Forum: Gesundheit
AOK-Krankenhausreport: Zahl der Wirbelsäulen-OPs drastisch gestiegen
Corbis

Zwei von drei Operationen in Deutschland sind medizinisch nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt der Krankenhausreport 2013 der AOK. Vor allem kostspielige Eingriffe führen Ärzte immer häufiger durch. Besonders drastisch: der Anstieg der Wirbelsäulen-OPs.

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naseweiser 08.12.2012, 11:56
140.

Bin selber einer Herzkatheteruntersuchung nur knapp entkommen , durch zwischenzeitliche Beratung andernorts , nachdem ein Termin für die Untersuchung schon angesetzt war. Lebe immer noch , trotz zeitweiliger Herzrythmusstörungen , deren Ursachen ich kenne , die den Herrn Professor aber nicht interessierten (Luft im Bauch); habe inzwischen sogar die Beta-Blocker abgesetzt : Ernährung umgestellt , Gewicht abgenommen .
In der Klinik hatte ich bei den "Voruntersuchungen" (EKG , Sonographie) den Eindruck , dass die Oberärzte der Kardiologie zur Zeit unterbeschäftigt waren . Die Herzkatheteruntersuchung wäre schon vier Tage später erfolgt , ... ein Wochenende dazwischen .

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rotertraktor 08.12.2012, 17:57
141. Der hypokritische Eid

Zitat von
"Eine generelle Diffamierung der Krankenhausmitarbeiter und eine haltlose Verunsicherung vieler Patienten sind folglich zurückzuweisen", heißt es in der Erhebung des Deutschen Krankenhausinstituts.
Stimmt, das Pflegepersonal leistet meist gute, ehrliche und dementsprechend schlecht bezahlte Arbeit, aber in den Chefetagen dürfte man mit der "generellen Diffamierung" gar nicht so falsch liegen ... die hoffentlich noch vorhandenen rühmlichen Ausnahmen mögen diese Verallgemeinerung verzeihen, aber das sind meist eh die Letzten, die etwas dagegen hätten, wenn die skrupellosen Methoden ihrer raffgierigen Kollegen angeprangert werden.

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boogie1206 08.12.2012, 19:07
142. Rückenprobleme

Kaum 30, da ereilte mich beim Fußballspielen ein Bandscheibenvorfall. Lange hatte ich damit zu tun, dann stieg ich aufs Rad um. Was soll ich sagen? Mittlerweile strampele ich, auch den Weg zur Arbeit, im Jahr zwischen 7000 und 9000 km. Rückenprobleme habe ich keine mehr. Ich muss auf Holz klopfen. Und mein Orthopäde sagte mir mal: Ab einem gewissen Alter muss man mit den Kasperlsportarten aufhören und den richtigen Sport ausüben. Recht hat er gehabt.

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rabenkrähe 08.12.2012, 19:28
143. jaja

Zitat von sysop
Zwei von drei Operationen in Deutschland sind medizinisch nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt der Krankenhausreport 2013 der AOK. Vor allem kostspielige Eingriffe führen Ärzte immer häufiger durch. Besonders drastisch: der Anstieg der Wirbelsäulen-OPs.
........

Diese sinnlosen und überflüssigen OPs sind doch nur ein Merkmal der gnadenlosen Ökonomisierung unseres Gesundheitswesens. Der vor allem alte und wirklich kranke Menschen zum Opfer fallen, denen nur in dem Maße Hilfe zuteil wird, wie es den "Helfenden" ökonomisch zuträglich ist und die zudem bis auf den letzten Cent geschröpft werden, während ihr Wohlergehen niemanden mehr wirklich interessiert!
rabenkrähe

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carlitom 08.12.2012, 21:07
144. Gallen-OP

Zitat von sysop
Zwei von drei Operationen in Deutschland sind medizinisch nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt der Krankenhausreport 2013 der AOK. Vor allem kostspielige Eingriffe führen Ärzte immer häufiger durch. Besonders drastisch: der Anstieg der Wirbelsäulen-OPs.
Ich hatte jahrelang unentdeckt Gallensteine, die keine Beschwerden machten. Während der Schwangerschaft aber kam es dann zu schlimmen Gallenkoliken. Man bat mir sogar an, im schwangeren Zustand zu operieren, was ich selbstverständlich ablehnte. Ich hielt durch. Auch noch anderthalb Jahre nach der Geburt. Mehrmals wurde mir eingeredet, wenn man mal solche Koliken hat, dann hört das ohne OP nie wieder auf. Ich hielt durch. Nach anderthalb Jahren und der "Abschaffung" einer seelischen Belastung hörten die Koliken auf. Sie kamen in nunmehr fast 10 Jahren nie wieder. Eine OP gespart (mir und der Kasse) und viel Risiko vermieden.

Allerdings beobachte ich, dass es heutzutage kaum mehr üblich ist, Schmerzen auch mal durchzuhalten. Das ist ein Problem, von dem gierige Ärzte und Pharmaleute profitieren.

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na,na,na 09.12.2012, 09:29
145. Was mich ja interessiert, wieso

können die Krankenkassen trotz der angeblich gestiegenen Operationen trotzdem mehr als 22 Milliarden Überschuß erwirtschaften. Es ist doch eher zu verstehen, dass die Kassen ihre Mitglieder betrügen.

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Neuer Debattierer 09.12.2012, 20:22
146.

Zitat von na,na,na
können die Krankenkassen trotz der angeblich gestiegenen Operationen trotzdem mehr als 22 Milliarden Überschuß erwirtschaften. Es ist doch eher zu verstehen, dass die Kassen ihre Mitglieder betrügen.
Die Kassen haben keine 23,5 (so viele sind's) Milliarden Euro Überschuss erwirtschaftet. Sondern: Der Gesundheitsfonds, in den die Beiträge der GKV-Mitglieder und der Steuerzuschuss von 15 Milliarden Euro fließen, verteilt dieses Geld in monatlichen Pauschalen pro Versicherten, deren Höhe bereits im Vorjahr festgelegt worden ist. So kann der Fonds einen Überschuss oder ein Defizit verzeichnen, je nach dem, wie gut die Konjunktur lief. Der liegt der Fonds im Plus. Die Kassen müssen einfach mit dem Geld auskommen, dass sie aus dem Fonds erhalten. Wem es besser gelingt, erzielt einen Überschuss, andere müssen ein Defizit verkraften. Überflüssige Operationen schaden den Patienten und kosten Geld, das man besser anders verwenden kann oder erst gar nicht ausgibt.

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joachim_m. 09.12.2012, 21:11
147. Freude für CDU/CSU und FDP

Da haben ja die neoliberalen Parteien richtig Grund zum Feiern: Auch in diesem Bereich funktioniert ihr Raubtierkapitalismus vorzüglich; das Bruttosozialprodukt (BSP) wird erhöht und die Leistungsträger sorgen dafür, dass sich ihre Taschen kräftig mit Euro-Noten füllen.

Moral, Ethik? Das ist die Moral und Ethik des Neoliberalismus. Also, kräftig in die Hände gespuckt und weiter das BSP und das Einkommen der Leistungsträger steigern: Immer schön operieren, egal, ob der Patient eine Operation braucht oder nicht, ohne Operation kann man keine Steigerung des BSP erreichen und sie schaffen ARBEITSPLÄTZE! Und das ist doch Grund genug, Leute zu operieren statt weniger einträgliche Therapien anzuwenden. Und wer das nicht will, ist unsozial, gefährdet er doch Arbeitsplätze.

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phaeno 10.12.2012, 14:46
148. Neoliberale Heuchelei

Die Vorwürfe der Krankenkassen fallen bei genauerem Nachdenken ziemlich schnell auf sie zurück.
Die Lobby der Kostenträger wollte Konkurrenz und ökonomische Arbeitsweisen in den Krankenhäusern, daher wurde auch der Unsinn der DRG eingeführt.
Die Folge war, dass nicht mehr die Rundumversorgung der Patienten finanziert wurde, sondern nur noch der einzelne Eingriff. Im Falle abnehmender Eingriffszahlen war das entsprechende Krankenhaus in seiner Existenz gefährdet. Die Folge waren fallende Liegezeiten und steigende Patientenzahlen.
Zynisch ist es, den Krankenhausärzten vorzuwerfen, sie würden unnötige Operationen vornehmen. Unnötig wäre eine Operation, wenn der Patient wegen Magenschmerzen kommt und dafür ein künstliches Kniegelenk erhält.
Richtig ist, dass die Entscheidung für ein künstliches Kniegelenk heute schneller gefällt wird als früher, weil eine OP rentabler ist (und retabel sollen die Krankenhäuser ja sein) als ständige wiederkehrende Krankenhausaufenthalte, Physiotherapie und andere Maßnahmen.
Letztlich geht es darum, die mögliche Behandlöung zu verschlechtern und Maßnahmen zu begrenzen, so wie man die Liegezeiten begrenz hat. Es ist an den Patienten, sich gegen diese Unverschämtheit der Kostenträger zu verwehren.

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sorry ich bin bloß arzt 10.12.2012, 17:20
149.

Zitat von Neuer Debattierer
Überflüssige Operationen schaden den Patienten und kosten Geld, ...
Ein Satz, den sogar Goethe unterschrieben hätte. Nur wäre es doch mal angebracht festzustellen, wie viele Operationen wirklich überflüssig sind. Von den Behauptungen kan jeder gut leben ;-)

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