Forum: Gesundheit
Buch über "Tyrannenkinder": Therapeutin warnt vor lebensunfähiger Generation
DPA

Kinder seien verhätschelt, leistungsverweigernd, tyrannisch, klagt die Wiener Therapeutin Martina Leibovici-Mühlberger und warnt: Auf diese Generation könne man nicht zählen. Andere Experten widersprechen.

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gumbofroehn 08.04.2016, 11:59
30. Tja, das sieht nach einem Wahrnehmungsproblem aus

Frau Leibovici-Mühlberger hat in ihrer Praxis sicherlich oft mit den Extremfällen zu tun. Da kann die Wahrnehmung der Grundgesamtheit schon mal leicht verrutschen.

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maximovie 08.04.2016, 12:00
31. Guter Diskussionsansatz

Wird viel zu wenig thematisiert.
Antiautoritäre Erziehung bringt auch wenig Freude, gerade für die Kids, die später anstrengend für ihr ganzes Arbeitsumfeld sind.

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johannesraabe 08.04.2016, 12:00
32.

Ich glaube, dass sie mit Tyrannenkindern meinte, dass eine Generation entstanden ist in der 40 % unmündig und unfähig sind Verantwortung zu tragen und eigene Ziele zu benennen. Diese Leute tyrannisieren dann ihre Eltern.
Und das Argument, dass die Jugend in der Geschichte immer schon als schlecht dargestellt wurde, obwohl dem angeblich nicht so gewesen wäre, trifft nicht zu. Es hieße nämlich dann, das Mesepotamien heute die Weltmacht wäre und alles überragen würde. Aber Mesepotamien ist untergegangen, wie es allen Reichen und Hochkulturen ergangen ist. Und zwar aus einem Grund die Jugend konnte sich auf den Erfolgen ihrer Eltern ausruhen und die Arbeit der Eltern nutzen, um eigene Ziele zu verfolgen. Sie hat aber jedesmal vergessen, was die Eltern stark machte oder ihnen die Möglichkeit gab. Vielleicht ist unsere Bundesrepublik langsam an den Punkt geraten, wo es bergab geht. Denn wenn die öffentliche Verwaltung im Vergleich zur freien Wirtschaft als erstrebenswertes Ziel der Jugend gilt, ist etwas im Kapitalismus kaputt und auch in der Denkweise der Jugend. Und das Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre droht langsam in eine Katastrophe zu kippen, denn ohne Ingenieure können wir nichts.

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mielforte 08.04.2016, 12:00
33. Eine Freundin ist Erzieherin für lernbehinderte Kinder

Zitat von christiewarwel
""Die Häufigkeit psychischer Erkrankungen hat nicht zugenommen, weder bei Kindern, noch bei Erwachsenen"," Oder die Anzahl derer, die sich trauen, eine Behandlung in Anspruch zu nehmen? Und wie ist es mit der Art und Intensität der Erkankung?
in einer Berliner Einrichtung. Sie meint aus vielen Jahren Erfahrung, daß über 70 Prozent der Kinder sozial behindert, also häuslich und nicht organisch vorgeprägt sind. Das wäre eine traurige Diagnose.

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bananenrep 08.04.2016, 12:00
34. Ach du Himmel......

vll. liegt dasProblem doch bei den Erwachsenen. Wir durften wie selbstverständlich in Abrisshäusern spielen, Ruinen oder im Wald. Heute kommt sofortn die Polizei, weil irgendjemandem nicht passt, oder die Kinder sich verletzen könnten. Sofort wird gegen den eigentümer geklagt. Wir haben uns geprügelt und wer verloren hat hat seine Grenzen gekannt. Danach waren wir Freunde. Heute heulen die Eltern rum. Habe es bei den elternsprechtagen gesehen. Sicher wissen viele nicht wann Schluss ist. Aber es ist doch auch politisch gewollt. Wer nix hat, soll auch nix haben sollen. Einige Arbeiter brauchen wir doch. Und wenn diese lebensunfähig sind, um so besser. Der letzte Rest für die Fabrik.

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der_gärtner13 08.04.2016, 12:04
35. Unangebrachte Arroganz

Zitat von www.yzx.de
Ich weiß nicht, ob die Handygeneration weniger leistungsbereit ist. Möglichweise ist sie das gar nicht. Aber der Grundsatz "wenn jeder an sich selbst denkt ist an jeden gedacht", der ist in dieser Generation so tief wie in keiner zuvor verankert. Auffälliges Verhalten ist heute m.E. nicht mehr Ausdruck von Protest sondern allein von Unüberlegtheit im Sinne von "ich bin alleine auf der Welt" oder "was kümmern mich die Anderen". 30+ Jahre Sozialisierung im Neoliberalismus zeitigen da eben ihre Folgen. Was sich dann z.B. auch im gesteigerten Materialismus widerspiegelt. Everything works as designed, könnte man natürlich auch sagen. Konsumdrohnen, die das nicht einmal merken ...
>

Wenn ich davon ausgehe, dass Sie zu einer der Vorgänger-Generationen gehören, ist das schon ziemlich frech.

Den Planeten an den Rande des Kollaps gebracht, die schöne Zeit des Kapitalismus gelebt, das Geld verjubelt, den Staat verschuldet, die Substanz (Infrastruktur etc.pp) verrotten lassen und die Zukunfsfähigkeit auf Spiel gesetzt, hat wohl kaum die Handy-Generation!

Sie kaschieren hier etwas zu sehr die eigentlich klare Opfer-Täter Rollen!

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maximovie 08.04.2016, 12:06
36. Tyrann - dramatischer Begriff

Im Alltag geht es doch oft darum, dass Kinder nicht ausreichend lernen, mit Grenzen umzugehen, und dass das völlig an die Schule usw. delegiert wird. Und wenn die Lehrer disziplinieren müssen, werden sie noch verstärkt von den antiautoritäre erziehenden Eltern angeklagt und gleichzeitig weiter in die Verantwortung genommen.

"Häufigkeit psychischer Erkrankungen hat nicht zugenommen, weder bei Kindern noch bei Erwachsenen". - Man sollte nicht Lebensstil und Persönlichkeitsstrukturen mit "psychischer Erkrankung" gleichsetzen. Das ergibt eine unnötige Schräglage in der Diskussion.

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jontev 08.04.2016, 12:08
37. Elternstrenge ist gefragt

Niemand beschimpft erzieherische Maßnahmen seitens der Eltern.
Ich könnte so manches Balg im Gefolge seiner Mutter liebend gerne stellvertretend einen Satz heiße Ohren verpassen. Oder die Tüte Quark, die der Sprössling im Supermarkt gerade auf dem Boden verteilt, auf seinen Kopf zu ende melken. Ich mag Kinder, aber es gibt einen kleinen Teil, der ist unerzogen und nicht Gesellschaftsfähig. Leider liegt das nicht an den Kindern oder an der Schule, sondern an den Eltern.

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flingern 08.04.2016, 12:10
38. Beschwichtigungsrituale

Vor allem eins: Beschimpfet niemanden; - Kinder nicht, Erwachsene (Erziehungsberechtigte) nicht, die gestalteten Umfeldbedingungen nicht und auch nicht das Fehlen von ethisch auch nur angehauchten Leitbildern. Besser ist es offenbar, subtil oder offen qua Meinungs- oder Marktmacht Druck auszuüben, damit denn alsbald die Realität sich den virtuellen Bildern anpasst, die uns tagtäglich als erstrebenswert vor Augen geführt werden.

„Hast’e was, dann bist’e was“, aber ebenso „Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden soll“, das gilt auch seit Jahrtausenden. Nur hat sich die Zielgruppe dieser Determinanten in ihrer Zusammensetzung verändert.

Ob sich ein Kind eingriffslos im Sandkasten durchstreitet, ob es mit nur mit einem Sturzhelm auf die Rutsche darf, oder ob es abgeschirmt auf einer Eliteschule gedrillt wird,- stets geht es den Eltern und Erziehern darum, für die ihnen Anvertrauten nur das Beste zu erreichen. Dabei bleibt letztlich die Enttäuschung über das nicht erlangte Diplom, über den dritten Fehlversuch, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, oder über allzu robusten Egoismus auf der Strecke. Das Renommee und das Einkommen z. B. eines Models lindern der Schmerz über den Verlust von Idealen.

Nicht selten einfach anstrengungslos berühmt und hervorgehoben erkannt zu werden, mit tausenden von Followern oder einer Erwähnung in den Medien, das ist die heutige Form von dem Respekt, den redlich zu erwerben einst ein Erziehungsziel war.

Wenn Geld Geld anwachsen lässt und Macht mehr Macht gebiert, und daraus Besorgnisse erwachsen, dann schlägt begleitend die Stunde der Psychologen, die zwar widersprüchliche, kaum jedoch hilfreiche Hinweise anbieten, stets aber unvermeidbar dabei sind. Schließlich könnte ein plötzlich leerer Akku eines Smartphones eine traumatisierende Wirkung entfalten. Auch sie sind Nutznießer eines auch staatlichen Geschäftsmodells, das sich gerne lästiger Andersartigkeit durch Abgabe an diese Berufsgruppe entledigt. Hartnäckige Hartz-IV-Widerständler z. B. sind dann zwangsweise psychologisch zu untersuchen.

Leute, kommt mal runter! Selbst Generationen, die -wie z.B. in Nordkorea- mit einer lebensbegleitenden Gehirnwäsche leben und gelebt haben werden, werden unsere Erde nicht in den Untergang führen, solange es Gegenentwürfe gibt. Ein Leben, dem das „Must be“ oder „Must have“ den Weg diktiert, dem könnte das schon eher gelingen.

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mhwse 08.04.2016, 12:11
39. Freiheit ist der Weg aus der Falle

Beispiel: Kind will unbedingt Abitur schreiben (hat auch gute Noten) fängt an sich zu weigern pünktlich aufzustehen.

Rücksprache mit den Lehrern. Kind verschläft 2-3 Mal.
(wird in der Schule ermahnt) Erkennt OK, meine Schulpflicht ist zu Ende (mit dem erreichten qualifizierenden Hauptschulabschluss kann ich aber schon eine Lehre als Verkäufer machen .. ), wenn ich das angestrebte Ausbildungsziel erreichen will muss ich nicht nur intelligent sein, und gute Noten schreiben, sondern auch zum vereinbarten Zeitpunkt in der Schule.

Diese Freiheit wollen, die auf Leistung orientierten Eltern den Kindern nicht geben (können - aus egoistischen Motiven). Daraus entstehen die Probleme.

Meinen Eltern war es egal ob ich das Abitur schaffen würde - ich habe mich zusammen gerissen ..

Und jetzt erkennt der verehrte Leser, dass es gar nicht die Kinder Generation ist, die das Problem hat, sondern Eltern die es nicht wagen, an der Supermarkt Kasse mal ganz exemplarisch nein zu bekannten Schocko Eiern zu sagen .. aus Angst man werde als schlechte Eltern dargestellt, oder dass das Kind ganz laut zu schreien beginnt und es den Eltern peinlich macht.

Ich habe es durch, meine Kinder essen das Plastik Schocko Gemisch nur ungern, halten es für umweltunfreundlich und viel zu süss und ungesund .. frischer Salat ist immer der Renner, weil nur in geringem Umfang verfügbar. Dafür gibt es aber gelegentlich und dabei regelmässig, auch bei Regen und im Winter (auch ein Problem für so manche Eltern, mal was anders zu machen ..) "Tüteneis" (Eis in der Waffel). (Auch nicht super gesund, schmeckt aber wenigstens ..)

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