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Bundesgerichtshof entscheidet über Sterbehilfe: Haften Ärzte für sinnloses Leiden?
DPA

Heinrich Sening überlebte nur, weil ihn eine Magensonde ernährte. Sein Sohn fordert deshalb Schmerzensgeld vom behandelnden Arzt. Dieser hätten seinen Vater sterben lassen müssen. Nun entscheidet der BGH über den Fall.

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sumse123 12.03.2019, 11:42
1. Eine Magensonde

zu entfernen ist keine Sterbehilfe - der Mensch stirbt durch verhungern und verdursten. Das ist unmenschlich! Eine Magensonde über Jahre ohne Aussicht auf Besserung zu belassen ist unmenschlich! NIEMAND will so am "Leben" erhalten werden!

Ich habe diesen Sterbeprozess nun 2 mal begleitet - und ich kann nur hoffen, dass ich im Alter einmal die Möglichkeit haben werde zu sagen, lasst mich bitte sterben wie ich es will.

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isar56 12.03.2019, 12:00
2. Bedarf es

für eine künstliche Ernährung nicht einer Zustimmung des Patienten bzw eines Angehörigen?
Dieses Leben um den Preis jämmerlich zu verrecken muss beendet werden. Ich musste es bei meiner Mutter miterleben. Schmerzmittel betäuben die Sinne. Es ist unwürdig, wenn ein Sterbender seine Wünsche dadurch nicht mehr äußern kann.
M.E. handelt es sich um einen Eingriff in den natürlichen Sterbeprozess. Wer nicht mehr essen kann stirbt. Das hat die Natur sinnvoll geregelt.

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realist4 12.03.2019, 12:24
3. @ sumse123

Zitat von sumse123
zu entfernen ist keine Sterbehilfe - der Mensch stirbt durch verhungern und verdursten. Das ist unmenschlich! Eine Magensonde über Jahre ohne Aussicht auf Besserung zu belassen ist unmenschlich! NIEMAND will so am "Leben" erhalten werden! Ich habe diesen Sterbeprozess nun 2 mal begleitet - und ich kann nur hoffen, dass ich im Alter einmal die Möglichkeit haben werde zu sagen, lasst mich bitte sterben wie ich es will.
Verhungern und verdursten lassen, genau daran habe ich beim Lesen sofort gedacht, das will ich nicht und ich werde meine Patientenverfügung entsprechend anpassen. In solch einem Fall ist eine aktive Sterbehilfe angebracht, es ist mir unbegreiflich, dass unsere Politiker das nicht kapieren.

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so-long 12.03.2019, 12:27
4. Typisch

Für eigenes „Fehlverhalten“(keine Patientenverfügung) werden andere in Haftung genommen. Hätte ein/der Arzt die Magensonde entfernt, wäre er wegen unterlassener Hilfeleistung am Haken. No way out. Es geht immer und ausschließlich nur noch um die Absicherung des eigenen Fells. Hat der Sohn Geldnot? Er kann aus dem väterlichen Schicksal lernen und eine Patientenverfügung aufsetzen.

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hexenbesen.65 12.03.2019, 12:37
5.

Es gibt aber auch Ärzte, die raten dazu, die künstliche Ernährung einzustellen. Das war bei meinem Vater 2015 so, als er im Endstadium Krebs lag. Doch meine Mutter weigerte sich :"Ich bete um die Heilung!- Vielleicht geschieht noch ein Wunder!" sagte sie der Ärztin, die sich in ihrer Verzweiflung an uns wandte. Nur hatte meine Mutter das Sorgerecht, wir konnten nix tun. Die letzten Worte meines Vaters zu mir waren :"Hilf mir doch !"--ich wußte, was er wollte--er hatte das schon so oft gesagt.....("Wenn ich mal nicht mehr kann, schlagt mich tot wie einen Hund !"----er konnte manchmal recht "direkt" sein )

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vetris_molaud 12.03.2019, 12:37
6.

Die Politiker kapieren schon. Wer Aktive Sterbehilfe (Töten auf Verlangen) in irgendeiner Form legalisiert, stößt das Tor zur Hölle auf:
Missbrauchs-Möglichkeiten aller Art, Geschäftemacher, ungeduldige Erben, Selbstmord-Sekten, usw. Abgesehen davon: Ein Patient kann im Voraus eine noch perfekt ausformulierte Patientenverfügung angefertigt haben; niemand weiß, wie der Patient in genau den aktuellen Zeitpunkt, wo die PEG gezogen wird, zu dem Todeswunsch steht.

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dasfred 12.03.2019, 12:41
7. Nicht alles, was technisch möglich ist,

ist auch human. Der Schwerpunkt muss darauf liegen, unsere Angehörigen in Würde sterben zu lassen und nicht mit allen Mitteln so lange wie Möglich künstlich am Leben zu halten. Ein Nachbar lag nach einem Verkehrsunfall mit Kopfverletzungen zwei Jahre im Koma bevor er starb. Sein gesetzlicher Betreuer hat noch zwei mal einer Operation zugestimmt, die er nie gewollt hätte und die ihm selbst nichts gebracht hat. Dafür haben die Ärzte wohl eher eigene Erfahrungen sammeln können, auf Kosten eines widerstandsunfähigen Patienten. Mich hat das so abgeschreckt, dass ich schon lange eine Patientenverfügung habe, die gar nicht so leicht zu formulieren ist, um wirklich wasserdicht zu sein.

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werner-xyz 12.03.2019, 12:53
8. Ja da sind wir leider (auch) noch sehr rückständig.

Bei meiner Mutter hatte ich Glück, kam mit 90 Jahren in die Notaufnahme und es wurde gegen Mitternacht ein Aortariss am Herz diagnostiziert. 10 Minuten später wurde Sie nur noch durch Maschinen am Leben erhalten. nach einer kurzen Frage des Arztes, ob Sie abschalten dürfen, wurde abgeschaltet. Keine Diskussionen, keine Frage nach Patientenverfügung oder ähnlichem. Jetzt bei meinem Onkel (85), genau das gegenteilige Bild. Nach massiver Gehirnblutung: Wachkoma, Beatmungsgerät und Magensonde. Trotz Patientenverfügung eines Notars, weigern sich die Ärzte, die Beatmungsgeräte abzuschalten, da die Patientenverfügung nicht ganz klar formuliert wäre. Jetzt geht ein leidiges Gerichtsverfahren los.
Jedes Tier erlöst man von seinem Leiden, wäre ja unmenschlich, aber bei menschen darf man ruhig unmenschlich sein. Perverse Welt.

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zynischereuropäer 12.03.2019, 13:01
9. @Vetris

Was für ein Blödsinn! Das Tor zur Hölle können Sie sich sparen, Gott hat mir das Leben nicht gegeben und nimmt es mir auch nicht. Schauen Sie in die Niederlande oder Belgien, dann sehen Sie, dass Ihre Horrorvorstellungen bzgl Missbrauch etc einfach nur Unfug sind.

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