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Unfall vor 150 Jahren: Mary Ward war das erste Opfer des Autoverkehrs
Offaly Historical Society

Im Schritttempo zuckelte der Dampfwagen 1869 durch die irische Provinz, da stürzte Mary Ward hinab und kam unter die Räder. Der Tod der Forscherin und achtfachen Mutter ist ein Stück Verkehrsgeschichte.

Thomas Parsch 31.08.2019, 20:50
1. Inspiration für Heinz Schubel?

Als ich die Illustration Mary Wards von den tanzenden Insekten sah, musste ich unwillkürlich an Heinz Schubel, den genialen Zeichner der frühen Lurchi-Geschichten denken, der auch immer wieder tanzende Insekten zeichnete. Ich kann mir gut vorstellen, dass Heinz Schubel von Mary Wards Zeichnungen inspiriert war. Weiß jemand mehr darüber?

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Martin Hagenspiegel 31.08.2019, 20:53
2.

Literatur verbreitete sich damals im Rekordtempo. Es gab noch nicht die Verlage, die alles mit Urheberrecht belegten und trotzdem konnten die Autoren gut leben. Gerade wissenschaftliche Literatur fesselt die neugierige Jugend, die etwas verändern will.
Heutzutage haben wir die Unterhaltungsindustrie, die unserer Jugend die Zeit raubt. Welcher 15jährige kann seiem Vater heute anleiten, ein Elektroauto zu bauen?
Damals gab es Home-schooling und die Väter fanden es richtig, wenn die Kinder auf diese Weise nie das Niveau ihrer Eltern überschreiten konnten. Heute wären die Eltern froh, wenn die Kinder mit 14 ihr Leben regeln könnten

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Johannes Kopflos 01.09.2019, 12:56
3. Bitte korrekt beschreiben!

Der Dampfwagen"zuckelte durch die irische Provinz, da kam ... und stürzte hinab" Aus der irischen Provionz?

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Andrek Groetykz 01.09.2019, 13:00
4. der Grund für den Red Flag Act....

war aber unter anderem eine Kesselexplosion so um 1860(61, bei der dutzende von Menschen ums Leben kamen und einige Gebäude abgebrannt sind nachdem die Passagiere auch den Heizer und Maschinisten zum Essen eingeladen hatten... die vergaßen, ein Überdruckventil zu öffnen. Und das war schon die zweite Generation von Dampfwagen, nachdem größere Zugmaschinen mit Passagierkabine ab 1840 nach einer Explosion mit vielen Toten verboten wurden. Allerdings waren das von Anfang an Spielzeuge der Superreichen, und wer einmal mit einer historischen Dampflok mitgefahren ist weiß daß so eine Dampfmaschine eine Menge Ruß, Qualm und dreckiges Wasser rausrotzt, was mit einer erheblichen Umweltverschmutzung einherging und auch Pferde zum Scheuen brachte.

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Bastian Birke 01.09.2019, 16:42
5.

Der Vorfall zeigt, dass eine "Vision Zero", Straßenverkehr völlig ohne Unfallopfer, auch mit den extremsten Tempolimits nicht erreichbar ist. Der Red Flag Act ist auch heute noch der feuchte Traum aller Autohasser, und Schikanesüchtigen die auch den letzten Unfalltoten noch mal als Vorwand für noch extremere Tempolimits nutzen würden. Eben die Leute, die bei allen Gelegenheiten nach möglichst extemen Tempolimits schreien, ob wegen Waldsterben, Unfallopfern oder Klima, selbst, wenn Gurte und Kat die weitaus besseren Lösungen waren. Und vielleicht kann man ja wirklich, mit technischen Assistenten und selbstfahrenden Autos, die "Vision Zero" erreichen - von Leuten, die sich vorne auf die Kante des Autos setzen und von Selbstmördern mal abgesehen.

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Kunibert Kaiserknecht 01.09.2019, 18:49
6. Visionen...

haben die Eigenschaft nur im Traum voll erfüllbar zu sein.
Das reale Ziel ist eine stetige Verringerung an Verkehrsopfern, die mit strengeren Limits auf Autobahnen, Landstraßen und innerorts korreliert.

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Wilfried Huthmacher 01.09.2019, 23:02
7. Ihre Kritik am damals vermeintlichen Tempolimit geht vorbei

Zitat von Bastian Birke
Der Vorfall zeigt, dass eine "Vision Zero", Straßenverkehr völlig ohne Unfallopfer, auch mit den extremsten Tempolimits nicht erreichbar ist. Der Red Flag Act ist auch heute noch der feuchte Traum aller Autohasser, und Schikanesüchtigen die auch den letzten Unfalltoten noch mal als Vorwand für noch extremere Tempolimits nutzen würden. Eben die Leute, die bei allen Gelegenheiten nach möglichst extemen Tempolimits schreien, ob wegen Waldsterben, Unfallopfern oder Klima, selbst, wenn Gurte und Kat die weitaus besseren Lösungen waren. Und vielleicht kann man ja wirklich, mit technischen Assistenten und selbstfahrenden Autos, die "Vision Zero" erreichen - von Leuten, die sich vorne auf die Kante des Autos setzen und von Selbstmördern mal abgesehen.
DAMALS - also 1869 - war die Dampfautotechnik für die Meisten komplett neu. Nur Priviligierte konnten sie sich leisten - und vor allem einen Hauslehrer an Steuer setzen lassen.
Vor allem aber bedenken SIE die Straßenverhältnisse: Geteerte Wege finden Sie da kaum.

Inzwischen - also 150 (!!!) Jahre später - leben wir in der mindestens dritten Generation des KFZ-Massenverkehrs.
Und noch immer verwechseln Autofahrer - ob jung oder alt - den Rausch der Geschwindigkeit, den Duft es Benzins und qualmenden Gummis - mit einer potenten Libido.

Mit anderen Worten: was immer die damalige Ursache des Unfalls war - vielleicht hielt sich die Frau einfach nicht fest, etwas was WIR Kindern beim Mitfahren auf einem Traktor immer mehrfach sagten - sie lässt sich nur schwer mit den Unfällen gleichsetzen, die auf deutschen Autobahnen passieren... TROTZ eingehenden Verkehrsunterrichts und bestandener Führerscheinprüfung.

Ihre Kritik am TEMPOLIMIT ist also komplett FEHL am Platz.

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Michael Borowiak 01.09.2019, 23:31
8. Vorsicht mit

Im Artikel über den (jüngeren) Fall Henry Bliss (https://m.spiegel.de/geschichte/historische-verkehrsunfaelle-a-947763.html) wird auch ein dokumentierter Dampfwagen-Unfall mit 5 Todesopfern 1834 bei Glasgow erwähnt.

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Michael Borowiak 02.09.2019, 00:17
9. Als das Unheil seinen Anfang nahm ...

Zitat von Andrek Groetykz
[4. der Grund für den Red Flag Act....] war aber unter anderem eine Kesselexplosion so um 1860(61, bei der dutzende von Menschen ums Leben kamen und einige Gebäude abgebrannt sind [...] Allerdings waren das von Anfang an Spielzeuge der Superreichen, und wer einmal mit einer historischen Dampflok mitgefahren ist weiß daß so eine Dampfmaschine eine Menge Ruß, Qualm und dreckiges Wasser rausrotzt, was mit einer erheblichen Umweltverschmutzung einherging und auch Pferde zum Scheuen brachte.
Tja, wären wir doch bei der Pferdekutsche geblieben - hätten wir zwar nicht den Ruß bekommen, wohl aber die Unfälle. Die gab es nämlich auch damit, und nicht zu knapp. Der Fall Ward wäre mit Pferden wohl kaum glimpflicher ausgegangen (die durften schneller fahren und taten das auch) und keineswegs weniger wahrscheinlich gewesen: Zu allem Überfluss können Pferde auch scheuen, was Maschinen gemeinhin zu unterlassen pflegen.

Liebe Fürsprecher des Red Flag Acts und seiner heutigen Pendants, die Wurzel des Übels liegt viel, viel tiefer: Beim ersten Primaten, der einen Stein in die Hand nahm, um eine Kokosnuss zu knacken. Es dauerte nicht lange, bis der nächste herausfand, dass Selbiges beim Schädel seines Kontrahenten gleichfalls vortrefflich funktionierte, und so vervielfachte der Gebrauch von Werkzeugen unser Potential im Guten wie im Bösen. So geht Zivilisationskritik, wenn man sie konsequent zu Ende denkt.

Sie können die Akte nun schließen. Der Ur-Schuldige ist gefunden, als Affe nicht strafrechtlich fassbar und überdies zwischenzeitlich verschieden.

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