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Mit "Mir" ging's abwärts
23.03.2011, 10:14
1.

Notorisch pannenanfällig, Russischer Weltraumschrott, Ende einer Raumfahrt-Supermacht... war denn die MIR gar kein bißchen erfolgreich? Gab es bis dahin einer vergleichbare Raumstation die 15 Jahre um die Erde geflogen ist und modular erweitert wurde? Wie gut war die Konkurrenz und wer ist denn heute eine Raumfahrt-Supermacht?

Ein bißchen Objektivität wäre auch bei SPON angebracht.

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23.03.2011, 10:14
2.

Es hätte ja eigentlich auch ein ein interessanter Beitrag sein können.

Nur passen Überschrift und Einführungsabschnitt perfekt zu der Berichterstattung in den letzten Wochen. Ohne eine Gefahr für die Menschheit geht es wahrscheinlich nicht mehr.

Sehr ärgerlich.

Aber Herr Gunkel hat natürlich Recht. Wissenschaft und Technik sind in erster Linie eine völlig sinnlose Verschwendung von Geld. Und in zweiter Linie eine völlig sinnlose Gefährdung der Menschheit. Es ist gut, daß der SIEGEL da endlich meine Augen geöffnet hat.

M. Ullrich

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Rudolf Probst 23.03.2011, 10:54
3.

Zu den "horrenden Betriebskosten" der Mir von ca. 250 Mio Euro im Jahr vieleicht mal ein kleiner Vergleich:

Eine einzige Shuttle-Mission kostet meines Wissens alles in allem 500 Mio Dollar. Und länger als 14 Tage kann es nicht im All bleiben. Da sind 250 Mio für ein Jahr Mir vergleichsweise wenig Geld.

Und eh ich's vergesse: Die sowjetischen/russischen Raumfahrer heißen Kosmonauten.

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Siegfried Wittenburg 23.03.2011, 10:54
4.

Das Ende der ?Mir? - Frieden - als ein Symbol vom Wettbewerb der Weltmächte war auch ein Neuanfang nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Schon oft habe ich am Nachthimmel die ISS gesehen, das ein internationales, ja, ein friedliches Weltprojekt darstellt. Daran sind viele Länder beteiligt, die sich zu Beginn des ?Mir-Zeitalters? feindlich gegenüber standen: Russen, Amerikaner, Europäer, Japaner?

Insofern ist die Botschaft Realität geworden, auch wenn der kontrollierte Absturz bei den Betreibern traurige Gefühle hervorgerufen hat. Die Weltraumfahrt musste eben neu organisiert werden und das staatliche Geld stand für die beteiligten Russen nicht mehr so üppig zur Verfügung wie vorher. Bei den anderen ?Weltraumstaaten? ist es ähnlich. Aber ein gemeinsamer ?Topf? macht wiederum einen Fortschritt möglich.

Für die ISS wurden Pläne und Erfahrungen auch aus dem Mir-Programm verwendet und die russische Raketentechnik ist Teil des Programms. Mir wäre es lieb, wenn die USA ihr Veto zurückziehen würde und China sich ebenfalls an der ISS beteiligen könnte. ?Wandel durch Annäherung? war ein schlüssiges Konzept von Willy Brandt, weltanschauliche Gräben durch Menschlichkeit zu überwinden. Im Weltraum gilt dieses ganz besonders.

Übrigens: Am 12. April 2011 ist der 50. Jahrestag des Weltraumflugs von Juri Gagarin, des ersten Menschen im All. Im Historisch-Technischen Museum Peenemünde auf der Insel Usedom wird eine Sonderausstellung eröffnet, die bis zum 10. Juli 2011 andauert. Peenemünde gilt als ?Wiege der Raumfahrt?, auch wenn die ersten Versuche waffentechnischen Charakter trugen und der Weg vieler Menschen von der Wiege zum Sarg sehr kurz war. Jedenfalls erreichte von Peenemünde aus ein Flugkörper erstmals den Weltraum und die gewonnenen Erfahrungen wurden jeweils in die USA und in die Sowjetunion geleitet.

Die Dimension der Wandlung von 1936 bis 2011 in einem Zeitraum von 75 Jahren ist bemerkenswert und hat, bei allen Verirrungen, letztendlich auch einen friedlichen Zweck.

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24.03.2011, 10:01
5.

>Zu den "horrenden Betriebskosten" der Mir von ca. 250 Mio Euro im Jahr vieleicht mal ein kleiner Vergleich:

Vor allem in Anbetracht dessen, was wir gerade an Milliarden in den bodenlosen Löchern namens PIIGS-Staaten versenken, sind solche Summen doch sprichwörtliche "Peanuts" und ich persönlich halte das auch für eine deutlich sinnvolle Investition...

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Kai Bonte 14.03.2014, 11:56
6. Mit "Mir" ging's abwärts

Verbeulte Sonnensegel, defekter Hauptcomputer, verstopfte Toiletten: Nach 1600 Pannen sollte die abgehalfterte Raumstation "Mir" vor zehn Jahren kontrolliert zur Erde stürzen. Russland-Nostalgiker weinten, Krisenstäbe tagten - der letzte Flug des Weltall-Oldtimers geriet zur Gefahr für die Menschheit. Von Christoph Gunkel

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