. Schön (und wichtig), dass Themen aufgegriffen werden, die der Mehrheit ansonsten in Vergessenheit geraten, aber schade um einen so ausführlichen Artikel, wenn aktuelle Bezüge unterschlagen bzw. vom Autor nicht gründlich recherchiert werden. Ich würde mir mehr Aufmerksamkeit für internationale Entwicklungen wünschen und hoffe auf einen positiven Ausgang des Referendums in Slowenien!

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Stefan Tigges 16.12.2015, 00:17
8. Nun,...

es geht doch gar nicht um Homosexualität selbst. Das soll selbstverständlich jeder machen, wie er wirklich will.

Es geht z.B. bei der Adoption um die Frage, ob es einen Unterschied für das Kind macht, wenn es mit zwei Vätern oder zwei Müttern aufwächst.
Macht es keinen Unterschied bzw. gibt es keine Nachteile für das Kind, soll man es machen.

Gibt es jedoch Nachteile, dann sollte man es besser lassen.
Und ich habe nicht Familien-Entwicklungspsychologie studiert, aber man hört und liest es immer, immer wieder: Eine Mutter kann nicht geben, was ein Vater geben kann und umgekehrt. Fehlt ein Vater, fehlt eine Mutter, dann fehlt dem Kind etwas. Anders gesagt: Am besten wachsen Kinder auf, die Vater und Mutter haben. Und das halte ich auch für total logisch.

Darum gehts also - um das Kindeswohl.
Indem ich jetzt sage, homosexuelle Paare sollten kein Adoptionsrecht haben, diskriminiere ich daher selbstverständlich nicht die Homosexualität!! No!!

Jetzt sagen manche "Na ja, aber es gibt doch auch alleinerziehende Mütter (Väter). Da fehlt dann doch auch der andere Elternteil."
Klar, natürlich! Aber da ist es aus der Not heraus so geworden! Da war es nicht ursprünglich so geplant. Und dann muss man das Beste draus machen und versuchen, es so gut wie es geht anderweitig auszugleichen.
Aber von vorneherein zu sagen "Wir lassen einen Vater/eine Mutter gleich (geplant) weg." ist etwas anderes und sollte nicht erlaubt werden. Einfach weil es für das Kind einen Unterschied macht, ob es beide Eltern hat, oder nicht.

Deshalb verstehe ich auch nicht, weshalb Herr Beck und Co. immer noch argumentativ das Gegenteil belegen wollen. Und warum Frau Merkel sich nicht einfach wie oben äußert. ;o)

Steve

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Clementine Wischniowski 16.12.2015, 01:14
9. Bitter

Was für ein bitterer Satz: "nach dem coming-out waren es die glücklichsten Jahre meines Lebens" und "die Lebensläufe wie meiner sollten sich nicht wiederholen" - wäre ich seine Frau oder eins der Kinder, dann wäre ich extrem verletzt, dass diese Jahre dann scheinbar vergeudete Zeit waren.

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