Forum: Gesundheit
Bundesgerichtshof entscheidet über Sterbehilfe: Haften Ärzte für sinnloses Leiden?
DPA

Heinrich Sening überlebte nur, weil ihn eine Magensonde ernährte. Sein Sohn fordert deshalb Schmerzensgeld vom behandelnden Arzt. Dieser hätten seinen Vater sterben lassen müssen. Nun entscheidet der BGH über den Fall.

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isar56 12.03.2019, 19:20
30.

Das Unterlassen von künstlicher Ernährung ist keine aktive Sterbehilfe. Naturgemäß verhungert und verdurstet der Mensch wenn er nicht mehr schlucken kann. Der Palliativmediziner Borassio erklärt in seinem Buch, das diese Art zu sterben nicht qualvoll ist, sofern Angst und Schmerzen gelindert werden können. Es müssen lediglich die Mundschleimhäute feucht gehalten werden. Dann empfindet der Sterbende weder Hunger, noch Durst.

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telos 12.03.2019, 20:10
31. Die Schattenseiten von Medeikamenten ....

und Medizintechnik kommen dann zum Vorschein, wenn diese angewendet werden - und die immer von ärztlicher Seite auch begründbar sind - und alle Beteiligten dann in eine Situation hinein manövriert, welche einem auswegslosen Gefangensein gleicht. Die Tochter einer Patientin eröffnete mir Jahre später, nachdem ihre Mutter über 4 Jahre mit einer PEG ernährt wurde und dann schlußendlich doch verschied, wenn sie zum damaligen Zeitpunkt gewußt hätte, was da auf sie zugekommen wird, hätte sie niemals ihre Einwilligung dazu gegeben, als diese Frage auftauchte und eine Entscheidung anstand. Ob die Lebensqualität dieser bettlägrigen Frau in den letzten 4 Jahren dadurch erhöht wurde, lasse ich dahingestellt.

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spon-facebook-10000151392 12.03.2019, 20:55
32. die deutschen Aerzte haben auch unsere

Schwester vor Jahren kuenstlich am Leben gehalten, denn die Krankenkasse zahlts ja!!!!! wir Geschwister sind aus dem Ausland alle angereist und haben dem Spuk gemeinsam ein Ende gemacht ... alle Maschinen abstellen lassen, sie ist dann friedlich verstorben ..... in Wuerde .... RIP ...

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derBlock 12.03.2019, 23:24
33. Egoistisch bis Geschäfsschädigend!

Der Opa hätte doch noch ein paar Jahre gutes Geld bringen können!? Solch ein Gnadenakt ist äußerst egoistisch gegenüber Rhön, Helios, Asclepios usw. und deren Anteilseigern. Wie sollen die so das gesetzte Ziel von 15% Rendite erreichen? Dann eben wieder mehr Knie-OP's. Ihr wollts ja so.
Wer Ironie findet, darf sie behalten.

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medicus-cgn 13.03.2019, 00:16
34. Unzählige Experten hier

Ohne die konkrete Sachlage zu kennen sollte man nicht urteilen, aber bei den zahlreichen Wortmeldungen von Experten hier bedarf es ein paar grundsätzlicher klärender Worte.
1. Eine Magensonde ist schon etwas anderes als eine PEG. Letztere wird wohl nicht der Hausarzt legen, insofern dürfte es sich um eine Sonde durch die Nase handeln. Diese legt man jedoch nicht für ein paar Jahre, sofern sie denn bei den Nebenwirkungen solange überhaupt durchhält.
2. Hier wäre die Indikation sinnvoll zu klären. Konnte oder wollte der Patient nicht schlucken? Bekam er Medikamente etc?
3. Die Anlage von was auch immer bedarf einer Einwilligung des Betreuers. Und die muss wohl vorgelegen haben, denn sonst wäre es juristisch leicht zu klären.
4. Bleibt nur der einzig strittige Punkt. Wer hat die Sonde benutzt? Ist nicht der Betreuer oder die Pflege die richtige Anlaufstelle für eine Klage? Sonst verklagen meine Erben mit gleichem Recht meinen Zahnarzt, der mir auch im hohen Alter noch das Kauen ermöglicht. Ob ich selber esse oder gefüttert werden muss wäre beides wohl nur eine Folge des ärztlichen Eingriffs. Was für Klagen alles zugelassen werden...

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egyptwoman 13.03.2019, 02:23
35.

Ich darf/durfte nicht entscheiden ob ich auf diese Welt komme, das haben meine Eltern entschieden. Ob und wann man diese Welt verlassen darf, entscheiden wieder andere, nämlich Ärzte, Juristen und Betreuer. Ergo hat kein Mensch ein selbstbestimmtes Leben. - Die Frage die ich mir immer und immer wieder stelle: Wenn Ärzte und Angehörige wissen, das es für einen Patienten keine Heilung mehr gibt, er also so oder so sterben wird, warum in drei Gottes Namen lässt man ihn dann nicht schnell sterben, sondern zieht das Sterben teilweise über Jahre hinaus? Profitgier grad bei Privatversicherten der Krankenhäuser ist sicher ein Grund, aber bei einem gesetzlich Versicherten lässt sich ja nicht soviel dran verdienen und ein anderer Grund als Geldschneiderei fällt mir einfach nicht ein, wenn jemand wie im geschilderten Fall extrem Dement ist oder wenn jemand Krebs im Endstadium hat und es keine Heilungschance mehr gibt, diese Patienten dann mit immer höheren Schmerzmedikamenten "behandelt" werden, nur noch vor sich hinsiechen. Das ist doch kein Leben und der Begriff "lebenserhaltende Massnahmen" wird ad absurdum geführt. Gsd lebe ich in einem Land, wo man eh nur behandelt wird, wenn man erstmal cash die Kohle auf den Tisch legt und wenn nicht: so what, dann stirbt man halt recht schnell. - Wie man an vielen Fällen sehen kann und auch öfter gelesen hat, hilft selbst eine Patientenverfügung in den seltensten Fällen, wenn diese nicht 100% Wasserdicht formuliert wird. - Geh ich von mir aus, so sage ich immer: Ich wurde nicht gefragt ob ich geboren werden will, aber ich will dann schon selbst entscheiden, wenn ich aus diesem Leben trete ohne das mir ein Winkeladvokat da nen Strich durch die Rechnung macht.

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ramon 13.03.2019, 09:05
36.

Zitat von derBlock
Der Opa hätte doch noch ein paar Jahre gutes Geld bringen können!? Solch ein Gnadenakt ist äußerst egoistisch gegenüber Rhön, Helios, Asclepios usw. und deren Anteilseigern. Wie sollen die so das gesetzte Ziel von 15% Rendite erreichen? Dann eben wieder mehr Knie-OP's. Ihr wollts ja so. Wer Ironie findet, darf sie behalten.
Die Wortmeldung ist jetzt Sarkasmus für Anfänger. In diesem konkreten Fall wird der beklagte Hausarzt sich am wenigsten um seine Umsatzrendite gekümmert haben. Er wird wahrscheinlich regelmäßig Hausbesuche im Pflegeheim durchgeführt und so den Patienten jahrelang für einen quartalsweise gezahlten zweistelligen Pauschalbetrag betreut haben. Solange keine Schweigerechtsentbindung vorliegt, kann er sich dazu nicht äußern, wie es der Kläger tut. Ihn Jahre später zu verklagen entspricht zwar dem Zeitgeist und stößt hier aus verschiedenen Gründen auf Zustimmung, ist aber extrem problematisch. Der zitierte Rechtsanwalt möchte hier ein Exempel statuieren und verfolgt eigentlich das Ziel über die Gerichte eine Gesetzesänderung zu initiieren. Der Sohn beurteilt im Nachhinein die Situation völlig anders und möchte sich die Kosten, die sein pflegebedürftiger Vater verursacht hat, zurückholen. Er legt sich dabei nicht mit einem Konzern an, sondern mit einem stinknormalen Hausarzt, der das leichteste zu treffende Ziel scheint.

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von_hintendrop 13.03.2019, 09:56
37.

Der Sohn war nicht Betreuer und der Patient hat selbst den Wunsch geäußert, 100 Jahre alt zu werden. Eine Patientenverfügung gab es nicht. So what? Da ist der Fall doch klar und das Handeln des Arztes war korrekt. Wenn Gerichte hier anders entscheiden, muss es noch andere Gründe geben, die im Artikel nicht erwähnt wurden.

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frenchie3 13.03.2019, 10:02
38. @1 Absolut mit einverstanden

Nur, was soll der Arzt machen? Verhungern lassen oder aktiv Sterbehilfe? Hoffentlich bringt dieser Prozess endlich Rechtssicherheit

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CancunMM 13.03.2019, 10:02
39.

Zitat von von_hintendrop
Der Sohn war nicht Betreuer und der Patient hat selbst den Wunsch geäußert, 100 Jahre alt zu werden. Eine Patientenverfügung gab es nicht. So what? Da ist der Fall doch klar und das Handeln des Arztes war korrekt. Wenn Gerichte hier anders entscheiden, muss es noch andere Gründe geben, die im Artikel nicht erwähnt wurden.
Ich muss trotzdem hinterfragen als Arzt ob eine medizinische Leistung sinnvoll ist. Lege ich eine PEG wegen einer akuten Erkrankung und die Erkrankung ist dann doch schwerwiegender und ohne Heilungschancen, dann muss ich überprüfen ob die PEG noch sinnvoll ist. Der Patient hat ja kein Abo abgeschlossen. Und wenn jemand sagt er möchte 100 Jahre werden ist das manchmal eine Floskel und ich würde als Arzt schon fragen: Möchte der Patient so 100 Jahre alt werden ? Oder meinte er eigentlich möglichst lange mit angemessener Lebensqualität zu leben.

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