Forum: einestages Blogs
Radsportextremisten: Raus, rauf, runter - wie das Mountainbiken nach Deutschland kam
Archiv Uli Stanciu

Nach dem Motto "Sieg oder Sarg" stürzten die Pioniere sich in Downhill-Radrennen. In Deutschland prägten eine tollkühne Fahrerin und ein junger Surfer den Sport mit, der für Freiheit, Abenteuer, Leichtigkeit stand.

Seite 1 von 2
I F 26.08.2019, 05:45
1. Korrekt: Freiheit. Adrenalin. Natürlich.

Somit ein komplett anderes Thema als E-MoFa fahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Michael Wolters 26.08.2019, 06:28
2. Die bicicläre Befreiung

Ich erinnere mich, als sei es gestern gewesen. Meine erste Testfahrt mit dem Mountainbike durch den angrenzenden Wald vermittelte mir ein Gefühl der Freiheit, vergleichbar mit der ersten Autofahrt nach Bestehen der PKW-Führerscheinprüfung. War die Fahrt mit dem Hollandrad durch den Wald bis dahin ein Russisch Roulette für Material und Knochen gewesen, flog ich plötzlich über Wurzeln, tiefe Löcher und hohes Laub hindurch. Auch für unsere drei Kinder waren die Zeiten aufgeschürfter Knie und Handflächen endlich vorbei. Selbst Bordsteinkanten an nicht ganz perfekt abgesenkten Einfahrten mussten nun nicht mehr im rechten Winkel genommen werden. Wie oft waren sie davor mit blutenden Wunden vom Schulweg wieder heimgekehrt, seitdem nie mehr. Natürlich gehen Gewicht und Bereifung stark auf die erreichbaren Spitzengeschwindigkeiten, aber Sicherheit und Gesundheit gehen nun mal vor.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stephan Haag 26.08.2019, 08:31
3. Erfunden wurde das Mountainbike in den USA.

Erfunden? Es wurde dort Marktfähig gemacht. Schutzbleche runter von den 26 Zoll Rädern hatten wir lange vor der Markteinführung gemacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Helga Wandel 26.08.2019, 10:18
4.

Bevor das Mountainbike aufkam, waren bei Straßenrädern mit Kettenschaltung Rennradübersetzungen üblich: 2 Kettenblätter vorne, das große oft mit 56 Zähnen, das kleine mit 42 Zähnen, hinten 6 oder 7 Ritzel, wobei das größte (d.h. der am leichtesten zu tretende Gang) oft nicht mehr als 32 Zähne hatte.

Mit diesen Übersetzungen war für mich nicht daran zu denken, bergigere Strecken mit dem Fahrrad auf der Straße zu fahren.

Durch das Aufkommen der Mountainbikes mit ihren berggängigen Übersetzungen (3 Kettenblätter vorne, z.B. 22-32-42, hinten 8 oder mehr Ritzel) wurde es so auch auf der Straße möglich, für normale Radfahrer bergige Strecken zu fahren.

So kaufte ich mir in den 90er Jahren ein Mountainbike (damals noch ohne Federgabel), rüstete es für die Straße nach (Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer, straßentauglichere Reifen) und nutzte es fortan als Trekkingbike. Mit diesem Fahrrad habe ich, die sich vorher niemals vorstellen konnte, einen Berg per Fahrrad rauffahren zu können, etliche Berge und Pässe befahren, darunter das Stilfser Joch, das Timmelsjoch, die Sella Ronda, den Mont Ventoux und den Col du Tourmalet. Auf zahlreichen Gepäcktouren bin ich durch etliche Ländern gefahren und habe viele tolle Dinge erlebt.

Das Fahrrad habe ich heute übrigens immer noch und hänge natürlich an meinem Schätzchen.

Mittlerweile geht der Trend bei Mountainbikes zu nur noch 1 oder 2 Kettenblättern vorne, dafür 11 oder 12 Ritzel hinten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nick Fury 26.08.2019, 11:30
5. Mountainbike = ganz schlimm!

Tolle Fotostrecke, immer wieder schön, in die Pionierzeit zurück zu schauen. Den XT-Daumenschalthebel wie im Foto 10 habe ich übrigens heute noch in Betrieb an einem Rad, zusammen am Lenker mit etwa 25 Jahre jüngeren Scheibenbremshebeln.
Wo sind eigentlich die Nörgelheulsusen, schlafen die alle noch?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jenner G 26.08.2019, 11:47
6. Kampfradler!1!!11!!!

Genau - es fehlen die Jammerbeträge über die bösen Kampfradler, welche gern Omas und Kleinkinder in der Fußgängerzone umnieten und über die Helm-, Versicherungs-, Führerschein- und Kennzeichenpflicht bei Fahrrädern. Sowie die Steuern, mit denen die guten Autofahrer den bösen Radlern die Straßen finanzieren.
Was los hier, sonst kommt das doch in den Top 3...

Ich selbst habe nie ein Mountainbike besessen, aber mein erstes halbwegs geländetaugliches Rad (nach selbstgebauten Rädern aus dem, was es in der DDR halt so gab) war ein Trekkingrad, das ich 1990 oder 1991 bei Karstadt in Berlin am Herrmannplatz kaufte. War das ein Spaß, damit durch Berlin zu fahren und auch mal auf Geländen wie Görlitzer Bahnhof oder ums Gleisdreieck zu probieren, wie man durchs Gelände fährt. Da konnte mich slebst der Bowdenzug-Riss an der vorderen Schaltung (leider nach Geschäftsschluss!) nicht dran hindern: Einfach mit der Justierschraube den Umwerfer auf mitteleres Kettenblatt gestellt, und weiter ging es.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Thomas Bünder 26.08.2019, 14:18
7. ich habe ein 26er MTB

selbstgebaut im Harz stehen im Keller der Ferienwohnung meiner Eltern. Abwärts ist es ja schön und gut aber aufwärts recht schwer zu fahren. Nun habe ich in der Alusattelstange einen Riss und niemand will es mir schweissen. Dann nutze ich halt ein 28er Trekkingrad und kann bergab und bergauf bequem cruisen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Karsten Hilsen 26.08.2019, 20:40
8. Das Mountain-Bike habe ich 1973 erfunden

Anlass war der Konfirmanden-Unterricht im Pfarrhaus eines Dorfes bei Lüneburg.
Dort sind wir mit dem Rad ´hingefahren und gerne ein bischen früher gekommen, weil wir dann mit unseren Fahrrädern auf dem befestigten Hof des Pfarrhauses und um das benachbarte Kriegerdenkmal herum um die Wette fahren konnten. Ich kam dann auf die Idee das alte 26zoll Fahrrad meines großen Bruders, das mir pubertätsbedingt auch schon zu klein wurde, abzuspecken und speziell zum Posen vor - und nach dem Konfirmandenunterricht herzurichten: Keine Schutzbleche, kein Gepäckträger kein Licht, die Torpedo-Dreigang-Schaltung mit einer Kettenschaltung kombiniert, fand /ich/ mich als den coolsten Jungen. (dummerweise fanden das nicht die Mädchen). Ich hatte meine Fahrrad-Kreaktion nicht Mountain-Bike genannt, weil es zwischen Lüneburger Heide und Elbmarsch nun mal keine Berge gibt. Man konnte damit aber superprima auf den Waldwegen um die Mühlenteiche herum fahren. Zum Schwimmbad war schwierig, weil da zu viele Polizisten lauerten.
Ach ja wenn ich mich recht erinnere kam vor dem Mountain-Bike-Hype noch die BMX, vom Film "ET" extrem angeschoben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
werner werwolf 29.08.2019, 05:13
9. Danke für den Artikel

Ja, des Menschen bester Freund ist immer noch das Rad.
Und erstaunlich, welche Entwicklung in den letzten Jahren stattfand. Inzwischen lassen sich mit einem solchen Mountainbike unter Zuhilfenahme eines Elektromotors Geschwindigkeiten von 60km/h und mehr erreichen. Das ist dann aber schon ein bischen anstrengend. Und die vom Hersteller eingebaute Motorabschaltung muß auch ausgeschaltet werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2