Forum: Gesundheit
Debatte über Organvergabe: "Wir warten unsere Patienten zu Tode"
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Wie verteilt man Organe gerecht an Kranke? Nach den Organspendeskandalen steht das deutsche Vergabesystem in der Kritik. Der Ethikrat fordert eine Änderung des Transplantationsgesetzes. Doch die Optionen sind ethisch heikel.

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Emmi 27.09.2013, 11:24
1. Vielleicht...

Vielleicht sollte man sich damit abfinden, dass Menschen sterblich sind und dass das Versagen lebenswichtiger Organe nun mal zum Tod führt...
Welcher Wert liegt überhaupt in einem langen Leben an sich? Geht es den Menschen besser, wenn sich die Lebenserwartung immer mehr erhöht? Mein Eindruck ist ein anderer...

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derlabbecker 27.09.2013, 11:28
2. ich hatte meinen Ausweis schon ausgefüllt...

... als dann das mit dem Vergabeskandal kam. Wie schon lange befürchtet gibt es also das System 'Organ gegen Geld' für Besserverdienende.
ich habe meinen Ausweis zerrissen und weggeworfen.... ich möchte nicht, dass für den Fall der Fälle meine Organe an reiche Pfeffersäcke, womöglich noch in den Emiraten, geht, und eine arme alleinerziehende Mutter in Deutschland sterben muss, obwohl eines meiner Organe gepasst hätte.
Und alle die jetzt schreien, bedankt euch bei den Betrügern, die, wie es derzeit aussieht, auch noch alle strafrechtlich nicht belangt werden.

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erasmus_von 27.09.2013, 11:39
3. Ach, es ist alles so ungerecht!

Ja damit haben die Deutschen ein Problem. Jetzt ist ist nicht mal mehr Das Überleben gerecht. Der eine wird krank und stirbt, der andere ist gesund und lebt. Da müsste man mal über einen gerechteren TRANSFER nachdenken. Vielleicht indem die besonders Starken - also Gesunden - einfach auf ein Organ verzichten und es an Kranke tranferieren.

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marika 27.09.2013, 11:47
4. Organspende ist wichtig

Abfinden, dass Menschen sterblich sind? An Organversagen sterben viele Kinder, junge Mütter und Väter, die mit einem Spenderorgan ein normales Leben führen könnten. Ich kenne so viele Betroffene, die sehnlichst auf ein Organ warten und zusehen müssen, wie Leute wegen des Vergabeskandals ihre Ausweise zerreißen. Ist es also besser, die Organe verwesen zu lassen, als einem Menschen das Leben zu retten? Die "reichen Pfeffersäcke" können sich ihre Organe im Ausland besorgen, wer auf der Strecke bleibt sind ganz Andere !

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süßnase 27.09.2013, 11:53
5. Ich hätt gerne noch ein paar Jahre...

DANKE fürs Urteilen mit pumperl gesunden Organen.

Ich bin totkrank, eine seltene wahrscheinlich ererbte krankheit...ich hätte gerne noch ein paar Jahre an der Seite meiner Lieben....

SIE würden das auch wollen, wenn sie wirklich krank sind...aus gesunder Sicht ist es einfach zu sagen

"Pech gehabt, Organe versagen nunmal."

Wie arrogant und anmaßend

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georgia.k 27.09.2013, 11:55
6. die derzeitige gesetzliche Regelung ist einfach schlecht

ich habe es hier erlebt. Ein Schwerstkranker bekam eine Leber, die jedoch abgestossen wurde. Mit der nächsten Leber hat er dann noch knapp zwei Jahre gelebt, wobei er eigentlich nur so dahinsiechte.
Dass er letztlich eine neue Leber brauchte, war ihm lange Zeit vorher bekannt. Eine rechtzeitige Zuteilung und ein vielleicht besser geeignetes Organ hätte ja Sinn gemacht, sein Leben wirklich verlängert und auch mehr Lebensqualität gebracht.

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gesundheitsethiker 27.09.2013, 11:55
7. Gesundheitsethiker

Immer noch vorhandene Systemmängel müssen rasch beseitigt werden!
Nach der Anhörung kann's eigentlich keinen Zweifel mehr geben, dass das bisherige Transplantationssystem dringend der grundlegenden Überarbeitung bedarf. Die Manipulationen sind nur Indizien für die Mangelhaftigkeit des Systems. Bei so einem schlechten System darf es einen nicht wundern, wenn die Ergebnisse des Systems zu korrigieren versucht werden bei den eigenen Patenten nachgeholfen wird. Mängel des Transplantationsgesetzes, die auch seine Verfassungsmäßigkeit in Zweifel ziehen lassen, faktische Rechtsschutzverweigerung für Patienten und Delegation an die ärztliche Selbstverwaltung, so kann kein neues Vertrauen entstehen. Alle, nicht nur die Wartepatienten und die potenziellen Organspender und ihre Angehörigen, sondern auch die Gesellschaft brauchen aber neues Vertrauen. Dazu muss das System grundlegend neu gestaltet werden. So schnell als möglich. Dem Ethikrat ist zu danken, dass er diese Erkenntnis durch die Anhörung in die Öffentlichkeit gebracht hat,
Organspende und Organtransplantation sind zu wichtig geworden, als sie allein den Ärzten zu überlassen.

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freiheitsglocke 27.09.2013, 11:55
8.

Zitat von Emmi
Vielleicht sollte man sich damit abfinden, dass Menschen sterblich sind und dass das Versagen lebenswichtiger Organe nun mal zum Tod führt... Welcher Wert liegt überhaupt in einem langen Leben an sich? Geht es den Menschen besser, wenn sich die Lebenserwartung immer mehr erhöht? Mein Eindruck ist ein anderer...
Lasse wir die Menschehn doch einfach selbst entscheiden!

Wer spenden will, bekommt auch Spenden. Und wer, wie Sie, kleine Kinder sterben lassen will, hat Pech gehabt.

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brainbiter 27.09.2013, 12:10
9. Trotz skandalen

sollte man Organspender sein. Erstens weiß man nicht wer das Organ bekommt. Es könnte ein Kind sein. Jeder kann eines Tages darauf angewiesen sein. Und zweitens selbst wenn jemand dafür bezahlt um früher ein Organ zu bekommen ist derjenige deswegen nicht weniger krank. Wer von uns würde nicht alles erdenkliche versuchen um sein Leben zu retten?!

Mein 55 jähriger Vater wartet mit Herzschrittmacher und Defi und 16% Herzleistung seit 6 Monaten in der höchsten Dringlichkeitsstufe. Die Aussichten sind schlecht....

Jeder sollte sich mal eingehend mit der Problematik beschäftigen. Es könnte auch mal das eigene Kind und der eigene Vater sein.

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