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Wein-Panscherei in Österreich: Ein Prosit auf das Frostschutzmittel
DPA

Tote Fische in den Kanälen, Straßensperren, Hysterie in den Medien: Mitte der Achtzigerjahre wurde in österreichischen Weinen Frostschutzmittel gefunden und ein echter Krimi entspann sich. Dem Wein hat der Skandal gut getan.

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Anders Rom 08.07.2015, 19:06
1. Also, es hat sich viel getan bei den A-Winzern,

manche einzelne sind ja schon ok, aber die grosse Masse baut auf Technik und Chemie um das Fehlende auszugleichen......Kationentauscher und alles Moegliche.....also nicht mehr toedlich - wenigstens.
Ansonsten kann man in A gut Skifahrenen, warum dann auch noch ausgerechnet Wein machen?

Servus und Prost,
der Sepl

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Volker Kraus 08.07.2015, 19:17
2. Ja, so war's...

Gelungener Rueckblick - ich kann mich noch recht gut an die Schlagzeilen damals erinnern. Ich war damals ein junger Teenager und hoerte zum ersten Mal von Glykol - nichtsahnend, dass mich diese Substanz noch jahrzehntelang indirekt begleiten wuerde im spaeteren Studium und Beruf als Chemiker. Selbst jetzt sind Glykolderivate noch wichtige Komponenten in meinem aktuellen Beruf - nur mit Wein hat das gluecklicherweise nichts zu tun dabei.

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Manuel Lisa 08.07.2015, 19:42
3. das zeigt einmal mehr...

....der Mensch ist hemmungslos, wenn es ums liebe Geld geht.

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Wolfram Schulz 08.07.2015, 19:51
4. Schade, nichts gelernt

Welche Alternativen werden heute angewandt und was wird gepanscht?
Das Etikett hat genug Platz alle Inhaltsstoffe aufzuführen.

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Peter Lurz 08.07.2015, 21:02
5. Ein zeitgenössischer Witz dazu:

Ein alter Pfälzer Winzer liegt im Sterben und will seinen Söhnen noch ein letztes Geheimnis anvertrauen. Sie lauschen gespannt und hören ihn murmeln: "Wein kann man auch nur mit Trauben machen!"

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Richard König 09.07.2015, 23:48
6. Wann gibt es ein europaweit einheitliches Gesetz

Anscheinend ist die Weinlobby in der EU in der Lage ein europaweit einheitliches Weingesetz bzw. eine Richtlinie zu verhindern.

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Klaus Dieter Tremmel 09.07.2015, 08:36
7. @1

Viel Ahnung scheinen Sie ja nicht zu haben. Ja, die Beimengung von Glykol war eine Sauerei. Tödlich was sie aber zu keinem Zeitpunkt.

Und betroffen waren überwiegend unsere nördlichen Nachbarn, die zu geizig waren, für eine ordentliche Spätlese auch einen ordentlichen Preis zu bezahlen. Bei uns hat das Zeugs eh keiner getrunken. Wir mögen das süße Gesöff nämlich nicht.

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Stephan Flindt 09.07.2015, 11:58
8. @7, wie man sich doch irren kann

mein Vater kaufte damals seinen Lieblingswein gerne bei HL ein: 'F... Adelberg', eine Auslese für 2,99 DM. Stand dann ganz weit oben auf der Liste der Glykolweine.
Der Trend zum trockenen Wein kam dann erst danach

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Günther Bauer 09.07.2015, 14:24
9. Auslese für 2,99 DM

Es war Anfang des Jahres 1985, dass der Leiter des Wein-Ressorts im Landwirtschaftsministerium, ein Ministerialrat Dipl.-Ing., etlichen Winzern bei einer Sitzung im Burgenland die Leviten las: „Eine österreichische Auslese für 2,99 DM im deutschen Supermarkt: das geht nicht. Irgendetwas macht Ihr, und Gnade Euch Gott, wenn ich dahinter komme.“
Die Winzer verteidigten sich mit dem Argument, dass sie im wesentlichen im Tank exportieren und die deutschen Abfüller sehr effektiv und kostengünstig arbeiten würden, was sich dann halt auf den Preis im Supermarktregal auswirke.
Der gute Ministerialrat ist dann wenige Wochen später dahinter gekommen.
Wenn ich richtig informiert bin, wird die gesundheitsschädliche Wirkung von Glykol (Nierenversagen) durch Alkohol neutralisiert. Das Gesundheitsrisiko hielt sich also in Grenzen, sofern der Wein hinreichend Alkohol enthielt.
Tödlich war es nur für zwei Weinkontrollore, die nachweislich falsche Zertifikate ausgestellt hatten und die den Suizid als Ausweg wählten, nachdem sie von ihrem Vorgesetzten, dem genannten Ministerialen, ins Gebet genommen worden waren. Der Ministeriale konnte sehr impulsiv sein, vor allem dann, wenn er meinte, dass jemand den Ruf seines geliebten österreichischen Weins kaputt gemacht habe.
Der Ministeriale wurde nicht etwa befördert. Der Boulevard machte ihn – mehr oder weniger direkt ausgesprochen – für den Tod der ehrenwerten Kontrollore verantwortlich.
Der Ministeriale wurde in Frühpension gegangen.

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