Forum: Gesundheit
Clean Eating: "Nicht das Gefühl haben, in ein Stück Pappe zu beißen"
imago/ Jochen Tack

Immer mehr Cafés bieten Clean Eating an, Larissa Häsler hat sich dem Trend verschrieben. Im Interview erklärt sie, was zum sauberen Essen gehört und warum dunkle Körnerbrötchen Mogelpackungen sind.

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Pride & Joy 30.07.2016, 14:46
1. Kenntnisse und Zeit

Wenn man sich gesund ernähren möchte, bietet der Supermarkt nicht die nötigen Waren.

Um alternativ einkaufen und kochen zu können benötigt man viel Zeit und Warenkenntnisse, das hat Konsequenzen im Alltag.

Alleine die Entwicklung weg von Snacks und hin zu drei gesunden Mahlzeiten täglich benötigt Disziplin.

Warum man in Städten, wie Berlin dieses Angebot finden soll, erschließt sich mir dagegen nicht. Gerade der ländliche Bereich bietet doch ein viel größeres Angebot an gesunden Lebensmitteln über Märtkte, Hofläden und Bioläden und an Gaststätten, die noch selber kochen und Produkte aus der Region verarbeiten.

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lanier67 30.07.2016, 15:01
2. Clean Eating und Xylit im Schrank

Da ich mit einer Sorbitunverträglichkeit lebe, habe ich ab dem Satz mit der Dose Xylit im Schrank aufgehört zu lesen. Hauptsache ein neues Buzzword geschaffen. Dann doch lieber Gummibärchen.

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kingping4005 30.07.2016, 15:17
3.

Wie "clean" es für die Umwelt ist, wenn man anstatt normalem Zucker Kokosblütenzucker und Agavendicksaf verwendet, würde ich von dieser Dame ja gerne mal erfahren. Ist mir auf jeden fall neu, das Kokusnüsse und Agaven zu den heimischen Produkten gehören, die man hier auf dem Markt bekommt.

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Engywuck 30.07.2016, 15:30
4.

schön, dass es Zuckeralternativen gibt - aber wenn jeder umstellen würde hätte das enorme Auswirkungen auf unseren Planeten - oder nur Reiche könnten sich das Süßen leisten.

Grund ist, dass Zuckerrübe wie Zuckerrohr einen *enormen* Anteil Zucker haben (ca. 20% bei der Rübe!) und damit entsprechend geringe Anbauflächen benötigen.

Weltproduktion Zucker ist derzeit ca. 180 Millionen Tonnen pro Jahr, davon weden allein in Deutschland etwa 2,6 Millionen Tonnen verbraucht (30-35kg pro Einwohner).

Die Welt-Jahresproduktion an "Birkenzucker" (mit etwa derselben Süßkraft wie "normaler" Zucker) beträgt derzeit ca. 200.000 Tonnen.

Selbst wenn wir Deutschen also unseren Zuckerverbrauch auf 10% des jetzigen einschränken würden (und damit auf das Niveau von 1840 kommen) würde die Weltjahresproduktion nicht reichen - vor der das Meiste nicht aus "natürlich angebauten" Birken sondern aus dem Labor stammt.

Für einen weltweiten Ersatz auf demselben 10%-Niveau müsste die Produktion an Xylit also um den Faktor 100 gesteigert werden. So viele Birkenwälder gibt es nicht.

Bei Stevia und Co sieht die Rechnung auch nicht anders aus (eher schlechter), deshalb erspare ich uns das.

Letztlich ist das "Süßt doch mit natürlichen Stoffen" etwa dasselbe wie "verwendet nur echte Erdbeeren" oder "verwendet nur BBio-Vanille aus echten Vanilleschoten" - es geht bei unserem Weltverbrauch einfach nicht! Jedenfalls dann, wenn wir bei der derzeitigen Erdbevölkerugn auch noch Reste an Urwäldern erhalten wollen... Immer dran denken: früher war die Erde auch noch weniger bevölkert...

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shardan 30.07.2016, 15:35
5. Gefärbte Brötchen....

... sind zumindest im Supermarkt leicht zu erkennen. Ein Blick auf die Angabe der Inhaltstabelle, insbes. "Kohlenhydrate - davon Zucker" genügt. Ein "echtes" Vollkornbrötchen hat deutlich weniger KH als sein Weißmehlpendant. (Grobe Richtung: ca 30g /Stück zu 40g/Stück). Liegen beide etwa gleichauf, wurde vermutlich mit Malzsirup nachgefärbt. Dann schaut man mal auf den Zuckergehalt, Malzsirup ist praktisch Zucker mit ein paar natürlichen Farbstoffen.

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j.w.pepper 30.07.2016, 15:42
6.

...ist nur wieder ein Marketingbegriff für Altbekanntes, wenn auch weitestgehend Vernünftiges. Aber bis auf den jetzt modischen Veganismus sind das alles Dinge, die ich auch in meinen teils mehr als 30 Jahre alten Vollwert-Kochbüchern finde, und die ich nach wie vor häufig, aber nicht sklavisch beherzige.

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twistie-at 30.07.2016, 15:46
7.

Zitat von kingping4005
Wie "clean" es für die Umwelt ist, wenn man anstatt normalem Zucker Kokosblütenzucker und Agavendicksaf verwendet, würde ich von dieser Dame ja gerne mal erfahren. Ist mir auf jeden fall neu, das Kokusnüsse und Agaven zu den heimischen Produkten gehören, die man hier auf dem Markt bekommt.
genau dieses Problem habe ich auch beim Thema Soja und Co. Aber bei Kokosblütenzucker und Agavendicksaft frage ich mich, warum stattdessen nicht Birnendicksaft oder Apfeldicksaft genutzt wird oder der gute alte Zuckerrübendicksaft. Der wäre dann eben regional. Aber der wird von vielen Clean Eatern abgelehnt.

Das "dunkel" und "Vollkorn" nicht automatisch gesund bedeuten muss, sollte eigentlich klar sein.
Davon abgesehen frage ich mich allerdings, was an der Färbung durch Malzsirup schlimm sein soll.
Es meckert ja auch keiner, wenn mit Karamel gefärbt wird - hoffe ich.

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twistie-at 30.07.2016, 15:49
8.

Zitat von Engywuck
Letztlich ist das "Süßt doch mit natürlichen Stoffen" etwa dasselbe wie "verwendet nur echte Erdbeeren" oder "verwendet nur BBio-Vanille aus echten Vanilleschoten" - es geht bei unserem Weltverbrauch einfach nicht! Jedenfalls dann, wenn wir bei der derzeitigen Erdbevölkerugn auch noch Reste an Urwäldern erhalten wollen... Immer dran denken: früher war die Erde auch noch weniger bevölkert...
danke. Das sehe ich ähnlich. Statt der "echte Erdbeeren"-Dogmen sollte dann eher überlegt werden, ob es nicht sinnvoll wäre, eben manchmal auf sie zu verzichten - wobei sich dann schlichtweg eben auch Fragen stellen, die manche "nur regional bitte".Leute gerne ignorieren. Ich habe mal gewagt, die Frage zu stellen, ob nun diejenigen, die sich z.B. darüber freuen, dass ihre Kokosnüsse exportiert werden, so happy über "nur regional" wären bzw. wie sich diejenigen das vorstellen, auch in Bezug auf die weltweite Ernährung, auf die Anforderungen, die Menschen ans Leben stellen, in Bezug auf die wirtschaftlichen Abhängigkeiten und auch Vorteile usw. Da kam nichts zurück.

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brocken 30.07.2016, 16:10
9.

Macht ja alles Sinn. Warum aber "clean eating" ? Wer interessiert sich ueber " hipper"? Sauberes Essen oder Gesundes Essen ist besser. Denglish ist Mist.

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