Forum: Gesundheit
Clean Eating: "Nicht das Gefühl haben, in ein Stück Pappe zu beißen"
imago/ Jochen Tack

Immer mehr Cafés bieten Clean Eating an, Larissa Häsler hat sich dem Trend verschrieben. Im Interview erklärt sie, was zum sauberen Essen gehört und warum dunkle Körnerbrötchen Mogelpackungen sind.

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vukoff 01.08.2016, 09:06
160.

Ich finde dieses Clean Eating vom Prinzip her sehr gut.
Ich kaufe schon länger keine verarbeiteten Lebensmittel mehr, weil ich mir diese ganzen chemischen Stoffe nicht zuführen möchte. 100 % Kontrolle über das was man isst wird man nie haben, selbst wenn man das Gemüse selber anbaut. Dank Bodenverunreimigungen und Luftverschmutzung.
Aber es ist einfach schon ein geschmacklicher Vorteil, wenn man nur frische Lebensmittel kauft und diese selber verarbeitet. Ja, ist aufwändig aber ein selbstgemachtes Schnitzel schmeckt tausend mal besser als die Fertigteile aus der Schutzatmosphäre von Aldi.
Von Rohkost bin ich allerdings überhaupt kein Fan, kann gut auf Blähbauch verzichten.
Aber sich mit Lebensmitteln auseinander zu setzen bringt nur Vorteile mit sich. Die Zeiten in denen ein paar Männer nichteinmal wussten wie man ein Spiegelei zubereitet sind doch zum Glück auch lange vorbei. Wenn ich sehe wie die Leute z.B. Bechamelsauce für die Lasange fertig kaufen kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Macht die Sauce mal selber und ihr werdet erschrocken sein wie billigst das herzustellen ist und dass man keine 2 Min braucht... aber solche Sachen muss jeder selber entdecken...

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erdmann.rs 01.08.2016, 09:11
161. Alte Rezepte

Weltweit leben etwa 7,5 Mrd Menschen, von denen 795 Mio ständig nah am Hungertod sind. Etwa 6 Mio kleine Kinder verhungern jedes Jahr, aber Frau Larissa Häsler fühlt sich bemüssigt, solch einen Artikel zu schreiben. 1945 kam ich als 5-jähriger Flüchtling in den Westen.
Wir lebten ab da knapp 10 Jahre in der Wesermarsch, in einem winzigen Ort Eckwarderhörne (bei Eckwarden).
In den Jahren bis zur Währungsreform, aber auch danach, habe ich dort auf dem Lande "Omas Kochbuch"
kennengelernt. Unsere unmittelbaren Nachbarn waren ein Ehepaar mit 2 Söhnen, der jüngere war in meinem Alter.
Diese Leute besaßen selber nicht viel, aber sie hatten ein
Haus und hielten ein paar Kühe, Schweine und Hühner.
Auf einem kleinen Acker bauten sie Kartoffeln und Gemüse an. Es waren zwar sehr einfache, aber auch sehr freundliche Leute. Sie haben mich unzählige Male, wenn
wir Jungs in der Nähe gespielt haben, zum Abendessen
eingeladen, manchmal auch zum Mittagessen:
"Kumm rin, dat givt wat to eeten", hieß es dann immer.
Für heutige Verhältnisse war der Speisezettel eintönig.
Es gab da ganze Jahr über - von besonderen Feiertagen abgesehen und auch saisonbedingt verschieden - an
jedem Wochentag das "gleiche" Essen.
Es gab dort vor allem jeden Abend - mit Sicherheit an
mehr als 300 Tagen im Jahr - Bratkartoffeln mit Speck und Buttermilchsuppe. An solchen Abenden war ich dann
wirklich rundherum satt, das war in den Jahren 1945-
1948 nicht immer oder für alle selbstverständlich.
Wir kannten damals noch mehrere andere Bauern mit sehr viel größeren Höfen. Der wöchentliche Speiseplan
war aber auch bei denen recht "einfallslos".
Ob es in einem dieser Haushalte Kochbücher gab, kann
ich nicht sagen. Das hat mich auch nicht interessiert.
Wichtig war damals nur, ab und zu mal richtig satt
zu werden.
Welche Luxusprobleme und -themen heutzutage von
einigen Menschen regelrecht kreiert werden, weil sie vor
lauter "Überdruss und Wohlstand" keine anderen, echten
Sorgen haben, ist mitunter erschreckend.

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mrotz 01.08.2016, 09:20
162.

Zitat von Ursprung
Welch ein ungeheurer Humbug um "gesundes Essen" mit allen moeglichen Denglischwoertern. Fangt mal einfach mit 2 Dingen an: 1. Fabrikfrass, samt allen Emulgatoren, Lager-und Transportzeiten und Konservierungsmitteln meiden. 2. Meiden von besonders betroffenen Falloutgegenden nach Tschernobil- aufgrund der damaligen Wetterstroemungen und was infolgedessen noch weitere 60 Jahre in Boeden und Pflanzen steckt: Skandinavien, Polen, Bulgarien, Ukraine, Ungarn, Rumaenien, Bayern, Tuerkei. Also Haferflocken aus Finnland (in 98% all unserer Mueslis), Fisch aus allen Suesswasserteichen zwischen Ukraine bis zum nullten Laengengrad in England, saemtlichen Kaese und Yoghurts aus Bayern, Pilze aus ganz Europa, Honig aus Rumaenien, Gemuese und Rosinen aus der Tuerkei. Und ueberlegt dann, was noch Gesundes uebrig bliebe um hier nicht zu verhungern. Gesuender gehts nicht mehr heutzutage.
Die hälfte des Cs-Fallouts ist bereits weg.
Cäsium reichert sich zwar in Pilzen an, aber nicht wirklich in Getreide.

mfg

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erdmann.rs 01.08.2016, 09:20
163. Clean Eating II

Gerade einmal 24 Jahre alt ist Frau Larissa Häsler und hat doch den "Bachelor in Oecotrophologie" schon in der Tasche, Respekt!
Da sie jetzt aber wohl in dem Studiengang noch den
Master anstrebt, kann sie im Prinzip mit den früheren
Diplom-Absolventen demnächst in etwa gleichziehen.
Weil sie sich in dem von ihr verfassten Artikel teilweise
selbst bzw. ihren eigenen (?) Thesen widerspricht, hat sie offensichtlich n i c h t die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Ihr Elaborat zu diesem Thema mag ihrem jugendlichen
Überschwang geschuldet sein. In dem Bereich ist aber noch viel Luft nach oben.

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a.daret 01.08.2016, 09:22
164. Marketing...

Hauptsache einen neuen Begriff für "gesund essen" erfinden. Das vermarktet sich super bei dieser neuen Hipster Gattung, die "Veganer". Meine Oma hat schon vor 60 Jahren kräftig Schokolade, Zucker und Milschprodukte gegessen und ist heute 93. Morgen heißt es dann "Natural eating"...

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Celegorm 01.08.2016, 09:30
165.

Zitat von weltgedanke
Ich stimme Ihnen vollkommen zu, das Ganze erinnert an einen unreflektierten Gesmischtwarenladen der Ideologien. Aber wer hat denn heutzutage schon ein plausibles Gesamtkonzept bei seiner Ernährung vorzuweisen? Wenn man immer erst den großen Wurf voraussetzen würde, bis man Verbesserungen akzeptiert, wäre in vielen Lebensbereichen Stillstand. Das wäre so in etwa die Art Argumentation, mit der man Methadon oder Nikotinpflaster verbietet, weil die Leute damit ja nicht gleich im ersten Schritt vollkommen clean werden.
Ok, da haben Sie durchaus recht. Völlige Konsequenz dürfe eh an der Realität scheitern und auch daran, dass typische Ziele wie Ökologie, Regionalität, Tierrechte, etc. nicht vollständig kompatibel sind. Insofern stimme ich zu, dass es allemal besser ist, schrittweise Verbesserungen umzusetzen und sich an gewissen Idealen so weit einem möglich anzunähern.

Der Grund für den Grossteil der Kritik dürfte aber gar nicht sein, dass hier jemand versucht, seine Ernährung etwas nachhaltiger oder tierfreundlicher zu gestalten, sondern an der von vielen als geradezu provokativ wahrgenommenen Art und Weise, wie dies vor sich hergetragen wird. Die Frau positioniert sich hier ja öffentlich, als angehende Fachperson im Bereich Ernährung, die weitgehend ohne (selbst-)kritische Zwischentöne altklug proklamiert, was gut und was schlecht ist. Dass man in solchen Fällen etwas genauer hinsieht und Widersprüche wie Unplausibles hinterfragt, ist darum völlig normal. Und auch sinnvoll damit jene inhaltlichen Bestandteile, wie etwa die Zucker-Frage, die nun einmal Unsinn sind, nicht unwidersprochen stehen bleiben - auch damit andere Leser hoffentlich eher die sinnvolleren Botschaften verinnerlichen und nicht bei den Quatsch-Aussagen hängen bleiben..

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gutes_essen 01.08.2016, 09:31
166.

Zitat von erdmann.rs
Da sie jetzt aber wohl in dem Studiengang noch den Master anstrebt, kann sie im Prinzip mit den früheren Diplom-Absolventen demnächst in etwa gleichziehen. Weil sie sich in dem von ihr verfassten Artikel teilweise selbst bzw. ihren eigenen (?) Thesen widerspricht, hat sie offensichtlich n i c h t die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Aha.
Wenn Sie so was behaupten, dann müsste doch auch die Stelle zitiert werden, wo das der Fall ist, meinen Sie nicht?

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suppenkoch 01.08.2016, 09:32
167.

Zitat von twistie-at
wobei die Dame ja auch sagt, dass es auch Trockenfrüchte tun usw. Aber ich empfinde dieses "regional kaufen"-Dogma auch als seltsam, denn wenn ich das ganz rigoros durchziehe, dann würde ich wieder beim guten alten deutschen... Essen landen, das früher auch so manche Oma nervte. Die Vielfalt, die heutzutage möglich ist, wäre dann nicht mehr so möglich, denn entgegen der Meinung vieler ist z.B. das chinesische Essen ja weitaus mehr als nur sueßsauer, aber selbst da wäre die Ananas dann schon dabei. ((ich bekomme immer einen Koller, wenn bei Rezepten einfach nur "Sojasauce" steht...)
Süss-Sauer bedeutet in der chinesischen Küche nicht, dass da Ananas mit drin ist. Das findet sich zwar häufig in der Variante "Schweine-/Hühnerfleisch Süß-Sauer", wie sie in China-Restaurants in Deutschland gemacht wird. Aber das ist nur eine Variante.

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Celegorm 01.08.2016, 09:40
168.

Zitat von erdmann.rs
Welche Luxusprobleme und -themen heutzutage von einigen Menschen regelrecht kreiert werden, weil sie vor lauter "Überdruss und Wohlstand" keine anderen, echten Sorgen haben, ist mitunter erschreckend.
Wieso ist das "erschreckend"? Das ist doch wunderbar! Gerade angesichts der Vergangenheit und leider auch der Gegenwart in vielen Regionen der Welt ist es doch ein herrliches Privileg, dass wir uns heute nicht mehr mit Hungertod und horrender Kindersterblichkeit herumschlagen müssen, sondern über die Optimierung der Ernährung diskutieren können mit bald 90 Jahren durchschnittlicher und grösstenteils gesunder Lebenserwartung vor Augen. Es ist befremdlich, dass gerade jemand wie Sie, der doch die harten Zeiten noch miterlebt hat, sowas nicht zu schätzen weiss. Sich darüber zu beklagen, dass wir nur noch "Luxusprobleme" haben, ist doch völlig unverständlich. Oder wäre es Ihnen lieber, Frau Häsler und Sie würden wieder hungern und Maikäfersuppen-Rezepte austauschen?

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suppenkoch 01.08.2016, 09:44
169.

Zitat von aramcoy
Man sollte es kaum glauben, aber wir hatten Johannisbeergelee (viel besser als Marmelade - keine Kerne) aus den Früchten aus unserem Garten und Kartoffeln und auch Tomaten waren doch seit einigen Jahren heimisch in Deutschland als meine Großeltern noch lebten. Meine Großmutter wurde 96, mein Großvater leider nur 76. Gicht und andere Zivilisationskrankheiten kannten meine Großeltern nicht. Mein Großvater hatte z. B. noch sein vollständiges Gebiss als er starb. Warum sie depressive gewesen sein sollten, erschließt sich mir nicht. Chili, Kurkuma und Sojasprossen gab es damals nicht, aber sogar Chilis, Paprika und Kurkuma ziehe ich inzwischen selbst im Garten und bei Sprossen stehe ich mehr auf selbstgezogene Brokkolisprossen, die sind bei mir regional sogar in der Küche.
Gicht ist nicht unbedingt eine Zivilisationskrankheit. Sie kann z.B. durch eine Nierenfunktionsstörung hervorgerufen werden, die vererbbar ist. Sie kann zwar auch als Folge von Diabetes mellitus entstehen, aber das ist eben nur eine Möglichkeit.

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