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Darmkrebs: Der vermeidbare Tod
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Etwa 25.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an Darmkrebs. Dennoch gehen nur wenige zur Früherkennung, für die nun auch Gesundheitsminister Jens Spahn wirbt. Für wen sich die Untersuchungen lohnen.

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friedel99 03.07.2019, 19:07
30. Aber immer

War mit 55 bei meiner ersten Koloskopie, auf drängensten Rat meines Hausarztes. Mehrere Polypen wurden entfernt. Als 6 Jahre später eine Familienangehörige an Darmkrebs starb, habe ich ohne Aufriss durch die Krankenkasse (gesetzlich) und der Vorlage der entsprechenden Indikation unverzüglich eine weitere Koloskopie durchführen lassen können. Wieder einige Polypen entfernt. Der Gastroenterologe hat mir dringend empfohlen nach spätestens 5 Jahren wieder zu kommen, weil ein familiär bedingtes erhöhtes Risiko besten könnte. Die Kinder der Verstorbenen haben überigens immer in einen relative engen Zyklus (ich habe von 2 Jahren gehört) einen Anspruch auf Früherkennung und die sind mal grade etwas über 30 Jahre. Die Kassen machen da auch keine Probleme, da eine Krebsbehandlung wesentlich mehr kostet.

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knu 03.07.2019, 21:03
31. @wortgewalt87

ich möchte Sie in keiner Weise belehren, da Sie vermutlich selber am Besten wissen, dass ihre Argumente nur Ausflüchte sind.
Ihnen geht es wie mir. Sie haben Angst vor der Untersuchung.
Aber glauben Sie mir: Seit ich meinen Bruder mit gerade mal 56 Jahren elend an Darmkrebs verdecken sah (anders kann man es nicht ausdrücken), überwinde ich alle 3 Jahre meine Angst.
Kein vernünftiger Arbeitgeber oder Kunde wird ihnen das verwehren. Sind Sie ihr eigener AG, dann bitte denken Sie an sich selbst und ihre Familie. Es kann nichts so wichtig sein, wie Ihr Leben. Tot werden Sie definitiv Ihren Verpflichtungen nicht mehr nachgehen können.
Beste Grüße
knu

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wortgewalt87 03.07.2019, 22:09
32. @knu

Zunächst mal: Ich nehme Ihren Beitrag als aufrichtig wohlwollend war. Dennoch habe ich einen anderen Zugang dazu. Ich habe gewiss keine Angst, denn in meiner Familie stirbt man nicht an Krebs, sondern man dämmert in jahrelanger Demenz seinem Ende entgegen (was ich ganz, ganz schrecklich finde. Persönlich finde ich Lungenkrebs ganz gut. Man denke nur daran, mit welcher Haltung und geistiger Klarheit Hajo Friedrichs oder Rudi Carrell gestorben sind. Aber dem Rauchen kann ich einfach nichts abgewinnen). Ich habe statistisch gesehen ein verdammt geringes Risiko, das durch den Stuhltest abgedeckt wird. Ähnlich unsinnig ist auch bei Nichtrisikopatientinnen die Mammografie. Mein Zahnarzt will (obwohl - mittlerweile hat er es aufgegeben) permanent meine gesunden Zähne röntgen, weil sich hinter dieser gesunden Fassade Karies verstecken könnte. Was die Kasse zahlt, wird gemacht. Egal, ob nötig oder nicht.
Und bei jungen Leuten untersucht man trotz eindeutiger Symptome nicht, weil das ja nicht sein kann. Ein lieber Kollege liegt deshalb jetzt im Sterben, obwohl er mit seinen Beschwerden frühzeitig und oft beim Doc war. Angeblich die Psyche. Dass es aber doch Krebs war, wurde leider zu spät festgestellt.

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MaikFreier 04.07.2019, 23:32
33.

Die AOK Nordost übernimmt für ihre Versicherten die Koloskopie übrigens bereits ab einem Alter von 40 Jahren. Für diese besondere Vorsorgeleistung wurde eine Kampagne gestartet, welche mit dem Titel "#HoseRunter" (Männer, lasst die Hose runter) Männer animieren soll, sich der Darmkrebsvorsorge zu widmen. Jimmy Hartwig fungiert hierfür als Kampagnen-Kopf und wirbt dafür, dass Männer die Früherkennungsmaßnahme in Anspruch nehmen. Diese besondere Satzungsleistung wurde bereits mehrfach mitgeteilt ist verschiedenen Gesundheitspreisen ausgezeichnet

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CancunMM 04.07.2019, 09:56
34.

Zitat von niedersachse60
Bitte liebe Spiegel Redakteure, es gibt keine Krebs Vorsorge, nur eine Krebs Früherkennung. Zu einer Aufklärung über Krebsvorsorge-Untersuchungen gehören neben den falsch positiven Ergebnissen, auch die Komplikationen, wie zum Beispiel ein durchstochender Darm. Letzteres ist im Familienumfeld aufgetreten und hat zu erheblicher Lebensgefährdung geführt, da erst spät erkannt. Letztendlich sollte es immer die persönliche Entscheidung des Patienten sein, ob er Krebs Früerkennungsuntersuchen durchführen lassen möchte, oder eben nicht.
Tut mir leid, aber sowohl dieser Beitrag als auch der Andere von Ihnen sind unverantwortlich.
Natürlich gibt es eine Vorsorge bei Darmkrebs. Denn Sinn dieser Vorsorge ist es ja gerade Vorstufen zu entfernen, die eben noch kein Krebs sind. Bis 2008 stiegen die Darmkrebsfälle an. Seitdem fallen sie, was auf die bessere Vorsorge geschoben wird. Es erkranken ca. 60000 Menschen pro Jahr an Darmkrebs, wenn Sie nun die relative Risikoreduktion anwenden was bei Reduktion von 6 auf 2-4 /1000 noch nicht so viel klingt, sind es doch mehrere tausens Menschen in Deutschland, denen man das Leben retten kann.
Ja es kann auch Komplikationen geben, deswegen empfihelt man ja auch nicht jedem die Koloskopie, sondern erst ab einem bestimmten Alter in dem der Nutzen der möglichen Gefahr überwiegt. Und wen die Komplikation betrifft wird natürlich auch skeptischer, aber es wird deutlich mehr geben, denen die Koloskopie das Leben gerettet hat als das jemand eine Perforation hatte. Und unlauter ist es auch dann die Früherkennung des Mammakarzinoms mit der Vorsorge bei Darmkrebs zu vermengen.

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CancunMM 04.07.2019, 10:48
35.

Zitat von friedel99
War mit 55 bei meiner ersten Koloskopie, auf drängensten Rat meines Hausarztes. Mehrere Polypen wurden entfernt. Als 6 Jahre später eine Familienangehörige an Darmkrebs starb, habe ich ohne Aufriss durch die Krankenkasse (gesetzlich) und der Vorlage der entsprechenden Indikation unverzüglich eine weitere Koloskopie durchführen lassen können. Wieder einige Polypen entfernt. Der Gastroenterologe hat mir dringend empfohlen nach spätestens 5 Jahren wieder zu kommen, weil ein familiär bedingtes erhöhtes Risiko besten könnte. Die Kinder der Verstorbenen haben überigens immer in einen relative engen Zyklus (ich habe von 2 Jahren gehört) einen Anspruch auf Früherkennung und die sind mal grade etwas über 30 Jahre. Die Kassen machen da auch keine Probleme, da eine Krebsbehandlung wesentlich mehr kostet.
Ja aber, die 2. Koloskopie hätten Sie auch ohne den Todesfall in der Familie vor ablauf der 10 Jahre erhlaten, denn Sie hatten ja Polypen.
Je nach Art sind da die Intervalle 1, 3 oder 5 Jahre (außer hyperplastische ). Und bei Familie zählen auch nur die 1. gradig Verwandten.

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ramon 04.07.2019, 10:53
36.

Zitat von bluestar2000
Ich stimme Ihnen und dem Kommentaror danach vollkommen zu. Da der Deutsche im Allgemeinen fast nichts von Statistik und Wahrscheinlichkeit versteht, begreift ert auch nicht, dass diese ganzen Zahlenspielchen nur zur unverhältnismäßigen Darstellung des Risikos dienen. Es kingt nämlich sehr viel schöner, wenn man sagen kann, dass von 6 Patienten 3 gerettet werden könnten (50%) als wenn von 1000 - der eigentlichen Zielgruppe - 3 besser wegkommen (0,3%). Ich empfehle mal die ARD-Reportage "Im Land der Lügen" anzuschauen https://www.youtube.com/watch?v=0obDIkEDUtU. Danach dürfte die Sicht auf das gesamte deutsche Gesundheitssystem anders ausschauen, welches nur daran ausgerichtet, möglichst viel Kosten der Ärzte- und Pharmaindustrie zuzuschustern und damit die Bevölkerung maximal auszupressen.
Das mit dem fehlenden Verständnis des menschlichen Verstandes für Statistik und darauf gründenden Beeinflussungsmöglichkeiten ist natürlich ein Argument. Eine andere Möglichkeit der Beeinflussung sind unseriöse Informationsquellen. Es gibt Leute die werten solche Kommentare wie ihren gleich oder höher ein als eine ärztliche Aufklärung und entscheiden sich aufgrund von falschen Tatsachen und Scheinargumenten wie unpassende Termine mit der Arbeit, Profitsüchtig im Gesundheitswesen gegen eine Vorsorgeuntersuchung. Leider kann man es sich nicht einfach machen und sich mit Vorsorgeuntersuchungen im ganzen auseinandersetzen, sondern muss sich beim Krebs der Brust, des Darmes, der Prostata etc. jeweils neu damit beschäftigen. Beim Darmkrebs ist es so, dass der Nutzen für den einzelnen nicht immer eindeutig ersichtlich ist, aber für die Bevölkerung im ganzen klar erwiesen wurde. Das sollte in einem guten Aufklärungsgespräch erwähnt werden, um den einzelnen Patienten die Möglichkeit zu geben eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Wenn sie in einem Darmzentrum arbeiten würden, würden ihnen regelmäßig Menschen begegnen, bei denen Darmkrebs im Rahmen der Vorsorge diagnostiziert wurde und die hoch standardisiert behandelt werden können und anschließend hervorragende Überlebenszeiten haben werden. Also ja es ist keine Legende dass nicht nur raffgierige Ärzte von Vorsorge profitieren sondern auch ganz normale Patienten. Es gibt aber auch Menschen, die monatelang sämtliche Beschwerden ignoriert haben und keine gute Prognose mehr haben. Wenn sie solche tragischen Fälle von der Notfalloperation in der Nacht bis zum Ausstellen des Totenscheines begleiten würden, wären sie vielleicht etwas vorsichtiger mit ihren Formulierungen.

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tomcek123 04.07.2019, 15:53
37. @wortgewalt87

Kritik an den Prophylaxe-Richtlinien ist erlaubt. Selbst unter Medizinern werden die immer wieder diskutiert. Bei der Prostatakrebs-Vorsorge noch viel kontroverser als bei der Darmkrebs-Vorsorge. Und jeder Mensch hat ein Recht auf seine persönliche Überzeugung. Aber eine Info darf ich Ihnen als Bauchchirurg nicht vorenthalten: Ein HaemOccult-Test ersetzt bei Weitem keine Darmspiegelung. Den HaemOccult-Test können Sie sich beinahe schenken.

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RogerB 16.07.2019, 21:39
38. Selbst ist der Mann ... und die Frau

Die Medizin ist eine auf Erfahrung und Statistk beruhende Wissenschaft. In der Masse versucht man einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Kosten zu finden. Der ist naturgemäß im EInzelfall nicht gerecht und kann Erkrankungen an Krebs nicht mit absoluter Sicherheit erkennen. Für jeden jedes Jahr einen Darmspiegelung zu bezahlen wäre schlicht unmöglich.

ABER: Wer sich vor einer Darmkrebserkrankung fürchtet, kann jederzeit auf eigene Kosten bei einem Arzt seiner (ihrer) Wahl eine Untersuchung seiner (ihrer) Wahl durchführen lassen. Man lässt sich in diesem Fall einfach als Privatpatient behandeln und zahlt seine Rechnung beim Doc selbst. Ich habe es so gemacht. Kostet rund 1.000€ und war mir wichtiger als der nächste Urlaub für den ich das Geld zurückgelegt hatte.

Leider sind wir zu einer Vollkaskomentalität erzogen worden, die uns daran hindert auch mal den eigenen Kopf und zu benutzen. Auch Untersuchungen und Behandlungen die die Krankenkasse nicht bezahlt können sinnvoll sein und können auf eigene Verantwortung und Kosten durchgeführt werden. Besser ein Urlaub oder ein neues Auto oder sonstwas weniger, als ins kühle Grab zu sinken, denke ich.

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