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Darmkrebs: Der vermeidbare Tod
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Etwa 25.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an Darmkrebs. Dennoch gehen nur wenige zur Früherkennung, für die nun auch Gesundheitsminister Jens Spahn wirbt. Für wen sich die Untersuchungen lohnen.

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wortgewalt87 03.07.2019, 09:14
1. Schwachsinn

Bis 54 bekommt man also seinen Test auf okkultes Blut. Danach nicht mehr. Danach zahlt die Kasse nur noch die Darmspiegelung. In meiner Stadt mit ihrem Fachärztemangel wartet man ohne Beschwerden ewig auf eine Darmspiegelung. Und die passt dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ins berufliche Schema. Also zahlt man den Test eben selbst. So sieht Abzocke und Ärztebegünstigung aus, aber nicht sinnvolle Vorsorge.

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CancunMM 03.07.2019, 09:49
2.

Zitat von wortgewalt87
Bis 54 bekommt man also seinen Test auf okkultes Blut. Danach nicht mehr. Danach zahlt die Kasse nur noch die Darmspiegelung. In meiner Stadt mit ihrem Fachärztemangel wartet man ohne Beschwerden ewig auf eine Darmspiegelung. Und die passt dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ins berufliche Schema. Also zahlt man den Test eben selbst. So sieht Abzocke und Ärztebegünstigung aus, aber nicht sinnvolle Vorsorge.
Nochmals zu Ihrem Verständnis:
Frau: 50-54 Jahre Stuhltest jedes Jahr, ab 55 Jahre alle 2 Jahre oder alternativ Darmspiegelung mit 55, wenn unauffällig dann erneute Darmspiegelung mit 65. Wenn nicht unauffällig, dann abhängig vom Befund.
Mann: 50-54 Jahre Stuhltest jedes Jahr oder alternativ Darmspiegelung, wenn keine Darmspiegelung gewünscht, dann ab 55 Jahre Stuhltest alle 2 Jahre.
Da Patienten ja nüchtern bleiben müssen, sind die Koloskopien nun mal Vormittags bis Mittags. Sollte Ihnen Ihre Gesundheit schon wert sein. Ein Arbeitgeber muss dann auch frei geben, wenn es keine andere Möglichkeit gibt für einen Termin.
Und was soll das mit Arztbegünstigung zu tun haben. Sie müssen den Test nicht selbst zahlen. Es sei denn Sie wollen Ihn häufiger haben als empfohlen, aber das ist dann Ihre Sache. Und der Arzt, zumeist Hausarzt, wird eher immer die Koloskopie empfehlen, da Goldstandard. Und daran verdient er Null Euro.

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kumi-ori 03.07.2019, 09:56
3.

Eine Diagnose von Blut im Stuhl ist nicht zwangsläufig eine Krebsdiagnose und daher auch keine Krebs-Fehldiagnose. Sie ist natürlich mit deutlich weniger Aufwand verbunden als die Darmspiegelung (mit der die Patienten schon Tage vorher beschäftigt sind) und ein guter Kompromiss für Patienten, die wenig Zeit haben oder nicht gern zum Arzt gehen. Bei positivem Befund muss dann eben doch die Spiegelung gemacht werden. Nachteil ist, dass sehr frühe Stadien, die noch kein Blut absondern, dann eben nicht erkannt werden. Mit etwas Glück erkennt man den Krebs bei einem späteren Bluttest noch rechtzeitig um nicht daran zu sterben, aber die Operation kann dann schon umfangreicher werden und sehr lästige Nachteile, zum Beispiel das Leben fortan mit künstlichem Darmausgang, nach sich ziehen.

Bei Vorsorgeprogrammen wird meistens nicht die eher seltene Fehldiagnose diskutiert, sondern die sogenannte Überdiagnose. Die Überdiagnose ist eine zutreffende Krebsdiagnose (mit nachfolgender Therapie) in einem frühen Stadium bei einem Patienten, der unter der Krankheit nie gelitten hätte, weil er vorher an einer anderen Ursache gestorben wäre. Diese Fälle kommen natürlich vor und werden von den Gegnern der Vorsorgeprogramme heftig ins Feld geführt. Man muss hier ehrliche Zahlen liefern und auch erklären wie man auf diese Zahlen kommt. Ich hatte beruflich mit dem Thema längere Zeit zu tun (im Bereich Brust) und ärgerte mich immer wieder über platte Aussagen (sowohl pro als auch contra), in denen die Zahlen falsch zueinander in Bezug gesetzt wurden und mit dem Brustton der Arroganz blödsinnige und gefährliche Aussagen unters Volk gebracht wurden.

Zum Thema Darmkrebs kann man vielleicht noch hinzufügen, dass es vier Arten von Darmkrebs gibt, die biologisch völlig unterschiedlich sind, auch wenn sie zunächst gleich aussehen. Für diese vier Arten sind Risiko und Chance auf Heilung in frühem wie in spätem Stadium komplett unterschiedlich und deshalb mag in einem Fall ein regelmäßiger Test auf Blut im Stuhl völlig ausreichend sein, während im anderen dieser Test vielleicht zu spät anspricht und nur eine Spiegelung zu einer rechtzeitigen Diagnose geführt hätte.

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schmidt-post 03.07.2019, 09:58
4.

Zitat von wortgewalt87
Bis 54 bekommt man also seinen Test auf okkultes Blut. Danach nicht mehr. Danach zahlt die Kasse nur noch die Darmspiegelung. In meiner Stadt mit ihrem Fachärztemangel wartet man ohne Beschwerden ewig auf eine Darmspiegelung. Und die passt dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ins berufliche Schema. Also zahlt man den Test eben selbst. So sieht Abzocke und Ärztebegünstigung aus, aber nicht sinnvolle Vorsorge.
Unsinn.
Sie können einen Vorsorge-Termin Monate im voraus machen (und planen). Ist ja nichts Eiliges.

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Luba 03.07.2019, 11:05
5. Natürlich

"Allerdings nimmt die Zahl der Erkrankungen auch bei jungen Menschen seit Jahren zu"

Als alter Sack muss ich sagen, dass es die Ernährung ist.
Als ich in dem Alter war, gab es bei uns 1 Italiener und einen Chinesen auf 50km und keiner von beiden lieferte nach Hause.
Beim Rest gab's Jägerschnitzel.

Heute gibt's in jedem Kaff ein McDonalds, einen Burger King und eine Pizza Hütte.

Und es gibt 17 Chinesen, 7 Italiener, 4 Japaner, 3 Griechen, 2 Mexikaner, 5 Inder, 1 Chilene und ein Tibetaner.

Und alle liefern nach Hause.

Gekocht wird nicht mehr.

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realist4 03.07.2019, 11:22
6. @ Wortgewalt87

Zitat von wortgewalt87
Bis 54 bekommt man also seinen Test auf okkultes Blut. Danach nicht mehr. Danach zahlt die Kasse nur noch die Darmspiegelung. In meiner Stadt mit ihrem Fachärztemangel wartet man ohne Beschwerden ewig auf eine Darmspiegelung. Und die passt dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ins berufliche Schema. Also zahlt man den Test eben selbst. So sieht Abzocke und Ärztebegünstigung aus, aber nicht sinnvolle Vorsorge.
Ich halte Ihre Argumente für eine Kombination fehlender Information und Ausreden. Die Vorsorgeuntersuchungen, ob Blut im Stuhl oder Darmspiegelung, sind gewährleistet, man muss es nur tun. Und wer es tun will findet auch Zeit. Es ist ja nichts war unbedingt sofort geschehen muss, einfach einen Termin vereinbaren. Außerdem halte ich die meisten Reklamationen über fehlende Arzttermine ohnehin für selbstverschuldet. In Großstädten gibt es zig Alternativen und in kleineren Städten ist der Weg zur Nachbarstadt oft auch nicht weit. Ein Blick in Google und drei - vier Telefongespräche und man findet einen Arzt mit passendem Termin.

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skeptikerin007 03.07.2019, 11:32
7. Falsche Verunglimpfung

Zitat von wortgewalt87
Bis 54 bekommt man also seinen Test auf okkultes Blut. Danach nicht mehr. Danach zahlt die Kasse nur noch die Darmspiegelung. In meiner Stadt mit ihrem Fachärztemangel wartet man ohne Beschwerden ewig auf eine Darmspiegelung. Und die passt dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ins berufliche Schema. Also zahlt man den Test eben selbst. So sieht Abzocke und Ärztebegünstigung aus, aber nicht sinnvolle Vorsorge.
Sie sind schnell mit ihrem Vorurteil fertig.
Mein Bruder, selbst Onkologe, hat sich auf zweimal negativen Befund verlassen. Es war auch eine Portion Selbstberuhigung da.
Nach der Koloskopie hat er künstlichen Darmausgang bekommen, die Metastasen sind bis zur Lunge gereiht. Die restlichen zwei Jahren können sie sich ausdenken.

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niedersachse60 03.07.2019, 12:25
8. Früherkennung, NICHT Vorsorge

Bitte liebe Spiegel Redakteure,

es gibt keine Krebs Vorsorge, nur eine Krebs Früherkennung. Zu einer Aufklärung über Krebsvorsorge-Untersuchungen gehören neben den falsch positiven Ergebnissen, auch die Komplikationen, wie zum Beispiel ein durchstochender Darm. Letzteres ist im Familienumfeld aufgetreten und hat zu erheblicher Lebensgefährdung geführt, da erst spät erkannt.
Letztendlich sollte es immer die persönliche Entscheidung des Patienten sein, ob er Krebs Früerkennungsuntersuchen durchführen lassen möchte, oder eben nicht.

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der_durden 03.07.2019, 12:30
9.

Zitat von wortgewalt87
Bis 54 bekommt man also seinen Test auf okkultes Blut. Danach nicht mehr. Danach zahlt die Kasse nur noch die Darmspiegelung. In meiner Stadt mit ihrem Fachärztemangel wartet man ohne Beschwerden ewig auf eine Darmspiegelung. Und die passt dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ins berufliche Schema. Also zahlt man den Test eben selbst. So sieht Abzocke und Ärztebegünstigung aus, aber nicht sinnvolle Vorsorge.
Moment mal. Man kann es auch übertreiben. Wartezeiten bei akuten Beschwerden sind sicherlich nicht hinzunehmen. Wartezeiten auf einen Vorsorgetermin aber ganz gewiss. Das ist planbar. Eine Vorsorgeuntersuchung kann keinen Platz für eine Akutbehandlung einnehmen.
Und Sie wollen doch nicht allen ernstes glaubend machen, dass eine Vorsorgetermin, der laut ihrer Aussage sowieso recht weit in der Zukunft liegt nicht mit dem Beruf vereinbar ist. Also wirklich, man kann ja viel kritisieren am Gesundheitssystem, aber das was Sie hier beschreiben sicherlich nicht. Da sollten Sie vielleicht mal Ihre Erwartungshaltung und Versorgungsmentalität reflektieren.

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