Forum: Gesundheit
Chronisches Erschöpfungssyndrom: Wenn der Körper nicht mehr will
Corbis

Ständig abgeschlagen, Schlaf bringt keine Erholung: Das chronische Erschöpfungssyndrom kann Menschen zum Pflegefall machen. Ärzte sehen das Leiden oft als psychisches Problem - dabei mehren sich die Hinweise auf körperliche Ursachen.

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moab 25.03.2015, 00:07
70. Vitamin D Mangel

Alle CFS Patienten auf Vitamin D Mangel untersuchen, vielleicht könnten einige damit geholfen werden. Es würde mich wirklich nicht wundern.

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ben-o-blanko 25.03.2015, 00:21
71. *not just depressed*

Ausgelöst / beginnend mit einem fiebrigen Infekt habe ich seit meiner Jugend Symptome der chronischen Erschöpfung. 15 Jahre lang war ich bei unzähligen Ärzten, die das stets als psychisch abgetan und mir entweder Antidepressiva verschrieben (die nicht geholfen haben) oder mir geraten haben, ich solle mich einfach mehr entspannen und das Leben genießen. Neben den täglichen schlimmen körperlichen Symptomen, die noch am ehesten mit denen einer sehr heftigen Grippe zu vergleichen sind, ist es die Ignoranz und Stigmatisierung, der ständige Rechtfertigungszwang für das eigene Unvermögen, die mich fertig gemacht haben und die mich oft genug an Selbstmord haben denken lassen. Ich wünsche mir wenig mehr, als dass diese Form der Intoleranz und Stigmatisierung ein Ende nimmt, die Krankheit CFS/ME anerkannt und das grosse Leid der Betroffenen endlich ernst genommen wird.

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7eggert 25.03.2015, 01:00
72.

Zitat von SB1981
(...)Aber Lachen ist erwiesenermassen gesund und lenkt vom tristen Alltag ab. Dass vielen CFS-Patienten die Energie zu sozialen Aktivitäten fehlt, u.a. weil Licht, Lärm und emotionaler (auch positiver) Stress die Symptome oft verschlimmern, macht das ganze schwierig. Aber ich habe sehr gern lustige Leute um mich herum, solange ich mich jederzeit zum Ausruhen (ruhiges Liegen ohne Geräusche) zurückziehen kann. In den Selbstmord treiben kann man CFS-Betroffene mit der Aufforderung zur Bergwanderung. Viele sind ausserdem unsagbar frustriert/deprimiert, im schlimmsten Fall depressiv mit Suizidgedanken, WEIL sie überhaupt keine körperlichen Aktivitäten mehr ausüben können.
Jein, bei manchen Menschen, die nicht im Grunde fröhlich sind, tritt genau das Gegenteil ein: Die zwangsläufig resultierende Enttäuschung verschlimmert deren Lage.

Wenn Sie aus einem tatsächlichen Anlaß mit Freunden lachen können, ist das dann was ganz Anderes, als wenn Sie lachen, um sich positiv zu stimmen oder gar um Ihre Freunde positiv zu stimmen. Unter Umständen geht es dann einem mit den

Lachen, wenn man nicht mehr lachen kann, wie mit der Aufforderung zum Bergwandern, wenn man das nicht mehr kann.

Ähnliches Beispiel:
http://www.newyorker.com/currency-tag/the-powerlessness-of-positive-thinking

"Ceaseless optimism about the future only makes for a greater shock when things go wrong; by fighting to maintain only positive beliefs about the future, the positive thinker ends up being less prepared, and more acutely distressed, when things eventually happen that he can’t persuade himself to believe are good."

Den passenderen Link habe ich leider jetzt nicht gefunden, dafür bin ich nebenbei über folgendes gestolpert:
http://www.dailymail.co.uk/health/article-2044877/Could-YOU-victim-smiling-depression.html

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7eggert 25.03.2015, 01:14
73.

Zitat von SB1981
Nein, habe ich nicht. Wenn ich es ausprobiere, bedeutet das umgekehrt, dass ich andere Aktivitäten aus meinem Alltag streichen muss. In sechs Jahren bekommt man eine Reihe mehr oder weniger gutgemeinter und mehr oder weniger kluger/dummer Ratschläge. Alles auszuprobieren, wird irgendwann unmöglich. Sie glauben nicht, was mir schon alles vorgeschlagen wurde. Fern-Reiki zum Beispiel. Sagt man nein, heisst es, man wolle nicht gesund werden. Würden Sie einem Krebskranken oder einem MS-Patienten auch vorschlagen, die Symptome mit Kefir zu lindern? Ich habe über 10 000 Euro aus eigener Tasche für Arztbesuche (bei CFS-Spezialisten) und Medizin (Schulmedizin - z.B. Virustatika, Nahrungsergänzungsmittel etc.) ausgegeben. Spätestens, wenn man seinen Job an den Nagel hängen muss, geht so etwas nicht mehr. Nennen sie mir eine einzige wissenschaftliche Studie, die die Wirksamkeit von Kefir bei CFS zeigt, und ich probiere es liebend gern aus! :-)
Fern-Reiki können Sie gerne ausprobieren, wenn Sie nichts zahlen sollen. Schlimmstenfalls passiert nichts, bestenfalls hilft es Ihnen. Wunder bewirkt es natürlich nicht, aber manche Menschen sprechen auch spontan auf Placebos an, die irgendwelche Selbstheilungskräfte freischalten.

Bei Krebs würde ich dann eine Umstellung auf Kefir anraten, wenn abzusehen ist, daß eine konventionelle Behandlung fehlschlägt. Frei nach dem Motto was Besseres als den Tod abzuwarten ist es allemal.

Bei mir war es übrigens eine Schilddrüsenunterfunktion, zusätzlich zu Muskelschmerzen. Die Schilddrüse wurde erst spät diagnostiziert (Hauptwert OK, Nebenwerte deswegen nicht gemessen), und zeitgleich mit der Behandlung setzten die Muskelschmerzen ein (verspannt war ich schon immer). Dagegen hilft eine leichte Überdosis Chinin (Limptar), aber es tritt Gewöhnung ein und die Nebenwirkungen sind deutlich spürbar.

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nutty.nihilist 25.03.2015, 02:09
74. Methodenproblem?

Hier liegt ja folgender Fall vor:

Eine Anzahl von Patienten leidet unter sehr schweren Symptomen. Für diese Symptome findet die Medizin keine Ursache und keine Therapie, psychosomatische Faktoren oder bereits bekannte und heilbare Krankheiten könnten eine Rolle spielen, doch gibt es sicher einen harten Kern schwer körperlich Erkrankter.

Die Erklärungsversuche sind hier selbst komplex, wie dieses Eppstein-Barr-Virus.

Warum findet das niemand heraus, woran das liegt? Fehlen die Wissenschaftlichen Methoden dazu?

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achje 25.03.2015, 03:58
75. Hypothyreose

(Schilddrüsenunterfunktion) gehört zu den am häufigsten unterdiagnostizierten und unterbehandelten Erkrankungen und hat alle Symptome des sogenannten CFS.
Da seit den 70er Jahren als Goldstandard gilt, die Funktion der Schilddrüse nach einem Test des Hypophysenhormons (!) "TSH" zu beurteilen, und dazu noch der Referenzwert festgelegt wurde, ohne an der SChilddrüse erkrankte Patienten aus dem Vergleichsfeld auszuschließen, ist dies auch kein Wunder. Erschwerend kommt für viele hypothyreote Patienten hinzu, dass seit 40 Jahren die Substitiútion der lebenwichtigen SToffwechselhormone nicht mehr komplett stattfindet, sondern nur ein synthetisch hergestelltes Speicherhormon (Levothyroxin, T4) verabreicht wird. Viele Patienten haben erwiesenermjaßen Probleme, dieses der schönen Theorie folgend in die aktiven SD-Hormone Triiodthyonine (T3) sowie T2 und T1 umzuwandeln.
Sie werden mit unklaren, oft stigmatisierenden Diagnosen wie "CFS, Fibromyalgie, somatoforme Störung, larvierte Depression" etc abgefertigt und erhalten Medikamente gegen jedes Symptom einzeln.
Ich selber und etliche mir bekannte jahrelange "CFS"/Hypothyreosepatienten profitieren sehr von der Verabreichung der seit über 100 Jahren bewährten Therapie mit Schilddrüsenhormonen aus tierischer Quelle. Gefriergetrocknete Schweine-Schilddrüsen werden zu standardisierten Tabletten verarbeitet und unter Beobachtung der aktiv wirksamen SD-Hormone im Blut dosiert und verabreicht, mit "überraschenden" Therapieerfolgen. Die altmodischen, erfahrenen Ärzte sterben weg, der Nachwuchs ist synthetik-geil und den aktuellen, unzureichenden Behandlungsstandards hörig... und Millionen Menschen an ein Halb-Leben mit behindernden Symptomen, ernsten Langzeitschäden und -zig Pillen mjit entsprechenden Nebenwirkunen gefesselt.
Zum Glück zeichnet sich, dank der Bemühungen engagierter Patientenverbände wie "Stop the Thyroid Madness", ein Paradigmenwechsel ab.
Neues ist nicht immer besser! Dumm nur, dass an "Schlachtabfällen" nicht so viel zu verdienen ist wie an den synthetisch hergestellten Medikamenten.

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jepp_besserwisser 25.03.2015, 08:32
76. Abweichung von der Norm

werden in dieser Gesellschaft nicht toleriert. Möhren die krumm sind werden auf den Müll geworfen. Viel anders wird das mit Menschen auch nicht gehalten. Aber auch krumme Möhren haben ihre Daseinsberechtigung.

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jepp_besserwisser 25.03.2015, 08:43
77. Noch etwas...

Bin erstaunlich wie viele Betroffene sich hier zu Wort melden. Gibt es eine funktionierende Plattform auf der man sich informieren kann und ggf. Krankheitsverläufe nach Gemeinsamkeiten/ Ursachen abgleichen?

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seebarschtian 25.03.2015, 08:46
78. Nicht nur CFS behandeln

Handelt es sich chronische Erschöpfung, sollten unbedingt auch Erkrankungen wie borreliose, chronische Schwermetallvergiftung, Kryptopyrrolurie, (versteckte) Lebensmittelallergie, Mitochondriopathie in die Behandlung mit einbezogen werden. Selbstverständlich darf auch die geistige Ebene hier nicht vergessen werden. Bleibt da noch massive Erschöpfung übrig kann tatsächlich von CFS gesprochen werden. Manchmal kann in diesem Fall die LDN (low dose Naltrexon) Behandlung helfen

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calexico55 25.03.2015, 09:48
79.

Zitat von jepp_besserwisser
Bin erstaunlich wie viele Betroffene sich hier zu Wort melden. Gibt es eine funktionierende Plattform auf der man sich informieren kann und ggf. Krankheitsverläufe nach Gemeinsamkeiten/ Ursachen abgleichen?
Ich versuchs mal: es gibt diverse Foren, in denen sich Erkrankte austauschen können. Dazu den Verein Fatigatio e.V., der wohl das Sprachrohr in Deutschland sein dürfte. Den Versuch, internationale Wissenschaftliche Erkenntnisse den Patienten auf Deutsch näher zu bringen, unternimmt cfs-aktuell.de.

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