Forum: Gesundheit
Ärzte bezweifeln Sinn von Grenzwerten: Der Feinstaub-Wirbel
imago/Bernd Friedel

Fahrverbote müssen sein, denn der Feinstaub in der Luft gefährdet die Gesundheit: So argumentieren Umweltschützer und Experten. Jetzt sagen Lungenfachärzte: Das sei doch gar nicht bewiesen. Wem soll man glauben?

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a.maniac 23.01.2019, 17:09
60. Interessant...

Ausgerechnet jetzt werden mal eben "Experten" aus den Hut gezaubert. Wo waren diese, als die Grenzwerte vor über 10 Jahren beschlossen wurden?

Für mich sieht es so aus, als wären diese "Experten" entsprechend bestellt worden.
Wäre ja nicht das erste mal...
Auf jeden Fall knallen gerade bei der Automobilindustrie gerade die Sektkorken...

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5b- 23.01.2019, 17:10
61. Mündigkeit und Kompetenz

Die Politik benötigt mehr wissenschaftliche Kompetenz. Wir müssen unsere Aufmerksamkeit der Wichtigkeit nach verteilen. So ist die ganze Geschichte mit dem Dieselskandal eigentlich überhaupt nicht wichtig.

Es wurden recht willkürlich Grenzwerte festgelegt aber deren Einhaltung nicht ernsthaft überprüft. Die Hersteller haben dann, nach den gegebenen Möglichkeiten, die Grenzwerte der Attraktivität ihrer Produkte und der Kosten wegen umgangen. Dann hat man das festgestellt und muss das nun angemessen behandeln. Warum muss man darüber so viel berichten? Wenigstens innerhalb der EU sollte es klar sein, wie man damit umgeht. Da staatliche Organe bei der Überprüfung versagt haben, sollte die Zulassung von angemeldeten Autos bestehen bleiben. Neue Autos müssen den Regeln, deren Einhaltung besser kontrolliert wird, entsprechen. Fertig. Man wartet zehn Jahre und die gemessenen NOX Werte sollten passen. Es erledigt sich von alleine.

Dass die Auswirkungen von Stickoxiden und Feinstaub unzureichend untersucht sind um genau zu wissen, wie schädlich sie wirklich sind, war von vornherein klar. Immer wenn eine Statistik von hochgerechneten, nicht gezählten, Toten spricht, muss man äußerst vorsichtig sein, wenn man die Zahl einordnen will. So sollte man wenigstens die in ordentlich vollzogenen Studien angegebene Ungenauigkeit benennen und immer vermerken wer die Studie in Auftrag gab und wer sie durchführte. Man muss immer auf mögliche Vorurteile/Tendenzen (Bias) achten. Hat der Auftraggeber ein bestimmtes Ziel? Wie beeinflusst die Motivation des Auftraggebers die Vollzieher einer Studie? Wie aussagekräftig ist das Ergebnis?

Was viel wichtiger ist als NOX und kleine Partikel, ist der CO2 Ausstoß. Und der ist zumindest im vergangenen Jahr durch weniger Dieselautoneuzulassungen angekurbelt worden. Stickoxide und Feinstaub wirken kurzfristig da wo sie entstehen. Treibhausgase wirken weltweit und langfristig.

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jla.owl 23.01.2019, 17:15
62. wie auch immer...

...lieber mal ein Grenzwert zu niedrig als zu hoch angesetzt... abet die Frage, wo gemessen wird ist da schon relevanter... Grenzwerte wurden auf Dauerexposition festgelegt... und wer steht 24/7 an einer Kreuzung, an einer stark befahrenen Strasse?... eben, genau, niemand... Messungen in Wohnungen ergeben bei fehlenden sonstigen Quellen wesentlich noedrigere Werte...

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robbery 23.01.2019, 17:18
63. Also ich lese

für feinstaub gibt es wissenschftliche Erkenntnisse und für NOx nicht. Was ist daran neu? Dies ist immer schon so angesehen worden, aber die Diskussion wurde unterdrückt, sogar einmal vor der Kamera bei Anne Will. Aber wenn wir uns verbessern wollen, auch gesundheitlich, sollten wir zumindest eine Erklärung fürs Problem kennen. Und das scheint nicht zu stimmen. Deshalb hat die CARB in US auch für 100ug/m3 plädiert. Das wäre doch ein gelungener Kompromiss? Oder?

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tomo1 23.01.2019, 17:18
64. Kosten-Nutzen Rechnung

"Insgesamt sind die Stickoxid-Emissionen laut UBA von 1990 bis 2016 von rund 2,9 Millionen Tonnen pro Jahr auf knapp 1,2 Millionen Tonnen zurückgegangen. Der Verkehr hat am meisten zu der Senkung beigetragen. Fahrzeuge stoßen heute deutschlandweit rund 67 Prozent weniger Stickoxide aus als 1990."

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/deutschland-50-000-verlorene-lebensjahre-durch-stickstoffdioxid-a-1197050.html

In ein paar Jahren haette sich das Problem sowiso erledigt. Zumal, wenn an den Brennpunkten (ganze Staedte, denn einzelne Strassen zu sperren erhoeht eher noch die Gesamtbelastung) ÖPNV und Lieferdienste, die anders als viele PKW ausschliesslich und viele Stunden taeglich an diesen Brennpunkten unterwegs sind umgeruestet werden. Es ist halt sinnvoller, einen Bus, der den ganzen Tag in Stuttgart rumfaehrt z.B. auf Gas umzuruesten, als hunderte PKW, die nur gelegentlich und dann viel kuerzer in Stuttgart fahren.

Selbst wenn die 50000 verlorene Lebensjahre glaubhaft sind, sind zweistellige Milliardenkosten um dies zu vermeiden, also wenigstens 100,000 pro Lebensjahr, ineffizient. Die selben Mittel in eine gesuendere Ernaehrung oder Subvention von Sportangeboten gesteckt, wuerden deutlich mehr verlorene Lebensjahre vermeiden.

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Bosse 23.01.2019, 17:20
65. Endlich

Das entspricht genau dem, was ich schon letztes Jahr immer wieder in Diskussionen hier geschrieben habe. Da werden Erkrankungszahlen angeführt und damit argumentiert, dass Feinstaub und damit der Diesel schädlich ist, es gibt aber gar keine sauber geführten Langzeitstudien, die genau das untersuchen. Jede Interessengruppe sucht sich aus Morbiditäts- und Mortalitätsstatistiken immer nur das raus, was sie will. Die DUH tritt auch immer nur Werbewirksam mit Klagen auf, um neue Spenden und Beiträge einzustreichen. Lösungsansätze sind von der DUH nicht zu erwarten.
Und die erhöhte Sterblichkeit resultiert an viel befahrenen Straßen eben genau daraus, dass dort auch eher ärmere, Bildungsferne Bevölkerungsschichten wohnen, die zum größten Teil rauchen. Genau, dieses Klientel sehe ich jeden Tag in meiner Praxis. Sie rauchen 40 Jahre lang 30-40 Zigaretten pro Tag, aber der Lungenkrebs kommt ja neuerdings vom Feinstaub. Da ist uns ein Bärendienst von der DUH geleistet worden. Wie soll ich diese Patienten zum Nichtrauchen motivieren?
Klar sind Abgase nicht gesund. Aber Abgase von Benzinern sind auch nicht toll und können genauso einen Asthmaanfall auslösen, so wie das auch Duftstoffe und Reinigungsmittel machen können.
Im Übrigen kommen auch viele Patienten mit Atemwegserkrankungen vom Land und eben nicht nur aus Ballungsräumen.
Die 40 Mikrogramm als Grenzwert wurden willkürlich festgelegt. In der Arbeitsmedizin gibt es für den Arbeitnehmer ganz andere Grenzwerte für Feinstaub am Arbeitsplatz. Die Positionierung der Messstationen an den Straßen ist auch von entscheidender Bedeutung. Im Ausland stehen diese oft in einigen Abstand zur Straße. Warum wir das nicht genormt?
Ich würde mir auch eine Versachlichung der Diskussion wünschen. Leider werden immer wieder fragwürdige Fakten als Argumente von jeder Diskussionspartei angeführt. Das erhöht nicht gerade die Glaubwürdigkeit und danke die Akzeptanz.

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lpino 23.01.2019, 17:23
66. Zur Klärung

Seit etwa 15 Jahren ist bewiesen, dass bestimmte Feinstäube schädlich sind. Nicht nur für die Atemwege, sondern vor allem für das Herz-Kreislauf-System.

Bereits wenige Stunden nach einer erhöhten Feinstaubbelastung (PM 2.5 und kleiner, etwa aus Verbrennungsmotoren) kommt es zu einem Anstieg von Herzinfarkten, da in den Herzkranzgefäßen akute und chronische Entzündungsreaktionen provoziert werden. Die entsprechenden Studien dazu sind frei zugänglich, unter anderem über die American Heart Association.

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carlitom 23.01.2019, 17:24
67.

Zitat von merkur08
Die Frau hat sich extra für das Foto die Schutzmaske vor das Gesicht gebunden und nach dem Foto wieder ausgezogen. Seriöser Journalismus sieht anders aus. Nichts dazu gelernt.
Naja, jeder ist ja wohl auch genau davon ausgegangen, da man in unseren Breitengraden nie jemanden mit Schutzmaske auf der Straße sieht. Das wird ja wohl ein Symbolfoto sein. Das ist sehr wohl seriöser Journalismus.

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shotaro_kaneda 23.01.2019, 17:26
68.

Die vorgetragenen Argumente lassen sich aber scheinbar nicht widerlegen, bin ich mir ziemlich sicher, dass Spon sonst entsprechende Widerlegungen gefunden hätte oder Ärzte, die den Argumenten widersprechen.

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Schartin Mulz 23.01.2019, 17:28
69. Die Fahrverbote

haben doch mit dem Feinstaub überhaupt nichts zu tun.
Da geht es doch um die Stickoxide.
Sollte man schon auseinanderhalten.
Dass über den Grenzwert diskutiert wird, finde ich allerdings gut. Diese Zahl 40 wird ja von einigen wie ein Evangelium behandelt. DIe glauben wirklich, sie fallen tot um, wennd er Wert auf 41 steigt.

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