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"Wir wollten wie Menschen sterben"
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Walter Breymann 14.10.2013, 16:40
1.

Ueber Sobibor gibt es einen sehenswerten Film, der kostenlos und ohne straffaellig zu werden aus dem Archiv von IMDB heruntergeladen werden kann

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andreas wegner 14.10.2013, 16:44
2.

Das Foto Nr.6 zeigt meiner Ansicht nach Reichsbahner, die wohl die Abfertigung der Todestransporte durchgeführt haben dürften.
Andreas Wegner

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Andreas Graeber 15.10.2013, 09:15
3.

Auch Foto Nr. 7 dürfte nicht wirklich Wachmannschaften eines KZs zeigen, zum Ersten sieht man dort keine Lastwagen sondern ein SdKfz. 250 oder 251 welche bestimmt nicht in KZs zum Einsatz kamen, und zum Zweiten haben die abgebildeten Soldaten nicht nur keine SS-Kragenspiegel sondern auch Stielhandgranaten im Koppel, welche in KZs wohl eher nicht zur Waffenausstattung von Wachpersonal gehörten.

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Holger Hennig 15.10.2013, 10:06
4.

Mag sein, dass ich mich täusche, aber Foto Nummer 7 zeigt meines Erachtens 3 Männer in Wehrmachtsuniform vor einem leicht gepanzerten Manschaftstransporter. Handgranaten am Gürtel und Stahlhelm am Handgelenk lassen auf Frontnähe schließen.

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Thomas Marx 15.10.2013, 12:27
5.

Der offizielle Plan von Sobibor ist völlig anders als der in den Abbildungen gezeigte.

http://de.scribd.com/doc/138227343/Sobibor

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Stefan Söchtig 15.10.2013, 12:27
6.

Sorry, wenn ich widerspreche, aber auf Bild 7 handelt es sich m. E. in der Tat um SS-Angehörige. Immer gut erkennbar durch den Reichsadler auf dem Ärmel. Bei der Wehrmachtsuniform war der, soweit ich richtig informiert bin, auf der Brust angebracht. Ob das allerdings KZ-Wachmannschaften waren, oder Waffen-SS im Fronteinsatz, kann ich jetzt nicht beurteilen.

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Mike Donovan 15.10.2013, 12:27
7.

Foto Nr. 7 zeigt eindeutig Männer in SS-Uniform! Dies ist eindeutig am Totenkopf auf den Kopfbedeckungen zu erkennen. Ihr Diensgrad ist am Kragenspiegel und etwas schlechter an den Schulterstücken abzulesen. Vermutung:
Links ein SS-Standartenoberjunker .
Rechts ein SS-Oberscharführer.
Mittig deuten die Schulterstücke auf einen SS- Untersturmführer - am zweiten Knopfloch wohl das Band zum EK II 1914.
in jedem Fall sind es keine Wehrmachtssoldaten!
Richtig ist hingegen, dass die Schützenpanzer wohl nicht zur Standartausrüstung eines Vernichtungslager gehörten. Möglicherweise erklären sich dieses Fahrzeug und auch die Handgranaten aber durch einen Spezialauftrag, etwa die Verfolgung der Flüchtigen aus Sobibor...

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Reinhardt Gutsche 15.10.2013, 12:28
8.

Die Bundesregierung bleibt ihrem selektiven Verhältnis zur Aufarbeitung von zeitgeschichtlichen Geschehnissen im 20. Jh. und ihren bizarre moralischen Bewertungsmaßstäben auch in Bezug auf Sobibór treu. So leugnet sie buchstäblich amtlich, nämlich qua Auswärtiges Amt, die Ermordung von bis zu 20 000 deutschen Juden in dem früheren NS-Vernichtungslager. Damit will sie sich darum drücken, sich finanziell an der Errichtung einer internationalen Gedenkstätte zu beteiligen. Laut AA sollten sich um die Gedenkstätte im heutigen Ostpolen jene Staaten kümmern, "die davon betroffen waren". In Sobibór habe es keine deutschen Opfer gegeben, deswegen sei Deutschland auch nicht "betroffen", heißt es in einer Stellungnahme der Staatssekretärin im AA und Sonderbeauftragten für die deutsch-polnischen Beziehungen, Cornelia Pieper. Anlass dieser wahrheitswidrigen Behauptungen sind die Feierlichkeiten in Sobibór, wo am 14. Oktober Delegationen aus aller Welt des Häftlingsaufstandes vor genau 70 Jahren gedachten. Offizielle Vertreter der Bundesrepublik glänzten durch Abwesenheit. (Für den Bundespräsidenten wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, auch hier - so wie in Oradour-sur-Glane - als der Repräsentant des neuen Deutschland zu fungieren, das aus der Geschichte die Lehren gezogen hat.) Die anwesenden überwiegend junge Deutschen nahmen als Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen. Sie mußten die Reise aus eigener Tasche bezahlen, nachdem die unter der Kontrolle des Bundeskanzleramts operierende und aus öffentlichen Mitteln alimentierte Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) einen Antrag auf Co-Finanzierung abgelehnt hatte. Bei einer Internationalen Sobibór-Konferenz in Warschau war es daher am Dienstag auch zu heftigen Protesten gegen die staatliche deutsche "Gedenkkultur" und ihre revisionistischen Tendenzen gekommen.

Die Äußerungen des AA waren durch einen Beitrag im ARD-Magazin "Kontraste" bekannt geworden. (26.09.2013) Darin hatte die die zuständige Staatsministerin die Ablehnung mit dem Argument begründet, "Projekte" in Sobibór würden "mit anderen Partnern vorbereitet, also mit den Ländern, die dort auch Inhaftierte hatten. Da war Deutschland nicht dabei." Die Äußerungen hatte das TV-Magazin zutreffend als "zynisch und falsch" bezeichnet. Unabhängig davon, daß hier die Ermordung von bis 20 000 deutschen Staatsbürgern schlicht geleugnet wird, eine partielle Variante des strafbeschwerten Tatbestandes der Shoa-Leugnung, gebietet allein schon die unstrittige Täterschaft dieses Massenmordes an über 200 000 Juden im Namen des deutschen Staates eine finanzielle Tatbeteiligung an der Gedenkstätte durch die Bundesrepublik als Nachfolgestaat des untergegangenen Deutschen Reiches.

Inzwischen ist gegen Cornelia Pieper beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe Strafanzeige wegen öffentlicher Leugnung von NS-Massenmorden erstattet worden. Darin heißt es, Piepers Aussage stelle "eine eindeutige Abrede der nachweislichen Vernichtung deutscher Juden unter deutscher Verantwortung auf deutschen Befehl im Lager Sobibór" dar. Zudem sei sie "eine Verhöhnung und Beleidigung der (auch deutschen) Opfer der in deutscher Verantwortlichkeit erfolgten Massenvernichtung". Die Generalbundesanwaltschaft sei verpflichtet, "im öffentlichen Interesse Ermittlungen aufzunehmen und bei Nachweis der hier angezeigten Handlung" entsprechend "Anklage gegen die Verantwortlichen zu erheben".



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Stefan Zwerschke 15.10.2013, 14:32
9.

Bild Nummer 7 stellt in der Tat, Alexander Kaiser, Franz Hoedl und Hubert Gomerski dar, die alle drei in der SS in Sobibor dienten. Dieses Foto ist allerdings erst später in Italien entstanden. Deshalb auch die Frontausrüstung.

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Stefan Zwerschke 15.10.2013, 14:32
10.

Auch der Plan, auf den Hr. Marx in seiner Ausführung weiter oben hinweist ist im Prinzip der selbe, wie der in seiner Quelle. Der Hauptunterschied lieg in der "Verzerrung". Es finden sich jedoch alle Elemente in beiden Plänen am etwa selben Ort wieder (Lager I-IV, Baracken, Bahngleise, Straßen). Anzunehmen ist, dass es sich bei der Karte aus dem Preußischen Kulturbesitz um eine schematische Darstellung handelt.

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