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Überfall auf den Sender Gleiwitz: "Der Führer braucht einen Kriegsgrund"
Sean Gallup/ Getty Images

Verkleidete SS-Männer stürmten vor 80 Jahren die Rundfunkstation Gleiwitz. Es war eine Propagandalüge - der inszenierte Handstreich lieferte Hitler einen Vorwand zum Angriff auf Polen und war der Auftakt zum Zweiten Weltkrieg.

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Oswald Neumann 30.08.2019, 14:58
1. Lieber SPON,

und was sollte uns beim Gedanken an Gleiwitz hochschrecken lassen ? Kurz mal
drüber nachdenken, please.

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Gerd Meinhold 30.08.2019, 15:12
2.

Gleiwitz heißt heute immer noch auf Deutsch Gleiwitz und damals wie heute auf Polnisch Gliwice.

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Thomas Dunskus 30.08.2019, 15:23
3. Also mal langsam:

In Ihrem Artikel wir gesagt. "Anschließend annektierte das Deutsche Reich das Sudetenland". Diese Aussage ist jedoch sachlich falsch, denn dieses mehrheitlich von Deutschen bewohnte Gebiet der damaligen Tschechoslowakei wurde Ende September 1938 in London in einer internationalen Konferenz (an der das Deutsche Reich nicht teilnahm) dem Deutschen Reich zugesprochen; die deutsche Regierung akzeptierte dies kurz darauf in einer entsprechenden Besprechung in München ("Münchner Abkommen").

Praktisch gleichzeitig marschierten polnische Truppen in das mehrheitlich polnischsprachige Teschen/Olsa-Gebiet der Tschechoslowakei ein und annektierten es. Es zeigte sich jedoch, dass Polen keinen guten Eisenbahnanschluss an dieses Gebiet hatte, weil der Knotenpunt Bohumin/Oderberg dem Deutschen Reich zugesprochen worden war. Polen wurde daher in Berlin vorstellig, woraufhin die deutsche Regierung Polen diesen Knotenpunkt überließ und sich nur ein Durchfahrtsrecht (gegen Gebühr) vorbehielt.

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Thomas Dunskus 30.08.2019, 16:05
4. Also was denn?

In Ihrem Artikel heißt es: "Daher fanden die Erstürmer des Studios weder einen Moderator noch ein einsatzbereites Mikrofon für ihre vorbereitete Botschaft. Es gab allerdings ein "Gewittermikrofon", um Sturmwarnungen für die Region ins Programm zu nehmen. Dieses Mikro mussten Techniker unter vorgehaltener Waffe aktivieren, damit die als Polen (in Zivil) auftretenden SS-Männer ihre Lügennachricht verbreiten konnten. " Also da drangen als Polen verkleidete SS-Männer in den deutschen Sender Gleiwitz ein und mussten den dortigen Nachtwächter mit Waffen bedrohen, damit sie das Mikrofon benutzen konnten? Vielleicht hätten ihm die SS-Begleiter dieser verkleideten Polen auch sagen können was da vorging? Aber da wird's dann kompliziert.

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Tomas Murks 30.08.2019, 16:34
5. Frage

Die Beschiessung der Westernplatte wurde "live" im Rundfunk des Deutschen Reiches übertragen. Der Sprecher (laut eigenen Angaben wenige hundert Meter von der Schleswig Holstein entfernt, deren Kanonendonner später im Hintergrund laut zu hören ist) begründet die Aktion: "Die Polen haben die Verhandlungen mit dem Führer platzen lassen, jetzt müssen die Waffen sprechen". Nicht eine einzige Silbe von "Gleiwitz". Warum ist das so?

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Steffen Gerlach 30.08.2019, 16:56
6.

Unterschrift zu Bild 1. Was bitte ist das Schräges? Wie verkleidet man sich "als Pole"? Die SS-Leute waren in Zivil.

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Stefan Wackerow 30.08.2019, 17:23
7.

Zitat von Thomas Dunskus
In Ihrem Artikel heißt es: "Daher fanden die Erstürmer des Studios weder einen Moderator noch ein einsatzbereites Mikrofon für ihre vorbereitete Botschaft. Es gab allerdings ein "Gewittermikrofon", um Sturmwarnungen für die Region ins Programm zu nehmen. Dieses Mikro mussten Techniker unter vorgehaltener Waffe aktivieren, damit die als Polen (in Zivil) auftretenden SS-Männer ihre Lügennachricht verbreiten konnten. " Also da drangen als Polen verkleidete SS-Männer in den deutschen Sender Gleiwitz ein und mussten den dortigen Nachtwächter mit Waffen bedrohen, damit sie das Mikrofon benutzen konnten? Vielleicht hätten ihm die SS-Begleiter dieser verkleideten Polen auch sagen können was da vorging? Aber da wird's dann kompliziert.
Warum sollten die einen unbedeutenden Zivilisten in dieser Geheimdienstoperation einweihen? Das wäre unnötig und riskant.

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Michael Clemens 30.08.2019, 17:52
8. Michael Clemens Startsignal Nichtangriffspakt

Wenn es nach Hitler gegangen wäre, hätte der Krieg schon am 25. August begonnen. Jedoch kamen ihm Groß – Britannien und Frankreich mit der Erklärung eines militärischen Beistandspakts mit Polen zuvor. Daraufhin war Hitler gezwungen, das Ergebnis des Nichtangriffspaktes mit Stalin abzuwarten, um nicht in einen Zweifrontenkrieg verwickelt zu werden. Erst das Zustandekommen des Nichtangriffspaktes führte dazu, einen Vorwand für den Angriff auf Polen zu fingieren. Dieser Vorwand war der fingierte Angriff auf den Sender Gleiwitz. Die SS ließ eine Leiche zurück. Es handelte sich um den 41-jährigen Oberschlesier Franciszek Honiok. Seine Leiche sollte als Beweis, für einen angeblichen polnischen Überfall, in der Sendeanlage dienen.

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Meike Tauchen 30.08.2019, 18:12
9. Genau, immer langsam Nr. 3...

Klingt bei Ihnen nämlich fast so, als ob E und F mal eben so (ohne Not) D das Sudetenland zugesprochen hätten und D dann so: „Ok, wenn Ihr darauf besteht. Dann nehmen wir es halt.“ Also ob nicht D kurz davor war in Tschechien einzumarschieren, was aufgrund entsprechender Verträge dann auch für E und F den Kriegsbeitritt bedeutet hätte. Im Rahmen ihrer Appeasement-Politik wurde dann diese „Lösung“ gefunden, um einen Krieg zu vermeiden - was Hitler lieber gewesen wäre. Letztlich wurde er nur ein Jahr aufgeschoben, aber schon 1938 von Hitler provoziert.

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