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AOK-Krankenhausreport: Zahl der Wirbelsäulen-OPs drastisch gestiegen
Corbis

Zwei von drei Operationen in Deutschland sind medizinisch nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt der Krankenhausreport 2013 der AOK. Vor allem kostspielige Eingriffe führen Ärzte immer häufiger durch. Besonders drastisch: der Anstieg der Wirbelsäulen-OPs.

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tucku 07.12.2012, 14:39
80. Hypochonder

Zitat von sysop
Zwei von drei Operationen in Deutschland sind medizinisch nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt der Krankenhausreport 2013 der AOK. Vor allem kostspielige Eingriffe führen Ärzte immer häufiger durch. Besonders drastisch: der Anstieg der Wirbelsäulen-OPs.
Man kann nicht abstreiten, das alle OP's notwendig wären, doch in vielen Fällen bleibt keine andere Wahl. Die Menschen, welche sich heute in die Hände von Ärzten begeben müssen, sind jene, denen in jungen Jahren viel KÖRPERLICHE/ANSTRENGENDE Arbeiten abverlangt wurden. Ich zähle mich dazu und muß ständig Punktionen der Nervenwurzeln erdulden, um den Schmerz aushalten zu können. Eine Option auf einen operativen Eingrff behalte ich mir vor. Wenn eine Gesellschaft erwartet, dass das arbeitende Volk schuftet bis zur Rente mit 67 Jahren ( 49 Arbeitsjahre bei mir ), muß es auch bereit sein, dafür die Konsequenzen/Folgen und die BEHANDLUNG/KOSTEN zu tragen. Jammern, ob des vielen Geldes was zu blechen ist, ist des Arbeiters unwürdig, dieser Zustand ist so gewollt. Geht man in die Fabriken, erkennt wenn den großen Anteil gerade der älteren Arbeitnehmer, die oftmals mit Bandscheibenvorfällen und Arthritis ein schmerzhaftes Dasein fristen müssen und dennoch ihrer Arbeit nachgehen. Soll ihnen Besserung versagt bleiben? Es gibt im TV ständig Tiersendungen, wo die armen kleinen Geschöpfe unter das Messer kommen, Mitleidserregend in Szene gesetzt. Und der arbeitende Mensch, was ist mit ihm? Gebt, was des Menschen ist und nicht Milliarden in die Rüstung um diese umzubringen.

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beer&sauerkraut 07.12.2012, 14:40
81. Radikales Umdenken

Ich kann nur jedem Empfehlen sich selbst zu informieren und auf die eigene Stimme zu hören. Ärzte bzw. das System indem sie integriert sind haben prinzipiell ein finanzielles Interesse, der Erfolg oder Mißerfolg ist Nebensache also gleichgültig.
Jeder der in dieser Situation ist sollte selbst urteilen und lesen. Z.B. die Geschichte des unheilbar und querschnittsgelähmt prognostizierten Kameramanns und Filmpreisträger Clemens Kuby (Unterwegs i d nächste Dimsion, Filmacher für ARD, ZDF etc.) der mit einem Bruch des Rückrads heute wieder laufen kann. Deshalb sollte jeder selbst genau hinschauen ob ein Operation von notwendig ist und Statistiken recherchieren und nicht alleine auf eine möglicherweise finanziell begründete Diagnose des Arztes vertrauen. Es nützt mir nicht ein 50/50 Chance zu haben. Die habe ich auch so. In vielen Fällen wird auch bei Bänderriß nicht operiert, weil der Körper faszinierender Weise selbst oft die kompliziertesten Kunststücke vollbringt. Nur heute scheint vieles angeblich Machbare auch nur deshalb gemacht zu werden, weil es Aufenthaltskosten im Krankenhaus spart und teure Geräte und Behandlungen beinhaltet, die keinenfalls billiger sind aber bezahlt werden.

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sobollo 07.12.2012, 14:41
82.

danke an den prof. der sich gegen eine rücken-op entschied. heute, 4jahre später, bin ich froh das mir diese riskante op erspart blieb.

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Kohle&Reibach 07.12.2012, 14:42
83. Das ganze Privatisieren

dient nur dazu einige Wenige noch reicher und mächtiger zu machen.
Und deutsche "Volksvertreter" sind die Handlanger.

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7eggert 07.12.2012, 14:45
84.

Zitat von mainjj67
Besser wäre, Bewegung, Krafttraining, Gewichtsabnahme, aber dazu sind die meisten schlicht zu faul. Also lieber operieren lassen, ist einfacher. Der Erfolg ist aber eher mager.
Wenn man sich kaum noch bewegen kann, während man die Schmerzen hat, und während man keine Schmerzen hat, schon trainiert, dann ist das schon schwierig. Und wenn dann genau die trainierten Muskeln schmerzen - bei mir die Fahrradarme - dann hilft zusätzlich verordnetes Rückentraining nicht wirklich.

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erlachma 07.12.2012, 14:45
85.

Zitat von Paul Panda
Da bin ich wohl die Ausnahme: Vor drei Jahren hat mich mein Arzt wegen eines leichten, aber schmerzhaften Bandscheibenvorfalls zur Kernspin-Untersuchung geschickt. Der Arzt im Röntgenzentrum, der das Alysegerät betreute, rieb sich schon erwartungsvoll die Hände, als er mich fragte, ob ich einer OP zustimme. Als ich entgegnete: "Nur wenn es lebensbedrohlich wird", knallte er verärgert die Tür hinter sich zu. Da bin ich zur osteopathischen Behandlung gegangen, und nach vier Sitzungen (und Wochen) waren die Bandscheibenbeschwerden spurlos verschwunden.
Tja... oder der Betrunkene, der letzte Woche in die Notaufnahme gebracht wurde, weil er nicht zurechnungsfähig war und vom Fahrrad gefallen war. "Ist nichts", hat er gesagt. "Nur ein Sturz".
Bevor die Ärzte ihn untersuchen konnten, ist er aus dem Krankenhaus geflüchtet. Am Abend wurde er nach einem erneuten Sturz wieder gebracht. Gegen seinen Willen wurde dann doch eine Untersuchung durchgeführt. Ergebnis: Schädelbruch.

Es ist einfach ein Problem, wenn Laien meinen, "das ist schon nicht so schlimm, eine OP ist überflüssig".

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Dude2403 07.12.2012, 14:45
86. Achja?

Zitat von Ingmar E.
Die Patienten wollen diese OPs doch oft. Gerade im orthopädischen Bereich. Wenn man den Patienten sagt: "Sorry, das operieren wir nicht, nehmen sie Schmerzmittel und machen Physiotherapie", dann gehen die ins nächste Krankenhaus und lassen sich da operieren.
Ich kann Ihnen versichern, ich hatte vor meiner HWS-OP eine Scheissangst und die wurde mir auch schön via diverser Ärzte eingeflößt und was man da so alles vorher an Untersuchungen gemacht hat, als Privatpatient ist das ein unschönes Leben wenn jeder Penner einen als goldene Gans sieht und ich hoffe, dass eines Tages wir soweit sind, dass richtig drakonische Strafen gegen solche Ärzte verhängt werden und dass ein paar der Herren einwandern für das was sie tun...........

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ServicePackXXL 07.12.2012, 14:47
87. ohne moos nix los

Zitat von Ingmar E.
Die Patienten wollen diese OPs doch oft. Gerade im orthopädischen Bereich. Wenn man den Patienten sagt: "Sorry, das operieren wir nicht, nehmen sie Schmerzmittel und machen Physiotherapie", dann gehen die ins nächste Krankenhaus und lassen sich da operieren.
und dort, im nächsten krankenhaus, finden sich dann jene, ihrem hippokratischen eid verpflichteten ärzte, die wider besseres wissen eine medizinisch nicht unbedingt indizierte operation durchführen?!

der patient will seine fürchterlichen schmerzen loswerden, am besten gestern - das ist doch völlig verständlich und legitim.

machen wir uns nichts vor, die totale durchökonomisierung unserer gesellschaft hat schon lange den gesundheitsbereich erfasst, wobei es nicht um effizienz geht, sondern um möglichst viel geld.
die perverse situation, dass der job des krankenhausarztes und damit seine wirtschaftliche existenz, direkt an der zahl seiner durchgeführten - und nicht vermiedenen - operationen hängt, ist doch kein schauermärchen, sondern oft belegt - erst letzte woche in einer tv-dokumentation.

ich bin jedenfalls heilfroh, nicht schon vor zwanzig jahren plötzlich rückenschmerzen gehabt zu haben wie einige meiner noch jugendlichen kommilitonen - ihnen wurde nach ein paar erfolglosen spritzen gegen die schmerzen unverzüglich das skalpell ans kreuz gesetzt.
den unbeschwerten aufrechten gang hat ihnen diese prozedur allerdings nicht zurückgebracht.
damals war die gläubigkeit in die unfehlbarkeit der halbgötter in weiß noch verbreiteter als heute - wenn der herr doktor das sagt, dann wird es schon richtig sein, schließlich hat der mann jahrelang studiert.

zum glück erwischte es mich erst vor ein paar jahren, als auch schon der spiegel über jenen schweizer fitness-guru berichtete, der mit dem slogan "ein starker rücken kennt keinen schmerz" und schlagwörtern wie muskuläre disbalance furore machte - zweimal dreißig minuten pro woche gezieltes training würde über achtzig prozent der angeblich notwendigen rückenoperationen überflüssig machen.

ich kann nur sagen, bei mir hat die berühmte f3-apparatur schon nach fünfmal, à 3 (!) minuten einen aha-effekt ausgelöst.
yoga, pilates, laufen, schwimmen, gerätetraining, kurz gesagt, regelmäßige bewegung, verbunden mit gezielter rückenstärkung, hat mich vom zwicken im rücken vollständig befreit - selbst stundenlanges autofahren überstehe ich zu meiner überraschung immer wieder ohne danach schmerzgekrümmt durch die gegend zu wackeln.

der arzt in jenem berühmten fitness-center hat mir sofort den zahn gezogen und gesagt, ich hätte keinen bandscheibenvorfall oder ähnliches, sondern eine muskuläre disbalance - und dagegen hilft die stärkung eben jener bisher völlig vernachlässigten muskeln.
natürlich wollte er mich über das spezielle rückenprogramm hinaus für eine ständige clubmitgleidschaft werben - schließlich war er der franchisee.
der mann macht seine kohle, ohne an anderen mitmenschen herumzuschnippeln, herumschnippeln zu müssen - dagegen habe ich nichts einzuwenden... .

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nicolo1782 07.12.2012, 14:47
88. Schon seltsam

erst wollte alle Welt, dass Ärzte und Krankenhäuser sich marktwirtschaftlich verhalten. Jetzt tun sie's und jetzt ist's auch wieder nicht gut.

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grenoble 07.12.2012, 14:48
89. nehmen ...

Zitat von Ingmar E.
Die Patienten wollen diese OPs doch oft. Gerade im orthopädischen Bereich. Wenn man den Patienten sagt: "Sorry, das operieren wir nicht, nehmen sie Schmerzmittel und machen Physiotherapie", dann gehen die ins nächste Krankenhaus und lassen sich da operieren.
...sie Schmerzmittel und machen sie Physiotherapie,-...gerne, wenn mir der Orthopäde dann auch verbindlich zusichert das Ausfallserscheinung und Stenose sich zurückbilden und im anderen Fall Schadenersatz leistet.

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