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US-Wahlen 1980: Gestern Ronald, heute Donald
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Ein Republikaner verjagt als Außenseiter ungeliebte Demokraten - das gab es schon einmal, 1980. Hans Hielscher beobachtete damals Ronald Reagans Triumph über gegen Jimmy Carter als SPIEGEL-Reporter in Washington.

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Günter Steffen 18.11.2016, 13:57
1. Auch ein interessanter Beitrag, beide Präsidenten nehmen sich nicht viel.

Doch es wäre schön wenn der Spiegel auch die wichtigen Themen, neue Verhaftungswelle in der Türkei mit 103 Wissenschaftlern und den Giftgaseinsatz in Syrien mehr Beachtung schenken würde. In beiden Ländern geschehen stündlich Kriegsverbrechen mit zahlreichen Toten. Wir sind es den Getöteten der Kriege in beiden Ländern schuldig darüber im Internet sachlich zu diskutieren.
Zum jetzigen Präsidenten Trump der USA ist lediglich positiv zu nennen, dass er die Krankenversicherung für die Armen des Landes nicht komplett abschafft. Positiv ist auch, dass er wahrscheinlich mit Putin gemeinsam gegen die Mörderbanden des IS und der al NUSRA Front nach dem 01.01.2017 vorgehen wird. Ansonsten wird seine Politik wenig positives für das amerikanische Volk, vor allem für die unteren Schichten, bringen.

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Karl Bund 18.11.2016, 14:41
2. Kraut und Rüben.

Von Johann Nepomuk Nestroy ist die Sentenz überliefert: "Kraut und Rüben werfeten s' untereinand' als wie Kraut und Rüben" (Der Zerrissene, II,1). Auch hier im Spiegel verwechselt Jochen Leffers Äpfel mit Birnen wenn er behauptet: "Ein Republikaner verjagt als Außenseiter ungeliebte Demokraten - das gab es schon einmal, 1980." Damit läuft sein Artikel von Anfang an gegen die historische Wahrheit. Ronald Reagan war der unangefochtene republikanische Herausforderer Jimmy Carters und keineswegs ein Außenseiter, sondern mit besten Siegchancen versehen (Carter-Desaster Afghanistan, Teheran, Iran); außerdem war er ein Politprofi und bestens vernetzt innerhalb des republikanischen Amerika. Trump dagegen musste sich als geradezu apolitischer unabhängiger Kandidat erst gegen eine ganze Palette von republikanischen Konkurrenten durchsetzen und sieht sich einer dauerhaften innerparteilichen Opposition gegenüber. Sein eigener Vizepräsident wurde ihm aufgezwungen und hat sich in der Vergangenheit absolut illoyal verhalten.
Ich bitte doch sehr um etwas mehr Seriosität bei den Spiegel-Streiflichtern in die Vergangenheit. Man könnte sonst fast meinen, es wäre etwas dran an der These von der L****presse. (Dieser letzte Satz natürlich nur in Parenthese.)

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Herbert Priess 18.11.2016, 14:51
3. Was ist das denn?

Ein Beitrag auf Spon der mal die Realitäten zurecht rückt? Ja, wie haben wir uns damals über den Hilfscowboy lustig gemacht. Der Gag machte damals die Runde und wurde in den nächsten Jahren für andere Politiker übernommen. Man erwartete eine Cowboy der nach dem Motto: erst schießen denn fragen regieren wird. Die Achtziger sind mir in Erinnererung geblieben als Jahre der Angst, Natodoppelbeschluss, H.Schmidt Demonstrationen gegen Pershing II. Ich, auf dieser Seite des eisernen Vorhangs, leistete bei der NVA 1985-1986 bei den OTR meinen Grundwehrdienst. Zum ersten mal, so glaube ich, gab es die ganz reale Angst vor einem ganz realem Atomkrieg der auf deutschem Boden ausgeführt werden sollte. Es kam nicht so weit. Reagen hat Realpolitik zelebriert. Zusammen mit Gorbatschow auf Island den Weg zur atomaren Abrüstung geebnet. Ich denke, hinter Reagan standen sehr kluge Berater bereit und er hat auf sie gehöhrt. Er und seine Berater wußten um die Gefahr wenn die UDSSR implodiert wäre ein Atomkrieg nicht nur anzunehmen sondern sogar höchstwarscheinlich da die Hardliner in der Roten Armee die unausbleiblich, endgültige Entscheidung herbeiführen würden. Genauso wie die Hardliner in den USA die die Chance sehen würden den komunistischen Feind endültig zu "besiegen". Die die so sehr die Bombe liebten. Der Film traf es genau. Nun haben wir einen Trump, er wird zwar über große Macht verfügen und mag sogar Ziele haben um in die Analen der Geschichte einzugehen aber einen Krieg mit den Russen? Ne, fällt wegen is nich aus! China? Was sollte das bringen? Weiter Weltpolizist wo immer mehr Menschen in US in Armut versinken? Der Trump wird sehr viele Probleme in US lösen müssen damit dort nicht die "Revolution" ausbricht. Dass er im Vorfeld gesagt hat die Politik mit Russland zu entspannen hat die Paranioer, Kriegstreiber, die die glauben man kann Russland endgültig in die Knie zwingen auf den Plan gerufen. DIE machen mir Angst, nicht Trump. Ich mag ihn nicht, so wie man einen Menschen hat den man täglich grüßt als Nachbarn aber nie auf einen Kaffee einladen würde. PS. Augstein und Fleischauer haben unrecht sie sind nur beleidigt, dass ihr festgefügtes Bild der Welt einen Knacks bekommen hat.
PPs. Die EU plus Nato muss endlich erwachsen werden und Verantwortung übernehmen für ihre Politik und den Konzequenzen.

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Thomas Runge 18.11.2016, 15:01
4. Lass das man nicht den Augstein lesen...

Was soll das denn nun? Ein Artikel, der Trump nicht als den neuen Adolf bezeichnet? Lass das man blos nicht den Augstein lesen, der wuerde ja glatt einen Herzkasper bekommen...
Schoen dass es noch Schreiber hier auf spon gibt, die den Sinn zur Realitaet nicht komplett verloren haben.

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Elke Meissner 18.11.2016, 15:23
5. Unerwähnt

Unerwähnt bleibt leider, welche langfristigen Folgen "Reaganomics" und die "Reagan Doktrin" haben. Die hemmungslose Deregulierung der (Finanz-)Märkte hat die heutigen Trump-Wähler in ihre desolate Lage gebracht. Sie führte u. a. zum Immobilien- und Finanzcrash von 2007/2008. Und sie vertiefte und verbreiterte die Kluft zwischen Arm und Reich, was auf Dauer für keine Gesellschaft gut ist.
Die "Reagan-Doktrin" trieb den Kalten Krieg erst einmal auf eine neue Spitze mit dem Ziel, die damalige Sowjetunion in den Bankrott zu treiben. Die Rekordverschuldung der USA nahm er in Kauf. Unter die Reagan-Doktrin fällt auch die (via Saudi Arabien und Katar) Finanzierung, Aufrüstung, Ausbildung und Unterstützung der Mudjaheddin in Afghanistan, nur um der Sowjetunion zu schaden. Strippenzieher im Hintergrund war Brzeszinski. Taliban und DAESH sind u. a. die Folgen dieser Politik.
Möge es mit Trump nicht noch schlimmer kommen!

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Christian Giltmann 18.11.2016, 17:52
6. Trump

wurde durch Leute wie Reagan & Thatcher ermöglicht. Sie haben das sinnvolle Trennbankensystem abgeschafft und sind somit die maßgeblichen Wegbereiter für die Finanzkrise. Reagan hat ein gigantisches Stastsdefizit hinterlassen, welches erst Ende der 90er durch Bill Clinton ausgeglichen werden konnte. Thatcher hat in GB alles verkauft, was nicht niet- und nagelfest war. Beide haben die Oberschicht und Wirtschaft über die Interessen der Restbevölkerung gestellt. Unsere Kanzlerin nannte das mal marktkonforme Demokratie. Agenda 2010 lässt Grüßen.

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Jörg Mergenthaler 18.11.2016, 18:23
7. The Head of the Ku Klux Klan?

Der "Laie" Ronald Reagan hat die Achillesferse der früheren UdSSR besser erkannt als die ganzen sog. Profipolitiker: Die marode sozialistische Volkswirtschaft. Durch konsequente Aufrüstung hat Reagan dies ausgenützt, bis der ganze Ostblock, wie ein von innen verfaultes Haus, zusammengestürzt ist, und das ohne Feindeinwirkung. Er gilt zu Recht als der Mann, der den kalten Krieg gewonnen hat.

Aber wie wurde er schon vor seiner Wahl beschimpft: Wer noch eine Platte mit dem Soundtrack vom Woodstock-Festival hat, der kann sich davon überzeugen. Als ein Lied von Joan Baez angekündigt wird, hörte sich das so an: "Nun ein Lied für den Gouverneur von Kalifornien - Ronald Reagan". Das Lied fing dann so an: "He's a drug store truck drivin' man, He's a head of the Ku Klux Klan..." Nun sind die Demokraten halt an einen wie Donald Trump geraten, der zurückkeilt.

Reagan hat sich im Afghanistan-Krieg übrigens wesentlich geschickter verhalten als die Demokraten Kennedy und Johnson einige Jahre davor, die die USA in das Vietnam-Desaster stürzten. Man lese zu Afghanistan das Buch "Der Krieg des Charlie Wilson"; wem das Buch zu dick ist, der kann sich auch den gleichnamigen Film ansehen, oder die Dokumentation bei youtube.

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Hauke Markmann 18.11.2016, 19:14
8. Laffers Curve

Schon Reagan wollte mit niedrigeren Steuersätzen mehr Einnahmen generieren nach der Logik der Laffer Curve. Es kam aber anders, indem es zu einer schiefen Ebene neuer Schulden kam. Auch Trump wird mit ähnlicher Politik die USA weiter verschulden mit sinnlosen Mauern, die er bauen will.

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Martin Bitdinger 18.11.2016, 20:36
9. Bill Clinton war es und nicht Reagan!

@Christian Giltmann: Der Demokrat Bill Clinton hat auf Wunsch der Wall Street das Trennbankensystem abgeschafft. Und Bill Clinton hat auch die Früchte von Reagans Wirtschaftspolitik geerntet: Mehreinnahmen durch die dank Reagans Weichenstellungen wachsende Wirtschaft und damit Abbau der Staatsschulden (es dauert nunmal immer ein paar Jahre, bis eine geänderte Wirtschaftspolitik im Staatshaushalt Früchte trägt).

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