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Biomarker-Test bei Brustkrebs: Diesen Kampf wollte ich unbedingt gewinnen
Pradit Ph/ iStockphoto/ Getty Images

Es kann eine Frage von Leben und Tod sein: Chemotherapie bei Brustkrebs - ja oder nein? Künftig zahlt die Krankenkasse einen wichtigen Test für Patientinnen. Endlich. Viele haben lange darauf gewartet. Auch ich.

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kumi-ori 21.06.2019, 14:50
10.

Zitat von andialpha
Im Prinzip ist es gut dass dieser Test jetzt bezahlt wird weil es den Patienten/Aerzten bei der Entscheidung hilft. Aber in der Zukunft wird es solche Tests fuer viele Krankheiten geben. Der Oncotyp-Test wird die Krankenkassen 100 Mio pro Jahr kosten. Wenn solche "informativen" Tests fuer hunderte von Krankheiten vorliegen, wird das ein finanzielles Problem, da die Einsparungen bei der Therapie dies warscheinlich nicht ausgleichen. Daher wird es wohl so sein, dass in vielen Faellen die Tests privat bezahlt werden muessen und nur Tests die eine eindeutige Entscheidung fuehr die Therapie ermoeglichen werden von den Kassen bezahlt werden. Darum sollte jeder schon mal ein eigenes Sparkonto ueber ein paar tausend Euro fuer medizinische Zusatztausgaben anlegen. Wer's nicht macht hat halt dann spaeter Pech wenn er solche Tests moechte.
Viele Deutsche lieben die Chemotherapie, weil sie so schön billig ist. Aber das kann auch ein Trugschluss sein. Der Prädiktonstest spart etwa ein Viertel der Chemotherapien ein ( wenn der Test ungünstig ist, muss die CTX ja weiterhin durchgeführt werden). Das heißt, einer eingesparten Chemo stehen ca. 12.000 Euro Kosten für den Test gegenüber. Bei Brustkrebs im frühen Stadium wird meistens die Chemotherapie CHOP duechgeführt. Die Grundsubstanzen sind spottbillig und längst generisch verfügbar. Die Behandlung der Nebenwirkungen hingegen können gewaltig sein. Jede zweite Patientin und ist auf Filgrastim und/oder Erythropoetin angewiesen. Schon allein diese Substanzen kosten für die Dauer der Therape mehr als die 12.000 €. Von den Behandlungskosten einer lebenslangen Nierenschädigung (zum Glück einigermaßen selten) ganz zu schweigen.

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kumi-ori 21.06.2019, 15:00
11.

Zitat von viwaldi
Eine der wichtigsten Fragen ist: für wen ist der Test überhaupt sinnvoll? Jedenfalls nicht für alle Patientinnen mit Brustkrebs! Andere bekannte und gut getestete Faktoren sind häufig so eindeutig, das der Test sinnlos ist. Und ob Multigentests , wie der Oncotype, wirklich die Zukunft darstellen, wird von vielen Fachleuten heftig bezweifelt. TMB ist der neue Focus.
Das sind zwei ganz verschiedene Situationen. Der Prädiktionstest kommt nur für Tumore in ganz frühem Stadium in Frage und bantwortet ( mit einer ganz guten Sicherheit) die Frage, ob der Tumor bereits gestreut hat oder nicht. Wenn der Tumor noch auf seinen Ursprungsort beschränkt ist, genügt es, diesen zu entfernen und fertg.

Tumor Mutaional Burdon bestimmt man (wenn überhaupt, hier ist die Diskussion noch lange nicht ausgestanden), wenn der Tumor bereits metastasiert ist und auf jeden Fall eine systemische Therapie ( also eine medikamentöse Therapie, die im ganzen Körper wirkt) die einzige Lösung ist. TMB kann (vielleicht) zur Entscheidung Chemo oder Immuntherapie herangezogen werden.

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m-hd 21.06.2019, 15:03
12.

Statistik ist Statistik und gibt keine Aussage über den Einzelfall. Eine sehr guten Freundin von mir verzichtete auf eine Chemo, weil die Statistik ihr auch ohne Chemo eine hohe Heilungschance auswies. Ein möglicherweise fataler Fehler, der ihr dann drei Jahre später möglicherweise das Leben gekostet hat. Wissen wird man es natürlich nie. Ob die Entscheidung für oder gegen Chemo gut oder schlecht war, zeigt leider nur die Zeit. Nichts ist sicher und solche Tests helfen vielleicht ein bisschen gegen die Angst, aber in der Sache wenig. Ich wünsche der Autorin auf jeden Fall Kraft und alles Gute.

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ninotschka1 21.06.2019, 16:07
13. Kosten-Nutzen-Rechnung für die Krankenkassen

Ich verstehe nicht, warum die Krankenkassen sich so gewehrt haben. Eine Chemotherapie kostet mehr als diese Analyse. Die Behandlung der Spätfolgen und Nebenwirkungen kostet nochmal mehr. Dazu kommt möglicherweise eine längere Arbeitsunfähigkeit.
Es war also schon aus wirtschaftlichen Überlegungen angebracht, die Analyse zu bezahlen.

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isar56 21.06.2019, 16:32
14.

Zitat von ninotschka1
Ich verstehe nicht, warum die Krankenkassen sich so gewehrt haben. Eine Chemotherapie kostet mehr als diese Analyse. Die Behandlung der Spätfolgen und Nebenwirkungen kostet nochmal mehr. Dazu kommt möglicherweise eine längere Arbeitsunfähigkeit. Es war also schon aus wirtschaftlichen Überlegungen angebracht, die Analyse zu bezahlen.
Stimmt. Ich fiel am Arbeitsplatz 6 Monate aus (2x OP, 33 Bestrahlungen), meine Chemokolleginnen und - freundinnen mindestens 1 Jahr. Das Krankengeld bezahlt ebenfalls die KV.

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r-chop77 21.06.2019, 18:25
15. Sinnvolle Ergänzung...

Der Oncotype ist eine sinnvolle Ergänzung. Wichtig ist, bevor jetzt alle Brustkrebspatientinnen die Praxen stürmen, zu verstehen für wen dieser Test in Frage kommt. Der Test hilft zu entscheiden ob nach einer operativen Therapie bei einem hormonrezeptorpositiven Brustkrebs zusätzlich zur begleitenden (adjuvanten) Hormontherapie (endokrine Therapie) noch eine Chemotherapie erfolgen sollte. Bei der Mehrheit der Patientinnen kann man das an klinischen und feingeweblichen Eigenschaften des Tumors bereits ohne Oncotype eindeutig entscheiden (bzw. eine Empfehlung aussprechen). Kriterien sind u.a. Tumorgröße, Rezeptorstatus, Ausmaß des Lymphkotenbefalls usw. Es gibt aber Patientinnen bei denen diese Kriterien keine eindeutige Empfehlung erlauben, hier ist der Oncotype sinnvoll einzusetzen und auch in den gängigen Leitlinien z.B. der AGO empfohlen. In Summe: nicht jede Frau mit einer Brustkrebserkrankung braucht diesen Test, für eine bestimmte Patientengruppe kann er eine wichtige Entscheidungshilfe für oder gegen eine begleitende (adjuvante) Chemotherapie sein. (gute Seite um sich zu informieren z.B. Onkopedia oder die frei zugänglichen Empfehlungen der AGO)

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tuvalu2004 21.06.2019, 19:00
16. Nicht vergessen

Chemotherapie kann auch neuen Krebs auslösen. Es ist also wichtig zu wissen ob der Nutzen größer als der Schaden ist. Am Ende rechen alle Onkologen nur mit Wahrscheinlichkeiten. Mit Chemo 80% Wahrscheinlichkeit nach 5 Jahre noch zu leben, ohne mit 70% Wahrscheinlichkeit nach 2 Jahren tot und mit Chemo 50% Wahrscheinlichkeit eines Leberschadens. Bekloppte Medizin.

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larry.1 22.06.2019, 01:12
17. Persönliche Erfahrung

Ich bin an einem Lymphon-Krebs erkrankt. Unangemeldet kam eine Psychologin in mein Zimmer in der Berliner Charité und begann mir - sehr freundlich und in der Wirkung eher naiv - Fragen über meinen psychischen Zustand zu stellen. Das Ganze hatte die Anmutung eines einstudierten Prozederes, Als die Dame gegangen war dachte ich: „Zum Glück geht’s mir ganz gut, diese Therapeutin hätte mir nicht helfen können“.

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writing-angel 22.06.2019, 11:28
18. Nobelpreispflanze kann Krebszellen und Tumore abtöten

Die seit dreitausend Jahren in China bekannte Pflanze Artemisia annua (AA - einjähriger Beifuß) kann durch einen zweifachen Mechanismus Krebs - natürlich auch Mammakarzinome! - stoppen:
1) sie kann Krebszellen durch oxidative "Verbrennung" mit atomarem (!) Sauerstoff in die Apoptose treiben - in vitro 96% innerhalb von 16 Stunden - und
2) Tumore durch Hemmung der Angiogenese (das ist die Ausbildung von kapillaren Blutversorgungsnetzwerken der Tumore) aushungern.
Sprich nahezu ohne Nebenwirkungen kann mit einem natürlichen Mittel, wie durch ca. 650 Studien bezügl. Krebs belegt - gesammelt an der University of Washington - auch die in Europa anbaubare Pflanze AA mit ihren ca. 250 Wirkstoffen Krebs in sehr vielen Fällen stoppen.
Ebenso wird man nahezu alle Infekte los - allein darüber gibt es 1.000 Studien plus für Frau Prof. Tu Youyou in 2015 den Nobelpreis f. Physiologie.
Wächst bei mir im Garten, weshalb ich seit 5 Jahren keine Sinusitis, Grippe etc. mehr hatte und der Krebs gestoppt wurde. Man macht einfach aus den getrockneten Blättern einen alkoholischen DMSO Extrakt.

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pharloff 22.06.2019, 16:29
19. @ writing-angel

Was Sie schreiben ist grob fahrlässig! Thomas Efferth, der in Mainz zu Artesunaten forscht, sagt es richtig: auch ein halbes Kilo Salz tötet Krebszellen. https://correctiv.org/faktencheck/medizin-und-gesundheit/2018/05/02/diese-pflanze-heilt-krebs-nicht-in-16-stunden/

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