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Brustkrebs-Vorstufe DCIS : Schwierige Suche nach der richtigen Therapie
DPA

Etwa jeder fünfte Befund beim Mammografie-Screening ist eine Tumorvorstufe namens DCIS. Patientinnen werden meist sofort operiert und oft bestrahlt, um Brustkrebs zu verhindern. Doch neue Daten werfen Zweifel an der Praxis auf.

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paulwenger 03.11.2015, 12:13
20.

Zitat von utada
"Vorstufen" entwickeln keine Metastasen? So ein Quatsch! Aus mindestens 50% der DCIS entwickelt sich ein invasives Karzinom in den nächsten 10-20 Jahren! Hat man es dann (also das invasive Karzinom), dann können sich wie bei jedem anderen Karzinom auch selbstverständlich Metastasen entwickeln! Das Problem bei DCIS ist ja auch, dass es nicht auf Chemos reagiert. Es gibt eigentlich nur eine Therapie: raus damit. Wenn es dann raus ist, ist es eigentlich zu (fast) 100 % geheilt. Über Bestrahlungen weiß ich nix, ich hatte damals keine, nur die OP zur Entfernung. Das Ding ist: wenn ich weiß, dass sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein invasives Karzinom entwickelt und man das Ding nur rausschneiden kann, dann lasse ich es lieber rausschneiden und weiß dann, dass ich (zu fast 100%) danach Ruhe habe. Lieber so (eine OP) als abwarten, immer mit der Angst, dass es invasiv wird und man dann die volle Keule (also OP, Chemos [körperlich und psychisch extrem belastend], Bestrahlungen und meist noch Antihormontherapie über Jahre) mit häufig ungewissem Ausgang. Übrigens: ich gehöre definitiv zur Gruppe derjenigen, wo eine OP fast zwingend notwendig war, da sehr hohes Risiko, u.a. aufgrund des (geringen) Alters und der Größe. Übrigens: DCIS gilt genauso als "Krebs" wie jedes andere Karzinom auch, nicht nur medizinisch, sondern auch juristisch. Man bekommt auch mit DCIS die 50% G.d.B. (Schwerbehindertenausweis). Das einzige, was ein bisschen anders ist, ist wie gesagt die Behandlung. Und noch was: klar ist Krebs nicht gleich Krebs, also jeder Krebs ist anders. Dennoch sollte man das nicht herunterspielen. Denn das wäre ein Schlag ins Gesicht aller Betroffenen
Wenn 50% aller DCIS-Diagnosen zu einem Brustkrebs führen, wie paßt das zu der Aussage im Artikel, daß das Brundkrebsrisiko bei Frauen mit DCIS-Diagnose 3,6% beträgt gegenüber 1,8% beim Durchschnitt aller Frauen ?

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kika2012 03.11.2015, 12:25
21. @areyoushure?

nein, wenn ein familiäres Risiko vorliegt, bekommt man die Mammographie früher. Ich bekomme seit dem 40. LJ Einladungen und bin froh darüber. Ich habe meine Mutter zu jung an Krebs schnell (Gott sei Dank) dahinsiechen sehen. Ich glaube auch nicht, dass wir von einem Unterschied sprechen, ob nun mit 80 oder 90 sterben, es geht doch um das "Wie"!

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georgia.k 03.11.2015, 12:43
22. es gibt auch individuelle Dispositionen für Erkrankungen

ein gesunder Lebensstil wird dennoch empfohlen, die Risikofaktoren sind bekannt, weil sie die Entstehung und den Verlauf begünstigen. Wenn man den Tumor feststellt, hat er mitunter schon eine Entstehunggeschichte von zwei Jahrzehnten hinter sich - so ein Molekularbiologe eines Tumorzentrums. Wenn denn alle "vernünftig" lebenden Menschen nicht erkrankten, hätte man das Problem gelöst - das ist nur nicht so. Deshalb sollte man da sehr zurückhaltend sein, seine eigenen Vorstellungen zum Maßstab für andere zu machen.

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areyoushure? 03.11.2015, 13:10
23. Stimmt und auch nicht

Zitat von kika2012
nein, wenn ein familiäres Risiko vorliegt, bekommt man die Mammographie früher. Ich bekomme seit dem 40. LJ Einladungen und bin froh darüber. Ich habe meine Mutter zu jung an Krebs schnell (Gott sei Dank) dahinsiechen sehen. Ich glaube auch nicht, dass wir von einem Unterschied sprechen, ob nun mit 80 oder 90 sterben, es geht doch um das "Wie"!
Leider gibt es nun wirklich in D keine vernünftigen Programme, nach denen nach Hochrisikosituationen gefahndet wird und danach dann das passiert, was Sie schildern. Das ist leider immer noch dem Zufall überlassen. Somit kommen in D erheblich weniger Frauen unter 40 zur Mammographie als evt. bei bestehender Hochrisikosituation sinnvoll gewesen wäre. Das ist in Ländern mit einem zentralisierten Gesundheitssystem wie z.B. Kanada (siehe Studie) oder den nordischen Staaten anders.
Aber bereits in England, wo alles zentralisiert organisiert ist, bekommen Frauen selbst bei einer Hochrisikosituation kaum einen Zugang zu einer intensivierten Betreuung.

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utada 03.11.2015, 13:17
24. @bekkawei

"Also, das habe ich noch nie gehört, dass eine Brust zur Sicherheit amputiert wurde, obwohl gar kein Karzinom da war,...wobei wir jetzt mal die Fälle von BRCA ausnehmen."

Nein, nur zur Sicherheit wird keine Brust amputiert (es sei denn, die Patientin wünscht es). Aber die Diagnose DCIS ist eine Krebsdiagnose! Der einzige Unterschied zu "normalem" Brustkrebs ist, dass das Karzinom sich in den Milchgängen befindet (also [noch] lokal begrenzt ist) und sich noch nicht im Rest der Brust ausgebreitet hat (also invasiv wächst). Also nix mit "rein vorsorglich". Zumal DCIS-Herde, die größer als 2 cm sind, sehr häufig invasive Herde innen drin haben (die sehr schwer zu entdecken sind). Dies auch an alle "Zweifler"...

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CancunMM 03.11.2015, 13:25
25.

Zitat von mats73
der Vergelich mit dem Impfen hinkt ja etwas. Im Impfen ist zu einenpersönlicher Schutz, das Risiko eines Impfschadens ist objektiv ein Bruchteil der einer erkrankung mit Schäden - und dient dem Schutz der ungeimpften Bevölkerung / Säuglinge/ Alte /Schwache... Sreenings sind zunächst mal persönlich und dienen nicht dazu keine dritten anzustecken. Bei Screening bekommen viele einen Befund, die im Leben nicht krank werden würden, viele die krank werden, werden nicht erkannt. Die Failquote ist gerade bei Prostata/Brutkrebs nicht gering. Die wissenschaft kann aktuell nicht beweisen, dass mit Screenings weniger Menschen Schaden nehmen, als ohne. Die Folgen eines falschen Befundes sind gravierend, da sich die Person plötzlich mit dem Tod auseinandersetzen muss, psychisch wie körperlich - oft wird aus Sicherheiit amputiert --Der Sinn ist hier nicht eindeutig. Wenn man dazu noch bdenkt, dass jede faslche Diagnose die Heilungsquote erhöht - nachweisbar bleiben ja mehr Menschen nach den Behandlung gesund...kann man schon fragen, wer ein Interesse haben kann... Genausowenig kann man die Screenings verteufel. Wenn ein Disposition für eien bestimmte Erkrankung in der Familie vorliegt, kann auch screening sehr sinnvoll sein. -(aber definitiv nicht alle Gesunden durchscreenen) Entscheiden ist die persönliche Chancen Rsiken Beurteilung, die man nur dann fudiert treffen kann, wenn man über beides gut aufgeklärt wird.
Entschuldigung aber die Diagnose wird ja nur als gesichert gestellt, wenn es einen histologischen Nachweis gibt. Und nur dann kann man danach von Heilung sprechen. Eine Chemo- oder Radatio ohne nachgewiesene Histo macht man vielleicht als neoadjuvante oder palliative Therapie, aber dann stirbt der Patient entweder oder wenn er dann operabel ist gibt es eine Histo.

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CancunMM 03.11.2015, 13:28
26.

Zitat von Shoxus
hier sind ja richtige Verfechter dieses Vorsorge-Wahnsinns. Sie wissen schon alle das die Vorsorgeuntersuchungen durchaus mit kritischem Auge zu betrachten sind? http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=29729 Desweiteren hat #1 schon recht, wenn sie behauptet die.....
na da können sie uns ja aufklären.
Hoffentlich lassen sie sich nicht von so einem Pseudoarzt operieren, wenn der Blinddarm raus muss oder die Gallenblase.

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CancunMM 03.11.2015, 13:33
27.

Zitat von women_1900
auch ich gehöre der "unsinnigen§ Fraktion an und lehen deshalb notwendige Impfungen nicht ab. Auch wenn es Ihnen schwerfällt zu verstehen, das Eine schließt das Andere nicht aus. Und nun zu Ihrer Aussage, viel Spaß bei der Therapie, wenn der Tumor ......
Und was soll uns diese Anekdote jetzt sagen ?
Ihre Lebenseinstellung wird sich sicher in Ihrem Leben auch noch ändern. Als junger Arzt haben sie ganz andere Ziele und sehen das Leben und ihren Beruf anders als vielleicht 10-20 Jahre später. Dafür ist der Oberarzt ja da, dass er die jungen Pferde zügelt.

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CancunMM 03.11.2015, 13:34
28.

Zitat von helianthe
werden oft Vorstufen von Krebs in den Milchkanälen entdeckt.Damit kann man 100 Jahre alt werden, da sie keine Metastasen bilden.Da den Frauen aber Angst gemacht wird lässt man das operieren und sogar bestrahlen.Völlig unnötig und eine .......
Oft ?
Sie können sicher Zahlen nennen !

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wecki 03.11.2015, 16:58
29. Zum Sterben verurteilt

So könnte man es bezeichnen wenn man sich nur auf diese Diagnosen und die Brustkrebszentren verlässt.
Ich habe meine verstorbene Ehefrau über 11 Jahre bei ihrem Leiden begleitet und konnte das Mistrauen meiner Frau gegenüber der Medizin verstehen und bin selbst erschüttert über den Selbstbedienungsladen unserer Ärzte und Krankenhäuser.
Alle politischen Parteien haben bisher versagt.
Unser Gesundheitssystem mit über 160 Nachträgen ist nur noch Flickwerk und hilft den armen Frauen wenig

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