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Wie Bernstein die SPD zum Beben brachte
Gerd Weghorn 25.01.2011, 12:39
1.

?Heute gilt Bernstein als der Vater der modernen reformerischen Demokratie, als der Mann, der auf der ganzen Ebene historisch Recht behalten hat.?

Mein Gott, Walter: was wollen Sie mit dieser Bewertung ausdrücken: ?historisch Recht behalten hat?? Wollen Sie dem Reformismus der sozialdemokratischen Führung, gerade auch der gegenwärtigen, der am 4. März 2009 auf SPON in unübertroffener Weise die Leviten gelesen worden sind?! (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,611329,00.html), einen Persilschein ausstellen?

Ich denke, wir sollten wenigstens Bernstein die kritische Würdigung zukommen lassen, die Sie Marx gegenüber haben vermissen lassen (http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumdiscussion/1570/mensch_marx.html), dass er ein Kind seiner Zeit gewesen ist, dass der von ihm propagierte Trade-Unionismus sowohl dem Entwicklungsstand der damaligen Produktionsverhältnisse, als auch der Weltanschauung der damaligen SPD entsprochen hat, dass er aber heutzutage nicht mehr als Grundlage einer sozialdemokratischen Programmatik genügen kann, die im Interesse der werteschaffenden Menschen Politik verstehen und betreiben muss, will sie sich als ?sozialdemokratisch? beurteilen dürfen!?

Ich finde, Sie drücken sich ? im Unterschied zu mir: http://profiprofil.wordpress.com/2009/08/14/womit-die-spd-die-wahlen-gewonnen-hatte/ - um die Beantwortung der Frage, warum es überhaupt noch der SPD bedarf, wenn die Parteiführung eine Politik betreibt, die sich substantiell in nichts vom Trade-Unionismus der Christsozialen unterscheidet, auch - und gerade - dann, wenn sie sich in einer sökularen Kapitalmarktkrise die "Einführung von Mindestlöhnen" als radikalste "Reform-Forderung" vor sich her trägt.

Wozu also, so frage ich Sie, brauchen wir noch eine SPD, wo doch wir auch für Sie in einer ?modernen reformerischen Demokratie? leben, einer Gesellschaftsform, wie Sie wissen, in der allerdings ?Reform? eine Metapher dafür (geworden) ist, die Umverteilung des BIP von unten nach oben zu beschleunigen. (s. SPON-Artikel). SPD- WOZU also?!

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Kai Bonte 14.03.2014, 11:52
2. Wie Bernstein die SPD zum Beben brachte

SPD-Granden wie Steinmeier, Steinbrück und Platzeck berufen sich heute gern auf ihn. Doch zu Lebzeiten erntete der Vater der modernen, reformerischen Sozialdemokratie nur Groll. Vor 75 Jahren starb Eduard Bernstein politisch vereinsamt und isoliert - mit einem Satz hatte er die ganze Partei aufgemischt. Von Franz Walter

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