Forum: Gesundheit
Ärzte: Krankenkassen fordern längere Sprechzeiten, auch am Wochenende
DPA

Ein Termin beim Arzt am Freitagabend? In den meisten Fällen ausgeschlossen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen drängen niedergelassene Ärzte nun, deutlich längere Sprechzeiten anzubieten.

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newline 20.12.2018, 14:52
10. Ich hätte gerne

einen Tag in der Woche, an dem die Praxis früher öffnet, z.B. für die Blutabnahme. Dann würde ich es noch ins Büro schaffen und müsste pro Blutbild nicht einen halben Tag Urlaub opfern. Alle Praxen im Umkreis öffnen erst um acht Uhr.

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fatherted98 20.12.2018, 14:52
11. Längere Öffnungszeiten....

Zitat von fliegender-robert
Das Budget der gesetzlichen Krankenkassen für die ambulante Versorgung durch die Ärzte ist fixiert. Die Patientenbehandlungen in den längeren Öffnungszeiten werden also vergütet mit Null Euro. Noch Fragen?
....heißt nicht mehr Arbeitsstunden....sondern die Praxis halt erst um 10.00 aufzumachen und dafür bis 20.00 Uhr offen zu halten (bei 2 Std. Mittagspause).

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t-alex 20.12.2018, 14:54
12. Da gibt's doch eine ganz einfache Lösung:

die Verwaltungs -Bürokraten der Kassen nur eine einzige Woche lang
das Arbeitspensum eines niedergelassenen Aztes erledigen lassen.
Dann ist der ganze Spuk schlagartig vorbei.

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nici_d 20.12.2018, 14:57
13.

Keine der drei am Anfang des Beitrags genannten "Krankheiten" bedürfen im Regelfall einer sofortigen Behandlung durch einen Arzt. Da sieht man mal, wie verweichlicht wir sind, wenn wegen Halskratzen, Husten oder normalem Fieber die Notaufnahme besucht wird. Im übrigen dürften die wenigsten Hausärzte Teilzeit arbeiten, das sind dann doch eher Hausärztinnen, die dann gleich eine ganze Kassenstelle blockieren.

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flyingpenguin 20.12.2018, 14:57
14. Reiner Populismus

Das versickern Millionen in den Bürokratiemonstern der Kassen, und die niedergelassenen Ärzte sollen trotz 60h-Wochen noch mehr Sprechstunden anbieten, die sie dank der Budgetierung gar nicht bezahlt bekommen?
Es wird Zeit, dass noch ein paar Kassen pleite gehen. Ich hoffe ja immer noch auf ein solidarisches Gesundheitssystem für alle. Dann könnte man im Konsens mit der Bevölkerung die Leistungen definieren und danach die Beiträge staffeln.

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steuerzahler1972 20.12.2018, 14:58
15. Ein Arzt hat kein Recht auf Freizeit und eigenes Leben, oder doch?

Wer glaubt, dass z. B. ein Allgemeinarzt außerhalb seiner Öffnungszeiten nicht arbeitet, der glaubt auch Gewerkschaften, der Kirche oder den Ankündigungen unserer Bundeskanzlerin (Mit mir wird es ... nicht geben).
Die Wahrheit ist doch, dass ein niedergelassender Allgemeinarzt neben den Öffnungszeiten z. B. auch Hausbesuche macht, Abrechnungen, Fortbildungen, Notdienst oder einfach auch nach den Öffnungszeiten noch behandelt. Das habe ich selbst schon sehr oft erlebt.
Bei den Fachärzten kommt oftmals noch das Behandeln von Patienten in Belegkrankenhäusern oder ambulante Eingriffe dazu. Hier besuchen die Ärzte die Patienten teilweise noch am Abend oder am Wochenende. Nur so kommt man als niedergelassener Arzt auf ein Gehalt, das einem Gehalt in einer Führungsposition der freien Wirtschaft entspricht.
Vorschläge, die jetzt gemacht werden haben folgende Auswirkungen. Immer mehr Ärzte spezialisieren sich auf Privatpatienten. Das habe ich schon bei der Behandlung meiner Kinder erlebt. Andere Ärzte lassen die Tätigkeit als Arzt in der Praxis hinter sich und gehen in die Pharmaindustrie, Forschung, als Betriebsarzt zu einem großen Industrieunternehmen oder ins Ausland.
Wer weniger arbeiten will und einen sicheren Job sucht geht zum MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen).
Wer dies nicht glaubt, kann sich ja mal direkt mit einem Arzt unterhalten. Das mache ich jeden Tag, wenn meine Frau zwischen 19 und 21 Uhr nach ihrer Arbeit (Ärztin) heimkommt.

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christian18 20.12.2018, 14:59
16. Facharzt - Termine im Ausland...

wie z.B. in GB, hier ist ein "Staatliches Gesundheitssystem" oder auch in den Niederlanden oder anderen europäischen Ländern,
hier sind die Wartezeiten auf einen Facharzt-Termin deutlich länger als in unserem Lande.
Bitte einmal hierzu diese Zeiten ermitteln und die Unterschiede darstellen, denn durch das "Zweiklassen System" in Deutschland erst können sich die Fachärzte die teuren Investitionen in Technik erst erwirtschaften, so meine persönliche Meinung.
Beim Facharzt wird durch die Krankenkassen deutlich weniger bezahlt, (nur pauschale Kosten, u.a. beim Orthopeten), vermutlich weniger als 40 Euro, egal wieviele Kontakte im Quartal, so dass sich diese sehr teuren Geräte nicht rechnen würden.
Nur wer will dieses denn vergleichen....?

Bei jeder Auto Inspektion / Reparatur werden deutlich höhere Stundensätze abgerufen,....ähnlich auch beim TÜV, Kosten für weniger als 30 Minuten, über 100 Euro.

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lord-crumb 20.12.2018, 14:59
17. Arbeitsschutz für Ärzte

Wenn ein Arzt 25 bis 30 Stunden Öffnungszeiten anbietet, bedeutet dies dass er pro Woche mindestens 30, eher 40 Stunden am Patienten arbeitet, da die innerhalb der Sprechstunde in die Praxis gekommenen Patienten in der Regel noch behandelt werden. Hier hinzu kommen regelmäßige verpflichtende KV Dienste in den Abendstunden und am Wochenende. Wenn das erledigt ist kommt der Dokumentations- und Verwaltungsaufwand, der nochmal mit mindestens Faktor 0,5 eher Faktor 1 zu buche schlägt. Am Ende stehen durchschnittlich 70 bis 80 Stunden pro Woche. Bei einem normalen Arbeitnehmer würde man jetzt von Arbeitsschutz sprechen. Bei einem Arzt verlangt man zusätzliche Arbeitszeiten. Schon erstaunlich. Privatleben dürfen Ärzte offensichtlich nicht mehr haben.

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t-alex 20.12.2018, 15:00
18. Wie oft müssen Sie zur Blutabnahme für ein Blutbild

Zitat von newline
einen Tag in der Woche, an dem die Praxis früher öffnet, z.B. für die Blutabnahme. Dann würde ich es noch ins Büro schaffen und müsste pro Blutbild nicht einen halben Tag Urlaub opfern. Alle Praxen im Umkreis öffnen erst um acht Uhr.
?

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Sonnenschein11 20.12.2018, 15:00
19. #1 und was auch nicht berücksichtigt wird ist

Dass die drei Minuten, die ein Arzt zur Diagnose bezahlt bekommt, noch eine Bürokratische Nacharbeit zur Folge hat. Ich habe in einem Bekannten und Verwandtenkreis einige Mediziner, wo ich mir nach so manches Gespräch sage: Zum Glück habe ich nie Medizin studiert. Weil in der für den Patienten ersichtliche Öffnungszeit noch Mal min. 3x so viel Zeit investiert werden muss, um die Briefe von den Krankenkassen zu beantworten, wo sich der Arzt rechtfertigen muss, warum er diese Behandlung für den Patienten gewählt hat und warum er diese Medizin verschrieben hat und nicht diese Pillen usw. Dann muss der Arzt seine Kosten stellen und einreichen usw. Sprich, so eine Woche hat locker 60h. Das viele noch in Krankenhäusern ihre Stunden leisten müssen, regelmäßig zu Schulungen und Vorlesungen usw. ja, so ein Job ist purer Stress, wenn man ihn ernst nimmt.
Und dann gibt es auch noch Zeitgenossen, die sagen, dass so ein Arzt zu viel verdient. Dass der Arzt aber selbstständig ist, seine Miete für die Praxis, die Gehälter und noch recht teure Medizinische Hilfemittel und Apparate zahlen muss, wird gerne unterschlagen.
Unterm Strich macht man wohl diesen Job nicht wegen Geld. Es ist die Mentalität anderen helfen zu wollen.
Ok, es gibt z.B. Zahnärzte, die denken etwas anders. Sehe ich, wenn ich zu meinem Zahnarzt gehe, wo mir eine Keramikkrone keine 200,-€ kostet, weil er sagt, ich mache diesen Job für meine Patienten und nicht für meine Villa. Er ist aber auch eine große Ausnahme. Andere nehmen für die selbe Krone 2000,-€.

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