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ADHS: Hamburger Kinder bekommen am meisten Methylphenidat
DPA

Trauriger erster Platz für Hamburgs Schulkinder: Im Bundesvergleich schlucken sie am meisten Medikamente gegen das Zappelphilipp-Syndrom ADHS, so der Verband der Ersatzkassen. Rheinland-Pfalz und Bremen belegen Platz zwei und drei. Kritiker beobachten die Entwicklung mit Unbehagen.

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coopms 31.07.2013, 20:14
20.

Zitat von dr.u.
Ok, es werden zunehmend immer mehr Dosen Methylphenidat verschrieben und immer öfter ADHS diagnostiziert. Aber warum? Sind die Kinder wirklich Zappeliger und unruhiger? Dann sollte man nach den Ursachen forschen; mit Hoch-/Nachdruck!! Reagiert die Gesellschaft empfindlicher auf Kinder und will sie ruhigstellen oder dass sie besser "funktionieren"? Läßt sich ADHS heute besser diagnostizieren als vor 30-40 Jahren und war immer schon präsent aber unerkannt? Die Kinder mit Drogen zu sedieren kann jedenfalls keine Dauerlösung im Sinne der Betroffenen sein.

Es geht doch nicht um eine Lösung. Es geht ums Geschäft.

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coopms 31.07.2013, 20:19
21.

Zitat von willgence
an einen seiner Gäste (einen Kinderpsychologen) - sinngemäß: Was tun sie, wenn sie im Gespräch merken, dass das Kind eigentlich völlig ok ist, aber die Eltern einen an der Klatsche haben? Die Antwort: Da kann ich gar nichts tun, ich bin ja Kinderpsychologe. Und wenn die lieben Eltern bei einem Arzt /Psychologen das gewünschte Medikament nicht bekommen, gehen sie zum nächsten und irgendwann läßt sich einer breitschlagen und das Kind wird behandelt - statt der Eltern! Wo waren die AHDS-Kinder früher? Gab es keine? Wurden die Kinder damals noch erzogen und nicht "diskutiert"? Irgendwas lief früher wohl anders . . . aber vielleicht gab es nicht so viele Elternratgeber, die die Eltern von ihrer instinktiv richtigen Erziehung abgebracht haben, die aber eben ein ständiges Beschäftigen mit dem eigenen Nachwuchs mit sich bringt - man kann nicht alles in der KiTa hinbekommen . . .
Früher waren das einfach lebhafte Kinder.

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evelknievel 31.07.2013, 20:19
22. optional

Bei all dem Ritalin-Gebashe darf man eben auch nicht jene Kinder vergessen, denen dieser Wirkstoff eine normale Teilhabe am Schulunterricht und damit eine ihren Fähigkeiten angemessene berufliche Zukunft ermöglicht. Die Eltern dieser Kinder erhalten dann von irgendwelchen Esoteriktanten dumme Ratschläge zu zuckerarmen Ernährung, von Ostalgikern und konservativen Opas einen Früher-war-alles-besser-Monolog oder bevorzugt von Kinderlosen eben einen Vorwurf sie würden ihre Kinder ruhigstellen wollen.

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thoreaukrates 31.07.2013, 20:27
23. Obacht, wen man zitiert

Zitat von mischpot
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=690 --- --- und die Pharmazie verdient hoffentlich weiter daran. Und die überlasteten Pädagogen haben eine Ausrede. Die einzige Frage die sich stellt wieso verdummen Menschen immer mehr und damit sind nicht die Kinder gemeint.
Ihre o.g. Quelle (zeit-fragen.ch) wird von Erika Vögeli geleitet. Diese war Mitglied im VPM, einem Verein, den ein Schweizer Gerichtsbeschluss als "totalitär" und "Psychosekte" bezeichnet hat. Lesenwert hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Verein...nschenkenntnis

Teilen Sie diese Weltsicht? Und unterlassen Sie bitte dieses abfällige "diese Hamburger", nur weil diese Stadt etwas libertärer erscheint als andere.

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coopms 31.07.2013, 20:28
24.

Zitat von polltroll
"In den 1970er Jahren hat man im Westen verächtlich in den Osten gezeigt-was die da mit den Kindern machen- heute machen wir es selbst so und meinen, dass das gut so ist." Hm... also damals im Osten gabs auch kein ADHS, aber es gab auch keine Kinderpsychologen an jeder Ecke und Ritalin kannte auch kein Mensch. Da ist sie wieder die Frage: Was war zuers da? Das Huhn oder das Ei? :-) Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber das alles klingt nach einem neuen gesellschaftl. Problem! Vielleicht sollte man den Kindern einfach mal wieder mehr zuhören und sie nicht mit medialer Dauerbeschallung versuchen ruhig zu stellen? Das wäre meine Idee dazu. Ich kann natürlich auch falsch liegen... ;-)
ADHS gibt es. Aber nicht so häufig wie diagnostiziert.
Da muss ich mir nur die Kinder in meinem Bekanntenkreis ansehen.
Aus dieser kleinen, persönlichen Stichprobe ziehe ich sogar noch einen weiteren Schluss: je mehr die Eltern, vor allem die Mütter, auf das Kind fixiert sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für vermeintlich ADHS und tatsächliche Allergien.

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thoreaukrates 31.07.2013, 20:33
25. Jaja, früher war alles besser...

Zitat von coopms
Früher waren das einfach lebhafte Kinder.
Die man gern mit ner Tracht Prügel ruhig gestellt und auf die Sonderschule verschoben hat. Oder gern auch gleich ins Heim.

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coopms 31.07.2013, 20:37
26.

Zitat von P.Delalande
Ich weiß zumindest was bei mir anders lief. Mittags war die Schule aus, dann gab es Zuhause Mittagessen, danach wurden Schularbeiten gemacht und dann ging es raus...Sommer oder Winter, Regen oder Sonnenschein, vollkommen egal...und da wurde getobt, gerannt, Fußball gespielt, Radrennen veranstaltet, etc... Wenn wir abends wieder nach Hause kamen, waren wir erledigt.
Ja, aber wir hatten auch ein paar neue Schrammen. Oder Platzwunden oder nen Armbruch usw. Die Mütter, die ich heute kenne, würden ihre kleinen Prinzen und Prinzessinnen niemals einen Nachmittag allein mit anderen Kindern lassen. Und wenn die dann auch noch verbeult nach Hause kommen, geht der Spass erst so richtig los.
Nach den Massstäben heutiger Eltern hätten wir Heute 40 jährigen nie das 14. oder 15. Lebensjahr erreichen dürfen. Und unsere Eltern waren alle Rabeneltern.

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thinkntalk 31.07.2013, 20:37
27. falsche und antiquierte Diagnostikmethoden

solange man ADHS nur am Verhalten fest macht und nicht das Organ betrachtet, welches wohl am stärksten bei der ADHS beteiligit sein dürfte, so lange wird sich an der Fehleinschätzung nicht viel ändern. Wieso gibt es so wenig Neurologen, Kinder- und Jungendpsychiater, die eine sogenannte quantitatives EEG-Untersuchungen durchführen und sich so ein deutlicheres Bild von der Situation machen. Es gibt sie die biologischen Marker für ADHS und es ist möglich damit zu unterscheiden, ob es eher ein systemisches Problem ist, oder eben doch das Gehirn ist, welches eine Fehlregulation aufweist. Das EEG kann hier deutlich mehr: es kann mit der Störung korrelieren (z.B. zeigen sich bei ADSlern signifikant häufig hohe Amplituden von z.B. Theta) und zugleich mittels Training oftmals eine entscheidende Verbesserung der Gesamtsituation herbeiführen. Diese Methode heißt dann Neurofeedback und ist eine echte Alternative zur Behandlung mit Medikamenten. Als jahrelang praktizierender Kliniker weiß ich um die Wirkungen und kenne die Diskussion in- und auswendig. Immer wieder wird auf fehlende Studien verwiesen und von allen möglichen Seiten kritisiert. Dabei kommt die Kritik immer von denen, die keine Ahnung von der Methode haben, schon gar keine klinische Erfahrung in dem Bereich. Dabei spricht man schon längst von der Psychophysiologie und den sogenannten Biomarkern. Keine Modeerscheinung, sondern ein durch wissenschaftliche Methoden evaluiertes Verfahren. Also erst das Gehirn anschauen - dann braucht man in der Regel keine Diagnose. Die ist an sich völliger Unsinn. Denn wenn man wie ich schon tausende EEGs betrachtet hat, dann hat man irgendwie das Gefühl, dass dem Gehirn egal ist, wie wir eine Störung nennen. Es gibt im Gehirn sowieso nur Aktivierungsmuster, welche ganz einfach ausgedrückt zu viel oder zu wenig Aktivität anzeigen. Durch operanted Konditionieren von Hirnwellen lassen sich diese Muster jedoch beinflussen und letztlich damit auch die Symptomatik. Einfach im Prinzip - aber oftmals erstaunlich wirksam in der Anwendung. Die britische Hirnforscherin Aditi Shankardass bringt mit ihrem wirklich hörens- und sehenswerten Vortrag die ganze Misere des nicht Hinschauens zum Ausdruck. http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&cad=rja&v ed=0CEIQtwIwAg&url=http://www.ted.com/talks/aditi_shankardass_a_second_opinion_on_learning_dis orders.html&ei=91j5Ua3_CoKM4ATP0ID4DQ&usg=AFQjCNFY RP7bccZyqoR_bWnRHVFBslg3hQ&sig2=VmZYFQZUo9nhMRC1Di QD7g&bvm=bv.49967636,d.bGE

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coopms 31.07.2013, 20:39
28.

Zitat von Kanzleramt
Das wird die erste Generation, die nichts Neues machen wird und will, die nicht ihre Elterngeneration in Frage und Kritik stellen wird. Unkreativ, ideenlos. Ohne eine eigene, selbst entwickelte Meinung und ohne eigene Ideale. Ohne Fähigkeit über den eigenen Tellerrand zu schauen. Unfähig für Veränderungen. Gleichförmiges, angepasstes, ruhiggestelltes Arbeits- und Schlachtvieh. Ängstliche Lämmer. Ich hoffe, ich habe Unrecht.
Du hast schon für unsere Generation Recht.

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_karlsson_ 31.07.2013, 20:39
29. optional

"Kritiker betrachten die Entwicklung mit Unbehagen"...ist das euer Ernst leibe SPIEGEL-Redaktion?
Weitere Vorschläge: "Befürworter befürworten die Entwicklung"; "Verunsicherte Eltern sind unentschlossen" oder "Affen betrachten die Entwicklung mit Banane in der Hand, SPON auch."

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