Forum: Gesundheit
Bericht aus dem Klinikalltag: "Was für eine Ärztin bin ich bloß geworden?"
Getty Images/Johner RF

Heute treffen sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Hier erzählt eine enthusiastische, junge Ärztin, warum sie schon nach einem Jahr Arbeit desillusioniert ist. Ein Bericht über die schroffe Realität in unseren Kliniken.

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El Professore 20.06.2018, 09:44
1. Sehr guter Artikel, der sicherlich auch die

Eindrücke vieler Patienten bestätigt. Es ist Zeit, dass sich da etwas ändert, aber wie? Kliniken dürfen nicht nur reine kapitalgetriebene Institutionen sein.

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HLoeng 20.06.2018, 09:47
2. Das kann doch nicht sein!

Oder sollten etwa die Arztserien im TV mit der Realität gar nichts zu tun haben? Dort liegt doch der AOK-Patient jeweils im komfortablen Einzelzimmer, umringt von freundlichen Ärzten und engagierten Pflegern, die offensichtlich auch noch den Besuch des Gesundheitsministers erwarten.

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touri 20.06.2018, 09:48
3.

Da kann ich nur empfelen, sich ein paar Partner zu suchen und eine Gemeinschaftspraxis aufzumachen. Der Krankenhausalltag ist undankbare Knochenarbeit. Ich dachte was wäre mittlerweile jedem bekannt.

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B.Evers 20.06.2018, 09:49
4. Mein Rat an die junge Kollegin

Geben Sie ihren Idealismus nicht auf.
Suchen Sie sich lieber eine andere Stelle. Nirgendwo wird es perfekt sein, aber es wird Kliniken mit besseren Arbeitsbedingungen geben. In Zeiten des Ärztemangels sind die Krankenhäuser auf Sie angewiesen.
Besonders Unikliniken haben schlechte Arbeitsbedingungen, die Chefs meinen, die Ärzte könnten froh sein, dort zu arbeiten.
Es ist schon schwierig genug, Familie und Schichtdienst miteinander zu vereinbaren.
Geben Sie nicht auf, wechseln Sie lieber den Arbeitgeber!
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

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xilraf 20.06.2018, 09:50
5. Furchtbare Situation.

Das muss sich einfach ändern. Deutschland ist ein reiches Land. Ich frage mich, ob es wirklich so war, dass sie die ältere Generation der Ärzte aufgeopfert hat, oder ob hier einmal wirklich "früher alles besser" war? Schließlich gab es einige Reformen in den letzten 20 Jahren, die die Situation verschlechtert haben.

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Persepolis 20.06.2018, 09:52
6. Der Bericht könnte von mir...

..oder einem meiner Kollegen sein. Da kommt es nicht mal mehr auf den Fachbereich an. Man kann sich aber schon die Frage stellen, warum wir Ärzte es trotz Systemrelevanz und Ärztemangel allerorts nicht hinbekommen, Wiederstand zu organisieren. Man muss aber auch sagen - es gibt viele schöne Jobs für Ärzte - in der ambulanten Versorgung, bei Behörden, in der Pharmaindustrie. Mit guter Bezahlung, freien Wochenden oder weniger Diensten. Meiner Meinung ist jeder (Fach-)Arzt selbst schuld, sich in der vorranging profitorientierten Krankenhausweld "zermalmen" lässt.

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mr_t 20.06.2018, 09:53
7. Die junge Kollegin hat leider noch nicht verstanden...

... wie das System "Krankenhaus" läuft. Als Chefarzt kann ich sagen, dass es natürlich um Zahlen geht. Und an den Universitätskliniken darüber hinaus auch um Forschung und Lehre. Ich war selbst viele Jahre Professor und Oberarzt an einer Universitätsklinik. Man muss lernen, sich besser zu organisieren. Das fängt bereits zu Hause an. Auf mich wirkt die Kollegin wenig belastbar. Der Artikel greift natürlich die so oft zitierte Empathie und die Ideale der Kollegin auf. Diese sollte ich aber einfach fragen, ob sie für die spezielle Situation "Universitätsklinik" geschaffen ist. Sie könnte genauso gut eine Stelle in einer netten und beschaulichen Rehaklinik annehmen. Es gibt genug Stellen, und die Bewerber haben fast die freie Auswahl. Insgesamt natürlich eine sehr einseitige, weil sehr subjektive, Darstellung des ärztlichen Alltags in Deutschland...

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jasone 20.06.2018, 09:53
8. Furchtbare Bedingungen

Als ich mitbekommen habe, wie es in der Klinik läuft, habe ich mein Medizinstudium im 8ten Semester abgebrochen. Meine Lebensqualität als Autorin für Bücher über Heilung und Psychologie ist heute weit besser als die meiner früheren Mitstudenten, die den ganzen Tag in der Klinik hocken.
Hier ist die Politik gefragt, um die Bedingungen für Ärzte besser zu gestalten. Den Druck hält niemand aus.
Mir graust bei dem Gedanken, dass Menschen täglich manipuliert werden, um mehr Geld aus ihnen heraus zu schlagen. Habe ich oft in meinen Kursen an der Klinik mitbekommen.
Mir ging es letztes Jahr so, dass ein Oberarzt mir nach ca 3 Sekunden empfahl, mir Wirbel versteifen zu lassen, ohne Grund. Ich lehnte ab, mehrere andere Ärzte waren meienr Meinung. Gefährlich, diese Oberärzte!

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Rassek 20.06.2018, 09:54
9. Endlich

Mal wieder ein Spiegel Artikel, der es wert ist dem zuständigen Minister um die Ohren gehauen zu werden.
Der Markt, dieses grosse freundliche Wesen, dem wir ja alles gern zur Regulierung überlassen haben, verachtet die Menschen, die ihre Würde behalten wollen. Vielen Dank an die junge Ärztin. Es geht Ihnen leider nicht gut.
Aber Sie haben zuwenigst noch ein Gewissen. Kämpfen und schreiben Sie weiter.

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