Forum: Gesundheit
Bundesgerichtshof entscheidet über Sterbehilfe: Haften Ärzte für sinnloses Leiden?
DPA

Heinrich Sening überlebte nur, weil ihn eine Magensonde ernährte. Sein Sohn fordert deshalb Schmerzensgeld vom behandelnden Arzt. Dieser hätten seinen Vater sterben lassen müssen. Nun entscheidet der BGH über den Fall.

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nerdchen 12.03.2019, 14:44
20. Meinen Großvater, der mit 96 schon im Sterben lag...

... haben sie noch einmal ausgiebig geröngt, was ihm - abgemagert, wie er war - sicher höllische Schmerzen verursacht hat.

Meine Mutter hat alle Schlussrechnungen bezahlt, außer dieser, und es entsprechend kommuniziert.

Es kam nie eine Nachforderung seitens des Krankenhauses... aber es war auch erst in den Neunzigern. Heute würde das Controlling bestimmt nicht locker lassen...

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spiegelleserin7 12.03.2019, 14:53
21. Graubereich

Als Arzt arbeitet man im juristischen Graubereich und haftet für sein Tun. Die Gesetzeslage sollte lieber eindeutig sein und ethische Dilemma nicht alleine den behandelnden Arzt lösen lassen. Bei Ärzten gibt es einen Spruch: Als Arzt steht man immer mit einem Bein im Gefängnis. Das baut einen gewaltigen Druck auf.

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robinlott 12.03.2019, 15:51
22.

1. Jeder Fall ist anders und besonders. Kritisieren ist immer leicht. Konkrete Entscheidungen zu treffen kann sehr, sehr schwer sein. 2. Ich frage mich, was dieser Prozess wirklich soll. Geldgieriger Sohn, der zeitgleich sein schlechtes Gewissen beruhigen will? Er hätte sich ja mal auf die Reise machen und mit dem Arzt ein vertrauensvolles Gespräch führen können. Vielleicht hätte das allen gut getan. Oder war es anders? Wer weiß das schon?

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Gelber Rabe 12.03.2019, 15:56
23. Magensonden werden oft

Zu einem Zeitpunkt gelegt, zu dem sie durchaus Sinn machen können.Sie verlängern nicht grundsätzlich nur die Leidenszeit, sie können auch zur Erholung beitragen oder eine Zeit überbrücken.
Daß Problem ist, daß sie, erst mal gelegt, benutzt werden, auch dann, wenn es keinen Sinn mehr macht.
Allerdings habe ich schon häufig erlebt, daß mit Einverständnis der Beteiligten nur noch Flüssigkeit zugeführt wurde.
Verhungern dauert mit Sicherheit keine acht Monate, letztendlich ist es normal, daß Menschen die sterbend sind, keine Nahrung mehr zu sich nehmen.
Gegen Durstgefühl reicht es, die Schleimhäute regelmäßig feucht zu halten.
Auch dürfen Medikamente abgesetzt werden, wenn diese nur noch daß Sterben verlängern, hat ein Mensch Schmerzen, darf die Dosis der Schmerzmittel so hoch sein, daß dadurch der Tod schneller Eintritt (er wird billigend in Kauf genommen, ).
Es gibt in den meisten Fällen im Rahmen der passiven Sterbehilfe Mittel , die den Tod erleichtern.

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gartenkram 12.03.2019, 16:10
24. Ist

wirklich gruselig. Und sollte allen, die noch keine haben, einen Anstoss geben, eine Patientenverfügung abzufassen und sicher zu stellen, dass diese im Bedarfsfall gefunden wird. Meine klebt in der Wohnung neben der Türe (Kopie), andere Kopie im Handschuhfach, Hinweis darauf im Portemonnaie. Inkl. Nennung des Anwaltes, der zu informieren ist, um diese umzusetzen, das will ich meiner Familie nicht zumuten. Wenn ich für mich beanspruche, selbstverantwortlich leben zu wollen, dann muss ich auch Vorkehrungen für den letzten Weg treffen. ich habe gewisse Probleme damit, nachzuvollziehen, warum so viele sich dagegen sperren, obwohl ALLE diesen Weg gehen werden früher oder später.

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CancunMM 12.03.2019, 16:23
25.

Zitat von Gelber Rabe
Zu einem Zeitpunkt gelegt, zu dem sie durchaus Sinn machen können.Sie verlängern nicht grundsätzlich nur die Leidenszeit, sie können auch zur Erholung beitragen oder eine Zeit überbrücken. Daß Problem ist, daß sie, erst mal gelegt, benutzt werden, auch dann, wenn es keinen Sinn mehr macht. Allerdings habe ich schon häufig erlebt, daß mit Einverständnis der Beteiligten nur noch Flüssigkeit zugeführt wurde. Verhungern dauert mit Sicherheit keine acht Monate, letztendlich ist es normal, daß Menschen die sterbend sind, keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Gegen Durstgefühl reicht es, die Schleimhäute regelmäßig feucht zu halten. Auch dürfen Medikamente abgesetzt werden, wenn diese nur noch daß Sterben verlängern, hat ein Mensch Schmerzen, darf die Dosis der Schmerzmittel so hoch sein, daß dadurch der Tod schneller Eintritt (er wird billigend in Kauf genommen, ). Es gibt in den meisten Fällen im Rahmen der passiven Sterbehilfe Mittel , die den Tod erleichtern.
genau so sehe ich es auch. Ich finde es viel inhumaner jemanden immer wieder Flüssigkeit zu geben, damit er noch einen Tag schafft und noch einen. Stelle ich die Flüssigkeitszufuhr, gebe ausreichend Analgetika wird der Mensch innerhalb der nächsten Tage ein Nierenversagen entwickeln.

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Pfaffenwinkel 12.03.2019, 16:41
26. Man kann wirklich nur jedem raten,

eine getaillierte Patientenverfügung rechtzeitig zu hinterlegen. Vor alllem als Privatpatient, bei dem sich eine lange und sinnlose Behandlung für die Ärzte respektive Krankenhäuser "lohnt".

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judas-adolf 12.03.2019, 16:46
27. Kunstfehler

Bei schwerer Demenz ist eine PEG kontraindiziert. Die Anlage einer solchen stellt also in diesem Fall einen Kunstfehler dar.

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bockmist 12.03.2019, 17:54
28. Schmerzensgeld ist schon Hohn genug.

Es gibt Probleme in der Medizin, da sollte sich Juristen raushalten. Töten auf Verlangen geht nicht. Keine PEG-Sonde geht auch nicht, aber man muss immer wieder die Sinnhaftigkeit der Massnahme nachdenken. Die Politik hält sich raus. Was sollen die Ärzte machen? Müssen noch 40000€ Schmerzensgeld zahlen. Wenn egal ist, was du machst, so oder so: Strafe: dann ist eine absolut zerstörende Situation aufgetreten. Patientenverfügungen sind immer von Juristen zu zerpflücken, denn es sind standardisierte Vordrucke. Wenn alle Ärzte in den RUIN getrieben worden sind, kann sich ja Herr Spahn um dieses Problem kümmern.

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isar56 12.03.2019, 19:11
29.

Zitat von kumi-ori
Das Problem ist, dass es hier Hunderte von Gesetzen und Richtlinien verschiedener Organisationen gibt, die sich alle widersprechen. Hätten die Ärzte das Leben des Patienten aktiv beendet, wäre der Shitstorm genauso groß gewesen und es hätten sich genauso viele Möglichkeiten gefunden, Schmerzensgeld einzutreiben. Wir urteilen hier gern nach einfacher Anschauung. Aber woher wissen wir, dass der Patient wirklich sterben will? Wieviel bekommt ein dementer Patient noch mit? An welchem Punkt hat ein Arzt einen ethischen Konflikt auch mal auszuhalten? Und wo beginnt die Situation, dass Krankenhäuser Schwerkranke besser erstmal liquidieren, weil sonst die ökonomischen Wünsche der Angehörigen das Haus in den Ruin treiben würden? Wenn die Justiz etwas Gutes tun will, dann sollte sie hier auf klare rechtliche Voraussetzungen für die Zukunft dringen, anstatt den Forderungen der Rechtsanwälte des Angehörigen nachzukommen, der das Problem outgesourced und die Situation aus dem fernen New York beobachtet hatte.
Das Unterlassen von künstlicher Ernährung ist keine aktive Sterbehilfe. Naturgemäß verhungert und verdurstet der Mensch wenn er nicht mehr schlucken kann. Der Palliativmediziner Borassio erklärt in seinem Buch, das diese Art zu sterben nicht qualvoll ist, sofern Angst und Schmerzen gelindert werden können. Es müssen lediglich die Mundschleimhäute feucht gehalten werden. Dann empfindet der Sterbende weder Hunger, noch Durst.

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