Forum: Gesundheit
Befragung: Viele Schüler leiden unter Kopfschmerzen
Miodrag Ignjatovic/ Getty Images

Mehrmals im Monat dröhnt der Kopf, Schmerztabletten sind nötig - an Schule ist kaum zu denken. Einer aktuellen Umfrage zufolge haben mehr als ein Viertel der Schüler chronische Kopfschmerzen.

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dasfred 07.06.2019, 15:59
1. Wie sind die Lebensumstände?

Viele dieser kopfschmerzgeplagten Kinder gehen selten vor die Tür. Sauerstoffmangel ist häufig eine Ursache, die kaum in Betracht gezogen wird. Das kenne ich aus meiner Jugend im Winter. Statt Schmerztabletten reichte schon häufiges Lüften. Dann muss man im Wachstum noch falsche Körperhaltung durch ungeeignete Stühle einbeziehen. Erst wenn das ausgeschlossen ist, kann man sehen. ob das Lernverhalten zum Stress führt und womöglich verändert werden muss. Ernsthafte organische Ursachen sind in dem Alter für Kopfschmerz sehr selten.

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sv74 07.06.2019, 16:02
2. Zeitmangel ist das Problem

Wenn immer mehr ländliche Schule geschlossen werden, Kinder ab Klasse 5 schon 5.20 aufstehen müssen um den Bus um kurz nach 6 zu bekommen (nach 1 km Weg zur Bushaltestelle), und trotz Schulende um kurz nach 13 Uhr nie vor 15 Uhr zu Hause sind (an Tagen wo sie Musikschule oder Sport haben erst 19.30 Uhr...), um dann noch Hausaufgaben zu machen... Wann soll sich ein Kind denn da noch groß bewegen wenn es vielleicht noch andere Hobbies oder Aufgaben in der Familie hat?

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axel_roland 07.06.2019, 16:25
3. Definition von Chronisch ist problematisch

Klar, dass 40% der Schüler chronische Kopfschmerzen haben, wenn das bedeutet, dass sie mehr als einmal im Monat Kopfschmerzen haben. Der Mensch ist keine Maschine und einmal im Monat Kopfschmerzen zu haben ist für viele Menschen (inkl. mir) eben völlig normal. Jetzt gleich wieder die armen kleinen betüddeln zu wollen, weil die Schule ja bestimmt an allem schuld und das Lernen heutzutage sicher viel zu hart ist, halte ich für völlig daneben.

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upalatus 07.06.2019, 16:34
4.

Ich weiß von meiner betagten Nachbarin, dass sie nebst befreundeter Altersgruppe im Kindesalter von frühmorgends bis abends Aufgaben (Schulbesuch inkl) zu erfüllen hatten, die nichts mit Tennis, Daddeln, fastfood-meetings, Sprechgesang, Markenartikeldiskussionen oder Sich-langweilen zu tun hatten. Von beeinträchtigenden Kopfschmerzen seinerzeit hat sie bisher nichts erzählt.

Aber wahrscheinlich braucht Deutschland doch einfach nur ein Ministerium für Tragen zum Jagen. Das würde Jung und Alt abdecken.

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Saure Gurke 07.06.2019, 16:54
5. Lautstärke

In vielen Klassen ist es schlicht zu laut ...

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paleki79 07.06.2019, 17:05
6.

Es ist ein Witz, einmal monatliche Kopfschmerzen als chronisch zu klassifizieren. Die offizielle Definition von chronischem Kopfschmerz lautet "an mehr als 15 Tagen im Monat" über jeweils mehrere Stunden. Wenn man die Teenager mit Erwachsenen vergleicht, muss man fast schon überrascht sein, dass es nicht noch mehr Prozent sind. Wie die Vorkommentatoren anmerken, sind mehrere Gründe möglich. Bei den Mädchen spielen sicher noch niedriger Blutdruck, Eisenmangel durch Menstruation etc. eine Rolle. Sicher sind auch der gestiegene Medienkonsum und ein etwaiiger Bewegungsmangel daran beteiligt sowie Stress und der Druck, "funktionieren zu müssen".
Was mich wundert, ist, dass nicht untersucht wurde, ob die Teenager größere Mengen an Cola oder Energy Drinks konsumieren. Dadurch kann nämlich ein Koffeinentzugs- kopfschmerz entstehen.

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Lorah 07.06.2019, 17:18
7. Nr. 4

Ja, ja, früher waren die Leute halt noch hart im nehmen. Da wurde noch stundenlang zur Schule gelaufen, bei Wind und Wetter. Und wenn die Mädels die Schule fertigmachen durften, wurden sie Ehefrau und Mutter. Und durften die Wäsche mit Hand waschen und Holz von draußen holen und am angefeuerten Herd stundenlang in schlecht belüfteten Küchen kochen und im Winter in ungeheizten Räumen schlafen. Und wenn die Jungs die Schule zu Ende machen konnten, wenn nicht gerade Krieg war oder die Cholera oder Typhus ausgebrochen war, durften sie ins Bergwerk oder aufs Feld. Von morgens früh, bis abends spät. Da war viel frische Luft oder auch nicht. Heutzutage, naja, winken wir lieber verächtlich ab, verweichlichte Brut, sowieso selber schuld ... Geht's noch??? Wohl noch nie persönlich ein Kind mit chronischen Kopfschmerzen getroffen, oder??? Aber Moment, dann sind eben die Eltern schuld, die schauen ja auch nicht danach, ob das Kind draußen ist oder wie viel es am Computer sitzt. Eltern sind heutzutage ebenfalls alle weicheiige Egoisten. Stimmt's?
P.S. Schön für ihre Nachbarin.

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AttaTroll 07.06.2019, 17:24
8.

Der Aussagen zur im Artikel angeführten Untersuchung mir nicht genau genug. Zur Anamnese gehört unbedingt auch, ob ein Kind etwa für die besuchte weiterführende Schule als geeignet eingeschätzt wurde und wie seine häusliche bzw. familiäre Situation beschaffen ist. Auch andere Faktoren. Wie Medienkonsum, Schlafhygiene, Ernährungsstatus etc. sind gewiss von Bedeutung. Wenn ich im übrigen an meine eigene Schulzeit zurückdenke, so fällt mir ein bisweilen zickiges Klassenklima ein, Überanforderung jedoch nicht. Eher Langeweile, vor allem in der Oberstufe. Und das in BaWü, einem der bildungspolitischen Musterländer.

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Rainald 07.06.2019, 18:56
9. Smartphone, Kopfhörer, Bewegungsmangel, Schlafmangel ...

Da ich selbst auch Kinder habe, die inzwischen volljährig sind, kenne ich das Problem sehr gut. Im Urlaub bei Segeltörns sind ihre Kopfschmerzen schlagartig weg gewesen. Diese Erkenntnis habe ich auf unseren Alltag übertragen, teils mit stringenten Maßnahmen. 1. Computerspielverbot nach 21 Uhr. Denn sie zockten gerne mal die eine oder andere Nacht durch, vor allem Onlinespiele. Also habe ich kurzerhand nachts den Strom abgestellt. 2. Smartphonenutzung nur eine Stunde pro Tag nach der Schule. 3. ein verordnetes Sportprogramm. Sie haben zu Hause sowieso viel Geschrei gemacht von Wegen Umweltverschmutzung, Müllverschwendung und dergleichen. Daher gab es verordnete Arbeitsstunden in unserem Schrebergarten, das war auch tägliche Bewegung an der frischen Luft. An Wochenenden ging es morgens raus zum gemeinsamen Waldlauf. Die Herumkutschiererei mit dem Auto haben wir komplett eingestellt. Die drei Kilometer zur Schule sind sie fortan zu Fuß gelaufen. 4. Kopfhörerverbot. Ich glaube, dass dieses überlaute Musikhören mit Kopfhörern schlecht für die Ohren ist und ausserdem neben der Smartphonenutzung durch diese Reizüberflutung ebenfalls Kopfschmerzen verursachen.
Dieses Programm haben wir trotz erheblichem und hartnäckigem Widerstand bis zur Volljährigkeit von allen dreien durchgezogen und sie hatten seitdem nie wieder Kopfschmerzen. Der Älteste zog mit 18 sofort aus und macht inzwischen eine Berufsausbildung. Denn wer in unserem Haus wohnt, muss sich an unsere Regeln halten. Er wollte das nicht, also mußte er ausziehen. Die materiellen Einschränkungen bei einem Studium waren ihm zu hart, da er von uns nicht mehr bekommt, als ihm gesetzlich zusteht. Also machte er eine Berufsausbildung. Ich muss sagen, dass ihm dies sehr gut tut. Er entwickelt sich hervorragend und viele seiner verschrobenen Ansichten haben sich geändert, seit er für sich selbst verantwortlich ist und auch für all seine Kosten selbst aufkommen muss. Offensichtich bekommt er in der Berufsschule sehr guten Input von Lehrern, die vor ihrem Lehramt fast alle ein halbes Leben lang in der freien Wirtschaft tätig waren. Anders als beim Abi, wo ihn Lehrer, die in ihrem Leben nur Schulen von innen gesehen haben, mit ihren lebensfremden und verschrobenen Ansichten völlig verdreht haben. Auf jeden Fall: alle drei haben keine Kopfschmerzen mehr und sich auch viel weniger erkältet als früher. Und ich hätte es nie für möglich gehalten: nach der ersten verordneten Fahrradreise statt dem Flug auf die Kanaren, begannen sie von selbst Radreisen zu machen. Unsere Tochter macht diesen Sommer ihre erste Alpenüberquerung mit dem Mountainbike.

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