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Breites Interesse: Zwei Tonnen Cannabis für Schwerstkranke
DPA

Die neue Cannabisagentur des Bundes lässt im staatlichen Auftrag medizinisches Hanf anbauen - sehr viel sogar. Nach SPIEGEL-Informationen könnten die Apotheken bald mehr als 5000 Patienten versorgen.

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butzibart13 15.04.2017, 08:55
10. Make Cannabis great again

"Gute Menschen rauchen kein Cannabis" , so das Zitat von Jeff Sessions, amerikanischer Justizminister. Das ist wohl etwas falsch. Gesunde, körperlich und psychisch, brauchen in der Tat kein Cannabis, allein wegen der spät auftretenden Flashbacks. Bei Kranken sieht es anders aus. In dem Zusammenhang müssen auch Ärzte weitergebildet werden. Für überwachte Start-Ups ist dies eine Chance. Die liberale Regierung Kanadas unter Justin Trudeau plant Cannabis in kleinen Mengen an Erwachsene ab 18 Jahren generell zuzulassen, nicht wie in Amerika nur in einigen Bundesstaaten.

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r00ty 15.04.2017, 10:20
11. Schade

Ich hab die Ausschreibung mal überflogen und Erfahrung im Anbau und Lieferung von medizinischem Cannabis wird zwingend vorrausgesetzt. Das macht den Bewerberkreis dann wohl recht überschaubar. Mal mein Beispiel: Ich komme aus der Betriebstechnik in der Nahrungsmittelindustrie, hätte Kapital und Räumlichkeiten und würde mich gern mit nem Gärtner zusammentun. Gewächshaus mit hocheffizientem BHKW und 1-2 ordentliche Arbeitsplätze hier in unserer strukturschwachen Region schaffen. Notfalls stehen hier auch genug Hallen leer. Aber das ist unerwünscht weil? Das so unglaublich kompliziert ist, diese Pflanze in ordentlicher Qualität anzubauen? Finde ich äußert kurzsichtig und bedauerlich, die Binnenwirtschaft von vornherein auszuschließen.

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shran 15.04.2017, 10:44
12.

Zitat von rambazambah
Ich bin Migränepatientin und als die Gesetzesänderung kam, dachte ich "Endlich!". Doch zu früh gefreut. Keiner, der mir bekannten Ärzte wollte mir Cannabis verschreiben. Die Ausreden waren haarsträubend und anscheinend scheint auch keiner der Ärzte zu wissen, was sie zu tun haben bzw. was sie dürfen und was nicht. Cannabis hilft definitiv bei Migräne und da haben die Ärzte auch zugestimmt, aber es traut sich keiner, ein Rezept auszustellen. Mir wurde dann nahegelegt, über einen Neurologen zu gehen. Der müsse dann zuerst alles andere ausprobiert und ausgeschlossen haben, bevor er mir Cannabis verschreiben würde. Opiate und Morphium könne ich sofort bekommen - oder echte chemische Keulen, also die Schmerzmittel, die Herzprobleme verursachen, den Magen belasten, den Kreislauf durcheinander bringen... Natürlich ist Migräne etwas anderes als Krebs bzw. die Leiden während und nach einer Chemo, aber es ist eben mehr als einfach nur Kopfweh. Aus diversen Foren weiß ich, dass es vielen anderen auch so geht und dass trotz der Gesetzesänderung kaum jemand Cannabis verschrieben bekommt.
Ja, das ist der Wahnwitz an unserem Gesundheitssystem.
Da dürfen dann zweifelhafte Substanzen (die früher mal wegen laxerer Regeln zugelassen wurden) weiter verschrieben und verkauft werden. Und andere Substanzen warten jahrelang auf Zulassung ohne dass Patienten sie auf eigenes Risiko anwenden dürfen.
Ich bin da grundsätzlich für deutlich mehr Aufklärung + Selbstverantwortung und weniger Verbote + Regulierung.
Bezüglich ihrer Migräne und Cannabis...
Sie können heute legal CBD kaufen. Am Besten CBD Kristalle oder CBD e-liquid zum verdampfen. CBD ist neben THC die Substanz, welche positive Wirkungen auf das cannabinoid system im Hirn hat. Im Gegensatz zu THC hat CBD aber keine psychoaktive Wirkung.
In früheren Zeiten enthielten die Hanfpflanzen die zu Rauschzwecken angebaut wurden meist eine ähnliche Menge an THC und CBD. Aufgrund von Züchtung zur Steigerung der psychoaktiven Wirkung ist in dem Gras das heute so verkauft wird aber meistens kaum noch CBD enthalten.
Also eigentlich müssten Gras Konsumenten zur Schonung ihrer Dopamine Rezeptoren als Ausgleich auch regelmäßig CBD konsumieren.
Im Internet gibt es einige Grafiken die die gesundheitlichen Wirkungen von jeweils CBD und THC darstellen.

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vitalik 15.04.2017, 11:11
13.

Zitat von Miere
Wie viele Krebspatienten mit Chemotherapie gibt's hierzulande, wie viele Magersüchtige, wie viele Multiple-Sklerose-Patienten? Und das sind ja längst noch nicht alle Beschwerden, bei denen Cannabis eingesetzt oder erwogen wird. Ich finde es ausgesprochen wenig, wenn nur 5000 Leute versorgt werden können.
Ihre kombinatorischen Fähigkeiten sind ja enorm. Ich hoffe, dass es nicht auf den Cannabis-Konsum zurückzuführen sind.
Wie kommen Sie darauf, dass jeder Patient mit einer von Ihnen aufgezählten Krankheit automatisch Cannabis benötigt? Gehen Sie von eigenen Vorlieben aus und blenden komplett aus, dass jeder Patient eine abgestimmte Medikation braucht. Cannabis ist kein Allheitmittel, außer in Ihrer Welt.

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vitalik 15.04.2017, 11:18
14.

Zitat von r00ty
Ich hab die Ausschreibung mal überflogen und Erfahrung im Anbau und Lieferung von medizinischem Cannabis wird zwingend vorrausgesetzt. Das macht den Bewerberkreis dann wohl recht überschaubar. Mal mein Beispiel: Ich komme aus der Betriebstechnik in der Nahrungsmittelindustrie, hätte Kapital und Räumlichkeiten und würde mich gern mit nem Gärtner zusammentun. Gewächshaus mit hocheffizientem BHKW und 1-2 ordentliche Arbeitsplätze hier in unserer strukturschwachen Region schaffen. Notfalls stehen hier auch genug Hallen leer. Aber das ist unerwünscht weil? Das so unglaublich kompliziert ist, diese Pflanze in ordentlicher Qualität anzubauen? Finde ich äußert kurzsichtig und bedauerlich, die Binnenwirtschaft von vornherein auszuschließen.
Sie bringen also Kapital mit und sonst keine Erfahrung. Naja, ein paar Hallen stehen bei Ihnen leer rum. Bei diesem Bewerberprofil muss die zuständige Kommission einfach zuschlagen.
Ach, einen Punkt haben Sie vergessen: Sie sind ein Konsument, welcher durch den Anbau hofft legal an den Stoff zu kommen.

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fördeanwohner 15.04.2017, 12:40
15. -

Zitat von butzibart13
"Gute Menschen rauchen kein Cannabis" , so das Zitat von Jeff Sessions, amerikanischer Justizminister. Das ist wohl etwas falsch. Gesunde, körperlich und psychisch, brauchen in der Tat kein Cannabis, allein wegen der spät auftretenden Flashbacks. Bei Kranken sieht es anders aus. In dem Zusammenhang müssen auch Ärzte weitergebildet werden. Für überwachte Start-Ups ist dies eine Chance. Die liberale Regierung Kanadas unter Justin Trudeau plant Cannabis in kleinen Mengen an Erwachsene ab 18 Jahren generell zuzulassen, nicht wie in Amerika nur in einigen Bundesstaaten.
Gestern habe ich einen Bericht darüber in der Tagesschau gesehen. Das Gesetz ist - soweit ich es verstanden habe - jetzt durch. Man darf als Erwachsener sogar 30g besitzen. Allerdings sind die Strafen bei Missbrauch, z.B. Abgabe an Minderjährige und Autofahren unter Einfluss usw., massiv erhöht worden.
Die Begründung fand ich auch sehr überzeugend. Die Beschaffungskriminalität hätte solche Dimensionen angenommen, dass man meinte, dem nur mit einer solchen Legalisierung beikommen zu können. Interessant.

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Das Pferd 15.04.2017, 12:43
16.

"breites Interesse"
bisher schönster Titel in diesem Jahr.

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GSYBE 15.04.2017, 13:32
17. in echt?

Zitat von butzibart13
Gesunde, körperlich und psychisch, brauchen in der Tat kein Cannabis, allein wegen der spät auftretenden Flashbacks.
Spät auftretende Flashbacks?
In echt jetzt?

Was haben Sie denn geraucht? Konsumiere selber seit +/- 45 Jahren, kenne und habe viele andere Konsumenten kennengelernt (hunderte), aber jetzt mal ganz im Ernst: von einem Flashback nach Cannabiskonsum habe ich weder jemals etwas gehört, noch selber erlebt.

Was sind Ihre Quellen für diese Aussage?

Ich erinnere mich wohl, das in diversen US-Krimis und deutschen Soaps so ungefähr Anfang der 70er (als man den Menschen von offizieller Seite noch jeden Schwachsinn erzählen konnte) die `Sau´ von den engeblichen `Flashbacks´ durchs Dorf getrieben wurde, aber das heutzutage noch ein geistig gesunder Mensch sowas kundtut ist haarsträubend.

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Die Happy 15.04.2017, 13:37
18. Haschisch spritzen

Zitat von Ein_denkender_Querulant
... Jetzt bin ich gespannt, wie sich der Teil unserer Gesellschaft verhält, der nicht nur hin und wieder zu stimmigen Situationen einen Joint genießt, sondern als schwer Drogensüchtiger die tägliche Dosis benötigt.Sollten in der jetzigen Zeit mit dem Übergang zur allgemeinen Liberalisierung verstärkt Apotheken ausgeraubt werden, wäre das extrem kontraproduktiv. ...
Sie gehen da von falschen Annahmen aus. Cannabis Konsumenten sind NICHT "schwer drogensüchtig".
Cannabis macht schlicht nicht körperlich abhängig.
Aus Suchtdruck heraus, wird also niemand demnächst reihenweise Apotheken aufbrechen.

Nach der Logik müsste täglich bei Tchibo und Co. eingebrochen werden um an Kaffee zu kommen, weil Koffein wirklich eine leichte körperliche Abhängigkeit induziert und das "Zeug" zudem viel mehr konsumiert wird.

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GSYBE 15.04.2017, 13:37
19. Zustimmung

Zitat von vitalik
Cannabis ist kein Allheitmittel, außer in Ihrer Welt.
Zustimmung!

Cannabis ist ein Genussmittel und Heilkraut, nicht mehr und nicht weniger!

Dazu ist es noch um `Lichtjahre´ ungefährlicher als die vom grössten Drogenhändler/-besteuerer der Geschichte erlaubten und beaufsichtigten harten Drogen wie Alkohol und Tabak.

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