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Befragung in Deutschland: So leben Männer ihre Sexualität
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Forscher haben Tausende 45-jährige Männer zu ihren sexuellen Neigungen gefragt - und zur praktizierten Realität. Ein Ergebnis: Viele Homosexuelle in Deutschland leben mit Ehefrau und Kindern.

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kirfatal 03.10.2018, 07:43
10. @9: Intention der Studie

Erst lesen, dann kritisieren: Die Studie wurde durchgeführt, um Erkenntnisse zu Prostatakrebs zu gewinnen. Das erklärt die flache und wenig erhellende „Ergebnislage“. Klassischer Fall von Wissenschafts-PR im schlechten Sinne. Ziel: Öffentliche Aufmerksamkeit

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dasfred 03.10.2018, 08:08
11. Wieviel der Heterosexuellen hatten Analverkehr?

Das ist immerhin eine Kategorie, die in den Statistiken der einschlägigen Internetanbieter für Erwachsenen Unterhaltung unter den top Drei rangiert. Auch der Anteil homoerotischer Pornographie liegt weit über den ermittelten fünf Prozent. Wenn ich mir ansehe, dass die Daten im Zusammenhang mit der ersten Prostatauntersuchung im Alter von 45 Jahren erhoben werden, ist doch sehr fraglich, ob alle Teilnehmer unmittelbar vor oder nach der äußerst intimen Untersuchung offen über homosexuelle Phantasien reden. Die meisten sind froh, wenn es vorbei ist und beantworten solche Fragen eher so, dass sie sich selbst als durchschnittlich präsentieren. Ärzte und Ärztinnen sollten langsam mal in Betracht ziehen, das Männer im Swingerclub ganz andere Phantasien haben, als in einer urologischen Klinik. Diese Studie bringt nun wirklich keinen zusätzlichen Erkenntnissgewinn, außer vielleicht, dass der durchschnittliche Hetero hier lesen kann, dass eben nicht alle Homos Poposex machen. Und selbst hier wird nicht differenziert zwischen Aktiv, Passiv und sowohl als auch. Wer lange im Bereich Erotik gearbeitet oder als Kunde Erfahrungen gesammelt hat, kann ganz andere Eindrücke gewinnen. Vom versteckten Schwulen bis zur Hete mit bizarren Neigungen ist das Spektrum dermaßen vielfältig, dass sowas niemals beim Arzt im Rahmen der Prostatauntersuchung abgefragt werden kann. Dazu kommt, wie ein anderer Poster erwähnt hat, dass bei Heteros eben auch noch die Frau ein Mitspracherecht hat, welche Sexualität praktiziert wird.

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Chatzi 03.10.2018, 08:21
12. Aha! Nun denn!

Bei all den Zweifeln und dem Meckern der Foristen hierzu scheint sich keiner die Frage zu stellen, warum Homosexuelle Männer Frauen heiraten und Kinder mit ihnen groß ziehen, statt ihrer wahren Neigung nachzugehen. Quasi eine Selbstverleugnung par excellance! Rudolf Moshammer bezeichnete sich einst in einem Interview über sein Leben als nicht homosexuell, er liebe Seelen, egal ob Mann oder Frau. Körperlich wurde er jedoch nur mit männlichen Escorts, heimlich. So kam er auch zu Tode. Tragisch! Noch tragischer finde ich, dieses Schauspiel vor der Gesellschaft bis zum natürlichen Tod aufzuführen, sich quasi lebenslang selbst zu belügen, um der Meinung anderer Willen. Das ist doch hier in dieser Befragung eindeutig zu Tage getreten und wurde mAn bestätigt. Ich selbst bin schwul und hatte noch nie Sex mit einer Frau, wozu auch? Meine sexuelle Identität zu finden war extrem schwierig, nur, als es mir klar war, fand ich mich damit ab. Das scheinen viele nicht verkraften zu können, und nur das ist hier die wahre Tragödie! Noch heute mit 52 treffe ich gelegentlich mit Frauen verheiratete Männer zum Sex, und sie tun mir unendlich leid, weil sie psychische Wracks sind und ihre eigene Identität verleugnen, tagtäglich!

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sammilch 03.10.2018, 09:25
13.

Zitat von az150
Interessant, dass 70 bis 80 Prozent des Artikels sich mit 5 Prozentchen der untersuchten Klientel beschäftigen. Viel aufschlussreicher (wenigstens für 95 Prozent der männlichen Leser) wären doch Aussagen zur Dauerhaftigkeit und Aktualität von Partnerschaften insbesondere der heterosexuellen Männer mit Frauen gewesen, denn gerade dieses Verhältnis (Mann-Frau) wird ja gerne kritisch gesehen. Zudem frage ich mich, ob man bei einer Untersuchung zum weiblichen Sexualverhalten ebenfalls die Frage sexueller Gewalterfahrungen vollkommen ausgeklammert hätte. Und warum wurden eigentlich nur Großstädter und keine Dorfbewohner mit einbezogen?
Ich weiß nicht, ob Sie schonmal eine Studie geleitet haben.
Probanden zu finden ist in der Stadt sehr viel einfacher als auf dem Land - auch, weil auf dem Land kaum die Möglichkeit besteht von der Studie zu erfahren.
Dann muss man die Probanden befragen. Das geht leicht, wenn man Räumlichkeiten hat - die sucht man sich in der Stadt, wo sie von den meisten gut erreicht werden können.
Probanden zu finden, die ersteinmal in die Stadt fahren müssen findet man kaum, dazu ist kaum einer bereit.
Der Aufwand muss auch für den Studienauftraggeber möglichst gering gehalten werden, daher wird auch kein Interviewer extra aufs Land rausfahren.

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fuffel 03.10.2018, 10:51
14. wie

Zitat von Chatzi
Bei all den Zweifeln und dem Meckern der Foristen hierzu scheint sich keiner die Frage zu stellen, warum Homosexuelle Männer Frauen heiraten und Kinder mit ihnen groß ziehen, statt ihrer wahren Neigung nachzugehen. Quasi eine Selbstverleugnung par excellance! Rudolf Moshammer bezeichnete sich einst in einem Interview über sein Leben als nicht homosexuell, er liebe Seelen, egal ob Mann oder Frau. Körperlich wurde er jedoch nur mit männlichen Escorts, heimlich. So kam er auch zu Tode. Tragisch! Noch tragischer finde ich, dieses Schauspiel vor der Gesellschaft bis zum natürlichen Tod aufzuführen, sich quasi lebenslang selbst zu belügen, um der Meinung anderer Willen. Das ist doch hier in dieser Befragung eindeutig zu Tage getreten und wurde mAn bestätigt. Ich selbst bin schwul und hatte noch nie Sex mit einer Frau, wozu auch? Meine sexuelle Identität zu finden war extrem schwierig, nur, als es mir klar war, fand ich mich damit ab. Das scheinen viele nicht verkraften zu können, und nur das ist hier die wahre Tragödie! Noch heute mit 52 treffe ich gelegentlich mit Frauen verheiratete Männer zum Sex, und sie tun mir unendlich leid, weil sie psychische Wracks sind und ihre eigene Identität verleugnen, tagtäglich!
begründen Sie diese Gleichsetzung von sexuellen Vorlieben/Praktiken und Identität?
Bei mir fiel dies auch selten in eins - empfand ich aber nie als dramatisch.
Davon ist der gesellschaftliche oder gar strafrechtliche Druck natürlich unbenommen.

Aber wird dies in der Studie überhaupt abgebildet?

Wenn meine derzeitige Partnerin andere Präferenzen hat, geben doch noch sehr viele andere Dinge den Ausschlag für meine Entscheidungen die Partnerschaft fortzusetzen oder abzubrechen

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Alexis_Saint-Craque 03.10.2018, 11:04
15. Der Rest ist Kultur

Nichts neues unter der Sonne. Schon Jeanne Moreau fasste es treffend zusammen: Es gibt Menschen, die sind sexuell. Und es gibt Menschen, die sind es nicht. Man möge ergänzen: Der Rest ist Kultur.

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spontan_kommentator 03.10.2018, 11:11
16. @az150 (Kommentar 9)

Beachten Sie, wie/wobei die Daten erhoben wurden, dabei ging es NICHT um diese Studie, diese wurde erst nachträglich auf Basis der ohnehin vorhandenen Daten erstellt. Das dürfte Ihre Fragen auch schon klären.

Hier noch die relevante Stelle aus dem Artikel:

"Eigentlich hatten die Mediziner die Fragen im Zusammenhang einer Untersuchung zum Prostatakrebs-Risiko gestellt. Forscher der Technischen Universität München machten sich die Daten jetzt jedoch zunutze, um das Sexualleben der 45-Jährigen in Deutschland zu analysieren."

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Sokrates1939 03.10.2018, 11:16
17. "wahre Homosexuelle"

Wer "homosexuell" ist, ist eine Frage der Definition. Manche werden es überraschend und widersprüchlich finden, wenn von Homosexuellen mit eigenen Kindern und solchen die Rede ist, die mit 45 Jahren noch keinen Sex mit einem anderen Mann hatten. Es gibt viele sexuelle Betätigungsmöglichkeiten, die der eine oder andere vielleicht gern einmal ausprobieren möchte. Das rechtfertigt es m.E. aber keinesfalls, sie ohne weiteres einer entsprechend praktizierenden Gruppe zuzurechnen. Gefühl und homoerotische Liebe sind etwas anderes. Ich finde es deshalb nicht richtig, wenn der bedeutende Schriftsteller Thomas Mann immer wieder als homosexuell bezeichnet wird, obwohl er, soweit bekannt, niemals Sex mit einem Mann hatte, sondern zeitlebens eine heterosexuelle Ehe mit sechs eigenen Kindern lebte.
Zum Abschluß zitiere ich Helmut Schelsky "Soziologie der Sexualität", 1955, Seite 77 : "Zweifellos liegt die Prägung des homosexuellen Verhaltenstypus bei denjenigen, die ausschließlich bei denjenigen zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen imstande sind - Kardiner nennt sie die 'wahren' Homosexuellen - vorwiegend in der kindlichen Entwicklungsphase;...."

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k-d.hollbecher 03.10.2018, 14:40
18. Repräsentanz?

Warum wurden keine Männer im Osten, z.B. Leipzig oder Rostock, gefragt? Wie wurden die Befragten ausgewählt? Aus welchem sozialen Milieu kamen sie? Was waren sie von Beruf? Warum wurde nur diese Altersgruppe befragt? Das sind nur wenige Unklarheiten beim Lesen des Beitrags. Er scheint nicht besonders repräsentativ zu sein, denn in Deutschland gibt es mehr als 40 Mio. Männer.

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kumi-ori 03.10.2018, 15:30
19. Es ist ein größerer Anteil

Zitat von derarmleuchter
Zum Vergleich. Pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 60.000 Menschen an Prostata-krebs, davon Sterben wiederum 14.000 Menschen. Das sind nur 0,36 proMill aller Männer und nur 0,18 proMill aller Deutschen. Für eine medizinische Forschung ist das aber eine sehr relevante Größenordnung.
Im Gegensatz zum Leiden an versteckter Homosexualität kann man nur ein einziges Mal an Prostatakrebs versterben. Nehmen wir an, es gibt in D 80 Mio. Menschen und die werden im Durchschnitt 80 Jahre alt (um mit einfachen Zahlen rechnen zu können). Jeder von diesen hat ein einziges Todesjahr, das heißt von den 80 Mio Menschen stirbt jedes jahr 1 Mio. Im selben Jahr sterben 14.000 Menschen an Prostatakrebs, das wären 1,4%.

Das Leiden an versteckter Homosexualität hingegen tragen die Menschen sehr lange mit sich herum. Man muss hier mit ganz anderen Formeln rechnen. Das ist der Unterschied zwischen Inzidenz und Prävalenz.

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