Forum: Gesundheit
Anstieg der Lebenserwartung: Vorteil Frau
Corbis

Einst wurden beide Geschlechter etwa gleich alt - doch im 20. Jahrhundert haben Frauen die Männer deutlich abgehängt. Das hat nicht nur biologische Gründe.

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Pusteblume68 07.07.2015, 14:21
50. Nonnen und Mönche

Zitat von Susi64
Man sollte aber auch die drastisch reduzierte Müttersterblichkeit nicht ganz unter den Tisch fallen lassen. Interessant wäre zu wissen wie die Lebenserwartung von Nonnen und Mönchen ist, hier sind die Lebensumstände relativ gleich.
Soweit mir bekannt, ist die Lebenserwartung von "in Klostern wohnenden" tatsächlich etwa gleich. Das heißt, Männer im Kloster werden älter als außerhalb, Frauen werden genau so alt wie außerhalb. Insofern interessant, weil es darauf hindeuten kann, dass es keinen biologischen (also allein aus der Tatsache, Mann oder Frau zu sein) Grund für die unterschiedliche Lebensdauer gibt.

Man muss aber auch sagen: Es gibt keine belastbaren Erkenntnisse für kausale Zusammenhänge von unterschiedlicher Männer- und Frauen-Sterblichkeit. Letztlich sind das alles Annahmen, dass es an riskanter Lebensweise oder "Frauen arbeiten nicht" liegen soll. Es überlappen sich einfach zu viele Effekte (Rauchen, Alkohol, Kinder, Lebensweise, Risikoaversionen).

Ein Tipp an alle Männer: Im hohen Alter eine Frau haben wirkt lebensverlängernd. (Harte zynische Wahrheit: Die Frau als Pflegekraft. Insofern sollte Mann den Frauen nicht so dolle vorhalten, wie viele Stunden sie bis Alter 65/67 arbeiten oder nicht arbeiten. Das könnte sich rächen. Denn für Frauen gilt im hohen Alter: Keinen Mann zu haben erhöht die Lebenserwartung.)

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bellunese 07.07.2015, 14:22
51. Ich habe da mal eine Frage

Man(n) möge sich mal die Mühe machen und ein Altenheim besuchen.

Bei allem Respekt...ich sterbe lieber früher.

Der Wahn nach langem Leben führt sicherlich nicht zum Glück. So ist es eher eine philosophische Frage was ein gutes Leben aus macht.
Wer nur nach der Länge des Lebens lebt, lebt nie richtig und gut. Als haut rein, lasst es euch gut gehen..
Wein, Weib, Gesang

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herr minister 07.07.2015, 14:22
52. Alt und glücklich?

Gerade starb die 94jährige Nachbarin meiner Eltern. Sie hatte Glück und musste nicht ins Pflegeheim, allerdings lebte sie seit Jahren allein, sporadischer Besuch ihrer zwei Kinder, Freunde und Bekannte gab es nicht mehr, der Pflegedienst übernahm die Kontrolle der Medikamente, der Mahlzeiten und der Hygiene. Haus und Garten waren über die Jahre ziemlich heruntergekommen.
Andere verbringen die letzten zehn Jahre ihres Lebens in der Demenz.
Da gefällt mir die Vorstellung doch um einiges besser wenn ich als Mann mit Mitte 70 durch einen Herzkasper das Zeitliche segne.

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Mastermason 07.07.2015, 14:23
53. Tja...

Zitat von DesTeufelsAnwalt
Und was schließen wir daraus? Es könnte auch in der Gesellschaft außerhalb des Klosters was für die Männer getan werden. Allein, dann kann die Arbeitskraft nicht mehr so schön ausgebeutet werden...
Ja, sicherlich. Aber das werden wir beide nicht mehr erleben (ich bin 50...).

Männer sind disponibel und männliches Leben in der kapitalistischen Logik (ich beziehe mich auf die westlichen Länder) entbehrlich. Das war schon immer so und nun komme mir niemand mit Frauen, die auf dem Feld schufteten, harte Arbeit galt in der vorindustriellen Zeit für beide Geschlechter als überlebensnotwendig. Aber schon während der Industrialisierung wendete sich das Blatt. Während (privilegierte weiße) Suffragetten für "Frauenrechte" (ich weiß bis heute nicht, was das ist, ich kenne nur Menschenrechte) in England auf die Straße gingen, schufteten sich zehnjährige Jungen in walisischen Bergwerken zu Tode. Für die ging niemand auf die Straße, gegen die Übersterblich von Männern heute ebenfalls niemand. Könnten Sie sich vorstellen, was umgekehrt los wäre?

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Klebestift 07.07.2015, 14:23
54.

Zitat von ihrwisstnix
... stimmt so wohl nicht. Die Erklärung liegt daran (andere Studien belegen dies!) dass überwiegend der Mann für den Unterhalt schaffen muss - und von daher den stressigeren Job mit mehr Stunden hat. Die Frau - das bestätigt diese Studie - spielt Spielchen mit der Brut und lässt sich von den dummen Männern noch verwöhnen. Es wird wirklich Zeit, die Rentendebatte und die Uni-Tarife neu zu überdenken und dann zu lasten der Frau aber für die Gleichberechtigung der Männer anzupassen. Ein Mann beißt früher ins Gras und darf die Mutti noch Versorgen -- auf die Diskussion bin ich gespannt.
Danke tue, denn ich zähle eher auf mich als auf meinen Gatten...und ich habe keine Kinder. Und wenn Sie ihre eigenen Kinder auch Brut nennen, bedauere ich Ihre Ehefrau oder Gefährtin. Wahrscheinlich dienen die eh nur zum putzen.

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gepide 07.07.2015, 14:25
55.

@susi64
Ist natürlich von Wissenschaftlern längst gemacht worden: Durch die Sterbetafeln in mittelalterlichen Mönchs- und Nonnenklöstern weiß man, dass bei gleicher Lebensweise die Lebenserwartung von Männern und Frauen so gut wie gleich ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Klosterstudie
Die im SPON-Artikel genannten "biologischen Gründe" sind nicht in der Biologie der Männer begründet, sondern in deren gesundheitlich bedenklichen Lebensweise (Ernährung usw.).

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Pusteblume68 07.07.2015, 14:25
56. Witwen

Zitat von Edelstoffl
Ich bin selbst Gesundheitswissenschafter ... Machen Sie die Probe und gehen sie in ein Altenheim Ihrer Wahl...dort werden sie in den Wohnbereichen überwiegend Frauen antreffen...und in den Pflegebereichen / Demenzgruppen fast ausschließlich. Eine der von Ihnen erwähnten Studien ist mir übrigens noch nie untergekommen... Aber "wissenschaftliche Studien beweisen" wird immer gern genommen.
Zumindest das mit den Altersheimen ist erklärbar: Die Männer sind bereits tot. In den meisten Ehen ist der Mann der ältere Partner, gekoppelt mit der kürzeren Lebensdauers... voila.

Das sagen meine Versichertenstatistiken übrigens auch...

(Ich dachte immer, Frauen sind etwas zäher und daher krank, aber lebendig. Männer werden genau so krank, aber sterben dann auch schneller. Oder lassen sich von der Ehefrau pflegen, bevor sie zur Kasse rennen. Die Frau hat diese Option dann als Witwe nicht mehr, der Mann als Pflegekraft ist ein Totalausfall. Statistisch gesehen natürlich, aufopferungsvolle Einzelfälle sind damit nicht gemeint.)

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Klebestift 07.07.2015, 14:27
57.

Zitat von MatthiasPetersbach
Männer arbeiten anders - und mehr. Und in -statistisch gesehen- mehr anstrengenden bzw. verschleißenden Berufen. Und Männer leben unter einem MUSS. Was zu "werden", Geld heimzuschleifen, Karriere zu machen. Als Frau KANN man - man kann Gärtnerin werden, in der Bibliothek arbeiten, man kann auch in nem nicht fordernden Job von außen akzeptiert werden. Das heißt nicht, daß die LEISTUNG unterschiedlich ist - allein daß vom Mann das Vernünftige, Unflexible und Stetige und Verlässliche gefordert wird, macht schon ein ungesundes Vorzeichen. Dem wir - weil wir doof sind - auch nachgeben und alles "zwingen" wollen. Dann stehen wir eben um 6 aufm Dach, weils um 12 dort oben schon 50 Grad hat. Statt heimzugehen. So simmer halt.
Suchen Sie sich andere Ziele oder sind sie nur auf die Achtung anderer angewiesen? Mein Mann muss kein Porsche fahren...und ich zahle mehr Miete als mein Mann, damit er endlich seinen Job nachgehen kann, der ihm gut tut und wo er weniger verdient, was mir so egal wie nur irgendwas ist.

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Amadís 07.07.2015, 14:28
58.

Zitat von Sabine1985
Das ist doch der wahre Grund. Der ganze Unsinn, von wegen Männer arbeiten soooo viel mehr und sind so gestresst… paah. Die Mehrheit der Frauen die Teil-, oder Vollzeit arbeiten machen den kompletten Haushalt und übernehmen die Kindererziehung. Das ist FAKT: Wer glaubt dies ist KEINE Arbeit ist einfach unterdurchschnittlich intelligent. Anders kann man das nicht ausdrucken. Frauen haben also in der Regel zwei Jobs. Wahre Grund, warum Frauen länger leben, der auf Studien basiert, ist weil sie sich gesünder ernähren, weil sie Fitness im Rahmen betreiben und nicht beim ersten Mal nach fünf Jahren 80 Kg auf das Trainingsgerät packen und sich was anreißen. Sie leben außerdem länger, weil sie ZUM ARZT gehen, wenn sie Beschwerden haben. Ja richtig gehört, man geht zum Arzt nicht, wenn man den Infarkt schon hat, sondern vorher, wenn man unter Schmerzen und Unwohlsein leidet. Also! Geht zum Arzt und lasst die dummen Sprüche über Frauen, die ja so wenig arbeiten.
Und hier wieder ein exzellentes Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt, und wie man sich selbst blamiert!

Unter gleichen Lebensbedingungen werden Männer und Frauen gleichalt, die hier schon oft genannte Klosterstudie belegt das.
Das hat also nichts mit Sport, Ernährung oder Arztbesuchen zu tun, sondern mit der Erwerbstätigkeit. Und nein, keine Form von Hausarbeit lässt sich mit der schweren Arbeit in vielen handwerklichen Betrieben oder der Industrie vergleichen.

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Pusteblume68 07.07.2015, 14:29
59. Tal der hundertjährigen

Zitat von calinda.b
Früher haben die Damen auch den ganzen Tag zuhause geschuftet und waren von morgends früh bis abends spät auf den Beinen. ...
Ähm, nicht nur früher. Soweit ich weiß gibt es in Japan in irgendeiner abgelegenen Provinz ein legendäres Tal der hundertjährigen, in der sowohl Männer als auch Frauen sehr sehr alt werden. Beide Geschlechter. Und alle arbeiten dort auch ins hohe Alter und helfen in den Dorfgemeinschaften mit. Dieses Tal ist auch so ein bisschen eine Gegenbeispiel für "Viel arbeiten macht tot." Denn gewisse Arbeiten können auch fit und munter halten. (Als Kind bin ich auch immer an die frische Luft geschickt worden. Das wird schon seinen Grund gehabt haben.)

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