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200.000 Euro Pharma-Honorar: "Geld interessiert mich nicht"
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Ein Neurologe aus Essen hat im Vorjahr 200.000 Honorar von Pharmafirmen kassiert - die größte bislang bekannte Summe. Nun erklärt er, warum das kein ethisches Problem für ihn ist.

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laubfrosch69 19.07.2016, 22:57
80. An 250 einstündige Fortbildungseinheiten in 5 Jahren...

Zitat von hakim
....müssen Fachärzte in Deutschland teilnehmen. Wer möchte die Vortragshonorare und Fortbildungskosten übernehmen, wenn es die Pharmaindustrie nicht soll?
Der Steuerzahler natürlich. Schließlich hat der ja diesen Unsinn bestellt (über seine gewählten "Volksvertreter". - Und eine alte Weisheit sagt: Wer bestellt, der zahlt! - Das gilt bloß leider in Deutschland schon lange nicht mehr. Hier bestellt der Staat ständig und die Zeche bezahlen die Wirte. - Also weiter mit der "Freibier für alle!"-Mentalität des Staates. :)

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biggathanyou 19.07.2016, 22:57
81. sinnlos

hier weiter zu argumentieren. Zu viel Emotionen, Neid und Unverständnis der Sachlage...keine oder wenig Bereitschaft zu differenzieren. Einfach Polemik auf komplexe Sachberhalte stülpen. Einfach mal ne Sau durchs Dorf jagen. Ohweiha...und wenn man sich mal nicht wohlfühlt, schnell zum Arzt und nen gelben Schein...wehe es gibt kein Antibiotikum, dann ist das Geschrei groß...sich aber auf der nächsten Seite auskotzen, dass unkritischer Umgang mit Antibiotika ja unverantwortlich ist. Die Bigotterie gibt es nicht nur oben, sondern überall.
Ein Stigma unserer Zeit...nicht informieren und recherchieren sondern einfach jammern und sich beschweren. Die pösen Ärzte, die pöse Pharmaindustrie...aber wenn man nach 30 Jahren rauchen und saufen Probleme bekommt, dann sind wir wieder gut genug...bis zu dem Punkt wo einfach keine Hilfe mehr wirkt. .
Zugegeben, dass war jetzt sehr polemisch, aber so sieht eben die andere Seite aus. Es wird sicher Schindluder getrieben...aber die Kirche sollte doch im Dorf bleiben.
Transparenz ist wichtig, keine Frage, aber was hier grad abgefeiert wird hat damit nichts zu tun.
Schönen Abend noch und bleiben Sie gesund.

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jakk-hammer 19.07.2016, 23:11
82. So what?

Ich hätte auch kein Problem damit, wenn 100% der Einnahmen bei ihm hängenbleiben würden. Wir sollten das mit dem Sozialstaat mal nicht übertreiben. Keiner von uns kann das, was er kann. Er hat dem Lebenslauf nach extrem viel geleistet. Und dafür verdient er eine Menge Geld. Der Amerikaner sagt: Well done, das will ich auch schaffen. Der Deutsche sagt: Verbrennt ihn, er hat mehr als ich. Irgendwas stimmt mit der Einstellung der Deutschen nicht. zu viel Neid und Missgunst hier.

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laubfrosch69 19.07.2016, 23:22
83. Guter Mann, Sie haben nichts begriffen!

Zitat von rolandholtz
Leitlinien sind wichtig für die Medizin. Die Politik hat dafür gesorgt, dass Ärzte daran in der Regel kaum mehr vorbeikommen. Hat ein Arzt einen Therapiefehler gemacht, dann wir das urteilende Gericht die Frage stellen, ob die Therapie, die er durchgeführt hat, mit den geltenden Leitlinien in Einklang steht.
Leitlinien werden "evidenzbasiert" erarbeitet. D.h., sie sind nicht in Stein gemeißelte Wege, sondern stellen "Korridore" dar. Das ist ein dehnbarer Begriff, der jedem Deutschen natürlich unsympatisch ist, weil nicht eineindeutig definiert. - Und was die meisten Ärzte von Leitlinien und "evidenzbasierter Medizin" halten, können Sie gern nachlesen unter "Die Verwendung von Fallschirmen zur Vermeidung von Tod und schweren Verletzungen, hervorgerufen durch Gefaehrdungen durch Schwerkraft" - Anders gesagt, für mich sind Leitlinien in Deutschland nur irgendwelche Kompromißlösungen, die im Widerstreit der Interessen ALLER beteiligten Gruppen (Von Gesundheitministerium über Kranke Kassen, Berufsverbände, Pharmaverbände, PATIETENVERTRETER u.s.w.), geschlossen wurden und in den SELTENSTEN Fällen die Interessen der Patienten und ihrer behandelnden Ärzte widerspiegeln. - Und nochmal zur Kenntnisnahme: Wenn Bill Gates und andere Milliardäre dieser Welt nicht Milliarden in die Bekämpfung von Krankheiten, wie Tuberkolose, HIV-AIDS usw. stecken würden, sähen wir auch in Deutschland verdammt alt aus!!

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TS_Alien 19.07.2016, 23:22
84.

Zitat von biggathanyou
wieviele Ärzte, die forschen kennen Sie denn? Wieviele Studien und Veröffentlichungen haben Sie gelesen und verstanden? Beobachtungsstudien sind keine Seltenheit und sehr wichtig. Setzen Sie sich mal mit den Anforderungen der Zulassung von Pharamka in Deutschland auseinander. Ich gebe zu bedenken, dass trotz aller Probleme Ihre Gesundheit sicherer ist als es Ihr Geld bei egal welcher Bank jemals war...
Fragen Sie sich doch einmal, wie viele Ärzte wirklich Ahnung von Statistik haben und wissen, wie man ordentliche Studien konzipiert und abliefert. Dann haben Sie eines der Kernprobleme in der Medizin erkannt: Es wird viel Mist veröffentlicht. Und basierend auf diesem Mist werden Medikamente verabreicht, die letztendlich nichts bringen oder sogar gefährlich sind.

Beobachtungsstudien sind nicht wichtig, da sie wesentliche Kriterien von ordentlichen Studien missachten.

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biggathanyou 19.07.2016, 23:22
85. Leitlinien

Hat hier schonmal jemand welche gelesen? Ich empfehle www.awmf.org...da gibt's alle Leitlinien. Allerdings sind da Empfehlungen neuer, patentierter Präparate die Seltenheit. Leitlinien werden in der Regel von Expertengruppen verfasst und sind normalerweise wenig durch Pharmafirmen beeinflusst. Zudem ist die Entwicklung von Leitlinien harte und langwierige Arbeit. Und Falles es eine Beeinflussung gibt MUSS explizit darauf hingewiesen werden....und es ist durchaus üblich, dass Leitlinien überarbeitet und aktualisiert werden und sehr kritisch mit Medikamenten umgegangen wird. Es gab in letzter Zeit hier tatsächlich Paradigmenwechsel...siehe die neue S3 Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delir...

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Newspeak 19.07.2016, 23:23
86. ...

Es mag alles stimmen, und alles juristisch einwandfrei sein, und vielleicht haben sogar viele Menschen davon profitiert, aber das ethische Grundproblem bleibt doch. Bzw. werden ganz andere Dinge beleuchtet, z.B. wie mies eigentlich die Grundfinanzierung in der deutschen Forschung ist. Und ironischerweise zementieren Professoren dieses Problem nur noch, die ihr Geld woandersher organisieren, dann kann der Staat sich noch mehr zurückziehen. Das ist asozial vom Staat, aber eben in letzter Konsequenz langfristig auch asozial von denen, die dazu beitragen, daß sich daran nichts ändert.

Es bleibt der Eindruck, daß es bei aller Liebe zu viele "fat cats" gibt, die zuviel Macht, Einfluß und eben auch Geld besitzen.

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laubfrosch69 19.07.2016, 23:37
87. Leilinien und Pharmavretreter

Zitat von carlitom
Danke für diesen offenen Insiderbericht. Genau diese Erfahrungen habe ich auch gemacht.
Sollten Sie auch ein Pharmavertreter sein, dann tut es mir leid für Sie Ich muß Sie da jetzt ganz tief in Ihrem Selbsrtwertgefühl erschüttern. Was Leitlinien und "Evidenzbasierte Medizhin" angeht, empfehle ich Ihnen die Lektüre des Artikels: "Die Verwendung von Fallschirmen zur Vermeidung von Tod und schweren
Verletzungen, hervorgerufen durch Gefährdungen durch Schwerkraft: eine systematische Übersicht über randomisierte, kontrollierte Studien." - Wenn Sie das gelesen haben, dann wissen Sie, was Ärzte hierzulande von "Evidenzbasierter Medizin" halten - nähmlich gar nix! Und diese sogenannten Leit(d)linien kann man allemal umgehen. Es gibt in diesem Land immer noch die Therapiefreiheit, garantiert im Grundgesetz.

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Freedom of Seech 19.07.2016, 23:39
88. @ Roland Holtz der Durchblicker

Sie haben eine extrem reißerische Werbung für Ihr Buch "Pharmakrieg" in Auftrag gegeben das ganz klar eine noch nicht abgeschlossene Untersuchung zu möglichen Praktiken in der DDR in Punkto Pharmastudien, über die im Spiegel berichtet wurde, mit Ihren eigenen Recherchen über die Machenschaften in der Pharmaindustrie in Verbindung brachten. Damit wollten Sie ihrem eigenen Buch eine Seriosität verleihen, was aber de facto hochgradig unseriös ist. Sie disqualifizieren ihre eigene Arbeit dadurch, indem Sie eine nicht bewiesene und zum Faktum umdeklarierte Unterstellungen (Pharmapraktiken in der DDR) heranziehen um ihre eigenen Erkenntnisse bzw. Unterstellungen zu verkaufen. Mann, Mann. Jetzt kommen Sie noch mit der Tränendrüse und erwähnen ein persönliches Schicksal - unwissenschaftlicher (aber medienwirksamer) geht es nicht.
PS: Natürlich müssen in den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften auch zu neueren Entwicklungen im Bereich der Therapie Stellung genommen werden. Dies geschieht in der Regel mit angemessener Zurückhaltung und Präparate bestimmter Firmen werden üblicherweise nicht empfohlen (sondern eher Substanzgruppenvon verscheindenen Firmen). So wie Sie es aber darstellen entsteht der Eindruck,dass in den Leitlinien bestimmte Firmen beworben werden was völliger Unisnn ist. Das alles geht mir bei Ihnen doch sehr in Richtung "Verschwörungstheorie". Entspannen Sie doch mal ein bißchen, die Pharmaimdustrie ist doch sowie längst aus Deutschland (der ehemaligen Apotheke der Welt) abgewandert auch wegen Typen wie Ihnen (Die pösen Pharmakonzerne).
PS: Ich bin Arzt mit über 25 Jahren Berufserfahrung in der Forschung, Klinik und Pharmaindustrie (Phase-I-IV). Für Pharma: seit > 20 Jahren als Berater, als Vortragender und vor allem als internationaler Anbieter von technischen Service Leistungen (eigenes Unternehmen) bei der Durchführung von klinischen Phase-I Studien. Vor dem Hintergrund meiner langjährigen Erfahrungen mit Big Pharma rund um den Globus muss ich Ihnen leider sagen: Sie übertreiben maßlos und steigern sich in etwas rein.

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splitter-und-balken 19.07.2016, 23:56
89. Aggrenox

...wegen Prof. Diener war das Medikament "Aggrenox" (Dipyridamol und ASS) lange Zeit in den Leitlinien als Therapie nach einem Schlaganfall. "Aggrenox" wurde/wird von der Pharmafirma Boehringer produziert. Ist aber im Grunde vom IQWIG wieder gestrichen worden wegen fehlendem Nutzen. Prof. Diener hat m.E. Boehringer immer gut "bedient". Das ist bekannt.
Ähnliches (aber mit anderen "Professoren") vollzieht sich gerade insbesondere in Süddeutschland in Sachen "Xarelto" von der Pharmafirma Bayer....semper idem.
Herr Diener mag zwar vordergründig ein fachlich guter Neurologe sein, aber er hat sich verkauft...

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