Forum: Gesundheit
Ärztepräsident zur Sterbehilfe: "Wo ist der Unterschied zur Euthanasie?"
Monika Skolimowska/ DPA

Das Bundesverfassungsgericht wird das Sterbehilfeverbot in Deutschland voraussichtlich aufweichen. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery warnt bereits vor einer "Tötung auf Verlangen".

Seite 1 von 5
bstendig 08.05.2019, 16:19
1. Das ist ein äußerst schwieriges Thema

Natürlich haben wir hier in Deutschlanmd - immer noch geprägt durch die gängige Praxis in der NS-Zeit - unsere Probleme mit Sterbehilfe - ob aktiv oder passiv.

Und es gibt sicher gute Gründe,. dagegen zu sein. Auf der anderen Seite habe ic hin der Familie jetzt mehrere Fälle erlebt, wo das Sterben zur Qual wurde - nich nur für die Angehörigen, sondern in erster Linie auch für den Sterbenden.

Bei völlig klarem Verstand unmter unsäglichen Schmerzen vom krebs zerfressen zu werden, ist nicht gerade erbaulich. Wenn der Betroffene eigentlich dankbar wäre, wenn er das beenden könnte, wer will es ihm verwehren.

Wer erdreistet sich hier zu sagen "Das will ich nicht, das geht mir gegen die Ethik, Moral, Religion oder was auch immer". Ich hoffe, dass das Verfassungsgericht hier im Sinne der Betroffenen die bisherigen Regeln aufweicht. Wohl wissend, dass es sicher auch Mißbrauchsfälle geben kann. Aber die gibt es auch heute schon.
Mehr Rechtssicherheit für Ärzte und Angehörige wäre sicher wünschenswert.

Und allen, die so vehement dagegen sind, wünsche ich, dass sie weder als Betroffener noch als Angehöriger jemals betroffen sind. es ist nicht Verngügunssteuerpflichtig, glauben Sie mir.

Beitrag melden
Freidenker10 08.05.2019, 16:24
2.

Es ist eine bodenlose Frechheit Sterbehilfe mit Euthanasie zu vergleichen! Montgomery sollte sich umgehend bei den Opfern und Nachfahren der Euthanasie Opfern entschuldigen und seinen Mund halten! Auch kann ich es absolut nicht nachvollziehen wie man so grob faulend gegen die Sterbehilfe die ein rein humaner Akt und auf eigenen Wunsch geschieht ins Feld ziehen kann! Für mich hat sich Montgomery vollkommen disqualifiziert!

Beitrag melden
palla-manfred 08.05.2019, 16:28
3. Einmal Erlösung bitte - für todkrankes Tier beim Veterinär !?!

- es wird sediert, dann narkotisiert und schliesslich das finale Mittel gespritzt - bis zum Einschlafen habe ich den Kater gestreichelt, dann ging ich raus - Säugetiere dürfen von TierÄrzten "eingeschläfert" werden - den "Kleinen Tod" nennt man aber auch den Schlaf beim Menschen - am Ende der o.g. Prozedur fragte ich, ob ICH nicht bei eigenem, endgültigen Bedarf im Beisein von Anwalt/Notar ebenso "erlöst" werden könnte - ein SÄUGE-Tier bin ich aber auch ?!?

Beitrag melden
latrodectus67 08.05.2019, 16:38
4. Geschäftsmässig

Man stelle sich vor, wieviel Umsatz verloren ginge, wenn Todkranke nicht gegen ihren Willen bis zum letzten qualvollen Röcheln mit allen Mitteln am Leben erhalten werden. Und es sind natürlich die Nicht-Betroffenen die den Betroffenen befehlen und gebieten wie sie zu leben haben oder in diesem Falle zu sterben haben. Und gegebenfalls auch mal einfach den Betroffenen für unzurechnungsfähig erklären, ohne das Individuum überhaupt wahrzunehmen oder zu würdigen.
Es ist auch ein Geschäft Menschen gegen deren Willen am Leben zu erhalten. Oder sind die Behandlungen und Versorgungen kostenfrei? Nein, q.e.d.

Beitrag melden
götzvonberlichingen_2 08.05.2019, 16:42
5. Frechheit

Es ist eine absolute Frechheit das mit Euthanasie zu vergleichen. Schon das das eine freiwillig, das andere erzwungen ist, macht den Unterschied deutlich.
Hier wird mal wieder so getan, als ob hier ein paar gelangweilte Menschen um Sterbehilfe betteln. Anscheinend traut man den Menschen nicht zu selber zu entscheiden wann ihr Leben enden soll.
Vermutlich müssen die Bedenkenträger erst selber erfahren, wie es ist, qualvoll dahinzusiechen.

Beitrag melden
ThomasSturm 08.05.2019, 16:44
6. Merkwürdiges Kerlchen

Bin mal gespannt, was mein Doc so sagt, wenn ich ihn auf den offiziellen Vertreter seiner Zunft anspreche: kann der wirklich und ernsthaft den Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbestimmung nicht erkennen? ist der wirklich fachlich so ahnungslos, dass er meint, eine letale Giftdosis müsse intravenös verabreicht werden? - der Hammer ist aber die Aussage zur Pallativmedizin. Blödsinn darf ja jeder von sich geben - aber das hat mir dann doch auf den Blutdruck geschlagen. Hier werden Opiatdosen gegeben, deren Wirkung hart an der Grenze zum Organversagen liegen...und das ist auch verdammt noch mal gut so! - außer natürlich für den Doc, der seinem zunehmend schwächer werdenden Patienten nicht einfach die gleiche Dosis wie zu Anfang geben kann: Ärztepräsident. Ich fass' es nicht. Es sei denn, die Mediziner wählen zu ihrem Präsidenten einfach den aus ihrer Mitte, den sie auf keinen Fall in der Nähe von Patienten sehen wollen.

Beitrag melden
olli118 08.05.2019, 16:46
7. Heuchlerisch

Wird ein krankes Tier, das Qualen erleidet, nicht schmerzfrei eingeschläfert, gehen alle auf die Barrikaden. Tierquälerei! Grausame Tierhalter! Dabei fragt keiner das Tier nach seinem Willen. Menschen dagegen, die ohne Chance auf Heilung explizit den Wunsch äussern, ihr Leiden zu verkürzen, wird die Chance auf einen friedvollen, schmerzfreien selbstbestimmten Tod verweigert. Die immer wieder aufs Tapet gebrachte Palliativmedizin kann Schmerzen lindern. Aber je nach Krankheit eben nur bis zu einem gewissen Grad. Wenn man, wie ich, die krebskranke Mutter bei jeder noch so kleinen Bewegung vor Schmerzen hat brüllen hören - trotz Morphium, trotz wunderbarer Betreuung durch das Palliativteam, weiss, dass auch die beste Medizin an ihre Grenzen stossen kann. Natürlich darf nur der Patient selber entscheiden. Und es kann ja auch Regeln geben, in welchen Fällen Sterbehilfe geleistet werden darf (unheilbare Krankheit, unerträgliche Schmerzen). Unmenschlich ist nicht die Sterbehilfe. Unmenschlich ist es, einen todkranken, leidenden Menschen trotz expliziten Sterbewunsches elendig verrecken zu lassen. Und dass der Ärztepräsident sich dagegen ausspricht, ist ja nicht verwunderlich. Mit Todkranken kann man nämlich richtig viel Geld machen. Übertherapie ist viel häufiger als Sterbehilfe. Wer will schon die Hand abschneiden, die einen füttert....

Beitrag melden
Johannes3,16 08.05.2019, 17:05
8. Ich gebe ihm Recht

Ich muss dem Ärztepräsident Recht geben. Durch die rechtliche Möglichkeit der Sterbehilfe durch Ärzte wird ein großer Druck aufgebaut unheilbar Kranke zu "erlösen". Die Gefahren sind einfach zu groß. Es gibt Alternativen. Eine nahe Verwandte mit der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs, verbrachte die letzten Wochen in einem Hospitz. Sie konnte dort Schmerzfrei und friedlich einschlafen. Oft ist es für die Angehörigen schwierig das Leiden des Todkranken mitzuerleben.

Beitrag melden
Flugzeugfreak1 08.05.2019, 17:09
9. Human ja aber warum müssen wir Ärzte das machen

Zitat von Freidenker10
Es ist eine bodenlose Frechheit Sterbehilfe mit Euthanasie zu vergleichen! Montgomery sollte sich umgehend bei den Opfern und Nachfahren der Euthanasie Opfern entschuldigen und seinen Mund halten! Auch kann ich es absolut nicht nachvollziehen wie man so grob faulend gegen die Sterbehilfe die ein rein humaner Akt und auf eigenen Wunsch geschieht ins Feld ziehen kann! Für mich hat sich Montgomery vollkommen disqualifiziert!
Ich will niemanden Medikamente in tödlicher Dosis verabreichen. Der oberste Grundsatz der Medizin ist es, Schaden am Patienten zu vermeiden. Wer sich umbringen will kann das tun, da gibt es die gesamte Bandbreite der Natur und so, aber es sollte auf keinen Fall Medikamente brauchen, die ein Arzt in tödlicher Dosis verschreiben muss. Das ist meiner Meinung nach nicht mit dem Bild des Arztes vereinbar.

Beitrag melden
Seite 1 von 5
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!