Forum: einestages Blogs
Schlammbad mit Jimi Hendrix
Emil Peisker 26.10.2008, 11:03
1.

Der Beitrag erzählt, dass die Veranstalter mit der Kasse vor Beendigung des Festivals Fehmarn verlassen hätten. Die Wahrheit aber ist, dass die als Security eingesetzten "Rocker" aus Hamburg den Wohnwagen des Veranstalters demolierten, den Veranstalter und seine Helfer mit Schlägen traktierten und dann die Kasse mitgehen ließen.

Der Veranstalter hatte naturgemäß große Probleme seine Version des Tatherganges wegen der Überzahl der Angreifer zu belegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
26.10.2008, 11:03
2.

"Hendrix war es gewesen, der auf der Bühne von Woodstock die amerikanische Nationalhymne "Star Spangled Banner" durch grotesk verzerrte Akkorden und jaulende Töne zerschredderte, die Melodie in die quälenden Schreie von Luftangriffen, Bombenhagel und Sirenengeheul verwandelte. "

Immer der gleiche alte Käse zu Jimi! Bullshit ! Jimi war überzeugter Soldat, freiwillig. Seine Version entsprach seiner Art Musik zu machen, seiner Art den USA Respekt zu erweisen. Ende der Durchsage. Der ganze Protest Käse diente nur denjenigen, die seine Musik nicht mochten. Man hat sich an der vermeintlichen politischen Aussage aufgegeilt, ansonsten aber Joan Baez und anderen Schmalz gehört. Verlogene Protest Würstchen - AKW nein danke Sticker und Papi's Kadett ausgeliehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
27.10.2008, 09:39
3.

"Der Beitrag erzählt, dass die Veranstalter mit der Kasse vor Beendigung des Festivals Fehmarn verlassen hätten. Die Wahrheit aber ist, dass die als Security eingesetzten "Rocker" aus Hamburg den Wohnwagen des Veranstalters demolierten, den Veranstalter und seine Helfer mit Schlägen traktierten und dann die Kasse mitgehen ließen."

Beides scheint falsch zu sein, aber es stimmt, daß eine genaue Rekonstruktion des Geschehnisse im Veranstalterwohnwagen nicht mehr möglich ist.
Fakt ist aber: es gab am Sonntag im Grunde genommen gar keine Kasse mehr, das ganze Geld war schon am Samstag futsch, Jimi ist nur noch aufgetreten, weil er das ganze Geld vorab bekommen hatte. Ferdinand, der letzte der drei Veranstalter, der noch auf dem Festival ausharrte, verließ das Gelände (aus Angst um sein Leben) am Nachmittag, mehrere Stunden bevor der Wohnwagen abgefackelt wurde. Er wurde nie zusammengeschlagen, er war nicht mehr da. Aber gut möglich, daß einige Helfer was abbekommen haben. Die Kasse jedenfalls hatte Ferdinand nicht dabei. Das Problem war ja, daß viele der Rocker auf eigene Rechnung abkassiert hatten, und die die dann randalierten, waren die, die dabei irgendwie leer ausgegangen waren. Leider ist Ferdinand inzwischen verstorben, aber die beiden anderen leben wohl noch. Irgendwann im Laufe des Festivals muß jedoch schon etwas Geld beiseite geschafft worden sein, denn es gab am Montag und Dienstag einige Treffen, wo es auch um Geld ging, und Leute ausbezahlt worden sind. Aber wahrscheinlich kam das Geld von Beate Uhse. Sehr undurchsichtig die ganze Sache.
Hier meine Seite zum Festival:
http://www.fehmarnfestiva1970.com

Gruß, OLVE STRELOW

Beitrag melden Antworten / Zitieren
27.10.2008, 09:39
4.

>"Hendrix war es gewesen, der auf der Bühne von Woodstock die amerikanische Nationalhymne "Star Spangled Banner" durch grotesk verzerrte Akkorden und jaulende Töne zerschredderte, die Melodie in die quälenden Schreie von Luftangriffen, Bombenhagel und Sirenengeheul verwandelte. "
>
>Immer der gleiche alte Käse zu Jimi! Bullshit ! Jimi war überzeugter Soldat, freiwillig. Seine Version entsprach seiner Art Musik zu machen, seiner Art den USA Respekt zu erweisen. Ende der Durchsage. Der ganze Protest Käse diente nur denjenigen, die seine Musik nicht mochten. Man hat sich an der vermeintlichen politischen Aussage aufgegeilt, ansonsten aber Joan Baez und anderen Schmalz gehört. Verlogene Protest Würstchen - AKW nein danke Sticker und Papi's Kadett ausgeliehen.


Also lieber Stefan, ein bißchen mehr Seriösität wäre wünschenswert. Ich weiß nicht wo du deine Informationen her hast, aber sie stimmen so nicht.
1. Jimi war nicht freiwillig zur Armee gegangen. Es war die einzige Möglichkeit einer sicheren Gefängnisstrafe zu entgehen, die ihm wegen Autodiebstahls und einiger weiterer Kleindelikte gedroht hatte. Er war dann Fallschirmspringer bei der 101 Airborne. Aber schon nach kurzer Zeit tat er alles dafür (inklusive Vorspielung falscher Tatsachen, er sei homosexuall, habe sich in seinen Bettnachbarn verliebt, sei Onanie-süchtig, etc,etc,) um vorzeitig entlassen zu werden. Das einzige Zitat von Jimi, welches herangezogen werden könnte, um Hendrix in deine Richtung zu politisieren, ist die Aussage, daß er den Vietnam nicht ablehne, weil er die rote Gefahr aus China für ernstzunehmend halte.
2. Den USA Respekt zu erweisen? Völlig falsch! Wiederholt hat Jimi gesagt, daß er Star Spangled Banner auf seine Art spielt, um zu zeigen in welchem bedauernswerten Zustand sich sein Land befindet. "Full of static and agression". Von Lobhudelei keine Rede. Oft kündigte er den Song an mit den Worten: Stand up for your country and for your beliefs and start sinking!!!"
Liebe Grüße, OLVE STRELOW

Beitrag melden Antworten / Zitieren
13.09.2010, 14:47
5.

Ich war damals auch dabei, vorne rechts, ziemlich dicht an der Bühne, da wo auch diese Fotos gemacht wurden. Ich bin mir nicht sicher, ob Hendrix tatsächlich anderthalb Stunden gespielt hat. Ich kann mich nur schwach erinnern, aber ich meine, es waren höchstens 45 Minuten. Jimi war nicht so gut drauf, wirkte eher müde und mürrisch. Seine Hits "Hey Joe", "Purple Haze", vielleicht auch "Stone Free" und "Voodoo Child" spielte er zwar routiniert, aber ohne allzu große Hingabe. Aber was zählt das? Es war Jimi, und nur das ist wichtig. Sonst war das ganze Festival eine ziemliche Katastrophe.
Erinnern kann ich mich noch an einen Typen, der uns alle nervte, weil er während der Pausen ständig seine "Version" von "You cant allways get what you want" auf der Klampfe spielte und sich auch durch kritische Kommentare nicht dazu bewegen ließ, endlich aufzuhörern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Peter Bossen 14.09.2010, 16:55
6.

Meine Erinnerungen an das Festival sind leider eher lückenhaft. Bereits am ersten Abend haben mein Freund und ich (damals beide 17jährig) eine Flasche Gin verkonsumiert mit der Folge, dass ich mich nur noch an den Regen und die Kälte erinnern kann. Den Sonnabend haben wir dann völlig verkatert und durchgefroren schlichtweg verpennt. Dafür waren wir am Sonntagmorgen aber pünktlich zum Auftritt von Hendrix wieder fit. Relativ dicht vor der Bühne auf dem herunter getretenen Maschendrahtzaun sitzend, der eigentlich den Presse- vom Publikumsbereich trennen sollte, haben wir dann gewartet und gewartet und gewartet... Alexis Korner, der beim Festival den Ansager machte, musste die Leute immer wieder hinhalten, dann wurden ?Witthüser & Westrupp? eingeschoben, die mit ihren Liedchen viel Beifall und Lacher ernteten und ? nachdem sie ihr ganzes Repertoire durchgespielt hatten ? einfach wieder von vorne anfingen. Nachdem sie sich verabschiedet hatten (?Jetzt kommt Jimi Hendrix, wir haben gehört, der soll auch ganz gut sein?), kam endlich Hendrix, der vom genervten Publikum mit einer ganzen Salve von Wurfgeschossen (Bierdosen? Gab?s die damals schon?) begrüßt wurde. Ich erinnere mich, dass er sein Set ziemlich routiniert und uninspiriert heruntergespielt hat. Jedenfalls waren mein Kumpel und ich danach keine so großen Hendrix-Fans mehr. Zwei Wochen später war er tot, da war natürlich alles wieder ganz anders...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kai Bonte 14.03.2014, 12:12
7. Schlammbad mit Jimi Hendrix

Deutschlands Woodstock endete in knietiefem Schlamm, Prügelorgien und brennenden Bauwagen. Fast hätte das Lebensgefühl der Blumenkinder die deutsche Provinz nicht erreicht - da geschah beim Auftritt des Gitarrengotts ein Wunder. Karl-Heinz Körner erinnert sich an das legendäre Fehmarn-Festival 1970 und den Aufbruch seiner Generation.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Uwa Pla 29.08.2015, 19:23
8. so'n Schiet

2 Kumpels (Architektur Student und BW Soldat in Munster) und ich (Schüler) fuhren im Käfer (BJ 62) nach Fehmarn zum Festival. Neben der Tür hatte ich einen ca 15 cm langen Sticker von der Festivalwerbung angeklebt. Als wir am Freitagnachmittag in Richtung Festivalgelände fuhren hielt uns einer der Ordnenden Rocker an: "Wohin" usw. aus unerfindlichen Gründen ließ er uns passieren, wenngleich die Zufahrtswege schon ziemlich dicht zugeparkt waren. ca 70 m weiter hielt uns der Nächste Rocker an und wollte sogleich seine Macht ausspielen , da rief der 1. Rocker herüber , lass sie durch das ict ein Festivalwagen........ Wahrscheinlich hatte der 1. den Sticker irgendwie interpretiert. Wir konnten durch seine Intervention auf eine Wiese direkt neben dem eigentlichen Gelände parken, unser BW Zelt aufbauen und ne Dose Ravioli aufmachen und verzehren. Danach beschlossen wir das Festival zu besuchen. Das waren ca 50m bis zum Eingang. Dort hatte es mich fast umgehauen (18 Jahre, wohlbehütet aufgewachesen) da lief ein Typ mit einem Bauchladen vor dem Eingang rum und preiste Hasch, LSD und Trips mehr oder weniger lautstark an. Ich wäre nie auf die Idee gekommen etwas zu kaufen, aber mein Kumpel der Architekturstudent ( Uni Hannover) meinte warum nicht. Ich hatte schon ein- zweimal eine Zigarettchen geraucht, also so ganz neu war das nicht und ich wollte ja auch cool wirken. Nun gut, er kaufte etwas und wir betraten das Gelände. Ich weiß nicht mehr warum , vermute mal es war Schietwetter und die Bands waren nicht sooo toll, verliessen wir den Platz bald und gingen zurück in das Zelt um Haschisch zu rauchen. Tja, was soll ich sagen. Das Erste Mal bin ich aufgewacht, da glaube ich ich mich zu erinnern spielte gerade Canned Heat. Danach ist bei mir wieder Sendepause. Das nächste Mal wurde ich von meinen Kumpels geweckt, die kurz vorher aufgewacht waren. Da war das Festival mehr oder weniger vorbei. Nix Jimmy usw. Ich vermute, dass ich (wir) ziemlich viel Glück hatten, dass wir überhaupt wieder aufgewacht waren. Wenn man dann kurze Zeit später gewahr wird, dass das das letzte Konzert von Jimmy war stellte sich eine gewisse Bedrückung ein. Aber es war die Zeit der 2 Tages Festivals in Deutschland, da konnte ich dann genießen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren