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Postkarten im Kaiserreich: Kitsch, lass nach!
Fritz Franz Vogel / Böhlau Verlag

"Im Herzen die Liebe, umspült von der Flut: Um uns das Wasser, - und in uns die Glut!" Um 1900 waren Kitschpostkarten der letzte Schrei, die Motive überzogen, die Botschaften wenig subtil. Sie durften ausdrücken, was sonst verpönt war: ganz große Gefühle.

Wolfgang Stähle 13.02.2015, 14:28
1.

Da sich die Geschmäcker im Laufe der Zeit ändern, sollte man so etwas nicht einfach als Kitsch diffamioeren.

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Midgard Thoren 14.02.2015, 20:05
2. Bitte nicht so einseitig

Dem Artikel haftet eine gewisse "Hochnäsigkeit" an, da er die Postkarten einer Epoche kurzun als Kitsch abtut.
Diese Karten entsprachen nicht nur dem Zeitgeschmack, sondern setzten bei der Produktion zumeist ein erhebliches Können voraus (zur Erinnerung: damals gab es kein Photoshop).
Und es war nicht alles nur Klischee -auch in dieser Zeit gab es einen nicht geringen Anteiil an Haushalten, in denen Frauen das Regiment führten.

And last not least: wenn ich heute Ansichtskarten aus Berlin, München oder Köln kaufe, sind auch da nicht Fabriken, Problemviertel oder Obdachlose drauf

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Falk Windheim 16.02.2015, 11:47
3. Damals halt

Kann man sich eigentlich auch alte Sache angucken ohne andauernd lesen zu müssen wie schlecht früher alles war? Was wohl die Leute in 100 Jahren über Tiervideos auf Youtube sagen? Ansonsten ganz interessant.

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Sebastian Meyer 14.02.2018, 20:55
4. Da sind wir aber froh...

...daß wir heutzutage diesen eskapistischen Kitsch losgeworden sind. Lieber kokettieren wir mit der "Realität": Brutale Endzeitfilme, "realistische" Alltagsseifenopern, Bilder und Installationen die an Gräßlichkeit sogar die Gegenwart einer urbanen Dystopie übertreffen...
Danke für die Erhellung und Belehrung - wir sind soo froh heute zu leben!

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