Forum: Gesundheit
Ärztliche Behandlungsfehler: Zahl der Verdachtsfälle steigt
DPA

Rund 14.600 Mal gingen die Krankenkassen 2014 dem Vorwurf nach, dass Ärzten bei der Behandlung ein gravierender Fehler unterlaufen ist. In knapp 4000 Fällen bestätigte sich der Verdacht.

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harwin 20.05.2015, 13:49
1. Wen wunderts?

Wen wunderts, das sind die Folgen des Ärztemangels, und der Einsparwelle in Krankenhäusern. In Kliniken halten sich die wenigsten an vorgeschriebenen Arbeitszeiten. Ärzte haben oft extrem viele Überstunden, die Folgen von zu wenigerer Regeneration sind halt nun mal Fehler. Umso gravierender wenn Menschen von diesen Fehlern betroffen sind. Die Profitgier gehört außerdem nicht in den Gesundheitsbereich, Krankenhäuser sollten wie es mal war sich um die Gesundheit des Patienten kümmern, nicht mehr um den Profit den sie zu erwirtschaften haben. Back to the roots wäre meine Devise, so lässt sich viel Leid ersparen.

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FuxHQ 20.05.2015, 14:58
2. Überforderte Ärzte

Als Physiotherapeut stelle ich fest, das min. 50% der ärztlichen Diagnosen falsch sind, bzw. es sich nicht um Diagnosen handelt, was auf denn Verordnungen drauf steht. Das liegt an folgenden Gründen: die Ärzte haben nicht ausreichend Zeit für eine gründliche Untersuchung, dann verlassen sie sich zu sehr auf Bildgebendenverfahren. Und die ärztliche Ausbildung ist zu einseitig auf Pharmakologie ausgerichtet, so das sie die Patienten nicht angemessen klinisch Untersuchen können. Um ehrlich zu sein, ich hatte erst eine Heilmittelverordnung in den Händen gehalten, wo EXAKT drauf stand, was der Patient hatte und was zu tun ist. Sonst immer nur leere Phrasen. Da dem so ist, kann die Zahl im Artikel nicht stimmen. Sie ist viel, viel höher. Allein was ich an falschen Diagnosen und Fehlbehandlung im Jahr sehe, könnte ich zwei Bücher pro Jahr schreiben.

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hojas 20.05.2015, 15:01
3. Mit Ansage:

durch die Dienste arbeiten Ärzte pausenlos, wo man jeden LKW-Fahrer (zu Recht) schon lange aus dem Verkehr gezogen hätte. Da sich viele das nicht antun wollen, kommen dann ausländische Ärzte, die nicht einmal richtig verstehen, was die Patienten sagen.
Anekdote von vor ein paar Jahren: Ein Patient klagte nach einem Verkehrsunfall über Genickschmerzen. Der ausländische Arzt hat nichts kapiert und notierte auf dem Zettel 'Schmerzen im Knick' - so kann das nicht funktionieren!

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hojas 20.05.2015, 15:03
4. Und dann noch Hygiene

Zitat von harwin
Wen wunderts, das sind die Folgen des Ärztemangels, und der Einsparwelle in Krankenhäusern.
Dank der Sparwut wird noch an der Reinigung gespart, so dass nachweislich Türklinken, Toiletten oder Aufzugknöpfe wochenlang nicht gereinigt werden. Und dann wundert man sich, wenn sich reihenweise Patienten mit resistenten Keimen anstecken!

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gantenbein3 20.05.2015, 15:11
5. Es ist erschreckend...

...mit welcher Willfährigkeit sich viele Krankenhausärzte dem Diktat der Ökonomen, wie z.B. Roland Berger, beugen, die ihnen Behandlungsabläufe vorgeben, die an Fließbandarbeit erinnern.

Unter den in den Kliniken herrschenden Bedingungen sind Behandlungsfehler vorprogrammiert.

Dazu kommt ein fürchterlicher Verlust an Empathiefähigkeit, insbesondere bei vielen jungen ÄrztInnen, die kein Gefühl dafür zu haben scheinen, dass der Behandlungserfolg nicht nur von teuren Apparaten abhängt, sondern v.a. davon, was sie den PatientInnen an persönlicher Zuwendung zu geben bereit und in der Lage sind: nämlich so gut wie nichts.

Die im vermeintlichen Interesse an Kosteneinsparung immer weiter zunehmende Kommerzialisierung der Medizin ist ein erstklassiger Holzweg, der noch viele Menschen die Gesundheit und das Leben kosten wird.

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Der Doc 20.05.2015, 15:26
6. Ökonomie

Das passiert, wenn Betriebswirte in der Gesundheitsbranche das Sagen haben und wenn sie entscheiden, was ein Arzt zu tun und zu diagnostizieren hat. Wehrt sich der Arzt, wird er gefeuert und durch einen anderen ersetzt. Passieren Fehler, wie im Artikel genannt, haben die eigentlichen Verantwortlichen - nämlich die Betriebswirte - absolut nichts zu befürchten. Schöne neue Welt ... und wenn, wie im Beitrag zuvor, auch noch Physiotherapeuten anfangen Diagnosen zu stellen, dann weiß man, dass hier gewaltig was schief läuft.

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der_seher59 20.05.2015, 15:47
7. die Krankenkassen als Anwalt des Patienten ?

Das ich nicht lache. Meine Mutter ist an einem Behandlungsfehler gestorben. Die Krankenkasse musste ich zum Jagen tragen.
Richtig Lust hatte man nicht gezeigt. Obwohl die Staatsanwaltschaft die Krankenakte meiner Mutter beschlagnahmt hatte, bekam der Kurpfuscher seine Leistungen - wahrscheinlich ungeprüft - anstandslos bezahlt.
Das Trauerspiel, daß die hiesige Staatsanwaltschaft abgeliefert hat, will ich mal nicht kommentieren.

Nur geht den Krankenkassen Ärztepfusch am A... vorbei.
Und da ich beruflich viel mit der Branche zu tun habe, glaube ich auch zu wissen, wovon ich hier schreibe

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Shoxus 20.05.2015, 15:59
8. Ohje

wie hier gleich einige das auf die Überarbeitung der Ärzte schieben. Ja sicherlich werden dadurch auch einige Fehler gemacht. Ich habe aber selber mittlerweile schon einige Diagnosefehler und mangelndes Interesse am Patienten mitbekommen. Gestern lief auch eine Sendung... Maischberger oder so?
Wenn ich die Geschichten höre und selbst wenn nur die Hälfte davon war ist, frag ich mich ja wie unfähig man sein muss und wie diese Ärzte ihr Abitur und dann das Medizinstudium abgeschlossen haben.
Sorry aber das kann ich ohne Abitur und Medizinstudium besser.
Soweit sind wir mittlerweile schon in Deutschland. Echt traurig. Und das sich die Ärzte nicht schämen wundert mich dabei noch am meisten.

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susa_pilar 20.05.2015, 17:37
9. wen wundert es

...ein Heer geldgieriger Anwälte hetzt ja ständig die Patienten auf. Und Sendungen, Maischberger sind ja sehr entlarvend: der tolle Patienten-Anwalt hat nach eigenen Angaben die Hälfte der Prozesse gewonnen. Klasse, er geht dann wahrscheinlich auch zu Ärzten, die die Hälfte ihrer Patienten erfolgreich behandeln...

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