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Pixel aus Gold
19.02.2008, 17:16
1.

Tja, ich hatte in der Zeit als Lieferant (Datenbanken) für diese besagte Firma gearbeitet. Es kam schon mal vor (eigentlich immer), dass der Assistent (Herr S.) des Visionaers (Herr K. aus Suedeutschland) trotz Termins nicht da war. Sie waren schon alle sehr hip und cool.
Gefragt hat man sich ja eigentlich immer wie das geht, aber ehrlich gesagt: wir dachten alle in der Gier (Gier frisst bekanntlich Hirn), das Rad neu erfunden zu haben. Na gut, letztlich bin ich nichts desto Trotz in der "Erwachsenenwelt" der IT gelandet und geblieben! Übrigens: der Artikel ist wirklich amüsant und gut, vor allem wenn man die Zeit mitgemacht hat (und nicht Millionen verloren hat) und noch besser wenn man besagte Firma kennt.

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19.02.2008, 17:17
2.

Man war das ein geile Zeit.
Ich war als Konstrukteur bei einem Automobil Zulieferer angestellt und hab nebenher ein bisschen EDV gemacht. Immer Häufiger wurde ich von Headhuntern angesprochen und bin schließlich fürs doppelte Gehalt zu einem New Economy Startup gewechselt. Als Senior Consultant for Internet Security. Am ersten Arbeitstag, das Büro war in einer Stuttgarter Jugendstiel Villa, war zunächst das Problem mit dem Firmenwagen zu klären. Eine A-Klasse sollte es für den Anfang sein. Der Arbeitsalltag lief weitesgehend wie im Beitrag beschrieben, nur dass wir Billard und Dart spielten. Operatives Geschäft gab es praktisch nicht, und wenn dann hat es niemanden Interessiert. Das Unternehmen war auf das Verkaufen von Aktien ausgelegt. Die Hauptaufgabe bestand darin nach außen kompetent und erfolgreich zu wirken. In allen einschlägigen Fachzeitschriften erschienen ganzseitige Anzeigen und unser Stand auf der Systems musste sich von denen eingeführter Unternehmen ganz sicher nicht verstecken. Ich selbst bion zum glück auf dem Boden geblieben, habe keine Aktien gekauft und mich in der freien Zeit, die ja reichlich vorhanden war weitergebildet. Der Börsencrash erwischte uns als eine der Ersten und so habe ich im gerade einbrechenden Arbeitsmarkt noch ein solides Mauseloch gefunden. Bis heute arbeite ich in der IT und schmunzle gerne über die Zeit der New Economy.

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20.02.2008, 13:49
3.

Ich habe damals als Praktikant bei Pixelpark und Icon Medialab meine ersten Erfahrungen mit diesem Job-Alltag gemacht. Es war sowas von Rasant. Bei Pixelpark war ich während des Börsenganges.
Witzigerweise hält das Netzwerk an Leuten, dass damals entstanden ist, bis heute.

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09.03.2009, 13:42
4.

ich habe die New Economy Zeit als Freiberufler erlebt und war ein paar Monate bei Razorfish angestellt. Den Firmenausflug nach Las Vegas kannte ich leider nur aus einer Broschüre; mein direkter Vorgesetzter wurde im Dschungel in Südamerika auf seine Tätigkeit als Abteilungschef vorbereitet, während die ganze Kiste schon abrauchte und eine Filiale nach der anderen schloss. Später bekam ich dann einen Brief, in dem meine Aktienoptionen für wertlos erklärt wurden. Klar, Razorfish war längst zum Pennystock geworden. Ein bisschen Boom konnte ich noch miterleben, vor allem in der Hamburger Filiale. Man residierte im schicken Hamburger Kaufmannshaus, schraubte mit null Kenntnisstand anspruchsvolle Lösungen für Audi zusammen. ZUm Schluss gabs Kurzarbeit, unregelmässig gezahlte Löhne und tonnenweise Entlassungen. Das waren schon tolle Zeiten.

Witzigerweise hält auch hier das Netzwerk an Leuten, die man damals kennenlernte, bis heute.

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Kai Bonte 14.03.2014, 12:09
5. Pixel aus Gold

Frühstücksbuffets im Büro, Gratismassagen und Ballerspiele, bis der Schädel rauchte: Der Internet-Boom Ende der Neunziger machte Arbeits- zu Spielplätzen. Auch Wolfgang Müller programmierte in einer der hippen Web-Agenturen - und war immer kurz davor, Millionär zu werden.

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