Forum: Gesundheit
Abgase: Lungenärzte erwarten Verschärfung der Stickoxid-Grenzwerte
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Im Streit um die Grenzwerte für Stickstoffdioxid gehen die deutschen Lungenärzte davon aus, dass die Weltgesundheitsorganisation durchgreifen wird. Sie rechnen mit einer Absenkung der Werte.

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marcwilmots 07.03.2019, 14:16
50.

Zitat von vonlipwig
Den "Zugewinn an Gesundheit" sehe ich bei den Benzinern mit Direkteinspritzung aber nicht. Die stoßen nämlich 64 mal so viel Feinstaub - das meiste davon sogar Feinstpartikel - aus wie ein mit einem Filter ausgestatteter Euro 5/6 - Diesel. Bei Benzinern ist der erst seit knapp vier Monaten verpflichtend. Und nach allen WHO Studien und Aussagen ist Feinststaub das größte Problem. Ich stimme Ihnen aber zu, dass man für viele Strecken gar kein KFZ benötigt.
Das ist so ähnlich wie beim Diesel. Der Direkteinspritzer ist gesundheitsschädlicher aber verbraucht etwas weniger Sprit. Das nehme ich, die Abgase atmet ja der hinter mir. Habe ich selbst im Freundeskreis oft gehört. Deswegen, fürchte ich, wird es ohne gesetzliche Auflagen nicht funktionieren.
Es ist ja möglich sein Auto nach umweltfreundlichen Gesichtspunkten auszusuchen, die Informationen dazu kann man auch leicht bekommen, der Trend ist aber leider ein anderer.

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kmgeo 07.03.2019, 14:33
51. Schutz der Betroffenen First!

Ich finde die Diskussion hier sehr entlarvend: Es geht um den Schutz von Arbeitsplätzen oder die persönliche Betroffenheit.
Tatsache ist aber, dass der gegenwärtige Grenzwert in einem ordentlichen Verfahren entwickelt und durch einschlägigen Parlamente gegangen ist. Wer den Lobbyapparat inBrüssel kennt, weiß, dass die Industrie und die Städte nicht überrascht wurden. Dass die Autoindustrie betrogen hat, wissen wir alle.
Somit war die Festsetzung der Grenzwerte formal in Ordnung.
Das Zustandekommen der Grenzwerte basiert auf einer Gewichtung der Schutzgüter und hier hat man sich für den Schutz derjenigen entschieden, die unter den schlechten Luftwerten am meisten leiden: Menschen mit Vorerkrankungen und Menschen an den Punkten mit hoher Luftverschmutzung. Wenn man sich diese Punkte anschaut, wird schnell klar, wer dort wohnt und dass diese Menschen besonderen Schutz benötigen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind sie eher weniger wohlhabend und können bei den Mietpreisen in den Städten nicht einfach wegziehen (z.B. in die Haussmannstraße in Stuttgart über der schlechten Luft). Wenn man also den Forderungen einiger Foristen folgt, überlässt man diesen Menschen ihrem Schicksal. Tolle Idee, voll christlich!
Der geneigte Dieselfahrer würde bestimmt ein schadstoffarmes Auto fahren, wenn die Industrie solche Autos zur Verfügung stellen würde bzw. die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verekauften Autos zurücknimmt.
Das wirklich Schlimmste an der Debatte ist aber die durch führende Politiker postulierte Prüfung der Gemeinnützigkeit der DUH, die als kriminell dargestellt wird. Was ist an deren Handeln kriminell? Wer hat sie deshalb angeklagt? Wer hat sie deshalb verurteilt? Dasselbe Muster wie mit der vermeintlich verfassungswidrigen Grenzöffnung durch Frau Merkel - es gab keine Klage dazu, kein Verfahren, kein BVerfG Urteil dazu. Die Idee ist bestimmt, dass wenn man mit Dreck wirft, irgendetwas hängenbleibt.
Manchmal wünsche ich mir Preußen zurück: Das ist der Gesetzestext, das ist die Rechtsgrundlage. Wenn diese juristisch unanfechtbar ist, wird umgesetzt. Ohne Wenn und Aber.
Ich freue mich schon auf den ersten Kommentar, man könne nach diesem Muster alle möglichen Einrichtungen leiten. Leider ja, aber auch einen Staat.

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twike-fahrer 07.03.2019, 14:48
52. Selbstversuch

Wollte neulich mit unserem Diesel eine Leiter transportieren. Die Heckklappe ging nicht mehr zu.Kein Problem dachten wir, sind ja nur drei Ortschaften, rund 12 km. Nach drei Kilometern hielten wir trotz geöffneten Fenstern und Gebläse auf voller Stufe an. Nach kurzer Pause drehten wir um. Zu Hause angekommen hatte meine Frau danach zwei Tage Kopfschmerzen und uns beiden war längere Zeit elend zu Mute. Seit diesem unfreiwilligen Selbstversuch brauchen wir keine Debatte mehr über Grenzwerte. Fahrzeuge und Häuser brauchen bei uns künftig keinen Auspuff oder Schornstein mehr.

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Besserwissser 07.03.2019, 14:51
53. Genau, es wird immer wieder Unklares als Fakt hingetsllt

Zitat von fred_m
Zum Unterschied zwischen Arbeitsplatz, Büroraum und Umgebung lesen Sie doch bitte mal Folgendes: https://www.umweltbundesamt.de/themen/unterschied-zwischen-aussenluft Zu Ihrem Hinweis, dass die NOx-Debatte sinnlos geworden ist: das stimmt. Der Grund: eine Gruppe von Leuten wiederholt immer wieder die gleiche, nachweisbar falsche Scheinargumente und erklärt allgemein akzeptierte Fakten als "nicht wissenschaftlich". Letztere Methode ist seit einiger Zeit auch als "Köhler-Methode" bekannt.
Denn der verlinkte Text behauptet z.B. das die betroffenen Arbeitnehmer untersucht werden, was aber nur in ganz wenigen Fällen tatsächlich pasiert. Ausserdem müste da ja mal was (freistellungen von der Arbeit durch die Unterscuung) rausgekomen sein wenn die NOx tatsächlich einen Einfluss haben.. Reine Untersuchung bewahrt ja erst mal vor nichts.

Ausserdem wird da lediglich von Umwelteinflüssen die auf dei empfindlichen Personen wirken gesprochen, das sind z.B. auch die Pollen.

Also nichts Genaues weis man nicht....

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apfelmännchen 07.03.2019, 14:56
54. Die Lobbyarbeit der Dieselhersteller ist nach hinten losgegangen

Der 40Mikrogramm EU-Grenzwert beim NOx war bereits ein Kompromiss aus Auswirkungen auf die Gesundheit und den technischen Möglichkeiten der Dieselhesteller. Das haben die Dieselhersteller damals bei Festlegung dieser Grenzwerte ausnahmslos akzepziert.

Da diese Hersteller die Einhaltung der EU-Grenzwerte mehrheitlich in betrügerischer Weise nur auf dem Prüfstand vorgetäuscht haben, wurde das Ziel dieser EU-Grenzwerte - drastische Reduktion der NOx-Belastungen an den Hauptstraßen - nicht erreicht.

Da jetzt, nachdem dieser unglaubliche Betrug durch moderne mobile Meßgeräte aufgedeckt werden konnte, diese Hersteller mit einer ebenso unglaublichen Chuzpe NOx für harmlos und die Grenzwerte als zu niedrig deklarieren wollten, kam die Reaktion die Mediziner mit Unterstützung der WHO folgerichtig.

Ja, die Überprüfung der Grenzwerte war notwendig. Die Gesundheit der Bürger an den vielbefahrenen Straßen geht vor. Ergebnis: 40 Mikrogramm sind bereits zuviel. Sowas passiert eben, wenn gewisse Hersteller glauben, sich die Gesetze passend verbiegen zu können.

Wann kommt die Einsicht, dass Nachrüstfilter billiger und besser sind als Heerscharen von Anwälten, Lobbyarbeit, Parteispenden, gekaufte Ärzte und Verlust an Ansehen? Wieviele Jahre dauert das wohl noch? Bis alle Diesel unter Fahrverbote fallen?

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guidomuc 07.03.2019, 14:59
55. Sie verkennen da was

Zitat von marcwilmots
Sie dürfen selbst Alkohol trinken, aber Niemanden gegen seinen Willen zwingen das zu tun. Das ist doch gut und nachvollziehbar. Sie dürfen auch ihren Diesel starten und sich hinter den Auspuff legen, nur halt nicht in unbegrenztem Maße dort wo sie anderen Menschen schaden. Die Schädlichkeit für sich dürfen Sie abwägen, die für Andere nicht (Ich rate, die wäre Ihnen egal). Der Unterschied ist doch sehr deutlich und nachvollziehbar. Genau das Gegenteil ist richtig, ein Grundsatz würde verletzt, wenn die Anwohner nicht geschützt würden.
Ich wohne selbst in einer betroffenen Gegend, seit über 20 Jahren, die Luft ist dort kontinuierlich viel besser geworden. Und nun möchte ich einfach nur gerne wissen, aufgrund welcher neuen Erkenntnisse ich und meine Nachbarn jetzt plötzlich ungebeten vor Stickoxiden geschützt werden. Welcher Schaden entsteht, wenn nichts passierte? Übrigens ist nachweislich die Mehrheit meiner Nachbarn gegen diesen Schutz. Ist das dann eigentlich noch demokratisch? Und was ist nun mit der Rechtssicherheit bzgl. der Nutzung meines Fahrzeugs? SPON Kolumnist Thomas Fischer, bitte übernehmen Sie.

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Besserwissser 07.03.2019, 15:04
56. Und mit dem Benziner kann das genauso passieren

Zitat von twike-fahrer
Wollte neulich mit unserem Diesel eine Leiter transportieren. Die Heckklappe ging nicht mehr zu.Kein Problem dachten wir, sind ja nur drei Ortschaften, rund 12 km. Nach drei Kilometern hielten wir trotz geöffneten Fenstern und Gebläse auf voller Stufe an. Nach kurzer Pause drehten wir um. Zu Hause angekommen hatte meine Frau danach zwei Tage Kopfschmerzen und uns beiden war längere Zeit elend zu Mute. Seit diesem unfreiwilligen Selbstversuch brauchen wir keine Debatte mehr über Grenzwerte. Fahrzeuge und Häuser brauchen bei uns künftig keinen Auspuff oder Schornstein mehr.
Ausserdem haben sie in Ihrem Selbstversuch auch quasi eine Atemmaske aufgesetzt und diese and den Auspuff angeschlossen auch wenn ihnen das offenbar nicht bewust war. Die Unterdruckverhältnisse die bei Fahrt mit geöffneter Heckklappe auftreten haben nämlich genau diesen Effekt

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apfelmännchen 07.03.2019, 15:26
57.

Zitat von guidomuc
Ich wohne selbst in einer betroffenen Gegend, seit über 20 Jahren, die Luft ist dort kontinuierlich viel besser geworden. Und nun möchte ich einfach nur gerne wissen, aufgrund welcher neuen Erkenntnisse ich und meine Nachbarn jetzt plötzlich ungebeten vor Stickoxiden geschützt werden. Welcher Schaden entsteht, wenn nichts passierte? Übrigens ist nachweislich die Mehrheit meiner Nachbarn gegen diesen Schutz. Ist das dann eigentlich noch demokratisch? Und was ist nun mit der Rechtssicherheit bzgl. der Nutzung meines Fahrzeugs? SPON Kolumnist Thomas Fischer, bitte übernehmen Sie.
Ihre Aussage: In unserer betroffenen Gegend ist die Luft kontinuierlich besser geworden", trifft eben leider nicht auf die meisten vielbefahrenen Straßen und nicht in dem Maße zu, wie es durch die Verschärfung der EU-Grenzwerte erwartet wurde. Den Grund kennen wir: die Diesel halten die EU-Grenzwerte auf der Straße leider bei Weitem nicht ein.

Die WHO ist keinesfalls der Meinung dass "durch NOx nichts passierte". Lesen sie deren "neuen Erkenntnisse."

Was die "Rechtssicherheit der Nutzung ihres Fahrzeugs" angeht: klären sie das mit ihrem Hersteller. Der hat betrogen und nicht etwa die WHO, die DUH oder die Gerichte, die Fahrverbote verhängen.

Übrigens: wenn sie glauben, dass eine Mehrheit eine Minderheit vergiften dürfe, unterliegen sie nachweislich einem Irrtum.

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Harald Schmitt 07.03.2019, 15:32
58. Schwachsinn

Es ist doch allgemein erwiesen, dass nicht alle Asthmakranken an den meist befahrensten Kreuzungen dieser Republik leben! Am Arbeitsplatz sind 950 Mikrogramm NOx, 8 h am Tag, 40 h die Woche zugelassen!
In den Nebenstrassen sind die Werte schon vielniedriger!
Also was soll der Mist direkt am Auspuff der Autos zu messen um dann zu suggerieren, dass diese Messwerte dann für die ganze Stadt gelten?!
Letztens war wieder eine Reportage bei Frontal21 wonach die Kamine mit Holz befeuert mehr Feinstaub ausstossen als alle Stinkediesel zusammen und die auch wegen der geringen Partikelgröße viel schädlicher sind.
Die Einflüsse auf die Gesundheit sind doch auch nur geschätzt aufgrund vermuteter Annahmen.
An irgendetwas muss der Mensch ja schliesslich sterben. In einer keimfreien Blase aufzuwachsen ist debei nicht die Lösung.
Es sterben jährlich mehr Menschen an Alkohol, Tabak, Grippe und Krankenhauskeimen. Da kann man auch mal anfangen.
Wenn man dann noch den Wahnsinn sieht bei z.B den Bussen wo Elektrovarianten das 5-6 fache kosten, da kann man auch Dieselbusse kaufen und mehr davon losschicken um die Strassen zu entlasten!

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kmgeo 07.03.2019, 15:34
59.

Zitat von guidomuc
Ich wohne selbst in einer betroffenen Gegend, seit über 20 Jahren, die Luft ist dort kontinuierlich viel besser geworden. Und nun möchte ich einfach nur gerne wissen, aufgrund welcher neuen Erkenntnisse ich und meine Nachbarn jetzt plötzlich ungebeten vor Stickoxiden geschützt werden. Welcher Schaden entsteht, wenn nichts passierte? Übrigens ist nachweislich die Mehrheit meiner Nachbarn gegen diesen Schutz. Ist das dann eigentlich noch demokratisch? Und was ist nun mit der Rechtssicherheit bzgl. der Nutzung meines Fahrzeugs? SPON Kolumnist Thomas Fischer, bitte übernehmen Sie.
Ihre Argumentation verkennt den Sinn von Demokratie, die nicht "Herrschaft der Mehrheit" bedeutet. Wenn also 51 % Ihrer Nachbarn gegen den Schutz sind, dürfen 49 % leiden? Was ist mit Kindern? Was ist mit Vorerkrankten? Haben Sie keine Empathie - außer für Ihre Auto?
Die Rechtssicherheit bzgl. der Nutzung Ihres Autos wurde durch die Hersteller gebeugt, die ja betrogen haben. Erste Hinweise auf eine entsprechende juristische Bewertung (Schadensersatz, Wandlung) gibt es ja - nur drängt sich hier der Eindruck auf, die Verkehrs/Autopartei CSU würde Einfluss auf Richter nehmen....

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