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Stolperstein-Erfinder Gunter Demnig: Der Mann mit dem Hammer
imago/Christian Ditsch

Er lehrt die Welt das Stolpern: 61.000 Steine in 22 Ländern hat Gunter Demnig bereits verlegt, um an die Opfer des Holocaust zu erinnern. Und er macht immer weiter, obwohl er bald 70 wird - Besuch bei einem Besessenen.

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You Tube 19.07.2017, 10:56
1. Ich war bei einer Verlegung dabei

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts hatte der Lehrer Freiwillige gesucht, die sich außerschulisch damit beschäftigen möchten und bei der Verlegung etwas über die jeweiligen Opfer und ihre Rolle in unserer Stadt erzählen möchten.
Die Resonanz damals in der Klasse war riesig und fast jeder hat am Ende mitgemacht.
Ich halte selbst jetzt, 5 Jahre später, immer wieder in fremden Städten vor diesen Steinen an, lese die Inschrift und gedenke der Opfer dieser Gräueltaten.

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Benedikt Braeutigam 19.07.2017, 11:31
2. Ganz wichtig

Die Opfer müssen sichtbar sein. Da wo sie gelebt haben, nicht nur an zentralen Orten. So wird uns ständig unserer Verantwortung dafür demonstriert, dass sich derartiges nicht wiederholen darf. Die Toten wären ganz sicher nicht dagegen dabei mitzuhelfen.

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Thomas Martin Koch 19.07.2017, 11:42
3. Gut so!

Vor jede Tür eines Opfers gehört ein Stolperstein!
Meine Hochachtung Herr Demnig!

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T Grießhammer 19.07.2017, 12:09
4. Leider stolpert niemand drüber

und hält einen Moment inne - im Gegenteil, hier wird über das Gedenken getrampelt, drauf gespukt, Müll darauf verteilt, Kaugummis kleben drauf... also alles, was Missachtung ausdrückt, ist dort zu finden wo die Stolpersteine sind.
So viel Respekt mir der Schaffer der Stolpersteine für seine Unermüdlichkeit auch abnötigt, so undurchdacht finde ich seine Idee. Senkrecht angebracht und höher als ein Hund pinkeln kann, würde man eine ganz andere Wahrnehmung erreichen. Wirklich schade!

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Armin HAU 19.07.2017, 12:39
5. Minimaler Einsatz grosse Wirkung

Ich finde die Stolpersteine hervorragend mittlerweile halte ich in jeder Stadt nach ihnen Ausschau.
Ein kleiner Stein vor einem Haus mit ein paar wichtigen Informationen zeigt mehr alseine Gedenktafel oder Geschichtsbücher

Hier wohnten Mitbürger die wegen ihrer Religion getötet wurden.

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Peter Luxnat 19.07.2017, 12:41
6. Ja, warum darf man...

Ja, warum darf man mit Kunst kein Geld verdienen.... Vielleicht sollte er es bei der Prämisse auch belassen und nicht den selbsternannten Gedenkgott spielen. Er hat vor Jahren in meiner Stadt diese sogenannten Stolpersteine verlegt. Keine Ahnung ob die, wie viele andere sogenannte Kunstwerke für viel Geld, noch da sind...

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Michael Lorenz 19.07.2017, 13:05
7. Hut ab!

Die mitunter erstaunliche Bürokratie, die die Nazis im Zusammenhang mit der Ausplünderung und Ermordung der europäischen Juden betrieben haben, täuscht leicht darüber hinweg, dass das große Vergessen der dritte Schritt gewesen wäre. Wenn sie denn mehr Zeit gehabt hätten.
Denn wie kann man besser gewährleisten, dass niemals jemand für die Shoah zur Rechenschaft gezogen werden kann: man löscht jegliche Erinnerung aus, bis irgendwann all diese Menschen nicht nur vergessen sind, sondern nie existiert haben.
Genau das hat Demnig verstanden.
Er ist kein Intellektueller? Och, geht auch ohne.

Und zum Trost für Frau Knobloch: Ich versuche immer, nicht auf die Dinger draufzutreten. Manchmal putze ich aber einen.

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w weiter 19.07.2017, 13:08
8. Weitermachen. Bitte.

Ich habe auf vielen Grabsteinen den Spruch gesehen: "Unvergessen". Ich trauere mit den Angehörigen.
Die "Stolpersteine" machen, so hoffe ich, vielen Menschen bewußt, es gab Menschen deren Angehörige
nicht wußten wo und wann ihre Liebsten aus dem Leben genommen wurden.
Deren Grab mag nicht gefunden werden. Durch die "Stolpersteine wird gezeigt wo sie einst lebten.
Jedes Leben ist vergänglich. Aber durch Willkür, welcher Art auch immer, aus ihrem Leben
herausgerissen zu werden ist entsetzlich. Mögen die "Stolpersteine" eine Erinnerung und Mahnung sein.
Für die alten und jungen Menschen gleichermassen.
"Unvergessen", so soll es sein.

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Krogmann Marcus 19.07.2017, 13:24
9. Meinen Respekt an den Künstler

ich sehe diese Steine jeden Tag und bin immer wieder erschüttert ob der Gräultaten von Mitbürgern an Mitbürgern. Ich frage mich oft, ob so etwas heute wieder vorkommen könnte und bin froh wenn die Erinnerung an diese Schrecken so konkret wachgehalten werden.
Danke dem Künstler für seinen unermüdlichen Einsatz.

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