Forum: Gesundheit
Alkohol, Medikamente, Glücksspiel: So süchtig ist Deutschland
Frank Rumpenhorst/ DPA

Das Jahrbuch für Sucht listet auf, wie abhängig die Menschen in der Bundesrepublik sind. Es zeigt: Nicht illegale Drogen sind das Hauptproblem. Jeder sechste Erwachsene gilt als Risikotrinker.

Seite 12 von 12
firefox34 18.04.2019, 12:34
110.

Noch was; Der Spruch "Trinken mit Verstand" ist in sich schon ein Wiederspruch. Wenn ich trinke habe ich meinen Verstand schon ausgeschaltet. Ich weiß das trinken meinem Körper nicht gut tut und ich ihm ein Gift zumute. Ich tue es aber trotzdem.

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cremuel 18.04.2019, 12:46
111.

Zitat von firefox34
"Abhängigkeit (umgangssprachlich Sucht) bezeichnet in der Medizin das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und beeinträchtigt die sozialen Chancen eines Individuums." Darum geht es und nicht um "Zwangsstörungen". Und das Feierabendbier ist genau das. "Belohnung" für das Getane. Diesen Erlebniszustand möchte ihr Gehirn immer und immer wieder erleben. Das ist Sucht. Diese Abhängigkeit verstärkt sich mit der Zeit. Dann brauchen sie keinen Anlass mehr um den Erlebniszustand herzustellen. Ob sie sich ihre Sucht soziale Einschränkungen erfahre hängt häufig auch von ihrem Umfeld ab. Wird es toleriert, weil ihr Umfeld das gleiche tut? Deckt ihr Umfeld ihr Verhalten? Wie viele Ehefrauen decken die Trinksucht ihrer Männer? Schaffen sie ihren Job noch? Haben sie ggf. schon den Führerschein wegen Alkohol am Steuer verloren? Sie wissen doch das sie ihren Führerschein verlieren können und trinken trotzdem, auch wenn sie noch fahren müssen. "2, 3 Wein zum Essen, ist ja nicht so schlimm". Die Sucht steht über dem Verstand, deshalb ist es für die Betroffenen auch so schwer sie einzugestehen. Meist merkt es das Umfeld eher als der Betroffene...
Wie gut Sie über Andere Bescheid wissen.....

Der entscheidende Trick Ihrer Argumentation (und der der Mahner und Warner) ist: Ein Glas am Tag ist nicht viel (geben Sie zu), aber wenn regelmäßig, dann ist man abhängig. Dann wird es mehr (sagen Sie). Dann Führerschein weg, Gewaltdelikte etc.pp.

Und wenn ich das bislang nicht so erlebe? Wenn ich schon etliche Jahre / Jahrzehnte glücklich und gesund lebe und abends ein Glas Wein trinke? (Oder keines. Oder drei.) Dann wird das dicke Ende eben später kommen (sagen Sie).
Wenn es Ihnen hilft oder den Mahnern und Warnern - warum nicht. Nur gerät meiner Meinung nach riskanter Umgang mit Drogen (jedweder Art) aus dem Fokus, wenn man so erpicht darauf ist, den Alltag von Millionen Menschen zu pathologisieren, die bislang selbst keinen Bedarf haben, gemahnt oder gewarnt zu werden und die erstaunlicherweise Alltag und Sozialleben ohne Hilfe und ohne Schaden für Dritte bewältigen.

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firefox34 18.04.2019, 13:00
112.

Zitat von cremuel
Wie gut Sie über Andere Bescheid wissen..... Der entscheidende Trick Ihrer Argumentation (und der der Mahner und Warner) ist: Ein Glas am Tag ist nicht viel (geben Sie zu), aber wenn regelmäßig, dann ist man abhängig. Dann wird es mehr (sagen Sie). Dann Führerschein weg, Gewaltdelikte etc.pp. Und wenn ich das bislang nicht so erlebe? Wenn ich schon etliche Jahre / Jahrzehnte glücklich und gesund lebe und abends ein Glas Wein trinke? (Oder keines. Oder drei.) Dann wird das dicke Ende eben später kommen (sagen Sie). Wenn es Ihnen hilft oder den Mahnern und Warnern - warum nicht. Nur gerät meiner Meinung nach riskanter Umgang mit Drogen (jedweder Art) aus dem Fokus, wenn man so erpicht darauf ist, den Alltag von Millionen Menschen zu pathologisieren, die bislang selbst keinen Bedarf haben, gemahnt oder gewarnt zu werden und die erstaunlicherweise Alltag und Sozialleben ohne Hilfe und ohne Schaden für Dritte bewältigen.
Sie wollen es nicht verstehen oder? Wenn sie keine sozialen Einschränkungen erleben, aus welchen Gründen auch immer, heißt das nicht das sie nicht abhängig sind.

Rauchen war auch mal "cool". Trotzdem gab es Millionen Süchtige.

Wenn SIE keinen "Bedarf" sehen gemahnt oder gewarnt zu werden, dann vielleicht aber ihr Umfeld. Diese "Mahnschwelle" ist bei Alkohol immer noch sehr hoch, weil es eben gesellschaftlich akzeptiert ist zu trinken. Genau das ist das gefährliche an der Sucht. Als Betroffener nimmt man sie oft erst zu spät war. "Alles Spinner und Spaßbremsen, die sollen sich nicht so haben wegen der 2, 3 Bier".

Wenn sie ihren Alltag und Sozialleben nicht mehr ohne Hilfe und ohne Schaden für Dritte bewältigen können, das ist es eh schon zu spät.

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thequickeningishappening 18.04.2019, 15:13
113. In meinem Bekannten Kreis

Sind Menschen Die geraucht haben im Schnitt 10 Jahre früher gestorben als Trinker. Bei Spielern geht Der soziale Abstieg am schnellsten: Geld weg - Haus weg - Ehe kaputt; dann kommt Der Arbeitsplatz and all the Rest of it. Die Leber reagiert nicht nur auf Alkohol: fette Ernährung, Fleisch, Zucker (Softdrinks), Salz, Kaffee, wenig Bewegung: Diabetis, Nierenversagen und Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs... - J

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fördeanwohner 18.04.2019, 16:00
114. @firefox34

Mir ist die Definition des Begriffs "Sucht" durchaus geläufig. Jedoch ist das Wort falsch verwendet, wenn man jeden Abend ein (1) Bier trinkt oder eine (1) Zigarette ... raucht, wenn man keinerlei negative Auswirkungen verspürt, wenn man dies mal nicht tut. Was soll denn da bitte sehr die Sucht sein? Es ist eine Gewohnheit. Sobald die Gedanken um die Bedürfnisbefriedigung kreisen und man sich auf nichts mehr konzentrieren kann, ja, da bin ich bei Ihnen. Es ist eindeutig zu differenzieren zwischen Sucht und Zwanghaftigkeit einerseits und Routine und Angewohnheit andererseits. Ich gebe dem Mitforisten recht, der von einer Pathologisierung spricht, wenn man das alles in einen Topf wirft und meint, das eine (1) Bier ... am Abend sei immer als Sucht zu bezeichnen.

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firefox34 18.04.2019, 16:24
115. @fördeanwohner

Nennen sie es doch wie sie wollen; Sucht, Zwangsstörung, Zwanghaftigkeit, Gewohnheit, Routine, Angewohnheit... wenn es Drogen betrifft ist das Resultat am Ende das Gleiche... Die Menschen und auch die in ihrem Umfeld gehen daran kaputt. Die hilft auch jeder Selbstbetrug nichts.

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cindy2009 18.04.2019, 17:54
116. @förderanwohner

"----
fördeanwohner heute, 16:00 Uhr
114. @firefox34
Mir ist die Definition des Begriffs "Sucht" durchaus geläufig. Jedoch ist das Wort falsch verwendet, wenn man jeden Abend ein (1) Bier trinkt oder eine (1) Zigarette ... raucht, wenn man keinerlei negative Auswirkungen verspürt, wenn man dies mal nicht tut. Was soll denn da bitte sehr die Sucht sein? Es ist eine Gewohnheit.---" Ja, die Gewohnheit kann aber umschlagen in die Sucht. Das versucht man ja eben zu vermitteln. Es geht um Prävention und nicht um Stigmatisierung. Im Übrigen wegen Stigmatisierung : Wüssten Sie, dass Alkoholmissbrauch eine Krankheit ist?

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vogel0815 19.04.2019, 23:03
117. Kaffee ist leberprotektiv, insbesondere bei Alkoholkonsumenten

Zitat von thequickeningishappening
Sind Menschen Die geraucht haben im Schnitt 10 Jahre früher gestorben als Trinker. Bei Spielern geht Der soziale Abstieg am schnellsten: Geld weg - Haus weg - Ehe kaputt; dann kommt Der Arbeitsplatz and all the Rest of it. Die Leber reagiert nicht nur auf Alkohol: fette Ernährung, Fleisch, Zucker (Softdrinks), Salz, Kaffee, wenig Bewegung: Diabetis, Nierenversagen und Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs... - J
Ich trinke beispielsweise 2-3x die Woche eine Flasche Wein. Nebenbei trinke ich morgens bis Nachmittags 1-2l Kaffee (French Press -> Kaffeeöle sind im Endprodukt enthalten und nicht rausgefiltert)

Acute Alcoholic Hepatitis: Natural History and Predictors of Mortality Using a Multicenter Prospective Study.

CONCLUSION:
Alcoholic hepatitis remains highly fatal, with 1-year mortality of 25%. Regular coffee consumption was associated with lower risk of AH in heavy drinkers.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30225400

Coffee consumption protects against progression in liver cirrhosis and increases long-term survival after liver transplantation.

CONCLUSIONS:
Coffee consumption delayed disease progression in ALD and PSC patients with ESLD and increased long-term survival after liver transplantation. We conclude that regular coffee intake might be recommended for these patients.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26880589

mehr zu finden auf pubmed -- Schlagworte: Coffee AND ( Alcoholism OR ALD OR Liver Disease OR Cirrhosis )

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fördeanwohner 19.04.2019, 09:40
118. -

Zitat von cindy2009
"---- fördeanwohner heute, 16:00 Uhr 114. @firefox34 Mir ist die Definition des Begriffs "Sucht" durchaus geläufig. Jedoch ist das Wort falsch verwendet, wenn man jeden Abend ein (1) Bier trinkt oder eine (1) Zigarette ... raucht, wenn man keinerlei negative Auswirkungen verspürt, wenn man dies mal nicht tut. Was soll denn da bitte sehr die Sucht sein? Es ist eine Gewohnheit.---" Ja, die Gewohnheit kann aber umschlagen in die Sucht. Das versucht man ja eben zu vermitteln. Es geht um Prävention und nicht um Stigmatisierung. Im Übrigen wegen Stigmatisierung : Wüssten Sie, dass Alkoholmissbrauch eine Krankheit ist?
? Ja.
Ich habe niemals bestritten, dass eine Gewohnheit in eine Sucht und somit Krankheit umschlagen kann. Es ist nur wenig sinnvoll, jeden Menschen, der nach Feierabend ein Bier, ein Schinkenbrot, einen Schokoriegel usw. - Betonung liegt bei auf 1 - zu sich nimmt, als krank zu bezeichnen.
Was viele bei einer solchen Prävention nicht bedenken, ist die Tatsache, dass die Mehrheit der Menschen solche Nachrichten/Aussagen usw. sehr bald komplett ignoriert. Durch Übertreibung bewirkt man letztendlich nichts.
Nur zum Verständnis: Es ging dem Foristen nicht um die Menge!, was ja das eigentliche Problem darstellt. Es ging explizit darum, dass man jeden Abend NUR ein (1) Bier trinkt, und dass das dann bereits unter "Sucht" fiele, weil man es jeden Abend täte. Wenn man so argumentiert, dann nimmt man dem Begriff letztendlich die Schärfe. Es geht immer bei allem, also auch bei der Prävention, um Augenmaß, d.h. man muss die Zielgruppe berücksichtigen.

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bakiri 20.04.2019, 07:57
119. Alkohol ist ein großes Problem unserer Gesellschaft

Der Alkoholkonsum in Deutschland ist immer wieder erschreckend, besonders wenn man bedenkt wie viele gar nicht oder höchstens mal ein bis zwei Gläser am Wochenende trinken. Da verteilt sich also pro Kopf auf einen gewissen Teil der Bevölkerung eine sehr große Menge und das zieht sich durch alle sozialen Schichten! Mal abgesehen von den Gesundheitsrisiken kann das Leben so vieler Leute doch nicht so schlimm sein sich in den Alkohol flüchten zu müssen. Ich trinke gerne mal Rotwein aufgrund des Geschmacks, hasse aber mittlerweile die Wirkung des Alkohols schon bei geringen Mengen.
Man sollte wirklich die Werbung und gewisse Produkte einfach verbieten.

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