Forum: Gesundheit
Ärzte-Debatte: Ist Übergewicht eine Krankheit?
Roos Koole/ Moment Open/ Getty Images

In Großbritannien diskutieren Mediziner, ob Übergewicht zur Krankheit erklärt werden soll. Was dafür spricht - und was dagegen.

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Him 24.07.2019, 08:56
30. @Postwachstumsökonom #14

Es ist Aufgabe der Eltern, den Kindern beizubringen, was gesund oder ungesund ist. Warum soll immer die Schule alles regeln? Und Japan als Vergleich heranzuziehen, die eine komplett andere Ernährungsform (Fisch, Reis etc) haben als wir...naja.
Lösung wäre zum einen Gemüse von der MwsT zu befreien, also günstiger zu machen und im Gegenzug je Gramm Zucker eine Zusatzsteuer zu erheben, um ungesundes Zeug möglichst teuer zu machen. Zudem muss Fleisch endlich richtig teuer werden und alles, was nicht BIO-Fleisch ist, gehört verboten! Über den Geldbeutel kann man vieles regeln, ABER ich schätze die Lebenmittelindustrie wird dann recht schnell einschreiten und dann war es das....zudem ist auch die Pharmaindustrie nicht interessiert an einer gesunden Gesellschaft, von daher bleibt das wohl leider Wunschdenken

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nimby 24.07.2019, 08:57
31. Schieb den Wal...

zurück ins Meer! Bin gerade an der Ostsee und muss dieses Lied von Fanny van Dannen ständig pfeifen. Überall nur stolze Wanzt-Träger und andere walartige.
Oder durchtrainierte Influencer. Gibt scheinbar nur noch extreme Körperformen.

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DerBlicker 24.07.2019, 09:02
32. das ist doch Selbsttäuschung

Jeder ist für sein Gewicht selbst verantwortlich, niemand nimmt zu, wenn er nicht mehr Kalorien zu sich nimmt, wie er verbrennt, das besagt allein der Energieerhaltungssatz. Es genügt ein Blick in den Einkaufswagen von übergewichtigen Menschen und das Problem ist erkannt, dort liegt oft die doppelte und dreifache Menge von dem, was normalgewichtige Menschen kaufen, und dann auch noch vor allem ungesund, also Chips, Süßigkeiten und Limonade. Wer bitte soll also am Übergewicht schuld sein, wenn nicht diese Personen, die das Zeug in rauen Mengen kaufen und verkonsumieren?

Es käme ja auch niemand auf die Idee, ein Drogensüchtiger wäre nicht allein verantwortlich für seinen Drogenkonsum. Jeder Erwachsene ist für das Verantwortlich, was er zu sich nimmt, sonst niemand,

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stefan7777 24.07.2019, 09:04
33. Die Energiedichte der Lebensmitel ist schuld?

Und dann "Dies kann aber nicht der Einzelne lösen". Hallo Leute was stimmt mit Euch nicht? Das Lebensmittel ist nicht verantwortlich für ein falsches Essverhalten.

Essen oder das Verlangen danach hängt nun mal von sehr vielen Faktoren ab. Zu dick zu sein, ist aber in 90% der Fälle ein Symptom.

Ernährung die eine Person dick macht, zB in Kombination mit zu wenig Bewegung, ist auch ein Symptom. Oft von Unzufriedenheit, mangelnde (Ernährungs--) Bildung, Physische oder/und Psychische Ursachen etc. pp.

Der angedeutete Coaching Ansatz ist eine sehr guter und erfolgreicher dazu! Es braucht Zeit um sein Essverhalten zu verstehen und zu verändern, sich selbst also zu konditionieren.

Für Leute die keine Zeit haben empfehle ich persönlich, Kurzzeitfasten und/oder Intervallfasten. Darauf kann man sich sehr gut selbst konditionieren!

Der Oberhammer ist aber in diesem Artikel der Autor, der versucht Interessenkonflikte der Pharmaindustrie zu verharmlosen!!!!

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Sibylle1969 24.07.2019, 09:14
34. @1 niteftef

So einfach ist es nicht. Neben dem eigenen Verhalten gibt es Faktoren, die man als Betroffene nicht beeinflussen kann: die eigenen Gene, die Hormone und die Darmflora. Ich treibe extrem viel Sport, fahre 5000 km jährlich mit dem Rad, mache Krafttraining, habe einen guten Wert bei der Muskelmasse. Dennoch habe ich seit Beginn der Wechseljahre 10 kg zugenommen, ohne dass ich das verhindern konnte. Mein Sportprogramm habe ich deutlich ausgeweitet, ernähre mich gesund, aber die Hormone machen mir einen Strich durch die Rechnung. Zum einen sorgt der Östrogenüberschuss während der Wechseljahre für Gewichtszunahme, zum anderen wurde bei mir eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert, eine Autoimmunerkrankung, die mit einer Schilddrüsenunterfunktion einhergeht und die vor allem Frauen jenseits der 40 betrifft. Wenn Sie eine funktionierende Methode haben, mit der ich meine 10 kg Übergewicht dauerhaft loswerden kann, dann her damit. Aber kommen Sie nicht Tipps wie *einfach weniger essen*, denn die funktionieren nachgewiesenermaßen nicht.

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Berufsschullehrer 24.07.2019, 09:17
35. Ich bin übergewichtig...

...und ja, ich bin selbst Schuld.

Ich habe während des Studiums mit dem Sport aufgehört und immer ungesünder gegessen. Jedes Jahr sind so immer ein paar Kilo (3-4 kg) dazugekommen. 10 Jahre später hatte ich (gefühlt ganz plötzlich) 40 kg mehr auf der Waage.

Wie viele übergewichtige Menschen hatte ich zwar die Gewichtszunahme auf der Waage registriert und natürlich auch, dass ich immer größere Kleidung kaufen musste. Im Spiegel gesehen habe ich aber jahrelang nichts. Total paradox, aber bei krankhaftem Verhalten (und nichts anderes war es) eben auch nicht ungewöhnlich.

Sollte Übergewicht als Krankheit anerkannt werden. Nein! Prävention ist gut und schön, aber nicht zwingend hilfreich. Ich wusste immer, dass mein Essverhalten ungesund ist. Und ich weiß theoretisch auch, wie ich essen müsste, damit es besser wird.

Im Grunde ist es häufig, was hier schon genannt wurde. Der innere Schweinehund.

Wenn man dann noch einen Vollzeitjob und Kinder hat, wird es nicht zwingend besser. Wenn dann der Partner beim Versuch besser zu essen nicht mitzieht, wird es fast unmöglich.

Am Ende habe ich auf der Arbeit Stunden reduziert, um zum Sport gehen zu können. Das kann sich aber eben auch nicht jeder leisten. Auch mein Essen versuche ich zu verbessern, aber das ist schwer, wenn der Mann auf dem Rückweg von der Arbeit auch dem inneren Schweinehund erliegt und Pizza oder Gyros mitbringt.

Ich versuche mich hier mehr und mehr durchzusetzen. Denn wir haben Kinder (die zum Glück noch normalgewichtig sind und sich sehr viel und gerne bewegen) und denen gegenüber tragen wir doch auch Verantwortung.

Helfen würde mir vermutlich eine Art Therapie, die Ernährungsberatung, Umgang mit Stress und Sport kombiniert und wo ich über längere Zeit in diesem Prozess begleitet werde, bis sich meine Verhaltensweisen wieder normalisiert haben. Die Kosten hierfür wären vermutlich immer noch günstiger, als die Folgekosten der Folgeerkrankungen...

Bottom line: Die meisten von uns sind selber Schuld. Wir suchen Ausreden, um unser Verhalten nicht ändern zu müssen. Helfen würde uns vermutlich eine Verhaltenstherapie. Nur mit diesem Ziel würde ich Einstufung als Krankheit vermutlich helfen. Alles andere ist nicht nachhaltig.

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Malshandir 24.07.2019, 09:24
36. Haftung und Versicherungsfragen

Wenn Übergewicht eine Krankheit ist, hat es Ursachen, also die Lebensmittelindustriue, die dann in die Haftung genommen wird.

Weiterhin toll für Versicherung, die z.B. bei der Berufsunfähigkeit Übergewicht als Vorerkrankung einfach ausschliessen.

Arbeitgeber werden pülötzlich Probleme mit Kündigungen haben, weil die Leute ja krank sind.

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Interzoni 24.07.2019, 09:27
37. Politik muss gegensteuern:

Ampeln für Fett und Zucker, verbindliche Grenzwerte für Zuckergehalt in Getränken, Zucker hoch besteuern, Werbeverbot für Fastfoodketten (deren Produkte mindestens so schädlich wie Zigaretten sind), Werbeverbot für "Süßigkeiten"...

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sprecherah 24.07.2019, 09:37
38. Krankheit - jein man wird krank

Also, ich habe ca. 60kg abgenommen und denke ich kann hier ein bisschen mitreden. Ich finde Übergewicht ist keine Krankheit, nur man wird krank. Ich musste zum Beispiel Blutdruck Tabletten nehmen und hatte Wasser in den Beinen (eventuell durch die Tabletten). Jetzt ist alles normal. Übergewicht ist nur falsches Essverhalten.
Viele machen bei starkem Übergewicht, den Fehler, dass sie die Kalorien stark reduzieren und dabei viel Sport machen, dass ist meiner Meinung nach ein Fehler. Denn durch den vielen Sport stellt sich der Stoffwechsel um und der Körper kommt mit weniger Energie zurecht. Viele brechen dann nach ca. 4 Wochen ab, bewegen sich nicht mehr und essen wieder alles mögliche- der Effekt ist der jo Jo Effekt- also alles und noch mehr wieder drauf, das ist doch eigentlich logisch.
Das einzige was hilft, ist seine Essgewohnheiten umzustellen, viel Salat, viel Gemüse, wenig Brot (oder nur wenig Vollkorn) und auf keinen Fall Zucker, denn Zucker ist das schlimmste für den Körper.
Die Lebensmittelindustrie stopft uns voll mit Zucker und das macht krank und dick.
Das heißt man muss einfach sein Essen, seinen Lebensumständen anpassen. Man muss kein Hochleistungssportler werden oder sich im Fitnessstudio anmelden und dann nach kurzer Zeit nicht mehr hingehen, ein Spaziergang, keinen Fahrstuhl benutzen, nur ein bisschen mehr laufen, das reicht.
Denn 80-90 % ist Ernährung. Wenn ich natürlich immer meinem Körper mehr zu führe als er verbrennt, nimmt man logischerweise zu.
Das ist eigentlich nicht so kompliziert. Aber jeder muss seinen eigenen Weg finden, ich hatte für diese Erkenntnis auch Jahrzehnte gebraucht, aber halte mit der Methode schon 2 Jahre mein Gewicht.

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ohjeee 24.07.2019, 09:49
39.

Zitat von Newspeak
@1 "Niemand muss 1,90 m gross sein. Nicht umsonst sind alle Pygmäen klein. Es liegt in der eigenen Hand" Das ist natürlich überspitzt. Natürlich ist die individuelle Kalorienaufnahme entscheidend. Es macht aber doch z.B. einen Unterschied ob man schlank bleibt, weil einem nichts am Essen liegt, und man insbesondere kein wahnsinniges Hungergefühl entwickelt, oder ob man bei der gleichen Kalorienaufnahme genetisch und hormonell eine Gehirnchemie wie ein Süchtiger hat, inklusive Entzugserscheinungen. Es gibt genetisch bedingt grosse und kleine Menschen, und eben auch solche, die zu Über- oder Untergewicht neigen. Es gibt die, die schwer abnehmen und seltsamerweise auch die, die schwer zunehmen. Die leiden mitunter auch darunter, nur fällt das eben nicht auf. Deshalb könnte man trotzdem gesetzlich tätig werden. Eine Limonade muss nicht Hunderte Gramm Zucker enthalten. Auch alle möglichen anderen Speisen müssten das nicht. Das sollte man einfach verbieten.
Größe kann man nicht im Alltag beeinflussen. Den Bauchumfang schon. Ihr Beitrag ist nicht überspitzt, sondern Unsinn.
Ja, es gibt gute und schlechte Nährstoffverwerter und auch die (Schilddrüsen)Hormone tragen ihren Teil dazu bei. Aber mit Sport und Ernährung ändere ich (als Erwachsener) nicht mehr meine Größe. Und wer eben zu Übergewicht neigt, muss eben beim Essen mehr aufpassen, wenn man nicht mit einem BMI 35 umherlaufen will.

Ein Glas Limonade enthält nicht hunderte Gramm Zucker. Wer aber meint, das Zeug Flaschenweise in sich hinein zu leeren, braucht sich nicht über Pfunde auf den Rippen wundern. Es gibt auch entsprechende Light-Varianten, die keine Kalorien mit sich bringen.
Eine Packung Zucker muss auch nicht verboten werden, obwohl die zu 100% aus Zucker besteht! Verbiete Sie sich doch einfach selbst, die Zuckerbomben in den Einkaufswagen zu legen. Und Voilà! SIe sparen hunderte Kcal täglich durch Weglassen von zuckerhaltigen Getränken (und dazu gehören selbstverständlich auch Säfte und der Zucker im Kaffee/Tee).

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