Forum: Gesundheit
Debatte über Alkoholsucht: Eine Frage des Willens
DPA

Alkoholsucht ist eine Krankheit. Wirklich? Evolutionsforscher meinen, der Hang zur Flasche sei uns in die Wiege gelegt. Ein US-Psychologe dagegen behauptet, Sucht sei eine Folge von Willensschwäche. Der Ansatz sorgt in der Therapeutenszene für Unruhe.

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hartmutkwetschlich 07.06.2012, 22:52
40. Guten Abend.

Zitat von dr.a1
kommt man gegen keine sucht an.
Bin ich krank oder Willensschwach? Ist mir eigentlich wurscht wie man mich betitelt. Tatsache ist dass ich im siebenundzwanzigsten Jahr trocken bin und die tiefe Hoffnung hege dass dies bis zu meinem Lebensende so bleibt. Tatsache ist auch, dass ich jeden Moment meines Lebens immer nur einen winzigen Schritt vom erneuten abgleiten in die Sucht entfernt bin. Bin eigentlich erstaunt darüber, dass immer mal wieder die gleiche Sau durch`s Dorf getrieben wird und effekthaschende " neue " Erkenntnisse postuliert werden. Mir hat keine Pille, kein " Wollen " oder sonstwelche Mittelchen geholfen, sondern ich habe eine Gnade erfahren. Dafür bin ich zutiefst dankbar und wünsche diese jeder/jedem, dem/der diese auch zuteil wird. Aber: Man muss sich schon bemühen, det jeht nich von jetz uff gleich.

Das bedeutet Arbeit an sich selbst, erfahrene Freunde und Begleiter und viel, viel Geduld. Der Weg lohnt mit erfülltem Leben und offenem Herzen. Nicht nur, aber ganz besonders für uns Suchtbolzen.

Allen " suchterfahrenen Praktikern " weiterhin gute Genesung und für alle Theoretiker der aufrichtige Wunsch dass sie nie von diesem " Problem " betroffen werden.

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realtimeloser 12.07.2012, 15:04
41. Die breite Bevölkerung

liest die Zeitung mit den vielen Bildern und sieht fern. Wie soll sie so vom wissenschaftlichen Modell der Suchtentstehung erfahren?

Wie weit die Ansichten auseinander gehen können sieht man hier:
Shifting the paradigm; reduction of alcohol consumption in alcohol dependent patients — a randomised, double-blind placebo-controlled study of nalmefene, as-needed use.
A poster presentation (insert number) presented at the 20th European Congress of Psychiatry (EPA), in Prague, Czech Republic, 3-6 March 2012.
Mann, K. Bladström, A. Torup, L. Gual, A. Van den Brink, W.

Ebenfalls unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat ein altes Medikament längst seinen Siegeszug bei den willensschwachen Menschen angetreten. Die Rede ist von Baclofen, einem Muskelrelaxans das auf die GABA-B-Rezeptoren wirkt und mit dem nach neuesten Schätzungen gut 20.000 Patienten ihren Ausstieg aus der Sucht geschafft haben. In Frankreich geht die Arzneimittelkontrollbehörde von bis zu 60.000 Patienten aus. Die bundesdeutsche Presse nimmt bis heute keine Notiz davon.

Anstatt immer neue Erklärungsmodelle zum Suchtverständnis zu präsentieren, wäre es an der Zeit die breite Öffentlichkeit über neue Methoden zur Suchtbehandlung zu informieren.

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Zephira 07.08.2012, 00:27
42.

Zitat von realtimeloser
liest die Zeitung mit den vielen Bildern und sieht fern. Wie soll sie so vom wissenschaftlichen Modell der Suchtentstehung erfahren?
Eben. Und all diese Bürger, Journalisten und Akademiker eint ein Ziel: sich von Verantwortung für die eigenen unmoralischen Entscheidungen freizusprechen.

Die seriöse Wissenschaft hat niemals (!) behauptet, dass die Einstufung als Krankheit einen von Schuld freisprechen würde. Auch die alte Ausflucht "Mein Geist war willig, nur mein Fleisch war schwach" ist keine wissenschaftliche, sondern ein religiöse.

Aber mich regt das nicht auf. Soll die tumbe Masse ruhig nach Ausreden und Sündenböcken suchen. Sie bestraft sich damit letztlich nur selbst, denn das mag ihnen zwar emotionale Befriedigung verschaffen, doch ihre Probleme werden dadurch nicht gelöst.

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schwarzhuhn 31.12.2012, 12:11
43. An peter_30201

Endlich mal ein differenzierter guter Kommentar zu dem Kapitel :)

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