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AOK-Krankenhausreport: Mehr Tote durch Behandlungsfehler als im Straßenverkehr
DPA

19.000 Klinikpatienten sterben laut Schätzungen jährlich durch vermeidbare Behandlungsfehler. Dies geht aus dem Krankenhausreport 2014 der AOK hervor. Bessere Hygiene und größere Spezialisierung von Kliniken könnten Abhilfe schaffen.

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dr.haus 21.01.2014, 14:28
40. optional

8- Std -Schichten mit verringertem Gehalt:glauben Sie wirklich,die Arbeitszeit über 8 std täglich würde extra bezahlt, sehr naiv. Arztbesuche vermeiden ist eine gute Lösung - offensichtlich sind Sie gesund,also was sollten Sie dann beim Arzt? zuguterletzt: Kassenpatienten laufen häufig ,18-27x /Quartal zum Arzt, Privatpat.(Beihilfe) nachweislich nicht!

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prof.unrat 21.01.2014, 14:29
41. optional

Der Bericht bezieht sich auf Schätzungen zu Behandlungsfehlern in Krankenhäusern, die der Sachverständigenrat im Jahr 2007 veröffentlicht hatte. Und demnach meint die AOK 2014, dass jeder 1000ste Patient infolge eines Behandlungsfehlers das deutsche Krankenhaus nicht mehr lebend verläßt. Das ist ja irre. Ich finde die Veröffenlichung so einer vollkommen unseriösen Behauptung in den Medien, die diese Meldung unisono unkommentiert in allen Nachrichten verbreiten, für ziemlich unverantwortlich. Ich höre schon die vorwurfsvollen Betroffenheitsmoderatoren in den Boulevardsendungen, wie sie die Meldung mit Patientenschicksalen untermauert (meist auch aus weit vorangegangenen Jahren) genüsslich an den Mann bzw. Frau bringen. Ich frage mich, was ist das Ziel so einer Meldung? Ist es Sensationsgier, die Lust auf Betroffenheit, der Neid auf einen Berufsstand, eigene Unfähigkeit? Ich weiß es nicht. Zur Verbesserung der Zustände in deutschen Krankenhäusern trägt die AOK-Schätzungs-Studie gewiss nicht bei. Aber was hat die AOK bisher überhaupt zu einer Verbesserung beigetragen? Mir tut die Missachtung der Arbeit der vielen engagierten hoch qualifizierten (und nicht geldgeilen, zynischen, arroganten und überheblichen, wie hier teilweise unterstellt wird) Mitarbeiter einfach nur leid.

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SNA 21.01.2014, 14:52
42. Keine Ahnung

Zitat von egal
Die hahnebüchene Statistik, die hier vorgelegt wird, rechnet Zahlen aufgrund von Inzidenzen auf alle 19 Mio Behandlungen hoch, was kompletter Unsinn ist. Auch ist es Unsinn zu suggerieren, dass jede Infektion einen Hygienemangel darstellt. Jeder Patient kommt mit Milliarden von Bakterien in und auf ihm ins Krankenhaus. Wir leben in Symbiose mit den Dingern. Allerdings kann dieses Gleichgewicht durch schwere Erkrankung und schwere Operationen aus dem Gleichgewicht rutschen und die eigentlich harmlosen Keime machen uns krank. Man könnte natürlich jeden Patienten vor der Eiweisung im Autoklaven 120 Minuten bei 120°C sterilisieren, danach erübrigte sich aber die Behandlung. Natürlich gibt es immer Ansätze, etwas zu verbessern, aber die Simplifizieren, als ob jede Infektion durch Schlamperei ausgelöst wurde ist demagogische Meinungsprolete.
Wer so etwas schreibt, der hat eine MRSA Infektion geradezu verdient.

Wenn Sie die Deutschen mit den niederländischen Zahlen vergleichen, wissen Sie, wieviel Tote auf das Konto von deutschen Ärzten gehen, die Hygiene sträflich mißachten. Die Durchkeimung der Bevölkerung mit multiresistenten Krankenhauskeimen ist inzwischen so schlimm, dass die Niederländer jeden (!) deutschen Patienten erst einmal in Quarantäne stecken!!!

Ich unterrichte Hygienefachkräfte und muss sagen, dass man da die schlimmsten Geschichten erlebt. Chirurgen, die Ihre Rolex - die nicht steril zu Kriegen ist - im OP anlassen wollen, sind da noch das geringste...

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gisela_hannover 21.01.2014, 15:19
43. Zweitmeinung vor schwierigen Eingriffen

Die meisten Behandlungsfehler passieren anscheinend bei nicht-routinemäßigen Eingriffen. Statt in solchen Fällen eine OP zu übernehmen, sollten die Krankenkassen dem Patienten/der Patientin eine Zweitmeinung bezahlen, statt einen riskanten Eingriff in Kauf zu nehmen.

Zum einen kostet der Eingriff mehr als eine Zweitbeurteilung durch einen Arzt und könnte sich als unnötig herausstellen. Zum anderen kann durch Behandlungsfehler die Lebensqualität der Betroffenen stark eingeschränkt werden, in bestimmten Fällen führt ein solcher Fehler zum Tod.

Zweitmeinungen könnten Abhilfe schaffen, bevor es zu einer riskanten OP kommt. In bestimmten Fällen kann man sie anscheinend auch online einholen. Ich habe zum Beispiel die Homepage www.medexo.com entdeckt. Da kann man sich eine Zweitmeinung online bestellen. Man braucht dafür allerdings alle Unterlagen des ersten Arztes.

Hat schon jemand Erfahrungen gemacht mit Online-Zweitmeinungen oder Zweitmeinung an sich? Wie bringe ich das meinem ersten Arzt schonend bei?

Zitat von sysop
19.000 Klinikpatienten sterben laut Schätzungen jährlich durch vermeidbare Behandlungsfehler. Dies geht aus dem Krankenhausreport 2014 der AOK hervor. Bessere Hygiene und größere Spezialisierung von Kliniken könnten Abhilfe schaffen.

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Walter Sobchak 21.01.2014, 15:47
44.

Sag ich schon immer: wir brauchen kein Tempolimit, sondern mehr Reinigungskraefte in Krankenhaeusern. In Holland scheint das in den Krankenhaeusern uebrigens kein Problem zu sein. Dritte Welt ist Deutschland also nicht nur im Breitbandausbau.

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susannejeske 21.01.2014, 15:59
45. Es reicht!

Mal wieder wird auf den bösen, faulen, raffgierigen, schlampigen Ärzten rumgetrampelt, das kommt sicher nicht nur am Stammtisch gut! Vielleicht wär es ja möglich, mal einen Tag unbezahlt zu hospitieren, dann würden solche Artikel so nicht mehr publiziert!

Was wird einem alles an Aufgaben mal eben zugemutet, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun haben dürfte wie Blut abnehmen und venöse Zugänge legen. Das können außer in Deutschland und Österreich überall Krankenschwestern.

Für das Codieren von Diagnosen und Leistungen gab es früher medizinische Dokumentationsassistenten. Die Arztbriefe? Die darf man oft eben mal selber tippen, da es keine Sekretärinnen gibt.

Ansonsten muß man sich noch mit Budgets und Abrechnung rumschlagen.

Bei Aufnahmen und Entlassungen fällt die meiste Arbeit und Papierkram an, das trifft sich gut, da die Liegedauern immer kürzer sind, zumindest bei Kassenpatienten, ist so die maximale Rentabilität gewährleistet.

Während jeder Bus- und Bahnfahrer an Endhaltestellen Pausenzeiten hat, hat man diese als Arzt nicht. Ebenso ist es in Deutschland nicht selbstverständlich, daß man nach einem Nachtdienst nach Hause geht.

Außerdem riskiert man dort bei häufigen Diensten Gehaltsabzüge, da diese nicht als volle Arbeitszeit gelten. Regelmäßige Essenspausen sind ebenfalls undenkbar. Wird in der Fahrschule empfohlen, übermüdet oder in schlechter Form Auto zu fahren? Wohl kaum, da man jederzeit gut drauf sein muß und reagieren muß.

Die Ursachen von Kunstfehlern sind oft weniger Inkompetenz oder Schlampigkeit sondern schlechtes Klima in Abteilungen und Reizüberflutung! Was Medikamentenverordnungen am Computer angeht: Man muß da noch das Glück haben, vernünftig eingearbeitet zu werden und die Zeit zu haben, die Warnmeldungen zu lesen und zu bearbeiten.

Ein Problem sind sicherlich Ärzte, die schlecht Deutsch sprechen! Mißverständnisse können schnell lebensgefährlich werden. Eigentlich muß man zwingend der deutschen Sprache mächtig sein, um die Approbation zu bekommen.

Noch dazu muß man alles mögliche dokumentieren, immer mehr Angst vor juristischen Problemen haben. Auch deshalb fehlt die Zeit, sich mit Patienten zu unterhalten und sie zu beruhigen!

Was das Händewaschen angeht: Woanders ist das schon überall Routine, und das nötige Material steht bereit. Handcreme wäre übrigens auch wünschenwert!

Um Mißverständnisse zu vermeiden: Ich finde es toll, welche Fortschritte es in den letzten Jahrzehnten in der Medizin gab. Um diese voll und ganz genießen zu können, ist es allerdings ein Fehler, das zum Schnäppchenpreis haben zu wollen. Vielmehr ist eine Aufstockung der Mittel ein absolutes Muß!

Wer von mir weitere Infos haben will, um die Zahl der Kunstfehler zu senken, kann sich gerne an mich wenden, aber ich habe keine Zeit und Lust für ehrenamtliche Tätigkeiten.

Mein Name und Wohnort dürfen auf keinen Fall veröffentlicht werden, da ich große Probleme befürchte...obwohl man ja eigentlich in demokratischen Ländern seine Meinung äußern darf.

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kilroygraphics 21.01.2014, 16:49
46. @4 egal

Zitat von egal
Man könnte natürlich jeden Patienten vor der Eiweisung im Autoklaven 120 Minuten bei 120°C sterilisieren, danach erübrigte sich aber die Behandlung.
:-)
Der war gut!

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dimetrodon109 21.01.2014, 16:51
47. Wen

Zitat von sysop
19.000 Klinikpatienten sterben laut Schätzungen jährlich durch vermeidbare Behandlungsfehler. Dies geht aus dem Krankenhausreport 2014 der AOK hervor. Bessere Hygiene und größere Spezialisierung von Kliniken könnten Abhilfe schaffen.
wundert das denn? Bei dem babylonischen Sprachgewirr was in deutschen Kliniken herrscht. Nur ein Sprache ist selten geworden Deutsch.
Das sprechen nur noch die Chefärzte und die gesamte Verwaltung. Komisch aber leider Realität.

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dimetrodon109 21.01.2014, 16:53
48. Ja aber

Zitat von Steuerzahler0815
Gebt den Ärzten doch einfach normale 8 Stunden Schichten gerne auch mit entsprechend verringertem Gehalt dann passieren solche Fehler sicher nicht mehr in der Anzahl. Bei Pflegekräften hat man es doch inzwischen auch gelernt dass überlange Schichten eine schlechte Idee sind
was hat man geändert? Nichts
Wer motzt fliegt und wird durch einen Nichtmuttersprachler ersetzt; treten Fehler auf kann man den ja gut rausschmeißen.

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mgerhard 21.01.2014, 17:00
49. Operationen sollten per Video dokumentiert werden

Ich plädiere schon lange dafür, sämtliche Operationen (und evtl. auch Behandlungen) zumindest auf Wunsch des Patienten auf Video und Audio aufzuzeichnen. Der Patient sollte diese Dokumentation ausgehändigt bekommen, um im Falle eines Verdachts von Ärztepfusch das notwendige Beweismaterial zu haben.

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